Isabella Karle

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Isabella Karle 2009

Isabella Helen Karle (* 2. Dezember 1921 als Isabella Helen Lugoski in Detroit, Michigan) ist eine US-amerikanische Physikochemikerin.

Leben[Bearbeiten]

Jerome und Isabella Karle wurden im Juli 2009 nach gemeinsam 127 Jahren am Naval Research Laboratory in den Ruhestand verabschiedet.

Isabella Lugoskis Eltern, Zygmunt und Elizabeth Lugoski, waren polnischer Einwanderer, die großen Wert auf eine gute Ausbildung ihrer Tochter legten. Nach einem Semester an der Wayne State University in Detroit wechselte Isabella an die University of Michigan in Ann Arbor, wo sie 1941 einen Bachelor in Chemie erwarb und 1942 ihr Studium mit einem Master abschloss. Im selben Jahr heiratete sie den späteren Chemie-Nobelpreisträger Jerome Karle. Das Paar hat drei Töchter. Jerome und Isabella Karle erwarben beide 1944 bei Lawrence Olin Brockway einen Ph.D., Isabella in physikalischer Chemie. Anschließend arbeiteten beide kurz am Manhattan Project an der University of Chicago. Isabella Karle wurde erstes weibliches Mitglied des Lehrkörpers der University of Michigan, bevor sie 1946 gemeinsam mit ihrem Mann an das Naval Research Laboratory in Washington, D.C. ging. Isabella Karle übernahm 1959 die Leitung der dortigen Abteilung für Röntgenbeugung (X-ray Diffraction). Die Karles blieben dem Naval Research Laboratory über 60 Jahre treu, bevor beide 2009 durch den Marinestaatssekretär Ray Mabus in den Ruhestand verabschiedet wurden.[1]

Wirken[Bearbeiten]

Isabella Karle hat zahlreiche Arbeiten zur Elektronen- und Röntgen-Beugung sowie zur Röntgenkristallographie veröffentlicht, mit deren Hilfe sie die chemische Struktur zahlreicher organischer und anorganischer Verbindungen aufklären konnte, darunter komplexe Naturstoffe wie Steroide, Toxine oder Ionenkanäle. Hierbei hat sie wesentliche Verbesserungen der Kristallographie erzielen können (darunter die Symbolic Addition Procedure) und damit einen wesentlichen Einfluss auf die Praxis der organischen und anorganischen Chemie gehabt. Isabella Karle hat über 350 Arbeiten in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlicht.

Auszeichnungen (Auswahl)[Bearbeiten]

Isabella Karle ist Trägerin von acht Ehrendoktoraten (Universität Athen, Jagiellonen-Universität Krakau, Harvard University, University of Pennsylvania, University of Michigan, University of Maryland, Georgetown University, Wayne State University).

Literatur[Bearbeiten]

  • István Hargittai, Magdolna Hargittai: Isabella L. Karle. In: Candid Science VI. More Conversations with Famous Scientists. Imperial College Press, 2006, ISBN 978-1-86094-694-3, S. 403 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isabella Karle – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jerome and Isabella Karle Retire from NRL Following Six Decades of Scientific Exploration beim Naval Research Laboratory (nrl.navy.mil); abgerufen am 31. Juli 2011
  2. Chemical Pioneer Award Winners beim American Institute of Chemists (theaic.org); abgerufen am 31. Juli 2011
  3. Isabella L Karle bei der Königlich Schwedischen Akademie der Wissenschaften (kva.se); abgerufen am 30. Juli 2011
  4. Dr. Isabella L. Karle bei der American Philosophical Society (amphilsoc.org); abgerufen am 1. August 2011
  5. Book of Members 1780–2010 (PDF, 200 kB) der American Academy of Arts and Sciences (amacad.org); abgerufen am 1. August 2011
  6. Isabella L. Karle beim Franklin Institute (fi.edu); abgerufen am 31. Juli 2011
  7. Isabella L. Karle bei der National Science Foundation (nsf.gov); abgerufen am 31. Juli 2011
  8. NAS Award in Chemical Sciences bei der National Academy of Sciences (nasonline.org); abgerufen am 31. Juli 2011
  9. Winners of the Ralph F. Hirschmann Award in Peptide Chemistry bei der American Peptide Society (americanpeptidesociety.org); abgerufen am 31. Juli 2011