Iron Sky

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Filmdaten
Deutscher Titel Iron Sky
Originaltitel Iron Sky
Iron Sky logo.png
Produktionsland Finnland, Deutschland, Australien
Originalsprache Englisch, Deutsch
Erscheinungsjahr 2012
Länge Kinofassung: 92 Minuten
Director's Cut: 113 Minuten
Altersfreigabe FSK 12[1]
Stab
Regie Timo Vuorensola
Drehbuch Johanna Sinisalo
Michael Kalesniko
Produktion Tero Kaukomaa
Samuli Torssonen
Oliver Damian
Musik Laibach, Ben Watkins
Kamera Mika Orasmaa
Schnitt Timo Vuorensola
Besetzung

Iron Sky (engl. „eiserner Himmel“) ist eine Science-Fiction-Filmkomödie des finnischen Regisseurs Timo Vuorensola aus dem Jahr 2012 mit Julia Dietze, Christopher Kirby und Götz Otto in den Hauptrollen.

Der Film kam ab dem 4. April 2012 (in Deutschland ab dem 5. April)[2] in über 20 Ländern in die Kinos;[3][4] die Weltpremiere fand am 11. Februar 2012 auf der Berlinale statt.[5] Bereits vor seiner Veröffentlichung hatte der Film eine beachtliche Fangemeinde.[2]

Handlung[Bearbeiten]

Im Jahr 2018 findet nach fast 50 Jahren wieder eine Mondlandung der Vereinigten Staaten statt, die vor allem eine PR-Aktion der amtierenden amerikanischen Präsidentin ist. Nach der perfekt geglückten Landung der Mondfähre sucht einer der Astronauten mit Hilfe eines Messgeräts die Mondoberfläche nach Helium-3 ab. Was er, von einem Messgerät geleitet, findet, ist ein riesiger Tagebau. Als er per Funk dem Kontrollzentrum in Houston von dem Fund berichten will, bricht die Verbindung völlig ab. Zwei gleichzeitig sehr martialisch und sehr altmodisch aussehende, mit Atemmasken bestückte Soldaten tauchen aus der Abbaugrube auf und erschießen ihn. Mit einem Panzerschreck wird die Mondlandefähre zerstört. Einzig der Astronaut James Washington, der eigentlich nur ein afro-amerikanisches Fotomodell ist, schafft es zu überleben. Er wird von den Mond-Nazis gefangengenommen und in ihre Mondbasis gebracht.

Die Mond-Nazis, die Nachfahren von 1945 auf den Mond geflohener deutscher Nationalsozialisten sind, können zum Teil auch Englisch, da es die Sprache ist, die sie bei ihrer geplanten Rückkehr zur Erde benötigen. James Washington hört, während er unter Schlägen auf Deutsch verhört wird, als erstes Wort „Sauerkraut“ und antwortet mit „Volkswagen“ und „Fahrvergnügen“. Der SS-Offizier Klaus Adler befragt ihn auf Englisch, ob er Teil einer bevorstehenden Invasion des Mondes sei. Es gelingt Washington zu fliehen und nach vielen Sprüngen und Stürzen durch die labyrinthische Mondstation landet er in einem Lüftungsschacht. Während er fieberhaft gesucht wird, trifft er erstmals auf Renate Richter, die Expertin für die Erde und die idealistische Lehrerin der Kolonie ist. Um zu fliehen, öffnet Washington eine Schleuse und wird mit Renate Richter beinahe in den luftleeren Raum geblasen. Danach wird er erneut gefangen und im Labor des Professor Richter, dem Vater der Lehrerin, mit Foltermethoden, wie die Reden von Joseph Goebbels ununterbrochen hören zu müssen, weiterhin verhört. Auch wird er mit Spritzen traktiert, die „Albinisierungsmittel“ enthalten, was er aber nicht weiß. Adler hat aber dem Professor verboten, den Kopf des Gefangenen aufzubohren. Es wird Washingtons Smartphone gefunden, das weit mehr Rechenleistung hat als der zimmergroße Rechner des Professors Richter. Mit Hilfe einer selbstgebauten „USB“-Leitung verbindet der Professor das Smartphone mit dem Rechner der Götterdämmerung, einem gigantischen Kampfschiff, mit dem die Erde erobert werden soll. Leider ist nach einigen Sekunden der Akku des Handys leer. Daher entscheidet der Mondführer Kortzfleisch, dass erneut jemand zur Erde fliegen muss, um ein Handy zu besorgen, obwohl die bisherigen Kundschafter nie zurückgekommen sind.

Klaus Adler und der ohne sein Wissen gebleichte James Washington, dem Renate Richter in einem unbeobachteten Moment den lebensrettenden Tipp gegeben hat, sich wie ein Nazi zu benehmen, werden per Reichsflugscheibe zur Erde geschickt. Nach der Landung der Raumfähre in einem Cannabisfeld in der Nähe New Yorks entsteigt als blinde Passagierin Renate Richter. Adler verlangt von Washington unter Einsatz von Gewalt zur US-Präsidentin gebracht zu werden. Daher entführen die Drei Vivian Wagner, die Wahlkampfleiterin der Präsidentin und Verantwortliche für die gescheiterte Mondmission. Wagner modernisiert die Uniformen des Paares Adler/Richter und entwickelt eine neue Wahlkampagne im Stil von NS-Propaganda.

Zufällig trifft Renate Richter, inzwischen eine typische New Yorkerin, auf der Straße James Washington, der als Obdachloser die Menschen mit einem Pappschild vor dem Angriff der Mond-Nazis zu warnen versucht. Er will Richter als eine Beteiligte der geplanten Invasion bloßstellen und es beginnt eine Prügelei, da sie glaubt, sie kämen in Frieden auf die Erde. Beide werden verhaftet. Auf der Polizeistation erzählen beide ihre Wahrheit, doch niemand glaubt ihnen. Renate Richter ist überzeugt, dass der Nationalsozialismus etwas Gutes ist, und lädt Washington in den Film Der große Diktator ein. Dabei stellt Renate Richter schockiert fest, dass sie bisher nur eine extrem gekürzte Version kannte, die den Film sinnentfremdet darstellt.

Adler ist inzwischen der Wahlkampfleiterin Wagner nähergekommen und verrät ihr seine Pläne, sowohl die Welt zu erobern, als auch den Mondführer Kortzfleisch umzubringen. Dabei wird er von ebendiesem überrascht, der inzwischen den Angriff auf die Erde befohlen hat. Bei diesem sogenannten Meteor-Blitzkrieg dienen den Nazis riesige, zeppelinartige Trägerraumschiffe, die Asteroiden als Massenvernichtungswaffen hinter sich herziehen und mit verheerender Wirkung auf die Erde lenken, während der Angriff durch Reichsflugscheiben unterstützt wird, die im Rumpf der Raumschiffe stationiert sind. Kortzfleisch will daraufhin Adler wegen Hochverrats exekutieren, doch werden er und seine Begleiter von Wagner überrascht und erschossen. Adler erklärt sich zum neuen Führer; nach einem weiteren Angriff Kortzfleischs, der trotz schwerster Verletzungen doch noch am Leben ist, nun aber von Adler mit einem Fußtritt getötet wird, startet Adler Richtung Mond – allerdings ohne Wagner. Dort will er mit einem Tablet-Computer ausgestattet die Götterdämmerung aktivieren.

Vivian Wagner, die sich an Adler für die Zurückweisung rächen will, kommandiert das Mars-Erkundungsschiff „George W. Bush“, das sich als stark bewaffneter Raumkreuzer entpuppt. Dieses Schiff ist der Invasionsflotte zunächst unterlegen. Es zeigt sich jedoch, dass auch alle anderen Raumfahrtnationen (außer Finnland) ihre Weltraumstationen und Satelliten bewaffnet haben. Sogar die Raumstation Mir stellt sich als noch voll funktionsfähig heraus. Gemeinsam können sie den Angriff stoppen und nehmen Kurs auf den Mond, um die Nazis auszulöschen.

Auf dem Mond bereitet Adler währenddessen die Götterdämmerung vor. Die Amerikaner greifen die Mondbasis der Nazis mit Nuklearwaffen an, wobei Kommandantin Wagner den Tod von unzähligen Frauen und Kindern in Kauf nimmt. Adler ignoriert dieses Bombardement, sein Ziel ist weiterhin der Angriff auf die Erde. Da er die Erde mit der Götterdämmerung beschießen will, die Zeit aber knapp wird, schießt er zuerst den Teil des Mondes weg, der einem Direktangriff im Weg steht. Renate Richter ist in der Zwischenzeit zur Brücke der Götterdämmerung gelangt und kann Adler töten. Washington sabotiert das Raumschiff, das daraufhin auf den Mond stürzt. Der mittlerweile wieder „dealbinisierte“ James Washington und Renate Richter überleben die Situation und finden als Paar in den Ruinen der Mondbasis zueinander.

Die Nationen der Erde entdecken nach dem Ende der Schlacht, dass die Nazis Unmengen an Helium-3 gefördert haben, das die Amerikaner allerdings sofort als ihr Eigentum beanspruchen. Die Vertreter der Nationen beginnen sich darauf zu streiten, was in einer Prügelei eskaliert. Die vom US-Verteidigungsminister befohlene Verteidigung des Helium-3-Vorrats gegen jedermann resultiert in der Zerstörung aller Raumschiffe. Die letzte Eskalationsstufe ist ein nuklearer Weltkrieg, der am Ende des Films vom Weltraum aus gezeigt wird. Während des Abspanns zoomt die Kamera immer weiter zurück bis hin zum Mars, auf dessen Rückseite sich ein Satellit bewegt.

Hintergrund[Bearbeiten]

Der Film nimmt Bezug auf den Mythos der angeblich von Deutschland während des Zweiten Weltkriegs als Wunderwaffe entwickelten „Reichsflugscheiben“, sowie auf Behauptungen, die Nationalsozialisten hätten sich nach dem Krieg in eine geheime Militärbasis in Neuschwabenland zurückgezogen, um von dort aus einen erneuten Versuch der Welteroberung zu starten. Diese überzeichneten – von einigen Pseudowissenschaftlern zum Teil tatsächlich ernsthaft untersuchten – Mythen entstanden in den 1940er und 1950er Jahren und konnten sich in entsprechenden Kreisen bis heute halten.[6]

Der Film spielt zudem stark mit die amerikanische Politik betreffenden Klischees, so zum Beispiel mit dem Vorwurf, dass Präsidentschaftskandidaten im US-amerikanischen Wahlkampf über Leichen gehen würden oder dass ein Großteil ihrer Außenpolitik in Wahrheit die verdeckte Sicherung von Rohstoffvorkommen sei. Die Präsidentin spielt auf die ehemalige Vizepräsidentschaftskandidatin Sarah Palin an. Gleichzeitig werden Internationale Organisationen (wie der UN-Sicherheitsrat) und deren Verhandlungen als lächerlich und scheinheilig dargestellt.

Der Film will allerdings keine seriöse Politik-Satire sein, sondern stellt die Mythen über die Macht der Nazis als hanebüchene Klischees dar, die letztlich gar – vor allem in Bezug auf den Gigantismus der Götterdämmerung und seiner Funktion als Todesstern – absichtlich ins Absurde geraten. Der das Rollenklischee des verrückten Wissenschaftlers übernehmende Doktor Richter ist optisch Albert Einstein nachempfunden.

Die Originalsprache des Filmes ist hauptsächlich Englisch, ein großer Teil der Dialoge der Nazis jedoch in einem (nicht ganz modernen) Deutsch gehalten. Die meisten Szenen mit Nazis erscheinen mit entsättigten Farben und erinnern an heutzutage klassisch erscheinende Spielfilme aus den späten 1930er bis 1950er Jahren. Die Szenen mit Hitlergruß gleiten vom Klischee zur Karikatur, kosten letztlich Klaus Adler das Leben und erinnern an die Ausbruchsszenen aus Die große Sause.

Film- und Buchzitate[Bearbeiten]

Schon vor/während den Dreharbeiten war eine Werbekampagne gestartet worden, bei der jeder im Internet Ideen zu dem Film beitragen konnte, die später auch umgesetzt wurden. Dadurch gab es von Anfang an lediglich eine vorgegebene Grundhandlung, deren Details aber von den Fans erarbeitet wurden. Hierdurch entstand eine Fülle von Film- und Buchzitaten.

Bereits die erste Einstellung wird mit dem Song Take me to heaven von Laibach unterspielt, welcher mit Instrumentierung und Vokalisierung an schnulzige US-Hawaii-Songs der 1940er Jahre angelehnt ist. Szenarisches Vorbild ist der Eintritt der Landefähre in den lunaren Orbit im Film 2001: Odyssee im Weltraum.

Der Wutausbruch der Wahlkampfmanagerin der US-Präsidentin, die dabei ihre Brille mit zittrigen Händen auf den Tisch legt und einen Großteil ihres Beraterstabs aus dem Raum zitiert, so dass diese Mitarbeiter ihr weiteres Geschrei erschrocken in einem Nebenraum stehend verfolgen, ist exakt einer Schlüsselszene aus dem Film Der Untergang nachempfunden. In dieser tun Adolf Hitler und sein Personal dasselbe.

Die Art, wie sich der schwarze Astronaut bei Renate Richter vorstellt („Washington, James Washington“), entspricht genau dem Spruch des Agenten 007 („Bond, James Bond“).

Das erste Auftreten des albinisierten James Washington im Rollstuhl verweist auf Stanley Kubricks Dr. Seltsam. Das Finale, welches eine Prügelei im Sicherheitsrat und einen anschließenden Atomkrieg zeigt, bildet ebenfalls eine Hommage an Dr. Seltsam sowie das Computerspiel DefCon.

Der Eintritt von Wagners Raumschiff in den Mondorbit erinnert an die Szene aus Alien, als die Nostromo in den Orbit des Fremdplaneten eintritt.

Die von den Nazis ausgeschöpfte Energiequelle Helium-3 wurde ausführlich in Limit beschrieben. Tatsächlich wird der Abbau von Helium-3 auf dem Mond in mehreren Ländern erwogen und von Russland als Hauptgrund für eventuelle Mondprogramme angegeben.[7]

Die letzte Kamerafahrt, in der alle Protagonisten in das Sonnenlicht eintauchen, hat eine lange filmische Tradition, wurde so unter anderem auch bei Star Trek III verwendet und ist mittlerweile selbst zum Klischee geworden.

Symbolik[Bearbeiten]

Alle Personennamen im Film tragen eine gewisse Symbolik, die die Satire des Films verdeutlicht. Washington ist kein Held, Militär oder weiß, sondern Model, unqualifizierter „Quotenneger“ und Antiheld. Kortzfleisch erinnert an den General der Wehrmacht Joachim von Kortzfleisch, der im Angesicht des Todes die amerikanischen Soldaten mit dem Hitlergruß provozierte und dann zu fliehen versuchte. Adler ist einerseits eine Andeutung auf den Reichsadler, kann andererseits auch als Anspielung auf die erste Apollo-Mondlandung ("Der Adler ist gelandet") interpretiert werden. Wagner referenziert auf die Wertschätzung Adolf Hitlers für den Komponisten Richard Wagner.

Produktion[Bearbeiten]

Finanzierung[Bearbeiten]

Das Gesamtbudget des Films lag bei rund 7,5 Millionen Euro.[8]

An der Produktion waren die finnischen Produktionsgesellschaften Blind Spot Pictures und Energia Productions sowie der deutsche Co-Produzent 27 Films Production und die australische Firma New Holland Pictures beteiligt.[9] Unter den Sponsoren waren auch HessenInvestFilm[8], die deutsche Filmförderungsanstalt und die Finnische Filmstiftung, die gemeinsam 600.000 Euro beisteuerten.[10]

Ein Anteil von 900.000 Euro sollte durch Crowdfunding im Internet organisiert werden. Fans, die sich so an der Finanzierung beteiligten, erhielten Einblicke in die Produktion. Außerdem konnte ein Anteil als auch Gewinnbeteiligungen von Fans gekauft werden.[11] Als Beispiel für erfolgreiches Crowdfunding fand der Film bereits vor seinem Start Medienbeachtung.[12] Ungewöhnlich ist auch, dass Fans im Internet Ideen zu dem Film beitragen konnten.[4] Bereits an Vuorensolas früherem Film Star Wreck VI wurde die Fangemeinde über das Internet beteiligt.[13]

Dreharbeiten[Bearbeiten]

Die Szenen, die in New York spielen, wurden 2010 in Frankfurt am Main gedreht.[14] Als Kulissen dienten unter anderem die Weseler Werft, die Taunusstraße, die Neue Mainzer Straße und ein leerstehendes Bürogebäude in Frankfurt.[15] Weitere Dreharbeiten fanden in Wiesbaden, Rüsselsheim und Birstein statt.[16] Greenscreen-Aufnahmen, die mit computergenerierten Hintergründen und Effekten versehen werden, wurden in Australien gedreht.[17]

Vermarktung[Bearbeiten]

Bereits zum Beginn der Produktion wurden umfangreiche Marketingmaßnahmen gestartet, die von Fritz Effenberger auf Telepolis als „erstklassig“ und „zeitgemäß“ bezeichnet wurden. So gab es schon 2009, vor Beginn der Dreharbeiten, Fanartikel zu kaufen. Auch die Plattform Youtube wurde vom Filmteam genutzt.[18] Am 5. Oktober 2011 veröffentlichte Blind Spot Pictures einen digitalen Comic Prequel zum Film mit dem Titel Iron Sky: Bad Moon Rising.

Die chinesische Firma Ziiso veröffentlichte 2011 ein Spiel namens Iron Sky: The Last Territory für das iPad. Darin verteidigt der Spieler die Erde mit Laserwaffen gegen die aus dem Weltraum angreifenden Nazis.[19] Es handelte sich dabei aber um ein unlizenziertes Produkt, das von Apple nach einer Beschwerde aus dem App Store entfernt wurde.[20] Nachdem Ziiso sich öffentlich entschuldigt hatte, bot das Filmteam der Firma eine Zusammenarbeit an.[21]

Am 4. April 2012 veröffentlichte der Münchner Spieleentwickler Reality Twist das Spiel Iron Sky: The Arcade Shooter für iPad, iPhone, iPod touch und Android-Geräte.[22] Im Spiel kämpft der Nutzer in mehreren Levels gegen verschiedene Flugobjekte aus dem Film, wie Reichsflugsscheiben und Zeppeline. Zum deutschen Filmstart gab es die App gratis.

Einspielergebnisse[Bearbeiten]

In Deutschland sahen am Premierenwochenende 128.368 Zuschauer den Film in 162 Kinos. Bis zum 27. Januar 2013 sahen insgesamt 470.274 Zuschauer den Film.[23] In der Premierenwoche spielte der Film in Österreich 96.272 €, in Finnland 750.397 € und in Norwegen 1.087.059 NOK (ca. 135.000 €) ein.[24] Weltweit hat der Film ein Einspielergebnis von 8 Mio. US-Dollar an den Kinokassen erreicht.[25]

Soundtrack[Bearbeiten]

Der Soundtrack wurde von der slowenischen Band Laibach komponiert. Dabei dienten meist Stücke von Richard Wagner als Grundlage, beispielsweise der Walkürenritt und Tristan und Isolde bei Szenen zwischen Renate Richter und James Washington. Zudem ist die Nationalhymne der Mondnazis („Kameraden, wir kehren heim!“) eine Neudichtung des Liedes Die Wacht am Rhein.[26]

Kritiken[Bearbeiten]

„Nazi-Klamotte, deren satirisches Potenzial und politische Unkorrektheiten sich in schwachsinnigen Zoten erschöpfen.“

Iron Sky im Lexikon des Internationalen Films

„So sieht man auf der Berlinale, diesem strengen, ehrgeizigen, stets politisch engagierten Filmfestival, also einen Film, der sehr entschieden ein Werk der rücksichtslosen Unterhaltung ist und der schieren Narretei. Denn selbst wenn die Quatschmaschine in Iron Sky manchmal ein bisschen untertourig läuft, sind der Regisseur und die Darsteller auf eine Weise beherzt bei der Sache, die umwerfend ist. […] Der Regisseur Timo Vuorensola schafft es auf diesem Filmfestival, selbst die verstocktesten Cineasten und die nüchternsten Moralprediger zum Lachen zu bringen – und selbst jene vollkommen anachronistischen Menschen zu begeistern, denen es in diesem Leben nie und nimmer einfallen wird, sich zur Spezies der Nerds zählen zu wollen.“

Wolfgang HöbelSpiegel Online[27]

„Auf kaum einen Film hatten so viele hingefiebert wie auf „Iron Sky“. Doch die Nazi-Weltraum-Klamotte ist langweilig, platt und mutlos. […] Und dass diese Weltraumnazis von vorvorgestern den Amerikanern aus dem Jahr 2018 das Wasser reichen können, ist selbst im Rahmen der hanebüchenen Story von Iron Sky ärgerlicher Unfug. Die Versuche in Sachen Handlung machen den Film nicht erträglicher. […] So aber ist fast nichts an diesem Film gut: nicht die Handlung, nicht die Gags, nicht die Besetzung, nicht die Seitenhiebe und schon gar nicht der gewollte Tabubruch. Ausgerechnet die Special-Effects, von denen bei einem doch relativ geringen Budget keiner Roland-Emmerich-Qualitäten erwartet hätte, sind beeindruckend.“

Daniel Erk – Die Zeit[28]

„,Iron Sky‘ also ist ein Nerdfilm reinsten Wassers mit einem Humorpotenzial, das direkt aus Imageboards wie 4Chan oder Krautchan abgeschaut scheint: Zwischen Schamhaarrasurvorlieben und Nordkorea-Beömmelung passen viele Nazi-Uniformen, im absurden Experiment gebleicht auf Arier gemachte Schwarze, wahnwitzige Wissenschaftler, Retro-Computerwitze und Steampunk-Megaträume.“

Thomas Groh – Perlentaucher[29]

„Fans konnten auch ihre eigenen Ideen für den Film einbringen. Ob es daran liegt, dass der Film stellenweise etwas zerstückelt daher kommt? Trotz aller Satire, einigen gelungenen Witzen und überzeugenden (in Finnland entstandenen) Spezialeffekten bleibt der rote Faden teilweise auf der Strecke, dem Film fehlt die Konzentration. Zudem braucht es eine ganze Weile, bis die Story überhaupt Fahrt aufnimmt. […] Heraus kommt ein optisch überzeugender, sehenswerter, aber leider nicht brillanter Film, der stellenweise hinter den Erwartungen zurückbleibt.“

Markus Lippold – n-tv[30]

Computerspiel zum Film – Iron Sky: Invasion[Bearbeiten]

Am 21. November 2012 erschien das offizielle Spiel zum Film mit dem Titel Iron Sky: Invasion für den PC, die Versionen für Spielekonsolen sind für Anfang 2013 geplant. Der deutsche Publisher Topware Interactive hat die Spielelizenz für den Film erworben. Das Spiel lehnt sich inhaltlich sehr stark an den Film an und ist eine Kombination eines Space-Shooters mit Filmszenen, wofür vielen Szenen aus der filmischen Vorlage für das Spiel im hauseigenen Studio in Ettlingen nachgedreht und angepasst wurden. Dafür standen viele Mitglieder der Original-Crew wie Julia Dietze, Stephanie Paul und bekannte deutsche Schauspieler wie Claus Wilcke vor der Kamera.

Das Spiel erhielt – ebenso wie der Film – ein stark geteiltes Echo.[31][32]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Freigabebescheinigung (PDF; 34 kB) der FSK
  2. a b Crowdfunding lässt Weltraum-Nazis fliegen auf Heise online vom 11. Februar 2012
  3. Ironsky.net: Confirmed Theatrical Release Dates
  4. a b Riesenvorhaben Iron Sky auf der Zielgeraden Finnische Botschaft in Berlin vom 20. Mai 2011
  5. Panorama-Programm 2012 vollständig Pressemitteilung der Berlinale 2012 vom 25. Januar 2012
  6. Nazi Super UFOs of WW2 auf Youtube.com
  7. 'Energie vom Mond', heise.de/tr, 31. August 2007.
  8. a b Crowdfunding – The New Way to Finance Movies auf ironsky.net
  9. Iron Sky Australia Shoot Begins – Fans Get A Sneak Peek At Storyboards vom 13. Januar 2011
  10. Filmförderungsanstalt: Geschäftsbericht 2009, abgerufen am 5. April 2012.
  11. Hans-Ulrich Pönack: „Iron Sky – Wir kommen in Frieden“. Deutschlandradio Kultur vom 4. April 2012
  12. Spenden für einen guten Film auf Deutschlandradio vom 27. August 2011
  13. Auf Star Wreck folgt Iron Sky auf golem.de vom 9. Mai 2008
  14. Iron Sky über Frankfurt in Frankfurter Rundschau
  15. Weltraum-Nazis erobern Frankfurt – Aus Hessen wird Hollywood auf hr-online vom 9. Februar 2012
  16. Iron Sky – Weltraumnazis über Frankfurt!. hr3, 15. Dezember 2010
  17. Maria Lewis: Iron Sky filmed at Gold Coast studios. goldcoast.com.au, 26. Januar 2011
  18. Fritz Effenberger: Nazis auf dem Mond in Telepolis vom 26. Mai 2009
  19. Jennifer Lipman: Fight Nazis on the moon with lasers in iPad game. The Jewish Chronicle, 9. September 2011
  20. Timo Vuorensola: Updated: The Iron Sky iPad Game by Ziiso is an Unauthorized Chinese Knockoff. Star Wreck Blog, 9. September 2011
  21. Timo Vuorensola: Apology Accepted, Ziiso – Now Let’s Talk Business. Star Wreck Blog, 23. September 2011
  22. Reality Twist: Moon-Nazis attacking – Call-Up of brave heroes for a unique video game operation under an “Iron Sky”!
  23. InsideKino.de:TOP 100 DEUTSCHLAND 2012
  24. IMDB.de: Box office / business for Iron Sky
  25. Iron Sky Box Office Mojo. Abgerufen am 23. August 2012
  26. Fjs Falkonos: „Kameraden, wir kehren Heim!“ / „Comrades, let us go home!“
  27. Filmkritik Nazis im Weltall vom 12. Februar 2012
  28. Filmkritik Kryptofaschistischer Weltraumschrott vom 14. Februar 2012
  29. Beim Barte des Führers: Nazi-Ufos in Timo Vuorensolas 'Iron Sky' (Panorama Special)
  30. Filmkritik Die Nazis kommen vom Mond vom 12. Februar 2012
  31. Review Spieletipps.de Iron Sky Invasion – Angriff der Mond-Nazis (vom 8. Dezember 2012)
  32. Review Meetinx „IRON SKY: INVASION – Test und Review“ vom 22. November 2012