Ischewsk

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Stadt
Ischewsk
Ижевск (russisch)
Иж (udmurtisch)
Flagge Wappen
Flagge
Wappen
Föderationskreis Wolga
Republik Udmurtien
Stadtkreis Ischewsk
Bürgermeister Wiktor Balakin
Gegründet 1760
Frühere Namen Ustinow (1984–1987)
Stadt seit 1918
Fläche 316 km²
Bevölkerung 627.734 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Bevölkerungsdichte 1987 Einwohner/km²
Höhe des Zentrums 140 m
Offizielle Sprache russisch, udmurtisch
Zeitzone UTC+4
Telefonvorwahl (+7) 3412
Postleitzahl 4260xx
Kfz-Kennzeichen 18
OKATO 94 401
Website www.izh.ru
Geographische Lage
Koordinaten 56° 51′ N, 53° 13′ O56.8553.216666666667140Koordinaten: 56° 51′ 0″ N, 53° 13′ 0″ O
Ischewsk (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Ischewsk (Udmurtien)
Red pog.svg
Lage in Udmurtien
Liste der Städte in Russland

Ischewsk (russisch Ижевск Aussprache?/i, udmurtisch Иж/Iž oder Ижкар/Ižkar) ist die Hauptstadt der Teilrepublik Udmurtien in Russland mit 627.734 Einwohnern (Stand 14. Oktober 2010).[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ort entstand 1760 unter dem Namen Ischewski (Ижевский) am Ufer der Isch, eines Nebenflusses der Kama. 1918 erhielt er die Stadtrechte und seinen heutigen Namen. Von 1984 bis 1987 hieß die Stadt vorübergehend Ustinow (Устинов) zu Ehren des 1984 verstorbenen Marschalls Dmitri Ustinow.

Ischewsk ist seit 1921 Hauptstadt der Republik Udmurtien. Die Stadt ist besonders durch die Waffenindustrie geprägt; der prominente russische Waffenkonstrukteur Michail Kalaschnikow lebte bis zu seinem Tod dort. Besonders bekannt sind die Ischmasch-Maschinenwerke. Ab 1946 wurden in den Ischmasch-Werken die zuvor im sächsischen Zschopau demontierten Motorrad-Fertigungsanlagen des DKW-Werkes wieder aufgebaut. Darüber hinaus gibt es noch über zehn große Industriebetriebe, ferner fünf Universitäten, medizinische und landwirtschaftliche Akademien sowie einige Berufsschulen.

Das ursprüngliche Ischevsk war ein Ort an den Ufern des Flusses Isch, welcher sich durch eine gute Wasserversorgung und naheliegende Eisenerzvorkommen sehr gut für den Bau eines Eisenhüttenwerkes eignete. Der Bau der ersten Arbeiterhäuser begann am 10. April des Jahres 1760, dieses Jahr gilt als Geburtsjahr der Stadt Ischevsk. Für die Eisenproduktion wurde Wasserkraft benötigt, aus diesem Grund wurde der Fluss Isch angestaut und der Ischevsker Stausee welcher das Stadtbild auch heute noch maßgeblich prägt, entstand. Im Jahre 1807 wurde durch Zar Alexander I. der Bau einer Waffenfabrik auf Basis der Eisenhütte beschlossen. Im selben Jahr begann der Bau des Hauptgebäudes der frühen Waffenfabrik nach Plänen des Architekten Sergej Dudin. Der 350 Meter lange und mit Turm 50 Meter hohe Komplex zählt zu den schönsten Industriellen Bauten Russlands. Um möglichst schnell eine effiziente Fabrik zu erhalten, wurden unter anderem Fachkräfte aus Deutschland Rekrutiert, so kam es das 1807 der deutsche Friedrich Poppe zum Hauptwaffenmeister ernannt wurde. Ein weiteres nennenswertes Gebäude ist der Kulturpalast der Ischmasch-Werke, zur Zeit seiner Erbauung war er mit seiner prächtigen Ausstattung durchaus mit Moskauer Bauten dieser Art vergleichbar.

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Einwohner
1897 41.000
1926 62.200
1939 175.567
1959 285.294
1970 422.409
1979 548.721
1989 635.109
2002 632.140
2010 627.734

Anmerkung: Volkszählungsdaten (1897–1926 gerundet)

Weiterführende Bildungseinrichtungen[Bearbeiten]

Die Hauptstadt Udmurtiens hat 231 vorschulische Einrichtungen, 100 allgemeinbildende Schulen und 5 Hochschulen. Die Stadt umfasst rund 30 Bibliotheken. Die größte Bibliothek in Ischewsk und der ganzen Region ist die Nationale Bibliothek der Republik Udmurtien und wurde im Jahr 1918 gegründet.

  • Filiale der Hochschule für Privatisierung und Unternehmertum
  • Filiale der Universität für Verbraucherkooperation Moskau
  • Höheres Kolleg für Geisteswissenschaften und Ingenieurwesen „Aeromech“
  • Fakultät des Juristischen Instituts des Innenministeriums Russlands in Ischewsk
  • Staatliche Landwirtschaftliche Akademie Ischewsk
  • Staatliche Medizinakademie Ischewsk
  • Staatliche Technische Universität Ischewsk
  • Udmurtische Staatliche Universität
  • Udmurtisches Institut der Akademie für Staatsdienst des Uralgebiets

Bemerkenswerte Bauwerke[Bearbeiten]

In Ischevsk gibt es eine Vielzahl religiöser Gebäude, darunter hauptsächlich Kirchen, aber auch Moscheen. Eine von ihnen ist die Alexander-Newski-Kirche, sie wurde nach Plänen Semjon Dudins erbaut und teilte das Schicksal vieler anderer Kirchen Russlands nach der Revolution glücklicherweise nicht. Sie wurde nicht zerstört, sondern büßte nur ihren Glockenturm ein und wurde als Kino weiterverwendet. Ein weniger gutes Schicksaal traf die Erzengel-Michael-Kathedrale, sie wurde auf Initiative der Atheisten im Jahr 1937 abgerissen und zierte somit gerade einmal 30 Jahre lang das Stadtbild. Jedoch wurde die Kathedrale 2007 zur Feier der 200-jährigen Waffenproduktion wiedererrichtet.

  • Sankt-Michaels-Kathedrale in Ischewsk
  • Sendemast Pesotschnaja, ein 1962 errichteter, 195 Meter hoher abgespannter Stahlrohrmast, der durch seine in zwei Ebenen angeordneten sechs Querträger, die zu den Abspannseilen führen, ein markantes Erscheinungsbild besitzt.
Traditionelle russische Holzhütten im Tatarenviertel in Ischewsk
Tatarenviertel in Ischewsk

Tatarenviertel in Ischewsk[Bearbeiten]

Die Republik Tatarstan grenzt an die Republik Udmurtien und bildet die nördliche Grenze des Islamischen Glaubens in Russland. Aus diesem Grund ist es nicht verwunderlich das im Tatarenviertel von Ischevsk eine Moschee zu finden ist. Das Tatarenviertel ist noch größtenteils mit traditionellen russischen Holzhäusern bebaut, jedoch erblickt man zunehmend auch moderne Häuser aus Stein neben den alten Gebäuden in Blockbauweise. Der größte Teil der Ischevsker Bevölkerung wohnt allerdings in einfachen mehrgeschossigen Häusern, die größtenteils noch aus der Sowjetzeit stammen. Viele von ihnen wurden in den 1960er Jahren auf Initiative von Nikita Chruschtschow errichtet, daher stammt der bei der Bevölkerung verbreitete Name "Chruschtschow-Slums". Besonders auffällig ist das die Balkone der Gebäude fast überall Verglast wurden. Dies wird gemacht um den Balkon als zusätzlichen Wohnraum oder Vorratsraum nutzen zu können.

Das Monument[Bearbeiten]

Eine weitere Sehenswürdigkeit von Ischevsk ist das Monument der russisch-udmurtischen Freundschaft aus dem Jahr 1972. Erbaut wurde es anlässlich des 400. Jahrestages, des freiwilligen Beitritts Udmurtiens zu Russland. Aufgrund seiner optischen Ähnlichkeit mit zwei Skiern wird es von den Stadtbewohnern häufig "Skier der Kulakowa" als Erinnerung an die berühmte udmurtische Skiläuferin Galina Kulakowa genannt.

Das Monument der russisch-udmurtischen Freundschaft

Sport[Bearbeiten]

Der Eishockeyverein Ischstal Ischewsk spielt in der zweithöchsten russischen Spielklasse.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

Weitere Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Klimatabelle[Bearbeiten]

Ischewsk
Klimadiagramm
J F M A M J J A S O N D
 
 
36
 
-11
-18
 
 
25
 
-8
-16
 
 
27
 
-1
-10
 
 
32
 
8
-1
 
 
38
 
18
6
 
 
59
 
22
11
 
 
67
 
25
14
 
 
63
 
22
11
 
 
54
 
15
6
 
 
52
 
5
-1
 
 
45
 
-2
-8
 
 
38
 
-8
-14
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: Roshydromet
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Ischewsk
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) −10,8 −8,4 −1,4 8,3 18,1 22,4 24,6 21,6 14,9 5,3 −2,3 −7,7 Ø 7,1
Min. Temperatur (°C) −18,2 −16,4 −9,8 −0,7 6,1 10,9 13,6 11,0 6,0 −0,8 −7,6 −14,2 Ø −1,6
Niederschlag (mm) 36 25 27 32 38 59 67 63 54 52 45 38 Σ 536
Regentage (d) 11 7 8 7 7 9 9 9 10 11 11 11 Σ 110
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
−10,8
−18,2
−8,4
−16,4
−1,4
−9,8
8,3
−0,7
18,1
6,1
22,4
10,9
24,6
13,6
21,6
11,0
14,9
6,0
5,3
−0,8
−2,3
−7,6
−7,7
−14,2
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
e
d
e
r
s
c
h
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a
g
36
25
27
32
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59
67
63
54
52
45
38
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: Roshydromet

Quellen[Bearbeiten]

  • Anna Porseva, Stadt- und Kulturführer für Ishevsk. Entstanden als Ergebnis der Magisterarbeit „Entdeckung russischer Städte – projektiert am Beispiel eines Reiseführerentwurfes für Ishevsk (Udmurtien)“ an der Universität Lüneburg im Jahre 2007.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Tom 1. Čislennostʹ i razmeščenie naselenija (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Band 1. Anzahl und Verteilung der Bevölkerung). Tabellen 5, S. 12–209; 11, S. 312–979 (Download von der Website des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ischewsk – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien