Iphigénie en Aulide

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Werkdaten
Titel: Iphigénie en Aulide
Originalsprache: Französisch
Musik: Christoph Willibald Gluck
Libretto: François-Louis Gand Le Bland Du Roullet
Uraufführung: 19. April 1774
Ort der Uraufführung: Paris
Spieldauer: ca. 2 1/2 Stunden
Personen

Iphigénie en Aulide (deutsch Iphigenie in Aulis) ist eine Oper in drei Akten von Christoph Willibald Gluck auf ein Libretto von François-Louis Gand Le Bland Du Roullet. Die Uraufführung fand am 19. April 1774 unter der Leitung des Komponisten in Paris statt. Die Oper behandelt einen Stoff der griechischen Mythologie um den griechischen Heerführer Agamemnon und seine Tochter Iphigénie.

Iphigénie en Aulide ist die erste von sechs Opern, die Christoph Willibald Gluck mit der Pariser Operndirektion vereinbart hat. Die Pariser Zeit Glucks ist eine Zeit des heftigen öffentlichen Streits zwischen Anhängern der italienischen und der französischen Oper. Wobei die „Franzosen“ den Reformierer Gluck als ihren Vertreter vereinnahmten, obwohl dieser bis dahin gerade mit Opern im italienischen Stil besonders erfolgreich gewesen war. Gluck selbst nahm an dieser Grundsatz-Auseinandersetzung niemals aktiv teil.

Die Probenarbeit für die Uraufführung nahm Gluck, wie gewohnt, sehr ernst. Dabei mussten sich die französischen Künstler erst an den harten Ton des selbstbewussten deutschen Komponisten gewöhnen, der mit Kritik an Darstellung, Gesang und Orchester nicht sparte. Mannlich berichtet: „Ihre französische Eitelkeit war aufs äußerste verletzt durch alle diese Bemerkungen, die sie sich von einem deutschen Meister mußten, sagen lassen … Diese Sänger und Musiker hielten sich allen Ernstes für die ersten Virtuosen der Welt. Seine treue Begleiterin suchte bei diesen lärmenden Unterrichtsstunden, Proben genannt, seine Aufwallung und germanische Offenheit in Schranken zu halten.“ Schließlich setzte sich Gluck bei den Künstlern durch.

Auch die operninteressierte Pariser Öffentlichkeit hatte von den Turbulenzen bei den Proben erfahren und so war das Interesse an der Uraufführung entsprechend groß. Die Aufführung wurde ein voller Erfolg und die Gönnerin Glucks Marie Antoinette berichtete begeistert nach Wien: „man könne von nichts anderem mehr reden, man bekämpfe sich bei Hofe und in der Stadt um dieses Stückes willen, als ob es um eine religiöse Angelegenheit gehe.“

Handlung[Bearbeiten]

Das griechische Heer des Agamemnon wird auf Aulis von ungünstigen Winden festgehalten. Das Orakel der Göttin Diana verlangt als Gegengabe für die Freilassung seines Heeres die Opferung seiner Tochter Iphigenie. Agamemnon versucht verzweifelt sich dieser Verpflichtung zu entziehen, doch seine Tochter ist im Dienst der Sache des Vaterlandes zum Tode bereit. Schließlich ist die Göttin vom Gehorsam der Iphigenie versöhnt und verzichtet auf das Opfer.

Literatur[Bearbeiten]

  • Anna Amalie Abert: Christoph Willibald Gluck, Verlagshaus Bong & Co, München 1959

Weblinks[Bearbeiten]