Ispei

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51.3438888888897.7802777777778337Koordinaten: 51° 20′ 38″ N, 7° 46′ 49″ O

Ispei
Stadt Hemer
Höhe: 337 m ü. NN
Postleitzahl: 58675
Vorwahl: 02372
Karte

Dorfgemeinschaftshaus

Ispei ist als ein Teil der ehemals selbstständigen Gemeinde Frönsberg in Nordrhein-Westfalen seit dem 1. Januar 1975 ein Ortsteil der Stadt Hemer.[1] Die Siedlung liegt im Stephanopeler Tal im Südosten der Stadt, zwischen Stephanopel im Norden und Heppingserbach im Süden.

Ispei war während 145 Jahren Standort einer Schule für die Gemeinde Frönsberg. 1823 wurde in einem für 500 Reichstaler erworbenen kleinen Kotten auf Initiative des Pfarrers Friedrich Wilhelm Wulfert ein Schulraum mit Lehrerwohnung eingerichtet.[2] Damit hatten die Kinder der benachbarten Ortsteile Frönsberg, Stephanopel, Heppingserbach, Heppingsen, Heide und Hüingsen nicht mehr die weiten, schlechten Schulwege nach Evingsen, Iserlohn, Ihmert oder Sundwig oder konnten überhaupt eine Schule besuchen. Erster Lehrer der neu gegründeten Schule war Gottlieb Lührmann, Sohn einer Iserlohner Lehrerfamilie. Dieser hatte, zu jener Zeit noch ungewöhnlich, bereits ein Lehrerseminar in Soest absolviert. In den 1830er Jahren besuchten etwa 20 bis 30 Kinder die evangelische Volksschule in Ispei. Um 1870 lag die Schülerzahl bei ungefähr 60 Kindern und die Schule wurde zu klein. Die Gemeinde errichtete 1875 ein neues Schulgebäude. Die höchste Schülerzahl erreichte die Schule 1897 mit 91 Kindern. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm die Schülerzahl kontinuierlich ab. 1966 war die Zahl auf 48 Kinder gesunken. Im Zuge der Schulreform in Nordrhein-Westfalen im Jahr 1968 wurde die Ispeier Schule am 31. Juli 1968 geschlossen. [3]

Nach einer anschließenden Nutzung für Dorfveranstaltungen und als Kirche befindet sich das Gebäude heute in Privatbesitz.

Veranstaltungen finden nun in dem 2007 gebauten Dorfgemeinschaftshaus statt. In das neue Veranstaltungszentrum ist ein Feuerwehrhaus integriert, das die Funktion des historischen Feuerwehrgerätehauses in Heppingsen übernommen hat. [4]

Von Anfang 1950 bis in das Jahr 1960 gab es im Ortsteil ein Freibad. Arbeiter des in Heppingserbach ansässigen Unternehmens Carl Rohländer hatten das Becken von Hand ausgeschachtet. Es gab Umkleidekabinen und ein Sprungbrett. Gespeist wurde das Bad vom Heppingser Bach. Da die Gemeinde Frönsberg keinen Bademeister einstellen konnte, schwamm man auf eigene Verantwortung. Das Freibad war unbeheizt. Nachlassendes Interesse führte zum Verfall des Bades, das 1960 stillgelegt wurde. [5]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Der Theologe Heinrich Schlier lebte zwischen 1938 und 1959 in Ispei. In diesem Zeitraum entstand unter anderem seine wertvolle Übersetzung und Erklärung des „Paulus-Briefes an die Galater“.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 333.
  2. Dr. Hugo Banniza im Hemer-Kurier (nach 1983): Schon 1882 klagten die Stefanopler über die schlechten Straßen
  3. Robert Gräwe: Evangelische Volksschule Frönsberg in Ispei - 1823 bis 1968. In: Die Fibel - Hemeraner Schulgeschichte(n), Teil 1: Die Volks- und Grundschulen. Band 7, 2007, S. 303–313, ISBN 978-3-89053-115-1.
  4. IKZ Hemer: „Spatenstich für Dorfhaus“, vom 18. Mai 2007
  5. Anna Maria Hesse: Heidermühle – Kleinod im Stephanopeler Tal, S. 127. Zimmermann, Balve 1985, ISBN 3-89053-009-5.