Isländische Staatskirche

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Isländische Staatskirche ist eine evangelisch-lutherische Kirche. An ihrer Spitze steht der Bischof von Island, seit 2012 als erste Frau Agnes M. Sigurðardóttir, davor rund 24 Jahre lang Karl Sigurbjörnsson.

Geschichte[Bearbeiten]

Nach der Christianisierung Islands um das Jahr 1000 gab es die beiden Bischofssitze Skálholt (seit 1056) und Hólar (seit 1106), die zunächst wie Skandinavien dem Erzbistum Bremen, ab 1104 dem Bistum Lund und schließlich dem Erzbistum Nidaros (Trondheim) unterstanden. In der Reformation wurden diese Bistümer von Rom gelöst und die lutherische Lehre eingeführt. Schon 1536 hatte Christian III. von Dänemark dabei die evangelisch-lutherische Religion für sein Land, Norwegen und die Färöer durchgesetzt. 1800 wurde der Bischofssitz in Hólar aufgelöst, der von Skálholt nach Reykjavík verlegt. Erster Bischof von ganz Island wurde Geir Vídalín. Die Verfassung von 1874 gewährte die vollständige Religionsfreiheit in Island. Sie bestätigte aber die evangelisch-lutherische Kirche als Staatskirche. Die größte Kirche Islands, die Hallgrímskirkja, wurde zwischen 1929 und 1986 in Reykjavik errichtet. Oberhaupt der Isländischen Staatskirche ist seit Mitte 2012 Agnes M. Sigurðardóttir.

Organisation[Bearbeiten]

In der Verfassung der Republik Island (Art. 62) heißt es ausdrücklich:

  • (1) Die Evangelisch-lutherische Kirche ist Staatskirche und wird als solche vom Staat unterstützt und geschützt.
  • (2) Diese Bestimmung kann durch Gesetz geändert werden.

Der Kirche gehören mit 245.184 Kirchenmitgliedern rund 76,2 % aller Isländer an (Stand 2013).[1]

Sie ist Mitglied im Lutherischen Weltbund und steht durch das Porvoo-Abkommen in Kirchengemeinschaft mit der Church of England sowie anderen anglikanischen und lutherischen Kirchen. Dies ermöglicht einen gegenseitigen Austausch von Geistlichen. Sie hat einen Überschuss an Theologen. Die Ordination von Frauen wird seit 1947 praktiziert. Die kirchliche Trauung gleichgeschlechtlicher Paare ist seit 2010 erlaubt, soweit der Ortspfarrer einverstanden ist.[2]

Oberhäupter der Isländischen Staatskirche[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweis[Bearbeiten]

  1. Populations by religious organizations 1998-2012. Statistics Iceland. Abgerufen am 13. April 2013.
  2. Queer.de:Island: Parlament einstimmig für Ehe-Öffnung