Iota subscriptum

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Das Iota subscriptum (lat.; „untergeschriebenes Iota“, griech. Ἰῶτα ὑπογεγραμμένη [iṓta hypogegramménē]) ist ein aus einer Ligatur entstandenes diakritisches Zeichen in der polytonischen Schreibart der griechischen Schrift. Es hat die Form des kleinen Buchstaben Iota (ι), der unter ein Alpha, Eta oder Omega gesetzt wird:


Bei Großbuchstaben vermeidet man das Iota subscriptum und setzt das Iota stattdessen meist als Iota adscriptum neben den vorangehenden Vokal (Αι, Ηι, Ωι). Iota adscriptum ist daran zu erkennen, dass Akzente und Spiritus nicht wie bei Diphthongen auf dem Iota, sondern vor dem ersten Vokal stehen (z. B. ῞Αιδης; zu unterscheiden von der unkontrahierten poetischen Form ᾿Αἰδης).

Ursprünglich verfügte die altgriechische Sprache über die Langdiphthonge āi, ēi und ōi, die αι, ηι und ωι geschrieben wurden. Dass das in archaischer Zeit (bis zum 7. Jahrhundert v. Chr.) noch als Diphthong gesprochen wurde, zeigt sich daran, dass das griechische Wort τραγῳδία als tragoedia (daraus „Tragödie“) ins Lateinische übernommen wurde. Zwischen dem 5. und 4. Jahrhundert verstummte der zweite Bestandteil des Diphthongs und wurde auch in der Schrift weggelassen. In byzantinischer Zeit wurde es wieder eingeführt, aber unter den vorangehenden Buchstaben gesetzt, um zu verdeutlichen, dass das i stumm ist.

Heute wird in den meisten Textausgaben das Iota subscriptum gesetzt, in der gängigen Schulaussprache des Altgriechischen wird das i nicht gesprochen. Bei der alphabetischen Anordnung (z. B. in Wörterbüchern) wird es nicht mitgezählt. Bei der Transkription altgriechischer Wörter wird es meist ausgelassen (z. B. τραγῳδία, tragōdia statt tragōidia). Einzig in der wissenschaftlichen Transliteration wird es durch ein j oder einen untergesetzten Punkt wiedergegeben.

Im Neugriechischen wurde das Iota subscriptum ebenso wie der Gravis-Akzent während der Sprachreform von 1976 beseitigt, als auch die alte Katharevousa von der Dimotiki als Amtssprache abgelöst wurde. Das Iota adscriptum war im neugriechischen Sprachgebrauch schon gar nicht vertreten. Die restlichen Ton- und Hauchzeichen Spiritus asper (rauer Hauchlaut) und Spiritus lenis (leichter Hauchlaut) wurden bis auf den einzig heute gebräuchlichen Akut im Zuge der Reform von 1982 abgeschafft, da diese Zeichen lautlich keine Rolle mehr spielen.