Isaak (Erzvater)

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Rembrandt: „Der Engel verhindert die Opferung Isaaks“
Caravaggio: „Die Opferung Isaaks“
Abrahams Opfer von Adi Holzer. Handkolorierte Farbradierung 1997.

Isaak (hebr.: יִצְחָק yiṣḥāq, wahrscheinlich aus Jizchaq-El = Gott lächelt) ist eine zentrale Figur des jüdischen Glaubens. Seine Geschichte wird in der Genesis erzählt (Gen 21–28 EU). Er lebte nach den biblischen Erzählungen etwa im 19. Jahrhundert v. Chr., jedoch ist außerbiblisch nichts über ihn bekannt. Zusammen mit seinem Vater Abraham und seinem Sohn Jakob wird er zu den Erzvätern Israels gezählt.

Name[Bearbeiten]

Der Name Jizchaq kommt in der Bibel ausschließlich für den Erzvater vor. Außerbiblisch ist er zuvor nicht belegt, auch gibt es keine Nachweise für entsprechende Namensinschriften.[1] Der Name ist wahrscheinlich eine Kurz- oder Koseform von Jizchaq-El, was „El lächelt (dem Kind zu)“[2] oder „El hat jemanden zum Lachen gebracht“[1] bedeutet. El ist in der hebräischen Bibel ein Name Gottes. In Gen 21,3–6 EU erhält Isaak seinen Namen, nachdem zuvor mehrfach erzählt wurde, dass seine Geburt wegen des Alters seiner Eltern Abraham und Sara eigentlich unmöglich ist und ihre Ankündigung durch göttliche Verheißung bei den Eltern jeweils zu einem Lachen Anlass gab (Gen 17,17 EU; 18,12–15 EU; 21,6 EU).

Biblische Überlieferung[Bearbeiten]

Über Isaak ist von allen drei Erzvätern am wenigsten biblisch überliefert. Er ist der zweitgeborene Sohn Abrahams, der einzige, den er mit seiner Frau Sara zeugte. Im Alter von acht Tagen wird Isaak beschnitten. Abraham wird von Gott auf die Probe gestellt, indem er seinen Sohn Isaak opfern soll (Gen 22 EU) (hebr.: Akeda). Abraham gehorcht und macht sich mit seinem Sohn auf den Weg ins Land Moria. Dort baut er einen Altar und bindet Isaak darauf fest, um ihn zu opfern. Ein Engel Gottes greift im letzten Moment ein, erklärt Abraham die Probe und bestätigt ihm und seinen Nachkommen ewigen Segen. (Gen 22,16–18 EU)

Nach dem Tod seiner Frau Sara schickt Abraham seinen ältesten Diener in seine Heimat in die Gegend von Haran, um für Isaak eine Frau zu suchen. Vor der Stadt angekommen bittet der Knecht Gott um ein Zeichen, welche Frau für Isaak bestimmt sei. Die Frau, die ihm und seinen Kamelen zu trinken geben werde, soll die Auserwählte sein. Bevor er seine Bitte zu Ende sprechen kann, erscheint Rebekka, eine Enkelin von Nahor, dem Bruder Abrahams, und tut wie gebeten. Sie und ihre Eltern erklären sich mit der Heirat einverstanden, und Rebekka zieht mit dem Knecht zurück nach Kanaan.

Isaak ist 40 Jahre alt, als er Rebekka heiratet. Bevor Abraham stirbt, setzt er Isaak zum alleinigen Erben ein und schickt die Söhne seiner Nebenfrauen mit Geschenken fort. Isaak tut in allem wie Gott ihm befiehlt und erlangt dadurch großen Reichtum. Nachdem er in einem Jahr hundertfältig geerntet hatte und sehr reich geworden war, schicken ihn die Philister, in deren Nähe er wohnt, weg. Rebekka ist 20 Jahre lang kinderlos, bekommt dann jedoch, nach einem Gebet Isaaks, Zwillinge: Esau und Jakob. Schon vor der Geburt spricht Gott zu Rebekka, dass der erstgeborene Sohn später dem jüngeren dienen wird. Esau, der ein Jäger wird, ist der Liebling Isaaks und Jakob, der ein gesitteter Mann wird, der Liebling von Rebekka. Im hohen Alter erblindet Isaak. So kann sich der zweitgeborene Sohn Jakob mit Hilfe bzw. auf Anstiftung seiner Mutter Rebekka den Segen, der eigentlich für Esau bestimmt war, von Isaak erschleichen (siehe dazu: Linsengericht). Jakob muss daraufhin vor Esaus Hass fliehen, etwa 20 Jahre später versöhnen sich die beiden jedoch wieder. Nachdem Isaak im Alter von 180 Jahren stirbt, wird er von seinen beiden Söhnen gemeinsam begraben. (Gen 35,29 EU)

Isaak im Christentum[Bearbeiten]

Die Rolle Isaaks im Christentum ist weniger bedeutend als im Judentum. Im Neuen Testament wird der Stammbaum Jesu von Nazaret auf Abraham zurückgeführt – über Isaak und Rebekka. Damit reklamiert das Christentum seinen Anteil an der biblisch-historischen Überlieferung, die seit Abraham an die Erzväter Israels ergangen war. Sein Gedenktag im Kalender der Lutherischen Kirche – Missouri-Synode ist der 16. August.[3]

Isaak im Islam[Bearbeiten]

Auch im Koran wird Ishaq (arabisch ‏إسحاق‎, DMG Isḥāq) erwähnt. Nach dortiger Darstellung steht Isaak jedoch hinter Ismael, dem von Abraham (arab. Ibrahim) mit Hagar, Saras Dienerin, gezeugten erstgeborenen Sohn zurück (Sure 14,39; 2,125–140). Die Darstellung des Korans erwähnt beim Bericht der Unterbrechung von Abrahams Opferung seines Sohnes keinen Namen und spricht auch nicht vom „einzigen“ Sohn wie die Darstellung in Gen 22; angeknüpft wird mit der Ankündigung der Geburt Isaaks (Sure 37,112). Spätere islamische Gelehrte wie Ibn Kathīr haben argumentiert, dass es sich hier nur um Ismael gehandelt haben könne; diese Auffassung ist heute unter Muslimen weithin üblich.[4]

Literatur[Bearbeiten]

  • Herbert Schmid: Art. Isaak. In: Neues Bibellexikon. Band II, Zürich, Düsseldorf 1995, ISBN 3-545-23075-9, Sp. 237–240.
  • Fritz Rienecker, Gerhard Maier: Lexikon zur Bibel. SCM R. Brockhaus, 8. Auflage, Witten 2010, ISBN 978-3-417-24678-0, S. 749–750.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isaac – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Andreas Michel: Isaak. In: Michaela Bauks, Klaus Koenen, Stefan Alkier (Hrsg.): Das wissenschaftliche Bibellexikon im Internet (WiBiLex), Stuttgart 2006 ff., Zugriffsdatum: 27. Januar 2013.
  2. Herbert Schmid, Art. Isaak, in: Neues Bibellexikon, Band II. Zürich, Düsseldorf 1995, Sp. 238
  3. Lutherischer Heiligenkalender für August in der englischsprachigen Wikipedia, aufgerufen am 16. August 2012.
  4. Einen Überblick zu frühen Positionen gibt F. Leemhuis: Ibrahim’s sacrifice of his son in the early post-koranic tradition, in: E. Noort, E. J. C. Tigchelaar: The sacrifice of Isaac. Brill, Leiden 2002, S. 125–139. Umfassender Reuven Firestone: Abraham’s Son as the Intended Sacrifice. Issues in Qur'anic Exegesis, in: Journal of Semitic Studies 34 (1989), 95–131 und bes. Reuven Firestone: Journeys in Holy Lands. The Evolution of the Abraham-Ishmael Legends in Islamic Exegesis, New York 1990. Datierungsprobleme der relevanten Suren und -abschnitte und deren Resultate für diese Frage resümiert kompakt Rudi Paret: Art. Ismāʿīl, in: Encyclopaedia of Islam, 2. A., Bd. 4 (1997), 184f.