Yun I-sang

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Koreanische Schreibweise
Hangeul 윤이상
Hanja 尹伊桑
Revidierte Romanisierung Yun I-sang
McCune-Reischauer Yun Isang
siehe auch: Koreanischer Name

Isang Yun (* 17. September 1917 nördlich der Hafenstadt Tongyeong, Keishō-nandō, Provinz Chōsen, damaliges Japanisches Kaiserreich, heutiges Südkorea; † 3. November 1995 in Berlin) war ein deutscher Komponist koreanischer Abstammung.

Leben[Bearbeiten]

Isang Yun war fast vierzig Jahre alt, als er im Juni 1956 nach einer zehntägigen Flugreise über Tokyo, Hongkong und Istanbul Paris erreichte, um dort am Conservatoire National de Musique ein Kompositionsstudium in europäischer bzw. französischer Tradition zu beginnen. In seiner Heimat Korea hatte er als Komponist erreicht, was er erreichen konnte, war als Komponist von Liedern, auch Schulhymnen hervorgetreten, hatte durch ein Streichquartett I (1955) und ein Klaviertrio (1955) auf sich aufmerksam gemacht. 1956 erhielt er mit dem Kulturpreis der Stadt Seoul die höchste Auszeichnung, die er damals in seiner Heimat erringen konnte. Das Preisgeld erlaubte ihm - vor dem Hintergrund der sich konsolidierenden Situation nach dem Zweiten Weltkrieg und Koreakrieg - den Aufbruch nach Europa, wo er Anschluss finden wollte an die zeitgenössischen internationalen kompositorischen Entwicklungen. Gleichwohl hatte Isang Yun, wie u. a. aus dem Briefwechsel mit seiner Frau Sooja hervorgeht, von Anfang an Korea im Blick.

Als "japanisierter" - das heißt: unter den Bedingungen der japanischen Fremdherrschaft aufgewachsener - Koreaner war er daran interessiert, das koreanische Musikleben aufzubauen und diesem Impulse zu geben; als Komponist träumte er von einer Musik, die internationalen Standards entsprechen sollte und international aufgeführt werden konnte, aber doch koreanische Elemente in sich tragen sollte, um einen Beitrag zu leisten zu einer koreanischen Identität auf dem Gebiet der Musik.

In Paris studierte Yun Komposition bei Tony Aubin und Musiktheorie bei Pierre Revel, übersiedelte aber schon im Juli 1957 nach West-Berlin, wo er ab dem Wintersemester an der Hochschule für Musik Komposition bei Boris Blacher, Musiktheorie bei Reinhard Schwarz-Schilling und Zwölftontechnik bei Josef Rufer, einem Schüler Arnold Schönbergs, studierte. Im September 1958 besuchte Yun erstmals die Internationalen Ferienkurse für neue Musik in Darmstadt, wo er u. a. auf John Cage und Bruno Maderna traf. Im Juli 1959 machte er seine Abschlussprüfung an der Hochschule für Musik in Berlin.

Die Erfolge von zwei Kompositionen, die wie ein Opus 1 bzw. Opus 2 sein offizielles Werkverzeichnis anführen, bewogen ihn, in Deutschland zu bleiben: In Darmstadt gelangte am 4. Sept. 1959 die Musik für sieben Instrumente (1959) mit den Hamburger Kammersolisten – Gerhard Otto (Flöte), Heinz Nordbruch (Oboe), Rudolf Irmisch (Klarinette), Alfred Franke (Fagott), Rolf Lind (Horn), Bernhard Hamann (Violine) und Siegfried Palm (Violoncello) – unter der Leitung von Francis Travis zur Uraufführung. Am 6. Sept. 1959 wurden beim Gaudeamus-Festival in Bilthoven die Fünf Stücke für Klavier (1958) durch Herman Kruyt uraufgeführt. (Am 1. Oktober spielte Rolf Kuhnert die deutsche Erstaufführung in Krefeld, wo Yun zeitweilig seinen Wohnsitz nahm.)

In Berlin adaptierte Yun Schönbergs Zwölftontechnik; er stellte die Grundlagen seiner kompositorischen Technik, wie er später formulierte, "radikal um". Dass Boris Blacher ihn ermutigte, die Individualität seiner Musiksprache aus der Auseinandersetzung mit der ostasiatischen traditionellen Musik - insbesondere den Hofmusiktraditonen Chinas, Koreas und Japans - zu entwickeln, führte in den frühen sechziger Jahren zu diversen Rundfunksendungen und wurde kompositorisch offensichtlich seit Werken wie Loyang für Kammerensemble (1962), Gasa für Violine und Klavier (1963) sowie Garak für Flöte und Klavier (1963). Isang Yun gelang es fortan, sich, ausgehend vom deutschen Musikleben, als Komponist international zu etablieren, wobei er ostasiatische Musiktraditionen (insbesondere die des lang ausgehaltenen "Einzeltons", eine musiktheoretische Abstraktion) mit Techniken der westlichen Avantgarde verschmolz. (Auch der Begriff "Verschmelzung" ist noch zu erörtern.)

Im Sommer 1966 unternahm Yun eine zweimonatige Studien- und Vortragsreise in die USA: Tanglewood, Massachusetts, Aspen, Colorado, San Francisco, Los Angeles, Chicago, New York. Zum Welterfolg wurde die Uraufführung von "Réak" (1966) bei den Donaueschinger Musiktagen am 23. Oktober 1966 unter Ernest Bour. Klänge der ostasiatischen Mundorgel (korean: Ssaenghwang, chines:: Sheng; jap.: Shō) bildet Yun hier in einem auf den ersten Blick "avantgardistischen" Orchestersatz nach.

Eine Katastrophe, die sich nachfolgend ereignete, setzte Isang Yun in ein Zwielicht, das bis heute Nachwirkungen zeigt: Als Patriot hatte sich Yun früh kritisch zur Entwicklung des Regimes Park Chung-hee (ab 1961) geäußert, entrüstet über die Zerschlagung der Gewerkschaften, die Errichtung der Militärdiktatur und die Liquidierung der Bestrebungen um die Wiedervereinigung Koreas. 1963 hatte er die Demokratische Volksrepublik Nordkorea besucht, was damals über die nordkoreanische Botschaft in Ost-Berlin möglich war. Gegenüber dem agrarischen Süden Koreas, war das an Bodenschätzen reiche Nordkorea, damals das fortschrittlichere Korea, industrialisiert mit Hilfe der Sowjetunion und der DDR, infolge des Kalten Krieges total abgeschottet gegenüber Südkorea. Am 17. Juni 1967 wurde Isang Yun vom südkoreanischen Geheimdienst über die südkoreanische Botschaft in Bonn nach Seoul entführt, inhaftiert und brutal gefoltert. Isang Yun, seine Frau und weitere aus Südkorea gebürtige, in Europa und den USA lebende Koreaner wurden in Seoul nach dem Gesetz zur nationalen Sicherheit (NSG) des Landesverrats angeklagt. In einem Schauprozess wurde Yun, das prominentestes Opfer dieser "Entführung" (in Süd-Korea verharmlosend "East Berlin Incident" genannt), am 13. Dezember 1967 in erster Instanz zu lebenslänglicher Haft verurteilt. Am 13. März 1968 wurde das Urteil in zweiter Instanz revidiert zu 15 Jahren Zuchthaus, schließlich in dritter Instanz im Januar 1969 zu zehn Jahren. Nach internationalen Protesten (zu den Unterstützern von Yun zählten Igor Fjodorowitsch Strawinski und Herbert von Karajan, Bernd Alois Zimmermann, György Ligeti und Karlheinz Stockhausen, aber auch Hans Zender, um nur einige zu nennen), und dem Einsatz seiner Freunde sowie dem Auswärtigen Amt wurde Yun Ende Februar freigelassen und kehrte nach West-Berlin zurück, wo er und seine Frau 1971 deutsche Staatsbürger wurden.

Während seiner Seouler Gefangenschaft erhielt Yun im Oktober 1967 die Erlaubnis zu komponieren. In der Gefängniszelle vollendete er die Oper Die Witwe des Schmetterlings (1967/68) am 5. Februar 1968. Nach Haftverschonung aus gesundheitlichen Gründen entstanden in einem Krankenhaus unter Bewachung die Kammermusikwerke Riul [Gesetz] und Images. Der mit Images verbundene Bezug auf die Grabfresken im nordkoreanischen Kangsǒ, die er bei seinem Besuch in Nord-Korea 1963 besichtigt hatte, ist zugleich modellhafter Ausdruck von Yuns taoistischer Ästhetik bzw. ästhetischer Ambiguität.

Seit Mitte der 1960er Jahre entstanden vier Opern (Der Traum des Liu-Tung, 1965; Die Witwe des Schmitterlings, 1967/68; Geisterliebe, 1969/70; Sim Tjong, 1971/72), die aus den verschiedensten Gründen (Avantciertheit der Musik und damit verbundene gesangs- wie spieltechnische Schwierigkeiten, die dazu in einem gewissen Gegensatz stehenden Märchenstoffe, der - zumindest bei den großen Opern - letztendlich an Wagners Musiktheater orientierte symphonische Anspruch) kaum neuinszeniert wurden.

Ins Konzert-Repertoire eingegangen ist ohne allen Zweifel Yuns Kammermusik. Vielfach aufgeführt wurden auch, zumal in den 1980er und frühen 1990er Jahren, seine Solokonzerte, beginnend mit dem autobiografisch motivierten Konzert für Violoncello und Orchester (1966/67) über das Konzert für Oboe und Harfe mit kleinem Orchester (1977), das Flötenkonzert (1977), das Klarinettenkonzert (1981) bis hin zu dem späten Oboenkonzert (1990) und dem Violinkonzert Nr. 3 (1992).

Zu den bedeutenden Orchesterstücken seiner ersten Schaffensphase in Europa (bis etwa 1975/76) zählen Fluktuationen für großes Orchester (1964), Dimensionen für großes Orchester mit Orgel (1971), Konzertante Figuren für Orchester mit Flöte, Oboe und Violine solo (1972), Harmonia für Bläser, Harfe und Schlagzeug (1974) und Ouverture für großes Orchester (1973; rev. 1974). Ein Stilwandel kündigt sich an in Muak. Tänzerische Phantasie für großes Orchester (1978) sowie Fanfare & Memorial für Orchester mit Harfe und Flöte solo (1979).

Das dreisätzige Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 (1981) und die viersätzige Symphonie I für großes Orchester (1982/83) zeigen diesen Stilwandel weg von bis zu zwölftönigen, relativ statischen, in sich belebten Klangflächen (gleichwohl mit einer latent traditionellen, weil "zielenden" Dramaturgie) hin zu einer stärker tonalen Idiomatik mit entsprechend deutlicher artikulierten emotionalen Gehalten und einer vergleichsweise traditionelleren, fast klassizistischen Dramaturgie. Yun empfand diese stilischen Veränderungen seiner musikalischen Sprache nicht als Rückschritt, sondern als Versuch, ein breiteres Publikum anzusprechen und insbesondere auch in seiner Heimat Korea Anerkennung zu finden. (Dazu zählt nicht zuletzt Silla. Legende für Orchester, 1992.)

Namo für drei Sopran und Orchester nach Gebetsformeln des Mahayana-Buddhismus (1971, auch in einer Fassung mit Solo-Sopran) entstand nach der Befreiung aus der Seouler Gefangenschaft und wurde zu einer Art Danksagung. Auch Gagok für Gitarre, Schlagzeug und Stimme (Phoneme, 1972) knüpft an die Tradition einer altkoreanischen Gattung an.

Memory für drei Stimmen und Schlaginstrumente auf ein Gedicht von Du-Mu (1974) entstand wahrscheinlich zur Erinnerung an einen Verstorbenen. Besonders berühmt wurden Vokalwerke wie An der Schwelle. Sonette von Albrecht Haushofer für Bariton, Frauenchor, Orgel und Instrumente (1975) sowie Teile dich Nacht. Drei Gedichte von Nelly Sachs für Sopran und Kammerensemble (1980), weil sie gegen die faschistische Herrschaft Stellung nehmen und damit auch europäische bzw. deutsche Thematik berühren. Weitere Werke nach Gedichten von Nelly Sachs sind Der Herr ist mein Hirte. Chor mit Solo-Posaune (23. Psalm und Nelly Sachs, 1981), O Licht. Chor mit Solo-Violine und Schlagzeug (Nelly Sachs und Buddhismus, 1981) sowie die Symphonie V (1987), die Friedenssymphonie.

Entsetzen über das Gemetzel in Kwangju 1980 zeigt das Orchesterstück Exemplum in memoriam Kwangju (1981). Als Kommentar zur Teilung Koreas entstand die Kantate mit oratorischen Zügen Naui ttang, naui minjogiyo! [„Mein Land, mein Volk“] für vier Vokalsolisten, Chor und Orchester (auf Lyrik südkoreanischer Oppositioneller, 1986/87). Isang Yun entfaltet stilistische Vielfalt und Individualität in einem jeden seiner Werke. Neben den groß besetzten symphonischen Werken stehen sensible und filigrane Solostücke sowie Kammermusikwerke.

Werke[Bearbeiten]

Alle Werke Yuns sind verlegt bei Boosey & Hawkes / Bote & Bock, Berlin. Die Spielpartituren werden u. a. von Schott Music vertrieben.

Kammermusik solo[Bearbeiten]

  • Fünf Stücke für Klavier (1958)
  • Shao Yang Yin für Klavier oder Cembalo (1966)
  • Tuyaux sonores für Orgel (1967)
  • Glissées für Violoncello solo (1970)
  • Piri für Oboe solo (1971)
  • Fünf Etüden für Flöte(n) solo (1974)
  • Fragment für Orgel (1975)
  • Königliches Thema für Violine solo (1976)
  • Salomo für Altflöte solo (1977/78)
  • Interludium A für Klavier (1982)
  • Monolog für Bassklarinette (1983)
  • Monolog für Fagott (1983/84)
  • Li-Na im Garten. Fünf Stücke für Violine solo (1984/85)
  • In Balance für Harfe solo (1987)
  • Kontraste. Zwei Stücke für Violine solo (1987)
  • Sori für Flöte solo (1988)
  • Vier Chinesische Bilder für Blockflöte oder Flöte solo (1993)
  • Sieben Etüden für Violoncello solo (1993)

Kammermusik Duo[Bearbeiten]

  • Garak für Flöte und Klavier (1963)
  • Gasa für Violine und Klavier (1963)
  • Nore für Violoncello und Klavier (1964)
  • Riul für Klarinette und Klavier (1968)
  • Gagok’’ für Stimme und Gitarre (1972)
  • Duo für Viola und Klavier (1976)
  • Novellette für Flöte und Harfe ad lib. mit Violine und Violoncello (1980)
  • Duo für Violoncello und Harfe (1984)
  • Vier Inventionen für zwei Oboen (1983)
  • Sonatina für zwei Violinen (1983)
  • Gagok für Stimme und Harfe (1985)
  • Contemplation für zwei Violen (1988)
  • Intermezzo für Violoncello und Akkordeon (1988)
  • Pezzo fantasioso per due strumenti con basso ad libitum (1988)
  • Rufe für Oboe und Harfe (1989)
  • Together für Violine und Kontrabass (1989)
  • Sonate für Violine und Klavier (1991)
  • Espace I für Violoncello und Klavier (1992)
  • Espace II’’ für Violoncello und Harfe mit Oboe ad libitum (1992/93)
  • Zwei Ost-West Miniaturen für Oboe und Violoncello (1994)

Trio[Bearbeiten]

  • Gagok für Gitarre, Schlagzeug und Stimme (1972)
  • Trio für Flöte (auch Altflöte), Oboe und Violine (1972/73)
  • Trio für Violine, Violoncello und Klavier (1972/75)
  • Rondell für Oboe, Klarinette und Fagott (1975)
  • Sonata für Oboe (auch Oboe d’amore), Harfe und Violoncello (oder Viola) (1979)
  • Rencontre für Klarinette, Harfe (oder Klavier) und Violoncello (1986)
  • Pezzo fantasioso per due strumenti con basso ad libitum (1988)
  • Trio für Klarinette, Fagott und Horn (1992)
  • Espace II für Violoncello und Harfe mit Oboe ad libitum (1992/93)

Quartett[Bearbeiten]

  • Streichquartett III in drei Sätzen (1959/61)
  • Images für Flöte, Oboe, Violine und Violoncello (1968)
  • Novellette für Flöte und Harfe, mit Violine und Violoncello ad lib. (1980)
  • Quartett für Flöten (1986)
  • Streichquartett IV in zwei Sätzen (1988)
  • Streichquartett V in einem Satz (1990)
  • Streichquartett VI in vier Sätzen (1992)
  • Quartett für Horn, Trompete, Posaune und Klavier (1992)
  • Quartett für Oboe, Violine, Viola und Violoncello (1994)

Quintett[Bearbeiten]

  • Quintett für Flöte und Streichquartett in drei Sätzen (1986)
  • Quintett für Klarinette und Streichquartett I (1984)
  • Quintett für Klarinette und Streichquartett II (1994)
  • Tapis für Streicher (2 Vl., Va., Vc., Kb.) (1987)
  • Festlicher Tanz für Bläserquintett (1988)
  • Bläserquintett I-II (1991)
  • Concertino für Akkordeon und Streichquartett (1983)

Kammermusik größere Besetzung[Bearbeiten]

  • Musik für sieben Instrumente in drei Sätzen (Fl., Ob., Klar., Fg., Hr., Vl., Vc.) (1959)
  • Loyang für Kammerensemble (neun Spieler mit Dirigent) (1962)
  • Pièce concertante für Kammerensemble (acht Spieler mit Dirigent) (1976)
  • Oktett für Klarinette (auch Bassklarinette), Fagott, Horn und Streichquintett (2 Vl., 2 Va., Vc., Kb.) (1978)
  • Teile dich Nacht. Drei Gedichte von Nelly Sachs für Sopran und Kammerensemble (1980)
  • Gong-Hu für Harfe und Streicher (1984)
  • Distanzen für Bläser- und Streichquintett (1988)
  • Kammerkonzert I für Kammerensemble oder kleines Orchester (1990)
  • Kammerkonzert II für sieben Spieler (Ob., Pos., Pno., Perc., Va., Vc., Kb.) (1990)
  • Bläseroktett mit Kontrabass ad libitum (1993)

Orchesterwerke[Bearbeiten]

  • Bara (1960)
  • Symphonische Szene (1960)
  • Colloides sonores für Streichorchester (1961)
  • Fluktuationen für großes Orchester (1964)
  • Réak für großes Orchester (1966)
  • Dimensionen für großes Orchester mit Orgel (1971)
  • Konzertante Figuren für Orchester mit Flöte, Oboe und Violine solo (1972)
  • Harmonia für Bläser, Harfe und Schlagzeug (1974)
  • Ouverture für großes Orchester (1973; rev. 1974)
  • Muak. Tänzerische Phantasie für großes Orchester (1978)
  • Fanfare & Memorial für Orchester mit Harfe und Flöte solo (1979)
  • Exemplum in memoriam Kwangju (1981)
  • Symphonie I in vier Sätzen für großes Orchester (1982/83)
  • Symphonie II in drei Sätzen für Orchester (1984)
  • Symphonie III in einem Satz für Orchester (1985)
  • Symphonie IV Im Dunkeln singen in zwei Sätzen für großes Orchester (1986)
  • Symphonie V in fünf Sätzen für hohen Bariton und großes Orchester nach Gedichten von Nelly Sachs (1987)
  • Impression für kleines Orchester (1986)
  • Mugung-Dong. Invocation für Bläser, Schlagzeug und Kontrabässe (1986)
  • Tapis für Streicher (1987)
  • Kammersinfonie I (1987)
  • Kammersinfonie II Den Opfern der Freiheit (1989)
  • Konturen für großes Orchester (1989)
  • Silla. Legende für Orchester (1992)
  • Engel in Flammen mit Epilog für Orchester, Sopran solo und Frauenchor (1994)

Instrumentalkonzerte[Bearbeiten]

  • Konzert für Violoncello und Orchester (1975/76)
  • Konzert für Flöte und kleines Orchester (1977)
  • Konzert für Oboe und Harfe mit kleinem Orchester (1977)
  • Konzert für Klarinette und Orchester (1981)
  • Konzert für Violine und Orchester Nr. 1 in drei Sätzen (1981)
  • Konzert für Violine und Orchester Nr. 2 (1983/86) in drei Sätzen, auch einzeln aufführbar: Festliches Präludium (1984), Dialog Schmetterling-Atombombe (1983), Adagio und Finale (1986)
  • Konzert für Oboe (Oboe d'amore) und Orchester (1990)
  • Konzert für Violine und kleines Orchester Nr. 3 (1992)
  • Gong-Hu für Harfe und Streicher (1984)
  • Duetto concertante für Oboe (Englischhorn), Violoncello und Streicher (1987)

Vokalwerke[Bearbeiten]

  • Om mani padme hum. Zyklus für Sopran, Bariton, Chor und Orchester in fünf Sätzen (1964)
  • Ein Schmetterlingstraum. Chor auf einen chinesischen Text von Ma Chi-Yuan (1968)
  • Namo für drei Sopran und Orchester nach Gebetsformeln des Mahayana-Buddhismus (1971)
  • Gagok für Gitarre, Schlagzeug und Stimme. Text: Phoneme (1972)
  • Vom Tao. Chöre aus der Oper Sim Tjong für gemischten Chor, Orgel und Schlagzeug (1972/82)
  • Memory für drei Stimmen und Schlaginstrumente auf ein Gedicht von Du-Mu (1974)
  • An der Schwelle. Sonette von Albrecht Haushofer für Bariton, Frauenchor, Orgel und Instrumente (1975)
  • Der weise Mann. Kantate nach Texten des Predigers Salomo und von Laotse für Bariton, gemischten Chor und kleines Orchester (1977)
  • Schamanengesänge aus der Oper Geisterliebe (1969/70) für Alt und Kammerorchester bearbeitet von Erwin Koch-Raphael (1977)
  • Teile dich Nacht. Drei Gedichte von Nelly Sachs für Sopran und Kammerensemble (1980)
  • Der Herr ist mein Hirte. Chor mit Solo-Posaune nach dem 23. Psalm und Nelly Sachs (1981)
  • O Licht. Chor mit Solo-Violine und Schlagzeug nach Nelly Sachs und einem buddhistischen Gebet (1981)
  • Naui ttang, naui minjogiyo! („Mein Land, mein Volk“) Koreanische Kantate für vier Vokalsolisten, Chor und Orchester (1986/87)
  • Epilog für Sopran solo, dreistimmigen Frauenchor und fünf Instrumente (1994)

Opern[Bearbeiten]

  • Der Traum des Liu Tung (1965)
  • Die Witwe des Schmetterlings (1967/68)
  • Geisterliebe (1969/70)
  • Sim Tjong (1971/72)

Literatur[Bearbeiten]

  • Rinser, Luise / Yun, Isang: Der verwundete Drache. Dialog über Leben und Werk des Komponisten Isang Yun, Frankfurt: S. Fischer 1977
  • Heister, Hanns-Werner / Sparrer, Walter-Wolfgang (Hg.): Der Komponist Isang Yun, München: edition text + kritik 1987, 2. erw. Auflage 1997. (Enthält mehr als 30 Beiträge, darunter Yuns Salzburger Vorträge „Über meine Musik“, einen Aufsatz über Yuns Werke aus den letzten zehn Jahren, Zeittafel, Werkverzeichnis, Bibliographie, Diskographie). - Koreanische Ausgabe Seoul: Hang’il 1991. - Italienische Ausgabe unter dem Titel: ‘‘Isang Yun. Musica nello spirito del Tao’’, Milano: Ricordi 2007
  • Bergmeier, Hinrich (Hg.): Isang Yun. Festschrift zum 75. Geburtstag 1992, Berlin: Bote & Bock 1992. Darin u.a.: Sparrer, Walter-Wolfgang: Identität und Wandel. Zu den Streichquartetten III-VI, 28-57
  • Sparrer, Walter-Wolfgang: Isang Yun, in: Heister, H.-W. / Sparrer, W.-W. (Hg.): Komponisten der Gegenwart, München: edition text + kritik 1992ff. [40 Seiten im Loseblatt-Lexikon]
  • MusikTexte Nr. 62/63, Januar 1996 [Postfach 10 24 61, D-50 464 Köln; bringt mit insgesamt 17 Beiträgen einen ausführlichen Yun-Schwerpunkt]
  • Sparrer, Walter-Wolfgang (Hg.): Ssi-ol. Almanach 1997 der Internationalen Isang Yun Gesellschaft e. V., Berlin 1997 (vergriffen)
  • Sparrer, Walter-Wolfgang (Hg.): Ssi-ol. Almanach 1998/99 der Internationalen Isang Yun Gesellschaft e. V., München: ed. text + kritik 1999
  • Stephan, Ilja: Isang Yun. Die fünf Symphonien. Hrsg. von Heinz-Klaus Metzger und Rainer Riehn, München: edition text + kritik 2000 (= Musik-Konzepte Heft 109/110)
  • Sparrer, Walter-Wolfgang (Hg.): Ssi-ol. Almanach 2000/01 der Internationalen Isang Yun Gesellschaft e. V., München: edition text + kritik 2002
  • Choi, Ae-Kyung: Einheit und Mannigfaltigkeit. Eine Studie zu den fünf Symphonien von Isang Yun, Sinzig: Studio Verlag 2002 (= Berliner Musik Studien Bd. 25)
  • Yun, Shin-Hyang: Zwischen zwei Musikwelten. Studien zum musikalischen Denken Isang Yuns, Würzburg: Königshausen&Neumann 2002.
  • Sparrer, Walter-Wolfgang (Hg.): Ssi-ol. Almanach 2002/03 der Internationalen Isang Yun Gesellschaft e. V., München: edition text + kritik 2004
  • Sparrer, Walter-Wolfgang (Hg.): Ssi-ol. Almanach 2004/09 der Internationalen Isang Yun Gesellschaft e. V., München: edition text + kritik 2009
  • Schröder, Gesine: „'… fremden Raum betreten'. Zum Europäischen in Yuns Musik“, online, Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ Leipzig 2001/2011
  • Howard, Keith: Music across the DMZ, in: O’Connell, John Morgan / El-Shawan Castelo-Branco, Salwa (Hg.): Music in Conflict, Indiana: University of Illinois Press 2010, 67-88
  • Han, Insook: Interkulturalität in der neuen Musik Koreas. Integration und Hybridität in der Musik von Isang Yun und Byungki Hwang, Ph.D. Graz 2009, Hamburg: Verlag Dr. Kovac 2011 (= Studien zur Musikwissenschaft Bd. 23)

Weblinks[Bearbeiten]

Koreanischer Name Anmerkung: Bei diesem Artikel wird der Familienname vor den Vornamen der Person gesetzt. Dies ist die übliche Reihenfolge im Koreanischen. Yun ist hier somit der Familienname, I-sang ist der Vorname.