Isle of Mull

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Isle of Mull
Die typische Landschaft Mulls im Frühjahr
Die typische Landschaft Mulls im Frühjahr
Gewässer Atlantischer Ozean
Inselgruppe Innere Hebriden
Geographische Lage 56° 27′ N, 6° 0′ W56.448888888889-5.9925966Koordinaten: 56° 27′ N, 6° 0′ W
Lage von Isle of Mull
Fläche 875,35 km²
Höchste Erhebung Ben More
966 m
Einwohner 2667 (2001)
3 Einw./km²
Hauptort Tobermory
Blick auf den Hauptort Tobermory
Blick auf den Hauptort Tobermory

Isle of Mull (schottisch-gälisch: Eilean Muile oder Muile?/i; kurz auch Mull) ist eine Insel der Inneren Hebriden vor der Nordwestküste Schottlands, die zum Argyll & Bute Council gehört.

Geographie[Bearbeiten]

Die höchste Erhebung der Insel ist der 966 Meter hohe Ben More. Das Zentrum der Insel ist Tobermory mit etwa 990 Einwohnern (Schätzung 2004[1]). Insgesamt leben auf der Insel etwa 2700 Menschen.

Geologie[Bearbeiten]

Die gesamte Insel ist das Resultat der langwährenden Erosion der letzten 30 bis 40 Millionen Jahre. Sie besteht größtenteils aus Basalt. Das Alumosilikat Mullit, ein wichtiger Rohstoff in der Keramikindustrie, wurde nach der Insel Mull benannt, da das Mineral 1924 hier erstmals entdeckt wurde.

Geschichte[Bearbeiten]

Mikrolithen belegen, dass Mull seit etwa 6000 v. Chr. (Mesolithikum) besiedelt war. Während der Stein- oder Bronzezeit erbauten die Bewohner unter anderem das Steinfort Dun Ara, Steinkreise (Steinkreis von Loch Buie), vier Steinreihen (Baliscate) und errichteten mehr als ein Dutzend Menhire. In der Eisenzeit entstanden zwei Brochs. Später folgten die Burgen und Schlösser Aros Castle, Ardtornish Castle, Calgary Castle, Duart Castle, Dunstaffnage Castle, Dunollie Castle, Glengorm Castle, Mingary Castle, Moy Castle und Torosay Castle.

Im 14. Jahrhundert wurde Mull ein Teil der Lordship of the Isles. Nach dem Zusammenbruch der Lordship im Jahre 1493 wurde die Herrschaft der Insel durch den Clan der MacLean, die in Duart Castle residierten, übernommen. 1681 wurde er vom Clan der Campbells abgelöst. Während der Clearances im 18. und 19. Jahrhundert sank die Zahl der Bewohner von 10.000 auf unter 4.000.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Inzwischen ist Mull eine touristisch gut erschlossene Insel und eine Zwischenstation für zahlreiche Pilger, die über Mull nach Iona gelangen. Vom Fährhafen aus fahren Reisebusse über die Insel. Die Straßen sind meist einspurig.

Mull ist per Fähre von Oban, Lochaline und Ardnamurchan aus zu erreichen. Von Mull aus verkehren Ausflugsboote zu den kleinen Inseln Iona und Staffa. Von 1983 bis 2010 war die Miniatureisenbahn Isle of Mull Railway zwischen Craignure und Torosay Castle in Betrieb.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Überregional bekannt ist die Whiskybrennerei Tobermory Distillery, die 1798 gegründet wurde. Sie wurde im Laufe der Zeit mehrfach umbenannt, geschlossen und wiedereröffnet. Seit 1983 wurde sie von Burn Stewart Distillers Ltd. übernommen und arbeitet seitdem kontinuierlich. Sie produziert Whiskys unter den Marken Tobermory und Ledaig. Die Ledaig ist getorft und hat dementsprechend ein sehr rauchiges Aroma, der Tobermory dagegen ist ungetorft.

Hier geborene Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Alastair de Watteville: The Isle of Mull. Tranquility & spectacular Beauty in the Inner Hebrides. Romsey Fine Art, Romsey 1994, ISBN 0-9521517-1-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isle of Mull – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen[Bearbeiten]

  1. General Register Office for Scotland: http://www.gro-scotland.gov.uk/statistics/theme/population/estimates/special-area/settlements-localities/archive/mid-2004-settlements.html Mid-2004 Population Estimates for Settlements in Scotland