Iris Radisch

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Iris Radisch (* 2. Juli 1959 in Berlin) ist eine deutsche Literatur-Journalistin. Seit 1990 schreibt sie für die Wochenzeitung DIE ZEIT.

Leben[Bearbeiten]

An den Universitäten von Frankfurt am Main und Tübingen studierte sie Germanistik, Romanistik und Philosophie. Ihren beruflichen Werdegang begann Iris Radisch als Literatur-Redakteurin. Sie schrieb für die Frankfurter Rundschau, ehe sie 1990 zur ZEIT wechselte und sich hier im Feuilleton einen Ruf als sensible und differenzierte, gelegentlich aber auch sehr polemische Literaturkritikerin erwarb. Im Nebenberuf übernahm sie Gastprofessuren, unter anderem in St. Louis/USA und Göttingen, und arbeitete als Moderatorin für verschiedene Fernsehsender, darunter das ZDF, die ARD, den WDR und den Privatsender VOX.

Größere Bekanntheit erlangte Iris Radisch, als das ZDF sie im August 2000 für die Sendung Das literarische Quartett verpflichtete. Sie löste in der prominenten Bücher-Talkshow mit „Großkritiker“ Marcel Reich-Ranicki und Hellmuth Karasek die im Streit mit Reich-Ranicki ausgeschiedene Sigrid Löffler ab. Radisch blieb ständige Teilnehmerin der Sendung bis zur letzten regulären Folge im Dezember 2001 und bei den Sondersendungen anlässlich Jubiläen von Friedrich Schiller, Thomas Mann, Heinrich Heine und Bertolt Brecht in den Jahren 2005 und 2006.

2002 bis 2003 moderierten Iris Radisch und Gert Scobel – Moderator von Kulturzeit und ARD-Morgenmagazin – im wöchentlichen Wechsel die Literatursendung Bücher, Bücher des Hessischen Rundfunks. Von August 2006 bis September 2012 leitete sie – als Nachfolgerin von Roger Willemsen – monatlich den Literaturclub des Schweizer Fernsehens (ausgestrahlt auf SF 1 und 3sat).

Von 1995 bis 2000 war sie Jurymitglied des Ingeborg-Bachmann-Preises, der seit 1977 im Rahmen der Tage der deutschsprachigen Literatur in Klagenfurt verliehen wird; von 2003 bis 2007 gehörte sie der dortigen Jury als Vorsitzende an.

2007 veröffentlichte Iris Radisch ihr Buch Die Schule der Frauen, in dem sie auf dem Hintergrund ihrer eigenen Erfahrungen als dreifache, berufstätige Mutter das Leben mit Kindern beleuchtet, moderne Mythen über die Vereinbarkeit von Familie und Beruf entlarvt und die Rolle der Väter diskutiert.[1][2]

2008 wurde sie von der Gesellschaft für deutsche Sprache mit dem Medienpreis für Sprachkultur in der Sparte „Presse“ ausgezeichnet. 2009 ernannte die französische Kulturministerin Christine Albanel Radisch zum „Chevalier des Arts et Lettres“.

Iris Radisch ist mit dem F.A.Z.-Feuilleton-Redakteur Eberhard Rathgeb (* 1959) verheiratet.

Werke[Bearbeiten]

  • Mein Jahrhundertbuch. 51 namhafte Autoren stellen ihr Lieblingswerk des 20. Jahrhunderts vor (als Herausgeberin). Böhlaus Nachf., Weimar 2000
    • Taschenbuchausgabe als: Mein Jahrhundertbuch. 51 Liebeserklärungen. Suhrkamp (st 3554), Frankfurt am Main 2003, ISBN 3-518-45554-0
  • Die Seele Europas und die kleine Heimat. Keiner kommt hier lebend raus. Zwei Texte. Wieser, Klagenfurt 2006, ISBN 3-85129-600-1
  • Die Schule der Frauen. Wie wir die Familie neu erfinden. DVA, München 2007, ISBN 3-421-04258-6
  • Wir haben es satt! Warum Tiere keine Lebensmittel sind. Herausgeber Iris Radisch und Eberhard Rathgeb, Residenz Verlag 2011, ISBN 3-701-71576-9
  • Camus: Das Ideal der Einfachheit. Eine Biographie. Rowohlt, Berlin 2013, ISBN 3-498-05789-8

Weblinks[Bearbeiten]

Zitatnachweis[Bearbeiten]

  1. Gabriela Herpell: Interview mit Iris Radisch. "Ich finde nicht, dass alles easy ist", Süddeutsche Zeitug 17. Mai 2010
  2. Rezensionsnotizen in Perlentaucher