Isla Montague

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Vorlage:Infobox Insel/Wartung/Höhe fehlt

Isla Montague
Colorado-River-Delta vom Weltraum gesehen (2004)
Colorado-River-Delta vom Weltraum gesehen (2004)
Gewässer Golf von Kalifornien
Geographische Lage 31° 44′ N, 114° 44′ W31.735-114.74Koordinaten: 31° 44′ N, 114° 44′ W
Isla Montague (Mexiko)
Isla Montague
Länge 32 km
Fläche 132,8 km²
Einwohner (unbewohnt)

Die Isla Montague ist eine Insel vor der Mündung des Colorado River in den Golf von Baja California in der mexikanischen Gemeinde Mexicali.

Die in Nord-Süd-Richtung maximal 32 km lange[1] Insel ist Teil des Deltas des Colorado. Dort herrscht mit bis zu 10 m einer der höchsten Tidenhube der Welt, so dass die Insel bei Flut vollständig verschwindet. Ihre maximale Ausdehnung bei Ebbe ist 132,8 km². Obwohl die Inseln im Delta sich mit der Zeit stark verändert haben, ist Montague bereits auf einer Karte aus dem Jahr 1873 zu sehen.[2]

Östlich von Montague liegen die kleineren Inseln Gore und Pelícano.

Ökologie[Bearbeiten]

Das Klima in der Region ist extrem heiß und arid, der durchschnittliche jährliche Niederschlag liegt bei 60 mm. Die Isla Montague hat aufgrund der Bedingungen im Delta ihre Gestalt wie ihre Ökologie stark verändert. Das einzige Wasser, das das Delta erreicht, sind landwirtschaftliche Abwässer.[1]

Sieben Spezies von Wasservögeln brüten auf der Isla Montague. Die Insel ist eines von zwei bekannten Brutgebieten der Schmuckseeschwalbe (Sterna elegans) in Mexiko.[3] Im Verlauf von zwei Jahren ging eine große Zahl von Nestern durch Überflutung verloren, aber nur wenige durch Prädatoren.[4] Die Brutvögel auf der Isla Montague reagierten stark auf El Niño, wobei Weißbauchtölpel durch Blaufußtölpel ersetzt wurden, und die Zahl mancher Seeschwalben wie der Scherenschnäbel (Rynchops) nahm zu.[5]

Isla Montague ist einer der wenigen Orte, wo die gefährdete Colorado-Delta-Muschel (Mulinia coloradoensis) zu finden ist. Diese Spezies war einst an der Mündung des Colorado River reichlich vorhanden, nun existiert sie nur noch an wenigen isolierten Plätzen. Dieser Niedergang wird mit der zunehmenden Versalzung des Wassers durch den Colorado erklärt.[6]

Bodenschätze[Bearbeiten]

1981 entdeckte der staatliche mexikanische Mineralölkonzern PEMEX Erdgas in der Gegend. Dies führte zu einem Gerangel um Öl- und Gas-Konzessionen in der nahe gelegenen Stadt Yuma (Arizona).[7] Die Gegend wurde auch auf ihre Brauchbarkeit für ein Gezeitenkraftwerk untersucht.[8]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b http://fire.biol.wwu.edu/trent/alles/TheDelta.pdf, David L. Alles, ed., "The Delta of the Colorado River", Western Washington University, 6. August 2006.
  2. David A. Alles, ed., "Geology of the Salton Trough", Western Washington University, 28. Mai 2005 (PDF; 1,8 MB)
  3. Eduardo Palacios, Eric Mellink, "Additional Records of Breeding Birds from Montague Island, Northern Gulf of California", Centro de Investigaci6n Cientifica y Educacion Superior de Ensenada, B.C., Apartado Postal 2732, Ensenada, Baja California, Mexico. (PDF; 75 kB)
  4. [1] E. Peresbarbosa, E. Mellink, "Nesting Waterbirds of Isla Montague, Northern Gulf of California, Mexico: Loss of Eggs due to Predation and Flooding, 1993-1994", Waterbirds, Vol. 24, No. 2, pp. 265-271. August 2001.
  5. [2] Antonio Badan, "The effects of El Niño in Mexico: A survey", Geofisica Internacional, Vol. 42, No. 3, pp. 567-571 (2003).
  6. Carlie A. Rodriguez, Karl W. Flessa, David Le Dettman, "Effects of Upstream Diversion of Colorado River Water on the Estuarine Bivalve Mollusc Mulinia coloradoensis", Conservation Biology, Vol. 15, No. 1, pp. 249-258, Februar 2001.
  7. "Find prompts scramble", The Courier, Vol. 90, No. 152, 4. August 1981.
  8. S. Sheth, M. Shahidehpour, "Tidal energy in electric power systems", Power Engineering Society General Meeting, 2005. IEEE, Juni 2005