Iqbal Sacranie

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Sir Iqbal Sacranie (* 1952 in Malawi) ist ein muslimischer Funktionär in Großbritannien und war 2002 bis 2006 der Generalsekretär des Muslim Council of Britain (MCB), der mitgliederstärksten muslimischen Glaubensgemeinschaft in Großbritannien.

Sacranie flüchtete als Angehöriger der muslimischen Minderheit nach der Unabhängigkeit seines Landes 1964 nach Großbritannien. Seit den 1980er Jahren beschäftigte sich Sacranie vor allem mit der Frage der besseren Integration der Muslime in Großbritannien. Unter anderem durch seine Initiative entstand 1997 der MCB. Im Juni 2005 wurde er von Königin Elisabeth II. geadelt.

Sacranie und der MCB sind in Großbritannien wegen ihrer islamisch-konservativen bzw. fundamentalistischen Haltung kritisiert worden. So erklärte Sacranie nach der Veröffentlichung des Buches Die Satanischen Verse von Salman Rushdie, aufgrund dessen der Autor von Islamisten mit dem Tode bedroht wurde, dass der "Tod vielleicht zu leicht" für Rushdie sei und stattdessen sein Geist gequält werden müsse, bis er sich für die Blasphemie entschuldige [1]. Später erklärte er, diese Äußerungen seien falsch verstanden worden: Er habe lediglich versuchen wollen, Muslime davon zu überzeugen, dass es falsch sei, Rushdie zu töten. [2] Der MCB boykottierte von 2001 bis 2007 eine Erinnerungszeremonie für die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz und begründete dies mit der israelischen Besatzung Palästinas, bei der unschuldige Muslime getötet würden. [3]. 2005 eröffnete die Polizei gegen Sacranie eine Untersuchung wegen Belästigung, nachdem er am Radio gesagt hatte, homosexuelle Beziehungen seien "schädlich" und eingetragene Partnerschaften Homosexueller "nicht akzeptabel".[4]

Quellen[Bearbeiten]

  1. Rushdie in hiding after Ayatollah's death threat, Peter Murtagh, The Guardian, 18. Februar 1989 (englisch)
  2. http://www.guardian.co.uk/commentisfree/audio/2009/feb/12/rushdie-fatwa-sacranie-satanicverses
  3. Muslims unite! A new Reformation will bring your faith into the modern era, Salman Rushdie, The Times, 11. August 2005
  4. Muslim leader faces police questioning about 'homophobic' remarks, Joshua Rozenberg, The Daily Telegraph, 1. Dezember 2006