Isolde Hausser

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Isolde Hausser, Geburtsname Isolde Ganswindt (* 7. Dezember 1889 in Berlin; † 5. Oktober 1951 in Heidelberg) war eine deutsche Physikerin und spätere Abteilungsleiterin des Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Instituts für medizinische Forschung.

Leben[Bearbeiten]

Sie war die Tochter Hermann Ganswindts und seiner ersten Ehefrau Anna Minna geborene Fritsche (1866–1911). Nach dem Abitur 1909 an der Chamisso-Schule, Berlin-Schöneberg, begann sie ein Studium der Physik, Mathematik und Philosophie an der Universität Berlin, das sie im Jahr 1914 mit einer Promotion über Erzeugung und Empfang kurzer elektrischer Wellen abschloss.

Von 1914 bis 1929 war sie als Mitarbeiterin der Forschungsabteilung von Telefunken in Berlin unter der Leitung von Hans Rukop (1883–1958), mit dem sie auch gemeinsam mehrere Forschungsarbeiten publizierte, angestellt. Sie heiratete 1918 den Physiker Karl Wilhelm Hausser (1887–1933), mit dem sie einen Sohn, Karl Hermann Hausser (1919–2001), hatte. 1929 wechselte sie zum Kaiser-Wilhelm-Institut für medizinische Forschung in Heidelberg, wo sie 1935 die Leitung einer selbständigen Abteilung übernahm. Aus dem KWI für medizinische Forschung wurde später das Max-Planck-Institut für medizinische Forschung. Hausser arbeitete dort bis zu ihrem Tod im Jahre 1951.

Isolde Hausser trug mit ihren Arbeiten zur Röhrenforschung, den physikalischen Grundlagen der Strahlentherapie, der Radartechnik und der Strahlenforschung in der Medizin bei.

Nach ihr wurde die Isolde-Hausser-Straße in Königs Wusterhausen benannt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Margot Fuchs: Isolde Hausser (1889–1951). Physikerin in Industrie und Forschung. In: Annemarie Haase, Harro Kieser (Hrsg.): Können, Mut und Phantasie. Portraits schöpferischer Frauen aus Mitteldeutschland. Böhlau, Weimar u. a. 1993, ISBN 3-412-02993-9, (Aus Deutschlands Mitte 26), S. 149–164.
  • Margot Fuchs: Isolde Hausser (7.12.1889–5.10.1951). Technische Physikerin und Wissenschaftlerin am Kaiser-Wilhelm-/Max-Planck-Institut für Medizinische Forschung, Heidelberg. In: Berichte zur Wissenschaftsgeschichte. 17, 1994, S. 201–215, ISSN 0170-6233.
  • Karl Hausser, Rudolf Frey: 50 Jahre Hausser-Vahle-Kurve. In: Acta medicotechnica 29, 1981, Heft 1, ISSN 0172-6099, S. 33–34.
  • Richard KuhnHausser, Isolde. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 8, Duncker & Humblot, Berlin 1969, ISBN 3-428-00189-3, S. 127 f. (Digitalisat).
  • Marilyn Ogilvie, Joy Harvey (Hrsg.): The biographical dictionary of women in science. Pioneering lives from ancient times to the mid-20th century. Volume 1: A – K. Routledge, New York u. a. 2000, ISBN 0-415-92039-6, S. 566–568.
  • Ulrich Schmidt-Rohr: Erinnerungen an die Vorgeschichte und die Gründerjahre des Max-Planck-Instituts für Kernphysik. s. n., Heidelberg 1996.
  • Annette Vogt: Vom Hintereingang zum Hauptportal – Wissenschaftlerinnen in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. In: Dahlemer Archivgespräche 2, 1997, ISSN 1431-6641, S. 134–139.
  • Annette Vogt: Vom Hintereingang zum Hauptportal? Lise Meitner und ihre Kolleginnen an der Berliner Universität und in der Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft. Steiner, Stuttgart 2007, ISBN 978-3-515-08881-7, (Pallas Athene 17).
  • Annette Vogt: Wissenschaftlerinnen in Kaiser-Wilhelm-Instituten. A – Z. 2. erweiterte Auflage. Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft, Berlin 2008, ISBN 978-3-927579-12-5, (Veröffentlichungen aus dem Archiv zur Geschichte der Max-Planck-Gesellschaft 12), S. 70–72.
  • Siegfrid von Weiher (Hrsg.): Männer der Funktechnik. Eine Sammlung von 70 Lebenswerken deutscher Pioniere der Funktechnik (drahtlose Telegrafie, Radar, Rundfunk und Fernsehen). VDE-Verlag, Berlin u. a. 1983, ISBN 3-8007-1314-4.

Weblinks[Bearbeiten]