Isle of Wight

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Dieser Artikel erläutert die Insel Isle of Wight; für das danach benannte Festival siehe Isle of Wight Festival.
Isle of Wight
Flagge der Isle of Wight

Flagge

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Über dieses Bild

Lage

Basisdaten
Status Unitary Authority
Zeremonielle Grafschaft
Region South East England
Verwaltungssitz Newport
Fläche 380,00 km² (46.)
Einwohner (2012) 138.748[1]
ONS-Code 00MW
ISO 3166-2 GB-IOW
Website www.iwight.com
Satellitenbild der Isle of Wight
Historische Karte (um 1888)

Die Isle of Wight [ˌaɪləvˈwaɪt] (deutsch Insel Wight) ist eine der Südküste Großbritanniens vorgelagerte Insel – gegenüber der Stadt Southampton gelegen. Sie ist rund 35 km lang und bis zu etwa 20 km breit. Auf einer Fläche von 381 km² leben rund 138.700 Menschen (2012). Früher gehörte die Insel zur Grafschaft Hampshire, aber seit 1974 ist sie eigenständig. Hauptstadt ist Newport.

Geographie[Bearbeiten]

Die Insel hat in etwa die Form einer Raute. Vom britischen Festland wird sie heute durch den Solent, einen Meeresarm des Ärmelkanals, getrennt. Bis 6000 v. Chr. war sie Teil des Festlandes, und der Solent war ein Fluss. Geologisch gesehen gehört die Insel zur südenglischen Kreideformation. Landschaftliches Merkmal sind die Kreidehügel, die sich im Zentrum über die gesamte Insel ziehen, um am westlichen Ende von Wight vor den Needles (Nadeln), drei bis zu 30 m aus dem Meer ragenden Kalkfelsen, steil ins Meer abzufallen.

Geschichte[Bearbeiten]

Es gibt Spuren einer mesolithischen und neolithischen Anwesenheit auf der Insel, die sich in Artefakten widerspiegelt. Aus der Bronzezeit sind Hügelgräber vorhanden, die Funde in Form von Dolchen und Äxten lieferten. Als eisenzeitliche Siedlung wird das Hügelfort auf dem „Chillerton Down“ angesehen. Keltische Belgae kamen auf die Insel, als sie der römischen Eroberung Galliens auswichen. Gaius Suetonius Tranquillus, Sueton genannt, beschreibt die Eroberung der Insel, die die Römer Vectis nannten, im Jahre 43 n. Chr. durch Vespasian. Aus römischer Zeit erhielten sich die Grundmauern von acht Landhäusern, am besten bei Brading und Newport.

Nach dem Abzug der Römer wurde die Insel und das auf der britischen Hauptinsel gegenüberliegende südliche Hampshire von Jüten besiedelt. Die Isle of Wight stand in enger kultureller Verbindung mit dem ebenfalls jütischen Königreich Kent.[2] Dass die Insel der Angelsächsischen Chronik zufolge um 530 an den Westsachsen Cerdic gefallen sein soll, gilt als unhistorische Legende.[3]

Die jütische Besiedlung in den Dunklen Jahrhunderten (Dark Ages) wurde durch archäologische Funde von den im 19. Jahrhundert ausgegrabenen Gräberfeldern „Chessell Down“ und „Bowcombe Down“ belegt. Neben Skeletten wurden Eisenschwerter, Messer und Schmuck, wie Broschen und Schnallen, gefunden.

Wulfhere von Mercia unternahm um 660[4] einen erfolgreichen Feldzug gegen die Isle of Wight und das inzwischen zu Wessex gehörende Meonwara (Tal des Flusses Meon, südöstliches Hampshire). Beide provinciae (Provinzen), die zuvor eine „Pufferzone“ zwischen den Königreichen Sussex und Wessex bildeten, unterstellte er dem ihm untergeordneten König Æthelwalh von Sussex.[5]

Im Jahr 686 eroberte der westsächsische König Caedwalla das heidnische Kleinkönigreich unter König Arualdus (Arwald). Dieser war gegen die Übermacht der Truppen aus Wessex machtlos und kam, ebenso wie seine beiden jüngeren Brüder, in den Kämpfen, in denen auch ein Großteil der Inselbewohner hingemetzelt wurde, ums Leben. Caedwalla ließ die Insel durch Westsachsen neu besiedeln und gab ein Viertel des eroberten Landes an die Kirche.[6] Fortan war die Isle of Wight eine „Provinz“ des Königreichs Wessex.[2] In der Wikingerzeit wurde die Insel mehrfach das Ziel von Überfällen und diente den Wikingern auch zeitweilig als Basis.[7]

Der Belehnung durch William den Eroberer an die FitzOsberns folgte eine ruhige Periode, die 1293 damit endete, dass die Insel wieder an die Krone fiel. Im Hundertjährigen Krieg wurde die Insel mehrmals durch französische Truppen verwüstet.

Wichtigste Städte[Bearbeiten]

  1. Newport (Verwaltungssitz)
  2. Cowes (Jachthafen)
  3. Ryde (Badeort mit langem Pier)
  4. Yarmouth
  1. Sandown
  2. Shanklin
  3. Brading (Ruinen einer römischen Villa)
  4. Ventnor
Westliches Ende der Insel Wight mit der Alum Bay und den Needles, von Headon Warren aus gesehen
The Needles aus der Nähe

Flüsse[Bearbeiten]

Die Isle of Wight wird von zwei Flüssen durchflossen, die im südlichen Teil der Insel entspringen. Die Medina fließt in nördliche Richtung durch die Hauptstadt Newport in den Solent bei Cowes. Der Fluss Yar verläuft bis ins Zentrum der Insel parallel zur Medina und fließt dann in östliche Richtung bei St. Helens ins Meer.

Verkehr[Bearbeiten]

Hovercraft zur Isle of Wight (2000)
Rathaus von Ryde (1979)
Shanklin (1979)

Fährverbindungen[Bearbeiten]

Von den Einwohnern schlicht „die Insel“ genannt, gibt es zu/von ihr diverse Schiffsverbindungen.

Personenfähren:

  • Wightlink-Katamaran („CAT“), zwischen Ryde und Portsmouth, Fahrzeit 15 min
  • Hovertravel-Luftkissenboot, zwischen Ryde und Southsea, Fahrzeit 10 min
  • Red Funnel Jet zwischen Cowes und Southampton, Fahrzeit ca. 20 min

Autofährverbindungen bestehen von/nach Lymington, Southampton und Portsmouth.

Flugplätze[Bearbeiten]

Flugplätze für kleinere Maschinen bestehen in Bembridge und Sandown.

Straßennetz[Bearbeiten]

Auf der Insel selbst existiert ein dichtes Straßennetz, das vor allem in der Urlaubssaison auch stark frequentiert wird. Wegen der Nähe zum Festland ist die Insel ein beliebtes Ziel für Briten, die speziell die Küstenorte Ryde, Sandown, Shanklin, Ventnor und Freshwater, aber auch verschiedene kleinere Ortschaften z. B. Godshill in verschiedenen Gegenden gern besuchen.

Öffentlicher Nahverkehr[Bearbeiten]

Die Insel wird von einem sehr gut ausgebauten Busnetz von Southern Vectis durchzogen. Das sog. Rover Ticket ist die preiswerteste Art die Insel zu erkunden.

Die Isle of Wight hat eine der kürzesten britischen Eisenbahnlinien. Die Island Line („Insel-Linie“) fährt gerade einmal 13,6 Kilometer von Ryde Pier Head nach Shanklin im Osten der Insel. Alte Züge der Londoner U-Bahn, teilweise noch Baujahr 1938, fahren auf dieser Strecke. Dennoch soll die Bahngesellschaft die höchste Zuverlässigkeit aller britischen Bahngesellschaften haben.

Seefunkstelle[Bearbeiten]

In Niton befindet sich die britische NAVTEX-Seefunkstelle.

Veranstaltungen[Bearbeiten]

Compton Chine, östlich im Hintergrund: Blackgang (1995)

Das wichtigste Ereignis des Jahres ist die weltberühmte Segelregatta. Die Cowes Week zieht jeden August hunderttausende von Besuchern auf die Insel. Andere wichtige Segelveranstaltungen in Cowes sind der Start des Admiral’s Cup im Juli und der Commodores Cup im August.

Ein berühmtes Rock-Festival - das Isle of Wight Festival - fand 1970 in der Nähe von Tennyson Down, West Wight statt. Hier spielten unter anderem The Doors, The Who, Miles Davis, Leonard Cohen, Jimi Hendrix und Supertramp. Diesem Festival gingen zwei kleinere Veranstaltungen in den Jahren 1968 und 1969 voraus. Ein Revival fand im Jahr 2002 statt.

Seit einigen Jahren ist es eine regelmäßige Veranstaltung, die jährlich Bands präsentiert und zu einem der wichtigsten Festivals in Großbritannien geworden ist.

Ein weiteres regelmäßiges Festival ist das Bestival, das IOW Jazz Festival sowie die IOW International Scooter Rally, das größte Motorrollertreffen der Welt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bekannte Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isle of Wight – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerung von England und Wales am 30. Juni 2012 (ZIP; 832 kB)
  2. a b Simon Keynes: Kings of the Isle of Wight. In: Lapidge et al. (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u.a. 2001, ISBN 978-0-6312-2492-1, S. 512.
  3. Barbara Yorke: Cerdic (kostenpflichtige Registrierung erforderlich). In: Oxford Dictionary of National Biography, Oxford University Press, 2004. abgerufen am 13. November 2011
  4. Barbara Yorke: Wessex in the early Middle Ages, Continuum, 1995, ISBN 978-0718518561, S. 39–40.
  5. S. E. Kelly: Sussex, Kingdom of. In: Lapidge et al (Hrsg.): The Blackwell Encyclopaedia of Anglo-Saxon England. Wiley-Blackwell, Oxford u.a. 2001, ISBN 978-0-6312-2492-1, S. 431–432.
  6. Beda: HE 4,16
  7. Angelsächsischen Chronik zu den Jahren 897, 998, 1001, 1006, 1009, 1013 usw.
  8. Siehe IMDb
  9. See red squirrels on the Isle of Wight, nationaltrust.org, abgerufen am 9. Februar 2013

50.680833333333-1.2808333333333Koordinaten: 50° 41′ N, 1° 17′ W