Ischgl

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Ischgl
Wappen von Ischgl
Ischgl (Österreich)
Ischgl
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Tirol
Politischer Bezirk: Landeck
Kfz-Kennzeichen: LA
Fläche: 103,33 km²
Koordinaten: 47° 1′ N, 10° 17′ O47.01305555555610.2880555555561377Koordinaten: 47° 0′ 47″ N, 10° 17′ 17″ O
Höhe: 1377 m ü. A.
Einwohner: 1.562 (1. Jän. 2014)
Bevölkerungsdichte: 15 Einw. pro km²
Postleitzahl: 6561
Vorwahl: 05444
Gemeindekennziffer: 7 06 08
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Eggerweg 4
6561 Ischgl
Website: www.ischgl.tirol.gv.at
Politik
Bürgermeister: Werner Kurz (Bürgerliste)
Gemeinderat: (2010)
(13 Mitglieder)
6 Bürgerliste, 4 Miar Ischgler, 2 Mathoner Liste, 1 Allgemeine Dorfliste Ischgl-Mathon
Lage der Gemeinde Ischgl im Bezirk Landeck
Faggen Fendels Fiss Fließ Flirsch Galtür Grins Ischgl Kappl Kaunerberg Kaunertal Kauns Ladis Landeck Nauders Pettneu am Arlberg Pfunds Pians Prutz Ried im Oberinntal St. Anton am Arlberg Schönwies See Serfaus Spiss Stanz bei Landeck Strengen Tobadill Tösens Zams TirolLage der Gemeinde Ischgl im Bezirk Landeck (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
(Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria)

Ischgl ist eine Gemeinde in Tirol (Österreich) mit 1562 Einwohnern (Stand 1. Jänner 2014) und 10.600 Gästebetten. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Landeck.

Geographie[Bearbeiten]

Ischgl liegt auf 1377 m ü. A. im Paznaun zwischen der Silvretta und der Verwallgruppe.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Die Nachbargemeinden sind Galtür, Kappl, Valsot (Schweiz), Samnaun (Schweiz), St. Anton am Arlberg und Sent (Schweiz).

Geschichte[Bearbeiten]

Das einstige Bergbauerndorf (Yscla, rätoromanisch für „Insel“) wurde vor rund 1000 Jahren von Rätoromanen aus dem Engadin und im 13. Jahrhundert von den Walsern besiedelt. Eine befahrbare Verbindung ins Tiroler Oberinntal existierte nicht, so dass Ischgl wirtschaftlich eher mit dem Engadin und Vorarlberg verbunden war und auch Handel mit dem Vinschgau, Schwaben und Bayern trieb. Dazu kam ein Privileg des Erzherzogs Siegmund aus dem Jahre 1460, das es Ischgl erlaubte, zollfrei Vieh in bestimmte Gegenden zu exportieren und dafür zollfrei Getreide einzuführen. Ab 1505 kam das Recht auf Einzug eines Wegegeldes hinzu, mit der Auflage, die Wege vom Engadin weiter über das Zeinisjoch ins Montafon instandzuhalten.

Bereits im 17. Jahrhundert wurde der Handel weniger, weil sich das Engadin von Tirol löste und damit die Beziehungen lockerer wurden. Nachdem sich Mitte des 18. Jahrhunderts der Jamtaler Ferner soweit vergrößert hatte, dass der Weg nicht einmal mehr mit Saumpferden passierbar war, kam der Handel zum Erliegen.[1]

Im 19. Jahrhundert begann eine starke Abwanderung. Durch Rückgang des Handels konnte die Bevölkerung im kargen Tal nicht mehr ernährt werden. Viele Bewohner verließen die Region, und Kinder wurden als Arbeitskräfte in die Fremde geschickt (siehe Schwabenkinder)[2].

Am Ende des 19. Jahrhunderts tat sich jedoch mit dem Tourismus eine neue Einnahmequelle auf. Zwischen den Jahren 1882 und 1889 wurden von österreichischen und deutschen Alpenvereinen diverse Schutzhütten errichtet.

Das einstige Bild eines Bergbauerndorfes ging in den letzten Jahrzehnten zugunsten einer Hotelsiedlung völlig verloren. Ischgl gilt heute als Beispiel für Massentourismus und Eventtourismus im Après-Ski.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Ischgl
  • Pfarrkirche hl. Nikolaus in Ischgl
  • Totenkapelle und Friedhof in Ischgl
  • Widum oberhalb der Kirche in Ischgl
  • Expositurkirche hl. Sebastian in Mathon
  • Kapelle hl. Anna auf der Bodenalpe
  • Kapelle Mariahilf in Ebene
  • Kapelle Hl. 3 Könige in Mathon
  • Kapelle hl. Gallus in Oberpardatsch
  • Kapelle Maria Schnee in Pasnatsch
  • Kapelle hl. Blasius zu den 14 Nothelfern in Paznaun
  • Kapelle in Platt
  • Kapelle zu den 7 Schmerzen Mariens in Unterpardatsch
  • Kapelle hl. Antonius in Versahl
  • Kapellenbildstöcke in Unterschrofen und Vergöß
  • Kalvarienberg auf einer Anhöhe südlich von Ischgl

Tourismus[Bearbeiten]

Bekannt wurde Ischgl durch sein Skigebiet – die Silvretta Arena – das den Ort mit dem schweizerischen Samnaun verbindet. Es ist mit 238 km Piste und 43 Liftanlagen eines der größten und gilt gleichzeitig als eines der schneesichersten Skigebiete der Alpen. Die Wintersaison beginnt jährlich Ende November und dauert bis Anfang Mai.

Betrieben werden die Liftanlagen von der Silvrettaseilbahn AG, die am 7. Oktober 1961 gegründet wurde. Der Bau der ersten Ischgler Kabinenbahn erfolgte von 1962 bis 1963, unterbrochen vom Absturz der Kabine kurz vor Inbetriebnahme. Im Dezember 1963 wurde die Silvrettaseilbahn, die damals längste Seilbahn Österreichs, eröffnet. Mittlerweile erfolgt der Aufstieg ins Skigebiet über drei Anlagen, die Silvrettabahn (max. 24-Gondel), seit 1976 über die Fimbabahn, welche seit 2007 eine 8-Gondel ist und seit 1972 die Pardatschgradbahn (4-Gondel). Diese wird bis zur Saison 2014/15 als 3S-Bahn von Doppelmayr erneuert. Die Maximale Personenzahl, die mit allen Anlagen des Skigebietes befördert werden können, liegt bei ca. 88.900 Personen in der Stunde.

Die Saisoneröffnung und Saisonausklang werden regelmäßig mit großen Popkonzerten gefeiert. Ischgls Charakter wird einerseits durch die höchste Dichte an Viersterne-Hotels österreichweit geprägt. Darüber hinaus weist Ischgl ein vielfältiges Angebot an Restaurants, Bars, Shops, Events und Nightlife auf.

Drei große Popkonzerte bilden neben weiteren Events Fixpunkte jeder Wintersaison. So stehen sowohl zum Opening als auch zu Ostern und dem Saison-Finale internationale Stars der Musikbranche in Ischgl im Rahmen der Top of the Mountain Concerts auf der Bühne. Der Hotelier Günther Aloys spielte unter anderem mit der Errichtung des ersten Designhotels in Ischgl und der Organisation von Konzerten und Star-Auftritten[3] eine große Rolle beim Durchbruch Ischgls als Urlaubsort.[4][5]

Im Sommer ist die Region besonders für Mountainbiker interessant, die sich mit den Bergbahnen auf bis zu knapp 2.800 Meter Seehöhe transportieren lassen können. Mit einem Tourennetz von mehr als 1.200 km gehört die Region zu einer der größten der Alpen. Jeden August wird das höchstdotierte Mountainbike-Marathon-Rennen Europas veranstaltet, der Ischgler Ironbike.

Panoramasicht beim Ischgl Pardorama Restaurant

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

  • Top of the Mountain Concert: Drei große Popkonzerte bilden neben weiteren Events Fixpunkte jeder Wintersaison: So stehen sowohl zum Opening als auch zu Ostern und dem Saison-Finale internationale Stars der Musikbranche in Ischgl im Rahmen der Top of the Mountain Concerts auf der Bühne (zu Top of the Mountain Concert Saison-Opening, dem Top of the Mountain Easter Concert (zu Ostern) und dem Top of the Mountain Concert Saison-Finale).
  • Ironbike Ischgl: der Ischgler Ironbike ist das höchst dotierte Mountainbike-Marathon-Rennen Europas. Es wird jährlich im August veranstaltet. Der Ironbike wird auf 3 unterschiedlich langen Strecken ausgetragen, wobei die längste Strecke (79 km / 3820 hm) als eines der anspruchsvollsten Marathon-Rennen gilt.

Im April 2002 trat Bill Clinton auf der Veranstaltung Message from the Mountains in Ischgl auf.

Ortspartnerschaften[Bearbeiten]

Persönlichkeiten aus Ischgl[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Nach der Gemeinde ist der siebente Meteorit, der in Österreich gefunden wurde, benannt. Der faustgroße Meteorit, ein Chondrit wurde 1976 bei einer Bergstrasse gefunden und 2008 als Meteorit identifiziert und befindet sich im Naturhistorisches Museum Wien[6], das die älteste Meteoritensammlung der Welt beherbergt.[7]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ischgl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Offizielle Website der Gemeinde Ischgl, Bereich Ortsinformationen, Geschichte.
  2. Geschichtliches zu Ischgl auf geschichte-tirol.com
  3. Günther Aloys und Ischgl - Die Erfolgsgeschichte des Wintersportorts
  4. Die Berliner Zeitung über Ischgl und den Wintertourismus
  5. Das Millionen-Dorf (PDF-Datei; 126 kB) Ischgl in Tirol
  6. Franz Brandstätter, et al.: Meteoriten – Zeitzeugen der Entstehung des Sonnensystems. Verlag des Naturhistorischen Museums, Wien 2012, ISBN 978-3-902421-68-5, S.169
  7. NHM: Wenn die Himmel sich öffnen und Feuer spucken in der Presse vom 13. November 2012 abgerufen am 26. November 2012