Iodchlorid

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Strukturformel
Strukturformel
Allgemeines
Name Iodchlorid
Andere Namen
  • Iodmonochlorid
  • Chloriod
Summenformel ICl
CAS-Nummer 7790-99-0
PubChem 24640
Kurzbeschreibung

rotbraunes Öl bzw. rubinrote Kristalle[1]

Eigenschaften
Molare Masse 162,36 g·mol−1
Aggregatzustand

fest (α-Form)/ flüssig (β-Form)

Dichte

3,1 g·cm−3[2]

Schmelzpunkt

14 °C (α-Form) / 27 °C (β-Form)[1]

Siedepunkt

97 °C (Zersetzung)[2]

Löslichkeit

Zersetzung in Wasser[2]

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung [3]
05 – Ätzend 08 – Gesundheitsgefährdend

Gefahr

H- und P-Sätze H: 314​‐​334
P: 261​‐​280​‐​305+351+338​‐​310 [3]
EU-Gefahrstoffkennzeichnung [4][2]
Ätzend
Ätzend
(C)
R- und S-Sätze R: 34​‐​37
S: 26​‐​36/37/39​‐​45
Soweit möglich und gebräuchlich, werden SI-Einheiten verwendet. Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen.
Vorlage:Infobox Chemikalie/Summenformelsuche vorhanden

Iodchlorid (auch Iodmonochlorid) ist eine Interhalogenverbindung, die aus den Elementen Iod und Chlor besteht.

Gewinnung und Darstellung[Bearbeiten]

Iodchlorid lässt sich aus den Elementen oder durch Kochen von Iod in Königswasser darstellen.[1]

Eigenschaften[Bearbeiten]

Iodchlorid zersetzt sich in Wasser zu Chlorwasserstoff, Iodsäure und Iod.[1] Die α-Form riecht stechend und ist wenig hygroskopisch[5], während die β-Form metastabil ist.[6]

Verwendung[Bearbeiten]

Iodchlorid lässt sich zur Iodierung[7] verwenden. Mit einer essigsauren Iodchlorid-Lösung lässt sich außerdem die Iodzahl bestimmen.[1]

Sicherheitshinweise[Bearbeiten]

Iodchlorid ist allgemein ätzend, die Dämpfe/Aerosole verursachen Husten, Atemnot und Schleimhautreizungen. Die niedrigste bekannte letale Dosis beträgt oral bei Ratten 50 mg/kg Körpergewicht, beziehungsweise 500 mg/kg bei der Aufnahme durch die Haut.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e Bernd Dill, Fred Robert Heiker, Andreas Kirschning (Hrsg.): Römpp Chemie Lexikon. 9. Auflage, Band 3, Georg Thieme, 1992 ISBN 978-3137348092, S. 2019.
  2. a b c d Eintrag zu Iodchlorid in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFA, abgerufen am 14. März 2009 (JavaScript erforderlich).
  3. a b Datenblatt Iodine monochloride bei Sigma-Aldrich, abgerufen am 5. April 2011 (PDF).
  4. Seit 1. Dezember 2012 ist für Stoffe ausschließlich die GHS-Gefahrstoffkennzeichnung zulässig. Bis zum 1. Juni 2015 dürfen noch die R-Sätze dieses Stoffes für die Einstufung von Gemischen herangezogen werden, anschließend ist die EU-Gefahrstoffkennzeichnung von rein historischem Interesse.
  5. Jean D'Ans, Ellen Lax: Taschenbuch für Chemiker und Physiker, 3. Auflage, Band 1, S. 370–371.
  6. Arnold Frederik Holleman, Egon Wiberg: Lehrbuch der Anorganischen Chemie. 57.-70. Auflage. Verlag Walter de Gruyter & Co., Berlin 1964,; Seite 132.
  7. orgsyn.org (englisch)
  8. Datenblatt Iodchlorid bei Merck, abgerufen am 19. Januar 2011.