Ira Levin

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Ira Marvin Levin (* 27. August 1929 in New York City; † 12. November 2007 ebenda) war ein US-amerikanischer Drehbuchautor und Schriftsteller. Zu seinen bekanntesten Werken zählen Die Frauen von Stepford und Rosemaries Baby. Er schrieb in vier Jahrzehnten nur sieben Romane, die jedoch eine Gesamtauflage von zehn Millionen Exemplaren erreichten und fast alle in Hollywood verfilmt wurden.

Leben[Bearbeiten]

Ira Levin wurde als Sohn eines Spielwaren-Kaufmanns geboren und wuchs in der Bronx und in Manhattan auf. Er studierte später an der Drake University in Iowa für zwei Jahre sowie an der New York University Philosophie und Englisch und beendete 1950 mit einem B.A. sein Studium. Nach der Universität diente er von 1953 bis 1955 im US-Army-Signalkorps. Anschließend arbeitete er für das Fernsehen, aber bereits mit seinem ersten Roman A Kiss Before Dying, 1954 mit dem „Edgar“ für den besten Erstlingsroman ausgezeichnet, gelang dem 24-Jährigen der Durchbruch.

In seinem Roman Rosemary’s Baby (1967) scheint eine junge Braut vom Teufel schwanger geworden zu sein. Die Erzählung wurde bereits im Jahr darauf von Roman Polański mit Mia Farrow in der Hauptrolle verfilmt und löste eine Welle von Satanismus-Filmen aus wie Der Exorzist und Das Omen.

Levin ist auch der Autor von Deathtrap (Todesfalle), des am längsten gespielten Theaterstücks am Broadway. Es ist die Geschichte eines alternden Theaterautors, der plant, einen jungen Rivalen zu töten und sein neues Stück Deathtrap zu stehlen. Von 1978 bis 1982 erlebte es 1.793 Aufführungen am Broadway. 1982 wurde Deathtrap in Hollywood mit Michael Caine und Christopher Reeve in den Hauptrollen verfilmt.

Der Titel des Romans The Stepford Wives (1972) fand sogar Eingang in den US-amerikanischen Wortschatz. Der Begriff „Stepford Wife“ und sogar „Stepford“ als Adjektiv, das im Sinne von roboterhaft oder gefügig verwendet wird, wurden in Englisch-Lexika aufgenommen.[1] Einem breiten Publikum bekannt wurde auch Levins The Boys from Brazil (1976; verfilmt 1978 mit Gregory Peck und Laurence Olivier).

Levin war zweimal verheiratet, mit Gabrielle Aronsohn und Phyllis Finkel, beide Ehen wurden geschieden. Er hinterlässt drei Söhne aus seiner Ehe mit Aronsohn, seine Schwester Eleanor Busman und drei Enkel. Ira Levin lebte zuletzt in Manhattan, wo er im November 2007 in seiner Wohnung einem Herzinfarkt erlag.

Zitat[Bearbeiten]

„Mr. Levin’s suspense is beautifully intertwined with everyday incidents; the delicate line between belief and disbelief is faultlessly drawn.
(Levins Spannung wird wunderbar mit alltäglichen Ereignissen verflochten; die schmale Linie zwischen Glaube und Zweifel wird makellos gezogen.)“

Thomas J. Fleming, The New York Times Book Review[1]

Bibliografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1953: A Kiss Before Dying (dt. Der Kuß vor dem Tode)
  • 1967: Rosemary’s Baby (dt. Rosemaries Baby)
  • 1970: This Perfect Day (dt. Die sanften Ungeheuer, 1972)
  • 1972: The Stepford Wives[2] (dt. Die Frauen von Stepford; auch: Die Roboterfrauen, 1977)
  • 1974: Veronica’s Room (Stück)
  • 1976: The Boys from Brazil[3] (dt. Die Boys aus Brasilien)
  • 1978: Deathtrap (Stück)
  • 1991: Sliver
  • 1997: Son of Rosemary (dt. Rosemarys Sohn)

Verfilmungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Margalit Fox: Ira Levin, of ‘Rosemary’s Baby’, Dies at 78, New York Times, 14. November 2007.
  2. Satirischer Horrorroman über brave Hausfrauen in einer amerikanischen Vorstadt, die sich als Roboter entpuppen, die von ihren Männern auf Fügsamkeit programmiert wurden.
  3. Geschichte von Naziwissenschaftlern, die nach dem Untergang des Dritten Reiches nach Brasilien fliehen und dort erfolgreich 94 Hitlerklone züchten.