Israel

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Israel (Begriffsklärung) aufgeführt.
מדינת ישראל Medinat Jisra'el (hebr.)

دولة إسرائيل Daulat Isrāʾīl (arab.)
Staat Israel

Flagge Israels
Wappen Israels
Flagge Emblem
Amtssprache Neuhebräisch (Ivrit), Arabisch
Hauptstadt Jerusalem (Sitz des Parlaments und der Regierung)[1]
Staatsform Parlamentarische Republik
Regierungssystem Parlamentarische Demokratie
Staatsoberhaupt Präsident
Schimon Peres
Regierungschef Premierminister
Benjamin Netanjahu
Fläche Kernland 20.991 km² / 22.145 km²
besetzte Gebiete 6.831 km²
Einwohnerzahl 8.134.100 (2013)[2]
Bevölkerungsdichte 381,22 Einwohner pro km²
Bruttoinlandsprodukt
  • Total (nominal)
  • Total (KKP)
  • BIP/Einw. (nominal)
  • BIP/Einw. (KKP)
2013[2]
  • $ 242,8 Milliarden (41.)
  • $ 235,2 Milliarden (51.)
  • $ 31.986 (28.)
  • $ 30.975 (27.)
Human Development Index 0,900 (16.) (2012)[3]
Währung Neuer Israelischer Schekel (ILS)
Unabhängigkeit 14. Mai 1948 – 5. Ijjar 5708
Nationalhymne HaTikwa (dt.: „die Hoffnung“)
Nationalfeiertag 5. Ijjar (Tag der Unabhängigkeit)
Zeitzone UTC+2
UTC+3 (Sommerzeit)
Kfz-Kennzeichen IL
ISO 3166 IL, ISR, 376
Internet-TLD .il
Telefonvorwahl +972
Ägypten Tunesien Libyen Algerien Marokko Mauretanien Senegal Gambia Guinea-Bissau Guinea Sierra Leone Liberia Elfenbeinküste Ghana Togo Benin Nigeria Äquatorialguinea Kamerun Gabun Republik Kongo Angola Demokratische Republik Kongo Namibia Südafrika Swasiland Mosambik Tansania Kenia Somalia Dschibuti Eritrea Sudan Ruanda Uganda Burundi Sambia Malawi Simbabwe Botswana Äthiopien Südsudan Zentralafrikanische Republik Tschad Niger Mali Burkina Faso Jemen Oman Vereinigte Arabische Emirate Saudi-Arabien Irak Iran Kuwait Katar Bahrain Israel Syrien Libanon Jordanien Zypern Türkei Afghanistan Turkmenistan Pakistan Griechenland Italien Malta Frankreich Portugal Spanien Mauritius Réunion Mayotte Komoren Seychellen Madagaskar Sao Tome und Príncipe Sri Lanka Indien Indonesien Bangladesh Volksrepublik China Nepal Bhutan Myanmar Kanada Dänemark (Grönland) Island Mongolei Norwegen Schweden Finnland Irland Vereinigtes Königreich Niederlande Belgien Dänemark Schweiz Österreich Deutschland Slowenien Kroatien Tschechische Republik Slowakei Ungarn Polen Russland Litauen Lettland Estland Weißrussland Moldawien Ukraine Mazedonien Albanien Montenegro Bosnien und Herzegowina Serbien Bulgarien Rumänien Georgien Aserbaidschan Armenien Kasachstan Usbekistan Tadschikistan Kirgisistan Russland Vereinigte Staaten Malediven Japan Nordkorea Südkorea Republik China Singapur Malaysia Philippinen Thailand Vietnam Laos Kambodscha Indien Venezuela Guyana Suriname Frankreich (Französisch-Guayana) Brasilien Kap Verde Spanien (Kanaren) Dominikanische Republik Puerto Rico Dominkanische Republik Bahamas Jamaika Kuba Mexiko Mexiko Venezuela Guyana Suriname Frankreich (Französisch-Guayana) Brasilien Kap Verde Spanien (Kanaren) Dominikanische Republik Puerto Rico Dominkanische Republik Bahamas Jamaika Kuba Mexiko Mexiko Dänemark (Färöer)Israel on the globe (de-facto) (Europe centered).svg
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Israel (hebräisch ‏ מדינת ישראל?/iMedinat Jisra'el, arabisch ‏دولة إسرائيل‎, DMG Daulat Isrāʾīl) ist ein Staat in Vorderasien, der an den Libanon, Syrien, Jordanien, das Westjordanland, Ägypten und den Gazastreifen grenzt. Im Westen grenzt Israel an das Mittelmeer. Er ist der einzige Staat der Welt, in dem Juden eine Bevölkerungsmehrheit bilden. Völkerrechtlich legitimiert durch eine Resolution der Generalversammlung der Vereinten Nationen von 1947 wurde Israel nach Ende des britischen Mandats über Palästina am 14. Mai 1948 als parlamentarische Republik proklamiert. Dieser Plan der UN, Palästina in einen israelischen und einen arabisch-palästinensischen Staat aufzuteilen, war ein entscheidendes Ereignis des vielschichtigen Nahostkonflikts, der in Teilen bis heute andauert.

Die US-amerikanische Nichtregierungsorganisation Freedom House stuft (Stand 2013) das Land (ohne West Bank und Gaza-Streifen, die in der Studie nicht berücksichtigt wurden) unter sieben demokratischen Staaten im Nahen Osten als einzige „freie Demokratie“ ein.[4][5]

Name

Die ägyptische Merenptah-Stele – der älteste Beleg für das Wort „Israel“

Der älteste Beleg für das Wort „Israel“ ist die ägyptische Merenptah-Stele, die sich heute im Ägyptischen Museum in Kairo befindet. Sie beschreibt einen Feldzug gegen ein Volk Israel im Lande Kanaan und wird auf das Jahr 1211 v. Chr. datiert.

Die Volksetymologie des Alten Testaments deutet „Israel“ als „Gottesstreiter“ (Gen 32,29 EU). Jakob bekam diesen neuen Namen, nachdem er mit einem geheimnisvollen Gegner gerungen hatte. Seine Nachkommen, die zwölf Stämme, wurden als „Kinder Israels“, „Israeliten“ oder kurz „Israel“ bezeichnet. Der Name entspricht einer weit verbreiteten semitischen Namensform, die ein Verb im Imperfekt und das theophore Element El als Subjekt enthält. Das verbale Element wird in dieser Deutung als von der semitischen Wurzel שרה „sarah = ringen, kämpfen“ abgeleitet angesehen. Möglich ist allerdings auch eine Ableitung von der Wurzel שרר „sarar = herrschen“. Das hebräische Imperfekt kann im Deutschen mit dem Präsens oder der Wunschform wiedergegeben werden, so dass sich als mögliche Übersetzungen ergeben: „Gott streitet (für uns)“ oder „Gott möge (für uns) streiten“ und „Gott herrscht“ oder „Gott möge herrschen“.

Der offizielle Name des Staates lautet Medinat Jisra'el. Andere Namensvorschläge für den neuen Staat, die verworfen wurden, lauteten: Eretz Israel, Zion, Judäa und Neu Judäa.

Geographie

Israel liegt auf einer Landbrücke zwischen Asien und Afrika am östlichen Rand des Mittelmeeres. Damit zählt es geographisch zu Vorderasien, geologisch aber zu Afrika, da es auf der afrikanischen Kontinentalplatte liegt. Im Osten liegt die Arabische Platte und die Grenze dazu bildet das Jordantal, welches Teil des Großen Afrikanischen Grabenbruchs ist. Im Norden grenzt Israel an den Libanon, im Nordosten an Syrien, im Osten ans Westjordanland und Jordanien, im Südwesten an den Gazastreifen und Ägypten und im Süden ans Rote Meer.

Fläche

Das Gebiet Israels innerhalb der sogenannten Grünen Linie, der Waffenstillstandlinie von 1949, beträgt 20.770 km², davon sind 20.330 km² Land und 440 km² Wasser.[6] Das entspricht etwa der Größe Hessens. In der Länge misst das Land von Norden bis Süden 470 km. An seiner breitesten Stelle misst das Land 135 km, an der schmalsten nur 15 km.

Die im Sechstagekrieg von 1967 von Israel eroberten Gebiete haben eine Fläche von über 67.000 km², wobei rund 60.000 km² auf die 1982 an Ägypten zurückgegebene Sinai-Halbinsel entfallen. Die Fläche des von Israel annektierten Golan mit dem 2248 m hohen Berg Hermon beträgt 1150 km², diejenige Ostjerusalems und Umgebung 70 km². Das Westjordanland, in Israel amtlich als Judäa und Samaria bezeichnet, umfasst 5879 km², 220 km² davon Wasser, und der Gazastreifen misst 360 km².[6]

Landschaft

Har Meron in Galiläa
Dattelpalmen in der Arava

Israel lässt sich in vier Regionen einteilen: Die Mittelmeerküste, die Hügellandschaft im Zentrum, das Jordantal und die Negev-Wüste.

Das Tote Meer ist mit −418 m der niedrigste Punkt Israels und der Erde, der höchste Punkt des Landes ist der Berg Meron in Galiläa mit 1208 m.

Die Küstenebene verläuft von der libanesischen Grenze nach Gaza im Süden, nur vom Karmelkap in der Bucht von Haifa unterbrochen. Um Gaza ist sie etwa 40 km breit, wird gegen Norden immer schmaler und hat an der libanesischen Grenze nur noch eine Breite von fünf Kilometer. Sie ist fruchtbar und subtropisch und wird für den Anbau von Wein und Zitrusfrüchten genutzt. Der am dichtesten bevölkerte Teil zwischen Tel Aviv und Haifa heißt Scharonebene. Die Ebene wird von mehreren kurzen Flüssen durchzogen, von denen nur zwei, der Jarkon und der Kischon, ganzjährig Wasser führen.

Östlich der Küste, im Zentrum des Landes, schließt sich eine Hügellandschaft an. Im Norden liegen die Berge und Hügel des oberen und unteren Galiläa, weiter im Süden schließen sich im besetzten Westjordanland die Hügel des biblischen Samaria mit ihren fruchtbaren Tälern an, die südlich von Jerusalem vom judäischen Bergland mit seinen recht unfruchtbaren Hügeln abgelöst werden. Das Hügelland liegt im Durchschnitt 610 Meter über dem Meeresspiegel und erreicht in Galiläa mit dem Berg Meron (1208 m) seinen höchsten Punkt. Viele Täler durchschneiden die Landschaft in Ost-West-Richtung. Das größte ist die Jesreelebene (biblisch als Tal Esdrelon bezeichnet), welches sich von Haifa aus 48 km in südöstlicher Richtung bis zum Jordantal erstreckt. Es ist an seiner breitesten Stelle 19 km weit.

Östlich der Hügellandschaft liegt das Jordantal, welches einen kurzen Abschnitt des 6500 km langen Großen Afrikanischen Grabenbruchs bildet. Der Jordan, mit 322 km Israels längster Fluss, wird aus den Quellflüssen Dan, Banijas und Hazbani im Norden gespeist. Der Jordan fließt südlich durch die Huleebene in den See Genezareth (hebr. ים כנרת - Jam Kineret). Der See hat eine Fläche von 165 km² und liegt etwa auf 213 m unter dem Meeresspiegel. Mit einem Speichervermögen von drei Kubikkilometern ist er das wichtigste Wasserreservoir des National Water Carrier. Der Jordan fließt im Süden des Sees Genezareth ab und endet schließlich im Toten Meer, das ein extrem salzhaltiger und abflussloser See ist. Das Tote Meer, das sich Israel mit den palästinensischen Gebieten und Jordanien teilt, ist der tiefste Punkt der Erdoberfläche. Es liegt 418 m unter dem Meeresspiegel und hat eine Fläche von 1020 km². Südlich des Toten Meeres führt der Grabenbruch mit der Arava-Senke, die über 170 km keinen dauerhaften Wasserfluss besitzt, bis zum Golf von Akaba. Die Arava-Senke bildet die Grenze zu Jordanien.

Der Negev bedeckt mit einer Fläche von rund 12.000 km² mehr als die Hälfte der Landfläche Israels. Geographisch gehört er zur Sinai-Wüste. Die Wüstenregion beginnt im Norden etwa auf der Höhe von Be'er Scheva und endet bei Eilat, der südlichsten Stadt Israels.

Klima

Das Klima in Israel wird bestimmt durch seine Lage zwischen der subtropischen Trockenheit der Sahara und der arabischen Wüsten einerseits und der subtropischen Feuchtigkeit der Levante andererseits. Obwohl Israel ein sehr kleines Land ist, hat es mehrere Klimazonen. Das Klima ist von der Entfernung zum Mittelmeer, von der Höhe und der geographischen Breite abhängig. Im Norden gemäßigt und bewaldet, ist Israel im Süden heiß und wüst. Insgesamt sind 50 % des Landes Steppe und Wüste, wobei die Negev-Wüste die größte Fläche darstellt. An der Küste zum Mittelmeer herrscht das subtropische Mittelmeerklima, das sich durch trockene, heiße Sommer und regenreiche, milde Winter auszeichnet.

Der Januar ist der kälteste Monat mit Durchschnittstemperaturen zwischen 6 °C und 15 °C, Juli und August sind mit 22 °C bis 33 °C die wärmsten Monate. Die Sommer sind an der Mittelmeerküste von hoher Luftfeuchtigkeit geprägt, im Inneren des Landes, dem Jordantal und dem Negev jedoch recht trocken. In Eilat werden oft die höchsten Temperaturen erreicht, örtlich bis zu 46 °C. Mehr als 70 % des durchschnittlichen Regens fällt zwischen November und März. Von Juni bis September fällt normalerweise kein Regen. Die Niederschlagsmenge nimmt von Nord nach Süd stark ab, so dass ganz im Süden im Durchschnitt nur 30 mm, im Norden mehr als 900 mm im Jahr erwartet werden können. Besonders im Negev variiert die Niederschlagsmenge von Jahr zu Jahr sehr stark. Im Winter kann es in den höheren Regionen zu Schnee kommen, ab und zu auch in Jerusalem. Die drei Gipfel des Hermon sind im Winter über mehrere Monate von Schnee bedeckt.

Die Gebiete mit Niederschlägen von mehr als 300 mm im Jahr werden besonders intensiv landwirtschaftlich genutzt. Etwa ein Drittel des Landes kann bebaut werden.

Unwetter und Hagel sind in der regnerischen Zeit üblich und Wasserhosen können die Mittelmeerküste treffen, richten aber nur sehr geringe Schäden an. Allerdings wurde am 4. April 2006 der Westen Galiläas von Gewitterzellen und einem F2-Tornado getroffen, der größere Schäden verursachte und durch den 75 Personen verletzt wurden.

Flora und Fauna

Mesopotamischer Damhirsch im Wildpark Chai Bar Karmel

Durch seine Lage zwischen Wüstengebieten und mediterranen Wäldern hat Israel eine sehr reiche Pflanzen- und Tierwelt. Zahlreiche Tiere, wie etwa der Löwe und das Nilkrokodil, sind mittlerweile jedoch längst ausgerottet. Einige Exemplare des seltenen Arabischen Leoparden gibt es noch in der Judäischen Wüste und im Negev.[7] Unter den Großtieren halten konnte sich beispielsweise der Nubische Steinbock.

In den Wüstengebieten der Avara und des Negev wurden Arabische Oryxantilopen und Halbesel wiederangesiedelt, die im Wildpark von Chai Bar Jotvata gezüchtet werden. Im Norden gibt es mit Chai Bar Karmel einen ähnlichen Wildpark, in dem die Arten der mediterranen Klimazonen wie Mesopotamische Damhirsche und Wildschafe gezüchtet werden.

Verwaltungsgliederung

Hauptartikel: Bezirke Israels


Das Staatsgebiet Israels ist in sechs Bezirke, hebräisch mechozot (מחוזות; Singular. machoz), eingeteilt. Fast alle Bezirke sind in insgesamt 15 Unterbezirke, hebräisch nafot (נפות; Singular. nafa) unterteilt. Zusätzlich wird in den offiziellen Statistiken der Militärbezirk Judäa und Samaria geführt. Dieser umfasst die jüdischen Siedlungen im Westjordanland.

Die Verwaltungsgliederung der Bezirke kann im National Agency for Geodesy, Cadastre, Mapping and Geographic Information of Israel eingesehen werden.

Die Kommunalverwaltung besteht aus drei unterschiedlichen Typen: der Stadtverwaltung, hebr. Iriyah, der Gemeindeverwaltung, hebräisch Mo'atzah Mekomit und der Regionalverwaltungen, hebräisch Mo'atza Azorit.

Städte und Ortschaften

Nachtansicht von Tel Aviv-Jaffa, zweitgrößte Stadt Israels und wirtschaftliche Metropole

Es gibt in Israel 68 Städte und hunderte kleinere Ortschaften. Der Stadtstatus wird vom israelischen Innenminister an sich bewerbende Ortschaften vergeben, in der Regel nur dann, wenn sie mehr als 20.000 Einwohner zählen.

Größere Städte sind Jerusalem (773.000 Einwohner), Tel Aviv-Jaffa (403.700 Einwohner), Haifa (265.600 Einwohner), Rischon LeZion (228.200 Einwohner), Aschdod (206.400 Einwohner) und Be'er Scheva (194.300 Einwohner). In Jerusalem, Haifa, Jaffa oder Akko und Ramle lebt die arabische und jüdische Bevölkerung teilweise zusammen. Die größte prädominant arabische Stadt ist Nazareth (72.200 Einwohner) gefolgt von Umm al-Fahm (46.100 Einwohner), die größte von Beduinen bewohnte Stadt ist Rahat im Negev (51.700 Einwohner).[8]

Eine israelische Besonderheit sind die Kibbuzim und Moschawim. Es handelt sich dabei um Ortschaften mit einer sozialistisch-kollektiven oder genossenschaftlichen Verfassung. Im Laufe der Zeit hat aber der Grad der genossenschaftlichen Zusammenarbeit abgenommen, örtlich wurde er ganz abgeschafft.

In den besetzten Gebieten im Westjordanland gibt es etwas über 200 israelische Siedlungen, vier davon Städte mit über 15.000 Einwohnern und etwa 145 nicht bewilligte sogenannte „Outposts“, in Ostjerusalem befinden sich 32 und auf den Golanhöhen 42 jüdische Siedlungen (Schätzung aus dem Jahre 2010).[9]

Die israelischen Siedlungen in den im Juni 1967 von Israel eroberten Gebieten, einschließlich der von Israel annektierten, gelten für verschiedene internationale Organisationen als illegale Siedlungen gemäß geltendem Völkerrecht, das einen Bevölkerungstransfer in besetzte Gebiete verbietet (IV. Genfer Abkommen, Art. 49[10]). Israel bestreitet jedoch, dass es sich um Gebiete handelt, in denen das IV. Genfer Abkommen Gültigkeit hat.[11]

Safed im Winter

Bevölkerung

2013 zählt Israel 8.002.200 Einwohner, rund 6.042.000 (rund 75,3 %) davon Juden und 1.658.000 (20,7 %) Araber. Andere Einwohner sind rund 318.000 (4 %).[12]

Auf die Einwohnerzahl bezogen stand Israel 2011 an 97. Stelle aller Länder gleich nach der Schweiz.

Etwa 91 % der Bevölkerung leben in urbanen Gebieten, 25 % in einer der großen Städte. Die Bevölkerung wächst um 1,8 % pro Jahr, rund 70 % sind im Land geboren, 30 % sind jünger als 14 Jahre alt. Die Bevölkerungsdichte beträgt rund 380 Personen pro km².[13]

Die Staatsangehörigkeit wird durch Geburt oder Einbürgerung erworben. Durch das Rückkehrgesetz können grundsätzlich alle Juden, die nach Israel einwandern, die israelische Staatsbürgerschaft erlangen, wobei doppelte Staatsangehörigkeit möglich ist.

Bevölkerungsgruppen

Die israelische Statistik unterscheidet zwischen „Juden“ und „Arabern“, zu denen seit 1995 noch die Gruppe „Andere“ hinzukommt.

Jüdische Bevölkerung

Arabische Minderheit in Israel (2000).

Ende 2011 waren gut 75 % der israelischen Bevölkerung Juden gemäß israelischem Innenministerium. Unter der jüdischen israelischen Bevölkerung hatten 2001 26 % wenigstens einen in Israel geborenen Elternteil, 37 % waren Israelis der ersten Generation, 34,8 % Einwanderer und deren direkte Nachkommen aus Europa und Nordamerika und 25,3 % Einwanderer und deren Nachkommen aus Asien oder Afrika, hauptsächlich aus den muslimischen Ländern.[14] Nach der Auflösung der Sowjetunion sind über eine Million sowjetische Juden nach Israel eingewandert (ein Sechstel der Bevölkerung), davon alleine in der Zeit von 1989 bis 1999 mehr als 750.000.

Innerhalb der jüdischen Bevölkerung wird unterschieden zwischen

Arabische Bevölkerung

20,5 % der israelischen Bevölkerung sind Araber. Die arabische Bevölkerung lebt zum Teil in gemischten arabisch-jüdischen Städten wie Haifa, Jerusalem, Akko und Ramle. Der größere Teil lebt in arabischen Orten in Galiläa, in der östlichen Landesebene sowie im nördlichen Teil des Negev. 10 % sind Beduinen, viele mit festem Wohnsitz, weitere 10 % sind Drusen, deren Dörfer in Galiläa, auf dem Karmel und dem Golan liegen.[13]

Andere

Die als „Andere“ bezeichnete Bevölkerung von 322.000 (4,4 %) umfasst unter anderem nichtjüdische Einwanderer, die Bahai, die sich nicht nur als eigene Religionsgemeinschaft, sondern auch als eigene Bevölkerungsgruppe bezeichnen, die Alawiten, die Ahmadi, die Samaritaner und zwei Dörfer mit Tscherkessen.

Israelis in den besetzten Gebieten

Im Jahr 2010 lebten etwa 311.100 jüdische israelische Bürger in israelischen Siedlungen im Westjordanland, etwa 186.929 in Ostjerusalem und rund 18.100 auf den Golanhöhen.[6] Bis August 2005 lebten ungefähr 7500 Israelis in den Siedlungen des Gazastreifens.

Religionen

Hauptartikel: Religionen in Israel
Nazareth, Synagogenkirche
Bahai-Gärten in Haifa

Die Unabhängigkeitserklärung des Staates Israel von 1948 garantiert die Religionsfreiheit. Die Religionsgemeinschaften verwalten ihre religiösen und heiligen Stätten selbst, gesetzliche Regelungen sollen den freien Zugang garantieren und vor Entweihungen schützen. Anerkannte Religionsgemeinschaften sind die jüdische, die islamische, die verschiedenen christlichen Kirchengemeinden sowie die der Drusen und der Bahai. Die staatlich anerkannten Religionsgemeinschaften haben ein Recht auf interne Autonomie und auf staatliche Finanzierung ihrer Gebetshäuser und der Gehälter der religiösen Amtsträger.[13]

Gut 75 % der Bevölkerung Israels sind Juden. Damit ist Israel der einzige Staat der Welt, in dem Juden die Mehrheit der Einwohner bilden. Laut einer Umfrage aus dem Jahr 2009 bezeichnen sich

Die Mehrheit der israelischen Araber sind sunnitische Muslime. Im Jahr 2001 waren es 1.004.600, rund 17 % der Bevölkerung. Der Anteil Christen an der Bevölkerung betrug etwa 2,1 %, davon 113.100 arabische Christen und 25.400 nicht-arabische Christen. Die meisten sind Anhänger der griechisch-orthodoxen Kirche, von den insgesamt 138.500 Christen sind circa 75.000 Katholiken. Die Drusen machten mit 106.300 1,7 % der Bevölkerung aus.

Die weltweit einzige Gemeinde von Samaritanern zählt 751 Personen (Ende 2011). Gut die Hälfte leben in Israel, die übrigen leben im Westjordanland.

In Israel leben nach eigenen Angaben etwa 25.000 Karäer sowie eine nicht bekannte Anzahl messianische Juden, welche gewisse Elemente der jüdischen Religion übernommen haben, jedoch Jesus von Nazaret als Messias ansehen und dem Christentum zugerechnet werden.

Schließlich leben einige hundert Bahai in Haifa und Umgebung, wo sich ihre zentralen Heiligtümer befinden, die das Bahai-Weltzentrum bilden. Seit 2008 zählt es zum UNESCO Weltkulturerbe.[16]

Lebenserwartung und Kinderzahl

Die Lebenserwartung in Israel gehört zu den höchsten der Welt und betrug im Jahr 2011 81,07 Jahre, 83,36 Jahre für Frauen und 78,88 Jahre für Männer. Die Fertilitätsrate von 2,67 in Israel ist die höchste unter den Industriestaaten.[6]

Amtssprachen

Amtssprachen waren neben Englisch bereits in der Mandatszeit Arabisch und Hebräisch. Heute sind de jure nur noch Hebräisch und Arabisch Amtssprachen. De facto spielt Englisch jedoch im amtlichen Gebrauch nach wie vor eine wichtige Rolle und kommt zwar nach Hebräisch, jedoch noch vor Arabisch.

Die Ende des 19. Jahrhunderts wiederbelebte hebräische Sprache wird heute von der Mehrheit der Israelis gesprochen. Arabisch ist daneben die Muttersprache von mehr als einer Million arabischer und drusischer Staatsbürger. An arabischen Schulen in Israel wird in Arabisch gelehrt. An hebräischen Schulen wird Arabisch neben Englisch als zweite Fremdsprache angeboten.

Zweisprachige Schilder sind häufiger hebräisch und englisch beschriftet als hebräisch und arabisch.[17] Im Behördenverkehr wird fast ausschließlich Hebräisch verwendet, amtliche Formulare liegen meist nur auf Hebräisch vor. Bei der israelischen Reifeprüfung (Bagrut) müssen alle Schüler Hebräischkenntnisse nachweisen.[18]

Geschichte

Vorgeschichte

Hauptartikel: Urgeschichte Palästinas

Entwicklung bis zum 20. Jahrhundert

Hauptartikel: Römisches Palästina
Titusbogen- Schätze, darunter auch die Menorah werden im Römischer Triumph nach der Belagerung von Jerusalem (70 n. Chr.) getragen.

Die ersten archäologisch nachgewiesenen Spuren einer früh- oder protoisraelitischen Besiedlung der Region Palästina gehen auf die Zeit zwischen dem 12. und dem 11. Jahrhundert v. Chr. zurück (vgl. Landnahme Kanaans). Jerusalem wurde nach biblischer Überlieferung etwa 1000 v. Chr. als Hauptstadt von Davids Königreich Israel gegründet; dieses zerfiel nach dem Tod seines Thronfolgers Salomo in zwei Reiche. Das Nordreich Israel ging 722 v. Chr. im Kampf gegen die Assyrer unter, das Südreich Juda wurde 587 v. Chr. von Babylon erobert. Das Land wurde in weiterer Folge Teil des Perserreichs, dann des Reiches von Alexander dem Großen, zuletzt des Reichs der Seleukiden.

Der Aufstand der Makkabäer 165 v. Chr. brachte Israel noch einmal für etwa 100 Jahre staatliche Unabhängigkeit. 63 v. Chr. begann die Zeit der römischen Oberherrschaft. Die Römer gliederten das Gebiet in zwei Provinzen auf: Syria im Norden, Judäa im Süden. Im Jüdischen Krieg wurden Jerusalem und der Jerusalemer Tempel 70 n. Chr. vollkommen zerstört. Der letzte jüdische Aufstand in Israel gegen die römische Herrschaft (Bar-Kochba-Aufstand) wurde 135 n. Chr. niedergeschlagen. Die Juden wurden über die ganze Welt verstreut (Jüdische Diaspora). Das Land selbst wurde seitdem „Palästina“ genannt. Diesen Namen, der auf das seinerzeit bereits verschwundene Volk der Philister zurückgeht, erhielt das Land aufgrund eines Erlasses von Kaiser Hadrian, um die Erinnerung an die judäischen Bewohner zu tilgen, deren Aufstand er niederschlug.

Im Zuge der islamischen Expansion geriet das Gebiet 636 unter arabische Herrschaft. Seit dieser Zeit wurde Palästina mehrheitlich von Arabern bewohnt. Die Kreuzfahrer beherrschten von 1099 bis 1291 das von ihnen so bezeichnete „Lateinische Königreich Jerusalem“. Es folgten die Mamluken von 1291 bis 1517 und dann die Osmanische Herrschaft von 1517 bis 1918. Keine dieser Obrigkeiten hatte für Palästina eine eigene Verwaltung vorgesehen oder das Gebiet als selbstständige geografische Einheit betrachtet. Auch für die Osmanen war die Region ein Teil Syriens, wohl auf die römische Bezeichnung Syria zurückgehend. Das Land wurde in drei Distrikte eingeteilt.

Theodor Herzl auf der Terrasse des Hotels Drei Könige in Basel, 1897
Altneuland 104 (Heft 11, Seite 339)

Während der osmanischen Herrschaft war Palästina nur dünn bevölkert und stagnierte wirtschaftlich.[19] Von der Ankunft der ersten jüdischen Einwanderer ab 1880 im Zuge der Bewegung Chibbat Zion gingen Impulse für die wirtschaftliche Entwicklung des Landes aus. In den folgenden Jahrzehnten wanderten – auch deshalb – viele weitere Menschen, Juden wie Araber, in Palästina ein.

Die erste Masseneinwanderung (Alija) von Juden nach Palästina erfolgte um 1882. Diese Einwanderer waren in erster Linie Flüchtlinge, die vor politischer und religiöser Unterdrückung aus ihren Herkunftsländern geflohen waren. Theodor Herzl, der Begründer des politischen Zionismus, berief 1897 den ersten Zionistenkongress in Basel ein und schrieb bei dieser Gelegenheit in sein Tagebuch: „In Basel habe ich den Judenstaat gegründet… Vielleicht in fünf Jahren, jedenfalls in fünfzig wird es Jeder einsehen.“

Nach Angaben der „Jewish Colonization Association“ für das Jahr 1903 lebten im Jahre 1898 5.200 Juden in Palästina in landwirtschaftlichen Mustersiedlungen.[20]

Im religiösen und historischen Bewusstsein der Juden, ebenso wie in demjenigen der christlichen westlichen Welt (siehe Christlicher Zionismus), war Eretz Israel immer das mit der Bibel und der Geschichte des jüdischen Volkes verbundene Gelobte Land. Die Bedürfnisse der arabischen Bevölkerung spielten in dieser Tradition keine Rolle. Führende Zionisten waren sich der Problematik allerdings bewusst und strebten neben einer internationalen Legitimation, die von der Denkweise des Kolonialismus geprägt war, auch eine Einigung mit den Arabern an.[21][22]

Die Juden litten in einigen Ländern Europas in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg stark unter Antisemitismus, was die zweite Alija zwischen 1904 und 1914 auslöste. 1909 wurde Tel Aviv gegründet, die erste moderne jüdische Stadt in Palästina.

Mandatszeit und Teilung

Durch den Sieg der Briten im Ersten Weltkrieg wurde 1917 die osmanische Herrschaft beendet. Im Anschluss an die Konferenz von Sanremo 1920 übertrug der Völkerbund 1922 Großbritannien das Mandat für Palästina mit dem Gebiet, das heute gemeinsam von Israel und Jordanien eingenommen wird. Zu den Mandatsbedingungen gehörte, dass die Briten die Verwirklichung der Balfour-Deklaration ermöglichen sollten, in der sie am 2. November 1917 die „Gründung einer nationalen Heimstätte für das jüdische Volk in Palästina“ versprochen hatten, die aber die Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina nicht beeinträchtigen sollte. Die Mandatsmacht war aufgefordert, die jüdische Einwanderung zu ermöglichen, diese jüdischen Einwanderer geschlossen anzusiedeln und hierfür auch das ehemalige osmanische Staatsland zu verwenden. Es sollte dabei ausdrücklich dafür Sorge getragen werden, dass „nichts getan werden soll, was die bürgerlichen und die religiösen Rechte bestehender nichtjüdischer Gemeinschaften in Palästina oder die Rechte und die politische Stellung, deren sich die Juden in irgendeinem anderen Lande erfreuen, präjudizieren könnte“.

Im Juli 1922 teilten die Briten Palästina in zwei Verwaltungsbezirke, Palästina, und Transjordanien, das etwa dreiviertel des Mandatsgebietes umfasste. Zunächst wurden Transjordanien und Palästina noch als Verwaltungseinheit mit einheitlichen Mandatsgesetzen, der gleichen Währung und gleichen Mandatspässen betrachtet (siehe auch: Weißbuch von 1939), aber Juden war es nur noch erlaubt, sich westlich des Jordans anzusiedeln. Im östlichen Teil, in Transjordanien, dem heutigen Jordanien, setzten die Briten den haschemitischen Herrscher Abdullah ein, der von der arabischen Halbinsel vertrieben worden war.

Zwischen 1924 und 1932 folgte die vierte Alija. Die fünfte Alija folgte 1933 bis 1939, nachdem Deutschland nationalsozialistisch geworden war und die Juden anfänglich noch ausreisen konnten, was die jüdische Bevölkerung in Palästina stark anwachsen ließ.

Jüdische Siedlungen von 1947
Teilungsplan der UN von 1947

1937 legte die britische Peel-Kommission einen ersten Teilungsplan vor. Gemäß der prozentualen Bevölkerungsverteilung sah dieser Galiläa und einen Küstenstreifen als israelischen und den größeren Rest als arabischen Teil vor. Die neu eingewanderten Juden waren sofort begeistert, die ansässigen Araber reagierten ablehnend. Der Plan scheiterte.

Die deutsche Orientpolitik mündete nach der anfänglichen Förderung der Emigration zahlungskräftiger deutscher Juden nach Palästina (Ha'avara-Abkommen) in der Verbrüderung mit arabischen Nationalisten im gemeinsamen Kampf gegen Briten und Juden. 1941 wurde der von den Engländern eingesetzte Amin al-Husseini, Mufti von Jerusalem und einflussreicher Führer der arabischen Nationalbewegung, von Adolf Hitler in Berlin empfangen. Von Berlin aus soll er mit Adolf Eichmann die Ermordung der im arabischen Raum lebenden Juden geplant haben.[23]

Im Jahr 1946 wurde Transjordanien unabhängig. Am 29. November 1947 stimmte die Generalversammlung der Vereinten Nationen mit Zweidrittelmehrheit für den UN-Teilungsplan für Palästina, der das Gebiet in einen jüdischen und einen arabischen Staat einteilte, wobei der Großraum Jerusalem als Corpus separatum unter internationale Kontrolle gestellt werden sollte.

Mit dem Ziel, tatsächlich einen unabhängigen jüdischen Staat zu gründen und den Überlebenden des Holocausts eine Heimat zu schaffen, akzeptierte die jüdische Bevölkerung den Plan. Die Araber lehnten den Plan dagegen ab, da sie die jüdische Präsenz in der Region als Provokation empfanden. Vor allem meinten sie, die UNO drücke ihnen ein Mandat auf, ohne ihre Interessen zu wahren. Sie lehnten in der Folge das Existenzrecht Israels ab, was bis zum heutigen Tag Folgen für die Region hat.

Kurz darauf begann die Flucht und Vertreibung der arabischen Bevölkerung aus den nun Israel zugeteilten Gebieten, teilweise begleitet von der Zerstörung ihrer Dörfer, Bauten und Dokumente. Oft ging damit der Nachweis der Existenz der palästinensischen Bevölkerung und somit ihres Rechtanspruchs verloren.

David Ben Gurion proklamiert am 14. Mai 1948 den Staat Israel

Gründung des Staates Israel

Da das britische Mandat für Palästina am 14. Mai 1948, einem Freitag, um Mitternacht enden sollte, versammelte sich der Jüdische Nationalrat im Stadtmuseum von Tel Aviv um 16 Uhr noch vor Sonnenuntergang und damit vor Beginn des Sabbat. Unter einem Porträt des Begründers der zionistischen Bewegung, Theodor Herzl, verkündete David Ben Gurion in der Unabhängigkeitserklärung „kraft des natürlichen und historischen Rechts des jüdischen Volkes und aufgrund des Beschlusses der UNO-Vollversammlung“ die Errichtung des Staates Israel. Elf Minuten später erkannten die Vereinigten Staaten von Amerika durch US-Präsident Harry S. Truman den neuen Staat an, die Sowjetunion folgte am 16. Mai.

Der Jahrestag der Staatsgründung, Jom haAtzma'ut, wird nach jüdischem Kalender am 5. Ijjar (etwa vom 20. April bis 20. Mai nach dem gregorianischen Kalender) gefeiert.

Nach der Unabhängigkeit

Der Erste Arabisch-Israelische Krieg

Chaim Weizmann, der erste Staatspräsident Israels
David und Paula Ben Gurion
Golda Meir, Premierministerin des Landes von 1969 bis 1974
Der Friedensnobelpreisträger und Premierminister Jitzchak Rabin wurde 1995 Opfer eines Attentats
Menachem Begin, der erste israelische Premierminister des revisionistischen Flügels des Zionismus

Noch in der Gründungsnacht erklärten Ägypten, Saudi-Arabien, Jordanien, der Libanon, der Irak und Syrien dem neuen Staat den Krieg. Es folgte der Israelische Unabhängigkeitskrieg (Erster Arabisch-Israelischer-Krieg), der von Mai 1948 bis Juli 1949 dauerte und der Israel gegenüber dem Teilungsplan erhebliche Gebietsgewinne – vor allem im westlichen Galiläa um Akko und im nördlichen Negev – brachte. 1949 wurde mit den arabischen Angreifern jeweils ein Waffenstillstandsabkommen unterzeichnet. Der Irak zog sich ohne ein solches Abkommen aus dem Westjordanland zurück. Die nach dem Teilungsplan für die Palästinenser vorgesehenen Gebiete gelangten unter jordanische (Westjordanland einschließlich Ostjerusalem) beziehungsweise ägyptische Verwaltung (Gazastreifen).

Nach der Nationalisierung des Sueskanals, die Ägypten gegen bestehendes Recht durchführte, beschlossen Frankreich, Großbritannien und Israel 1956 die Sues-Kampagne. Nach einem israelischen Angriff sollten die beiden ehemaligen Großmächte als scheinbar neutrale Kräfte intervenieren und das Kanalgebiet besetzen. Am 29. Oktober 1956 stießen israelische Truppen in den Gazastreifen und den Sinai vor und am 5. November begannen die europäischen Truppen zu landen, doch die Kampagne musste beendet werden. Unter dem Druck der Vereinigten Staaten und der UNO zogen sich die drei Angreifer bis zum März 1957 aus den besetzten Gebieten zurück. Allerdings wurde die israelisch-ägyptische Grenze in der Folge durch UN-Friedenstruppen gesichert und der Zugang zum Golf von Akaba war frei für die israelische Schifffahrt zum israelischen Hafen von Eilat. Die USA verpflichteten sich gegenüber Israel, diesen internationalen Wasserweg offen zu halten.

Der Sechstagekrieg

Hauptartikel: Sechstagekrieg

Die Ausgangslage: 1966 war die Zahl der Übergriffe arabischer Terroristen auf 41 gestiegen, und schon in den ersten vier Monaten des Jahres 1967 kam es zu 37 Angriffen.[24] Ägyptische Streitkräfte besetzten am 15. Mai 1967 (dem Jahrestag der israelischen Unabhängigkeitserklärung) die demilitarisierte Zone des Sinai. Unterstützt wurden sie dabei von exil-palästinensischen Kampfeinheiten. Am 16. Mai forderte der ägyptische Staatspräsident Gamal Abdel Nasser die seit 1956 stationierten UN-Truppen auf, das Grenzgebiet zu Israel zu verlassen. Am 18. Mai bereiteten sich die syrischen Truppen auf Kampfhandlungen auf den Golanhöhen vor und der UNO-Generalsekretär Sithu U Thant kam Nassers Forderung widerstandslos nach und zog die UN-Truppen ab. Radio Kairo meldete am 18. Mai: „Ab heute gibt es keine internationalen Friedenstruppen mehr, die Israel beschützen. Unsere Geduld ist zu Ende. Wir werden uns nicht mehr bei den Vereinten Nationen über Israel beklagen. Ab jetzt herrscht der totale Krieg gegen Israel, und er wird zur Auslöschung des Zionismus führen“,[25] und aus Syrien hieß es am 20. Mai vom syrischen Verteidigungsminister Hafez Assad: „Unsere Streitkräfte sind absolut gerüstet, nicht nur die Aggression zurückzuschlagen, sondern auch einen Befreiungsschlag zu starten und die zionistische Präsenz aus unserer arabischen Heimat hinauszusprengen. Die syrische Armee, den Finger am Abzug, ist sich einig … als Militär bin ich der festen Überzeugung, dass die Zeit gekommen ist, in eine Vernichtungsschlacht hineinzugehen.“

Am 22. Mai sperrte die ägyptische Armee die Straße von Tiran (den Zugang zum Golf von Akaba) erneut für die israelische Schifffahrt. Am 30. Mai schloss auch Jordanien mit Ägypten einen Militärpakt. Daraufhin kündete Nasser an: „Die Heere von Ägypten, Jordanien, Syrien und Libanon sind an den Grenzen Israels aufmarschiert … sie werden die Herausforderung annehmen. Hinter uns stehen die Armeen des Irak, Algeriens, Kuwaits, des Sudan und der gesamten arabischen Welt. Das wird die ganze Welt in Erstaunen versetzen. Heute wird sie erkennen, dass die Araber zum Kampf bereit sind. Die Stunde der Entscheidung ist da. Die Zeit der Erklärungen ist vorbei, die des Handelns gekommen.“[25]

Am 4. Juni trat der Irak dem Militärbündnis von Ägypten, Jordanien und Syrien bei und der irakische Präsident Abdur Rahman Aref kommentierte: „Die Existenz Israels ist ein Fehler, der korrigiert werden muss. Dies ist die Gelegenheit, die Schmach auszulöschen, die man uns seit 1948 angetan hat. Unser Ziel ist klar: Israel von der Landkarte wegzufegen.“[26]

Am 5. Juni 1967 begann der Sechstagekrieg. Israel kam dem sich abzeichnenden gemeinsamen Angriff Ägyptens, Syriens und Jordaniens durch einen Präventivschlag zuvor und kontrollierte nach dem militärischen Erfolg den Gaza-Streifen und die Sinai-Halbinsel, das Westjordanland und Ost-Jerusalem und schließlich die Golanhöhen. Am 11. Juni wurde der Waffenstillstand unterzeichnet. Am 19. Juni beschloss das israelische Kabinett, die Gebiete in Friedensverhandlungen zurückzugeben. Am 1. September verabschiedeten die arabischen Staaten die Khartum-Resolution, worin festgelegt wurde, nicht mit Israel zu verhandeln. In der UN-Resolution 242 des Sicherheitsrates vom 22. November 1967 wurde von Israel gefordert, sich aus Gebieten, die im Sechstagekrieg erobert worden waren, zurückzuziehen. Im Gegenzug sollte Israel territoriale Unversehrtheit garantiert werden.

Mehr als 175.000 Palästinenser flohen aus ihrer Heimat. Nach dem Krieg begann Israel mit dem Bau von jüdischen Siedlungen, um die strategische Tiefe Israels zu erhöhen und die besetzten Gebiete besser kontrollieren zu können.

Zwischen 1968 und 1970 fand der „Abnutzungskrieg“ zwischen Israel und Ägypten statt. Von 1969 bis 1974 hatte mit Golda Meir die erste Frau das Amt des israelischen Ministerpräsidenten inne.

Der Jom-Kippur-Krieg

Hauptartikel: Jom-Kippur-Krieg

1973 an Jom Kippur, dem jüdischen Versöhnungstag, folgte erneut ein Krieg, Jom-Kippur-Krieg genannt. Nach vorhergehender sowjetischer Rüstungshilfe griffen Ägypten und Syrien Israel an. Dieser Tag wurde von den Angreifern gewählt, da man glaubte, am höchsten jüdischen Feiertag, an dem das öffentliche Leben in Israel weitgehend stillsteht, erhebliche Erfolge erzielen zu können. Nach anfänglichen Erfolgen wurden die arabischen Armeen von Israel geschlagen. Als Reaktion auf den verlorenen Krieg verringerten die arabischen Ölförderstaaten die Ölfördermenge drastisch, um so politischen Druck auszuüben.

Nach Beginn des Friedensprozesses

Am 9. November 1977 verkündete der ägyptische Präsident Anwar as-Sadat im ägyptischen Parlament wie schon 1971 eine Friedensinitiative. Inwieweit dahinter von Anfang an ein wirklicher Wille zur Aussöhnung mit Israel stand oder lediglich das Ziel, den Suez-Kanal und den Sinai zurückzuerhalten, lässt sich nicht ganz nachvollziehen, da der 1971er Initiative der Überfall auf Israel (Jom-Kippur-Krieg) gefolgt war. Tatsache ist: Auf Präsident Saddats Initiative hin kam 1977 ein Friedensprozess in Gang und der israelisch-ägyptische Friedensvertrag (siehe auch Camp-David-Abkommen) wurde unterzeichnet, der unter anderem die Rückgabe des Sinai bis 1982 regelte.

Schon direkt nach dem Sechstagekrieg 1967 wurde die israelische Gesetzgebung auch auf den besetzten Ostteil Jerusalems ausgeweitet. Am 30. Juli 1980 verabschiedete die Knesset das Jerusalemgesetz und erklärte damit Jerusalem zur ewigen und unteilbaren Hauptstadt Israels. Die Annexion Ostjerusalems wie auch die 1981 erfolgte Annektierung der Golanhöhen werden allerdings international nicht anerkannt und verurteilt.

Im Juni 1981 griff Israel in den irakisch-iranischen Konflikt ein: Israelische Flugzeuge bombardierten den Atomreaktor Osirak in der Nähe von Bagdad und zerstörten ihn (Operation Opera). Begründet wurde dieser Zwischenfall mit der atomaren Bedrohung Israels durch den Irak.

Ab den 1980er Jahren nahmen die Spannungen zwischen Israelis und Palästinensern immer mehr zu.

Im Juni 1982 begann der erste Libanonkrieg aufgrund von Anschlägen der PLO gegen Israel. Als Reaktion ließ der israelische Regierungschef Menachem Begin den Libanon durch die israelischen Streitkräfte angreifen, da die PLO ihre Aktionen aus Beirut koordinierte. Nach der Besetzung Beiruts durch die Israelis zog die PLO aus dem Libanon ab. Der Krieg endete im September des gleichen Jahres, nach Schätzungen waren ihm 10.000 Menschen zum Opfer gefallen. Israel besetzte den Südlibanon bis 1985, danach richtete Israel bis 2000 eine Sicherheitszone mit der SLA ein. Syrien besetzte den Libanon de facto bis 2005.

Im Jahre 1987 brachen gewalttätige Unruhen zwischen Palästinensern und Israelis aus, die so genannte Erste Intifada. Die Folgejahre standen im Zeichen dieser Auseinandersetzung, aber auch von Friedensverhandlungen, die zur Einführung einer palästinensischen Selbstverwaltung für die Gebiete des Gazastreifens und des Westjordanlandes führten. Zwischenzeitlichen Fortschritten standen Rückschritte und schwere Krisen – zum Beispiel die Ermordung Jitzchak Rabins durch einen jüdischen Extremisten sowie wiederholte Selbstmordattentate palästinensischer Terroristen – gegenüber. Den vorerst größten Stillstand erreichte der so genannte Oslo-Friedensprozess, nachdem sich 2000 der israelische Ministerpräsident Ehud Barak und der PLO-Chef Jassir Arafat in Camp David unter der Vermittlung des damaligen US-Präsidenten Bill Clinton nicht hatten einigen können. Strittige Punkte waren vor allem die Rückkehr der palästinensischen Flüchtlinge, die Teilung Jerusalems und die Aufgabe von Gebieten, die Israel im Sechstagekrieg erobert hatte. Auch relativ weitreichende Zugeständnisse der Israelis, wie der Verzicht auf 95 % der umstrittenen Gebiete, konnten ein Scheitern der Verhandlungen nicht verhindern.

Bei der Beurteilung der Verhandlungen und der Gründe für deren Scheitern gibt es unterschiedliche, kontrovers diskutierte Ansichten (siehe Camp David II).

Nur wenige Monate später, im September 2000, brach die Zweite Intifada aus, in deren Verlauf die Friedensverhandlungen abgebrochen wurden. Palästinensische Selbstmordattentate und israelische Militäraktionen, wie der Einmarsch in arabische Städte, kosteten bis Anfang 2005 mehrere tausend Menschen beider Seiten das Leben. Mit dem Abkommen von Scharm El-Scheich, das am 8. Februar 2005 von Ministerpräsident Ariel Scharon, dem Chef der palästinensischen Autonomiebehörde Mahmud Abbas, dem ägyptischen Präsidenten Husni Mubarak und König Abdullah II. von Jordanien unterzeichnet wurde, endete die al-Aqsa-Intifada.

Nach dem Erfolg der radikalislamischen Terrororganisation und Partei Hamas bei den Parlamentswahlen in den palästinensischen Autonomiegebieten sowie der israelischen Partei Kadima zu den Wahlen zur Knesset 2006, aus denen Ehud Olmert als neuer Ministerpräsident hervorging, verschärfte sich die innenpolitische Lage in Israel dramatisch. Im Sommer 2006 eskalierte die Situation, als Israel auf die Entführung zweier israelischer Soldaten durch die Hamas mit Angriffen im Gazastreifen und Westjordanland reagierte. Mit der Solidarisierung der Hisbollah mit der Hamas durch die Entführung weiterer israelischer Soldaten begann der zweite Libanonkrieg.

Nach jahrelangen Hindernissen scheint die diplomatische Annäherung zwischen dem Vatikan und Israel konkreter zu werden. Streitpunkt ist ein altes Gesetz, das immer noch in Israel gültig ist und den Kirchen die Erlaubnis von Güterbesitz verweigert. Der Heilige Stuhl möchte seine historischen Besitztümer wieder zurückerhalten, die vom Staat „geraubt“ wurden. Dazu gehört beispielsweise das Pilgerhaus in der Meeresstadt Caesarea.[27]

Am 28. Dezember 2008 begann die israelische Armee mit der Operation Gegossenes Blei eine Reihe von schweren Luftangriffen auf Ziele im Gazastreifen, nachdem von dort Kurzstreckenraketen auf israelische Siedlungen gefeuert worden waren. Am 3. Januar 2009 wurde die Operation zu einer Bodenoffensive ausgeweitet.

Am 31. Mai 2010 kam es zum Ship-to-Gaza-Zwischenfall, bei dem eine Anzahl Schiffe durch das israelische Militär abgefangen wurde, die die Seeblockade des Gazastreifens durchbrechen wollten. Neun Aktivisten kamen dabei ums Leben. Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel haben sich seitdem massiv verschlechtert. Schon vorher hatte sich die Türkei unter der Erdogan-Regierung von Israel entfernt, sich zum Fürsprecher der Hamas entwickelt und den Schulterschluss mit dem Iran gesucht, dessen Präsidenten er als den „besten Freund“ bezeichnete.[28]

Recht

Hauptartikel: Recht Israels

Politik

Die Knesset, das israelische Parlamentsgebäude
Hauptartikel: Politisches System Israels

Der Staat Israel ist eine parlamentarische Demokratie nach westlichem Vorbild. Er verfügt als einer von drei Staaten weltweit, neben dem Vereinigten Königreich und Neuseeland, über keine kodifizierte Verfassung.[29] Das israelische Parlament, die Knesset, wurde am 25. Januar 1949 zum ersten Mal gewählt. Sie wählt den Staatspräsidenten für eine siebenjährige Amtszeit. Der Präsident ernennt formal den Ministerpräsidenten, hat aber sonst überwiegend repräsentative Aufgaben. Der Ministerpräsident und sein Kabinett bilden die Exekutive.

Präsident ist seit 2007 Schimon Peres, Nachfolger des wegen Straftaten zurückgetretenen Mosche Katzav. Ministerpräsident ist seit dem 31. März 2009 Benjamin Netanjahu, der einer Koalition aus fünf Parteien vorsteht. Netanjahu, Vorsitzender des konservativen Likud-Blocks, löste Ehud Olmert von der Kadima-Partei als Premierminister ab, der nach Korruptionsvorwürfen seinen Rücktritt erklärt hatte. Bei den vorgezogenen Parlamentswahlen wurde zwar Kadima die stärkste Partei in der Knesset, doch wurde angesichts der Mehrheit des konservativen Lagers im Parlament Netanjahu mit der Regierungsbildung beauftragt.

Parteien und politische Organisationen

Israel besitzt ein Mehrparteiensystem. Traditionell stehen sich die zwei großen Parteien, der konservative Likud-Block und die eher links eingestellte Awoda-Arbeitspartei, gegenüber.

Entscheidend für die Mehrheitsbildung sind jedoch oft die kleineren Parteien, beispielsweise die religiöse Schas, die russische Immigrantenpartei Jisra'el Beitenu oder die Nationalreligiöse Partei. Die Stellung des Likud ist nun – nach dem Austritt Scharons und der Gründung der Kadima – anscheinend stark gefährdet. Likudchef ist der amtierende Ministerpräsident Benjamin Netanjahu, durch seine Popularität konnte zumindest ein Teil der traditionellen Wählerschaft gehalten werden. Insgesamt führt die durch Einwanderung gewachsene Heterogenität der Bevölkerung aber zusehends zu einer Diversifizierung der Parteienlandschaft.

Weitere Parteien sind die sozialdemokratische Partei Meretz-Jachad, Nachfolgerin von Meretz, Schinui (laizistisch) und die linke antizionistische Partei Chadasch, zudem existieren mehrere u. a. auch im israelischen Parlament vertretene arabische Parteien wie Balad oder Ra’am.

Aus den stark sozialistischen Anfängen des israelischen Staates erklärt sich die bedeutende Rolle, die die Histadrut, der Allgemeine Verband der Arbeiter Israels, im politischen Leben spielt.

In Deutschland sind die bekanntesten Gruppen der israelischen Friedensbewegung Gusch Schalom und Peace Now. Daneben gibt es noch einige andere unabhängige Menschenrechtsorganisationen wie B’Tselem und Machsom Watch (Checkpoint Watch) sowie die Bürgerrechtsgruppe ICAHD.

Außen- und Sicherheitspolitik

Hauptartikel: Außenpolitik Israels

Ziel der israelischen Außenpolitik ist eine Lösung des Nahostkonflikts, infolge der eine langfristige Verbesserung der Beziehung zu den arabischen Ländern erhofft wird. Israel hat sowohl mit Ägypten als auch mit Jordanien einen Friedensvertrag unterzeichnet. Im Januar 2007 berichtete die israelische Zeitung Haaretz außerdem, dass es zwischen 2004 und 2006 mit Syrien geheime Friedensverhandlungen gegeben habe.[30]

Weiteres Ziel der israelischen Sicherheitspolitik ist die Migration möglichst vieler Juden, speziell derjenigen, die aus israelischer Sicht existentieller Bedrohung ausgesetzt sind. In mehreren spektakulären Aktionen hat Israel Juden, teilweise unter Zuhilfenahme des Militärs, nach Israel gebracht, selbst wenn diese nicht israelische Staatsbürger waren, beispielsweise die Evakuierung äthiopischer Juden während der Hungersnot in deren Land.

Die USA sind Israels wichtigster Verbündeter und gewähren ihm den Status eines „wichtigen Verbündeten außerhalb der NATO“. Dabei wird Israel gegenüber Jordanien und Ägypten, die ebenfalls mit den Vereinigten Staaten verbündet sind, bevorzugt behandelt. Dies betrifft beispielsweise den Zugang zu nachrichtendienstlichen Informationen oder Rüstungstechnologie.

Kritiker der Außenpolitik der Vereinigten Staaten oder der Besetzung der palästinensischen Autonomiegebiete vermuten, dass eine unverhältnismäßige Einflussnahme proisraelischer Interessenvertretungen in den USA eine in eine andere Richtung gezielte Außenpolitik aktiv verhindern. So veröffentlichten die US-amerikanischen Politologen John J. Mearsheimer und Stephen M. Walt im Jahre 2006 den Aufsatz The Israel Lobby and U.S. Foreign Policy, in dem sie das Ausmaß der Kooperation mit Israel als den US-Interessen zuwiderlaufend auffassten. Dies löste gerade in den Vereinigten Staaten eine kontroverse Debatte um den Wahrheitsgehalt des Papiers und um eine mögliche antisemitische Motivation der Autoren aus. Während eine genuin jüdische Einflussnahme auf die amerikanische Politik eine klassische These des modernen Antisemitismus ist, wird der unbestrittene Einfluss proisraelischer Interessengruppen meist auf einen konservativen, christlich-fundamentalistischen oder evangelikalen Hintergrund zurückgeführt.

Tatsächlich haben die USA ein weitreichendes eigenständiges Interesse an der Region und am Fortbestand Israels. So zählt Israel zu denjenigen Staaten, denen der Kongress im Rahmen des sogenannten Foreign Military Financing-Programms militärische Entwicklungshilfe der höchsten Stufe bewilligt, die aber unter der Bedingung vergeben werden, dass das Nehmerland militärische Ausrüstung ausschließlich von amerikanischen Rüstungsfirmen beschafft. Darüber hinaus müssen die USA dem Weiterverkauf von Rüstungsgütern, die mit diesem Finanzierungsprogramm erworben wurden, in jedem Einzelfall zustimmen.

Seit den 1950er Jahren leistet Israel Entwicklungspolitik in Afrika und mit weniger Aufwand auch in Asien. Treibende Kraft dahinter waren Golda Meir bzw. Mosche Scharet. Seit einigen Jahren sehen Journalisten und Politikwissenschaftler Anzeichen dafür, dass Israel vor allem in Afrika seine Interessen verstärkt wahrnimmt. So schreibt Peter Scholl-Latour in seinem Buch Afrikanische Totenklage, Israel bilde auf dem afrikanischen Kontinent sowohl nationale als auch regierungsfeindliche Truppen in verschiedenen Ländern aus und unterstütze die Interessen seiner Firmen, um Anschluss im Wettbewerb zu China und den USA zu halten. Ziel der Entwicklungspolitik war es, die Einkreisung durch feindliche arabische Staaten zu durchbrechen und die uneingeschränkte Unterstützung für die arabischen Länder durch schwarzafrikanische Nationen zu schwächen. Im Falle von Äthiopien hatte man auch Interesse daran, die Sicherheit der dortigen jüdischen Minderheit zu gewährleisten.

Am 7. September 2010 vollzog Israel den Beitritt zur OECD.[31]

Militär

Der Merkava 4, Israels modernster Kampfpanzer
Soldaten des Netzach Jehuda-Bataillons
Soldatinnen des Karakal-Bataillons

Die Israelischen Verteidigungsstreitkräfte (hebräisch ‏צבא ההגנה לישראלTzwa haHagana leJisra'el, kurz צה"ל Tzahal, oder engl. Israel Defense Forces, kurz IDF) gelten als die stärksten Streitkräfte der Region. Die Personalstärke und die Anzahl der Waffensysteme unterliegen der Geheimhaltung. Schätzungen gehen von einem Personalstand von rund 176.500 Männern und Frauen (davon Heer: 133.000, Luftwaffe: 34.000, Marine: 9500) aus, die im Verteidigungsfall auf über 600.000 verstärkt werden können.[32] Die militärische Bedrohung hat sich für Israel nach dem Ende des Kalten Krieges von symmetrisch ausgerichteten Gegnern zu asymmetrisch kämpfenden palästinensischen und libanesischen Organisationen gewandelt.

In Israel gilt eine Wehrpflicht von 36 Monaten für Männer und 24 Monaten für Frauen, von der israelische Araber sowie alle nichtjüdischen, schwangeren oder verheirateten Frauen ausgenommen sind. Nur Frauen ist es gestattet, der Wehrpflicht aus Gewissensgründen nicht nachzukommen; sie leisten dann einen zivilen Ersatzdienst von ein bis zwei Jahren. Das monatliche Gehalt der Wehrpflichtigen beträgt rund 460 NIS (circa 98 Euro) [33]. Bei einer Wehrdienstverweigerung kann eine Haftstrafe verhängt werden.[34]

Ein Charakteristikum des israelischen Wehrsystems ist die internationale vergleichsweise hohe Einbindung seiner Reservisten, die aufgrund des regelmäßigen Reservedienstes (ein Monat pro Jahr bei Unteroffizieren und Mannschaften bis zur Vollendung des 42. Lebensjahres und des 51. bei Offizieren, bei Frauen bis zur Vollendung des 24. Lebensjahres) einen hohen Grad an Ausbildung und Verwendungsfähigkeit beibehalten. Die Streitkräfte führen auch in Kooperation mit den USA und anderen NATO-Ländern regelmäßig Übungen durch und schicken ihren Führungsnachwuchs häufig zur Ausbildung in diese Staaten.

Das Rückgrat des Heeres ist die Panzertruppe mit rund 1500 modernen Kampfpanzern des Typs Merkava. Darüber hinaus sind noch etwa 2000 ältere Modelle, v. a. M60 (Magach), überwiegend bei Reserveeinheiten, im Einsatz. Die Luftstreitkräfte verfügen über ca. 500 Kampfflugzeuge und 200 Hubschrauber;[32] diese entstammen zwar fast ausschließlich US-amerikanischer Produktion, wurden jedoch oft bereits beim Bau oder nachträglich von israelischen Rüstungsunternehmen für die spezifischen Erfordernisse der israelischen Streitkräfte modifiziert und besitzen in der Regel Bewaffnung (wie Delilah, Nimrod und Spice) sowie Elektronik (wie Litening) israelischer Produktion. Die Israelische Marine verfügt u. a. über rund 40 Patrouillenboote, zehn Raketenboote, drei Korvetten und drei moderne U-Boote der Dolphin-Klasse. Die deutsche Rüstungsindustrie ist an Entwicklung und Lieferung von den Dolphin-U-Booten beteiligt.[35] Außerdem wurde der Motor des Merkava IV-Panzers von MTU Friedrichshafen entwickelt und wird unter Lizenz von L-3 Communication Combat Propulsion Systems (vorherig General Dynamics) produziert.[36] Im Gegenzug wurde Deutschland mit den in Israel entworfenen Spike-Panzerabwehrraketen ausgestattet[37]. Die Bundeswehr betreibt auch die israelischen Heron-Drohnen.

Die israelische Infanterie verfügt über verschiedene Waffen. Meistverwendet ist das amerikanische M16 (Gewehr) in verschiedenen Versionen. Allerdings sind auch Waffen israelischer Produktion im Gebrauch: wie beispielsweise IMI Negev,Tavor TAR-21, IMI Galil, Uzi und Baby Eagle.

Israelische Rüstungsunternehmen sind unter anderem: Israel Weapon Industries[38], Israel Aerospace Industries, Rafael und IMI.

Zur Luftverteidigung verfügt Israel seit 1991 über das Patriot-Flugabwehrsystem (Version PAC 2) und bereits seit den 1960er Jahren über das Hawk-Flugabwehrsystem.[32]

Israelische F-15 I Ra’am, eine Variante der als Atomwaffenträger geeigneten McDonnell Douglas F-15E Strike Eagle
IAI Lavi israelischer Produktion- eine Darstellung der israelischen Wehrtechnik
Patrouillenboot der Dabur-Klasse auf See.

Israel verfügt seit 2000 über das Arrow (engl.: „Pfeil“, ursprünglicher hebräischer Name: חץ; „Chetz“)-Raketenabwehrsystem (Version Arrow 2) gegen Mittel- und Interkontinentalraketen, hatte jedoch lange Zeit gegen den Beschuss mit Qassam-Raketen, die die Hamas vom Gazastreifen aus einsetzt, sowie die Katjuscha-Raketen der Hizbollah aus dem Südlibanon aufgrund ihrer kurzen Reichweite mit dementsprechender Flugzeit kein Abwehrmittel. Gegen die Bedrohung durch Raketen mit einer Reichweite von bis zu 70 Kilometern wurde das Abwehrsystem Iron Dome (ursprünglicher hebräischer Name: כיפת ברזל‎ kipat barzel ‚Eiserne Kuppel) entwickelt. Die ersten Batterien wurden im März 2011 nahe Be'er Scheva in Betrieb genommen und konnten kurz danach bereits Raketen der Hamas abfangen.[39][40][41][42] Gegen Raketen mit einer Reichweite zwischen 70 und 250 Kilometern ist ferner das Abwehrsystem David's Sling geplant.[43][44] Zur Erhöhung des Schutzes gegen ballistische Raketen ist seit kurzem die verbesserte PAC 3 Version des Patriot-Flugabwehrsystem im Einsatz[45] und eine verbesserte Version von Arrow (Arrow 3) in der Entwicklung.[46]

Israel hat den Atomwaffensperrvertrag nie unterzeichnet und verfügt nach allgemeiner Einschätzung seit den sechziger Jahren über Atomwaffen, die im Negev Nuclear Research Center entwickelt worden sind. In den siebziger Jahren gab es eine geheime gemeinsame Atomwaffenforschung mit Südafrika. Fachkreise gehen davon aus, dass Israel über rund 200 Kernsprengköpfe verfügt. Der israelische Atom-Techniker Mordechai Vanunu veröffentlichte etliche Einblicke in das israelische Kernwaffenprogramm, wofür er angeklagt und verurteilt wurde. Die offizielle Politik der Regierung ist, diese Frage nicht zu kommentieren, also den Besitz weder zuzugeben noch ihn abzustreiten (die so genannte Politik der „atomaren Zweideutigkeit“).[47] Ein Interview im Dezember 2006, in dem Premierminister Ehud Olmert in einer Aufzählung von Atommächten neben Frankreich, den USA und Russland auch Israel nannte, wurde von der internationalen Presse als indirektes Eingeständnis für einen israelischen Atomwaffenbesitz und gleichzeitig als Drohung und Replik in Richtung Iran gewertet.[48][49] Am 4. Dezember 2012 verabschiedete die UN-Vollversammlung eine Resolution mit 174 zu 6 Stimmen, dass Israel unverzüglich dem Atomwaffensperrvertrag beitreten und die IAEA zur Kontrolle der Atomanlagen ins Land lassen soll.[50]

Siedlungspolitik

Hauptartikel: Israelische Siedlung
Israelische Siedlungen im seit 1967 besetzten Westjordanland

In den seit Juni 1967 besetzten Gebieten wurden über 400 jüdische Siedlungen und sogenannte Outposts errichtet, die von jüdischen Israelis bewohnt werden. Laut einem Armeereport der IDF lebten am 30. Juni 2009 über 300.000 israelische Bürger in Siedlungen im Westjordanland.[51] Insgesamt leben im Westjordanland und Ostjerusalem fast 500.000 jüdische Israelis,[52] im Gaza-Streifen lebten bis zum August 2005 etwa 7500 Israelis zwischen mehr als einer Million Palästinensern. Die Siedlungen sind oft großzügig nach amerikanischem Vorbild gebaut. Sie werden von einem massiven Sicherheitsapparat gegen Angriffe geschützt. Ein Netz von Spezialstraßen, die teilweise nur von israelischen Bürgern genutzt werden dürfen, bietet eine gute Verkehrs-Infrastruktur zwischen den Siedlungen und dem israelischen Territorium. Zugleich erschwert es die Entwicklung in den palästinensischen Autonomiegebieten. Die Bewegungsfreiheit der palästinensischen Bevölkerung wird zusätzlich durch israelische Straßensperren und Kontrollposten eingeschränkt.[53] Ende 2009 verkündete der israelische Oberste Gerichtshof ein Urteil, wonach die Autobahn 443 zwischen Tel Aviv und Jerusalem auch für Palästinenser freigegeben werden muss. Israelische Menschenrechtsorganisationen hatten zusammen mit palästinensischen Anwohnern gegen die Sperrung der Schnellstraße für Palästinenser geklagt. Den Militärs wurde eine Frist von fünf Monaten eingeräumt, geeignete Sicherheitsmaßnahmen zu ergreifen und dann die Straße freizugeben.[54]

Im August 2005 räumte die Regierung Scharon in enger Koalition mit der Arbeitspartei sämtliche Siedlungen im Gaza-Streifen sowie vier kleinere Siedlungen im Westjordanland. Hierbei handelte es sich um einen einseitigen und weltweit anerkannten Schritt Israels, der nicht im Rahmen der „Roadmap“ erarbeitet wurde (siehe Scharon-Plan). Aus dem Umfeld Scharons war jedoch auch zu vernehmen, dass angestrebt werden soll, die größten Siedlungen im Westjordanland auszubauen. Im Gegenzug sollen den Palästinensern territoriale Zugeständnisse gemacht werden. Militante palästinensische Organisationen stellen diesen Teilrückzug Israels als eigenen Sieg über Israel dar. Ariel Scharons Amtsnachfolger Ehud Olmert hat durch seinen so genannten Konvergenz-Plan den Palästinensern angeboten, gegen Festschreibung des Verlaufs des zur Zeit jenseits der Grünen Linie in palästinensischem Gebiet gebauten Sperranlagen einen palästinensischen Staat zu akzeptieren.

International werden die jüdischen Gemeinden und Siedlungen in den besetzten palästinensischen Gebieten überwiegend als völkerrechtswidrig angesehen. Das Völkerrecht gestatte die vorübergehende Beschlagnahmung von Land in besetzten Gebieten ausschließlich für militärische Zwecke, nicht jedoch für die dauerhafte Niederlassung eigener Staatsbürger, Landwirtschaft und andere zivile Nutzungen. Israel hat eine andere Beurteilung der juristischen Lage, steht damit allerdings international isoliert da. In mehreren Resolutionen haben die Vereinten Nationen Israel vergebens aufgefordert, den Siedlungsbau einzustellen.

Menschenrechte

Amnesty International berichtete Ende 2011, dass Israel in diesem Jahr im Westjordanland einschließlich Ostjerusalem mehr als 1000 Palästinenser vertrieben habe und mehr als 500 Häuser, Wohnungen und Installationen zur Wasserversorgung zerstört habe, gegenüber dem Vorjahr hätten sich die Vertreibungen und Zerstörungen verdoppelt. Einher gehe dieser Trend mit der Verstärkung des israelischen Siedlungsbaus und der Zunahme gewalttätiger Angriffe von Siedlern auf Palästinenser.[55]

Das israelische Militär nahm 2011 den palästinensischen Journalisten Samer Allawi fest. Er ist Redaktionsleiter des Al Jazeera-Büros in Afghanistan. Er wurde festgenommen als er seine Familie in der Westbank besuchte, da ihm Kontakte zur Hamas vorgeworfen wurden. Nach einem Monat kam er gegen Zahlung von 1400 Dollar frei.[56] Human Rights Watch kritisierte die Festnahme des Journalisten.[57]

Wirtschaft

Allgemeines

Israel hat eine technologisch hoch entwickelte Marktwirtschaft mit hohem Staatsanteil. Ein bedeutender Arbeitgeber ist darum auch der öffentliche Dienst, in dem 33 % der israelischen Arbeitnehmer beschäftigt sind. In der Industrie arbeiten 17 %, in Tourismus, Handel und Finanzen 20 %, 28 % sind in anderen Bereichen (Dienstleistungen usw.) tätig.

Neue israelische Schekel- Banknoten und Münzen
Ein Luftbild vom Tel Aviv-Ballungsraum
Die Gulfstream G200- ein transkontinentales Geschäftsreiseflugzeug, das von Israel Aerospace Industries entwickelt wurde.

Israel ist bei fossilen Energieträgern (Rohöl, Erdgas, Kohle), bei Getreide, Rindfleisch, Rohstoffen und militärischer Ausrüstung von Importen abhängig. Trotz begrenzter natürlicher Ressourcen hat Israel seinen landwirtschaftlichen und industriellen Sektor in den letzten zwanzig Jahren intensiv entwickelt. Mit Lebensmitteln versorgt sich Israel, abgesehen von Getreide und Rindfleisch, weitgehend selbst. Israel besitzt bedeutende Kapazitäten bei Erdölraffinerien, Diamantenschleifereien und in der Fabrikation von Halbleitern. Bedeutende Exportartikel sind geschliffene Diamanten, Hochtechnologie, militärische Ausrüstung, Software, Arzneimittel, Feinchemikalien und landwirtschaftliche Produkte (Früchte, Gemüse und Blumen, neuerdings auch Kaviar).[58] Israel investiert mehr Geld pro Kopf der Bevölkerung in Forschung und Entwicklung als jedes andere Land.[59] In der Region um Tel Aviv hat sich ein Silicon Wadi entwickelt, in dem allein in den ersten neun Monaten des Jahres 2011 422 Unternehmensgründungen entstanden.[60]

Ein großes Problem ist die Wasserversorgung. Mit zusätzlich entwickelten neuartigen Methoden zur ökonomischen Landbewässerung (s. Abschnitt Wissenschaft und Technologie) wird versucht, die Wasserknappheit zu bewältigen. Die Wasserversorgung ist auch ein politischer Zankapfel, der immer wieder zu Spannungen mit dem Nachbarland Syrien führt.

Tourismus

King David Hotel, Jerusalem
Hauptartikel: Tourismus in Israel

Israel hatte nach einem Einbruch des Tourismus im Jahr 2009 im Jahr 2010 wieder mehr Besucher.[61] So besuchten 2010 rund 3,45 Mio. Touristen das Land, was einer Steigerung von etwa 26 % gegenüber dem Jahr 2009 entspricht.[62] Die positive Entwicklung setzte sich auch 2011 fort.[63] 2012 besuchten Israel über 3,5 Millionen Touristen [64].

Einfluss der Immigration

Durch Einwanderungen aus der ehemaligen Sowjetunion kamen Wissenschaftler und Akademiker ins Land, die für Israels Zukunft von beträchtlichem Wert sind. Der Zustrom, verbunden mit der Öffnung neuer Märkte nach dem Ende des Kalten Krieges, belebte Israels Wirtschaft und sorgte während der 1990er Jahre für ein rasches Wachstum. Doch ab 1996 begann sich das Wachstum zu verlangsamen, als die Regierung eine straffere Steuer- und Geldpolitik verfolgte und der Einwandererstrom sich verlangsamte. Dafür sank die Inflation 1999 auf ein Rekordminimum.

Soziale Situation

Laut einem Bericht des Nationalen Versicherungsinstituts (המוסד לביטוח לאומי) von 2008 nimmt die Armut in Israel weiter zu, obwohl das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf allein zwischen 2004 und 2006 um 12,4 % stieg. Im Jahr 2007 lebten in Israel ohne die 1967 besetzten Gebiete 24,7 % der Gesamtbevölkerung und 35,9 % der Kinder unter der Armutsgrenze. Die hohe Armut von Kindern stellt unter den entwickelten Ländern einen Rekord dar.

Die Armutsgrenze lag 2007 nach israelischer Definition bei einem monatlichen Einkommen von 2028 Schekel (ca. 364 Euro) für Alleinstehende, 3244 Schekel (600 Euro) für ein kinderloses Paar und 5191 Schekel (944 Euro) für eine vierköpfige Familie.

Ein großes Problem sind die so genannten working poor aufgrund der extrem niedrigen Löhne in vielen Branchen: 40 % aller Haushalte unter der Armutsgrenze weisen mindestens einen Berufstätigen auf.[65]

Im Sommer 2011 kam es aufgrund der unbefriedigenden sozialen Lage in Israel zu den größten Protestaktionen der jüngeren Geschichte. Bis zu einer halben Million Menschen demonstrierten vorwiegend in Tel Aviv gegen die hohen Lebenshaltungskosten und forderten Soziale Gerechtigkeit und einen Wohlfahrtsstaat.[66]

Arbeitswoche

Die amtliche Arbeitswoche beginnt in Israel mit dem Sonntag (hebräisch „Jom Rischon“, „Erster Tag“), als dem ersten Tag der Woche. Während des Sabbats von Freitagnachmittag bis Samstagabend bleiben die meisten Geschäfte geschlossen und werden fast keine Dienstleistungen angeboten. Hierbei gibt es aber starke Unterschiede zwischen eher religiös und eher säkular geprägten Ortschaften.

Staatshaushalt

Der Staatshaushalt umfasste 2009 Ausgaben von umgerechnet 58,6 Mrd. US-Dollar, dem standen Einnahmen von umgerechnet 45 Mrd. US-Dollar gegenüber. Daraus ergibt sich ein Haushaltsdefizit in Höhe von 7,0 % des BIP.[67]
Die Staatsverschuldung betrug 2009 151,3 Mrd. US-Dollar oder 78,0 % des BIP.[67]

2006 betrug der Anteil der Staatsausgaben (in % des BIP) folgender Bereiche:

Etwa die Hälfte der staatlichen Auslandsschulden hat Israel bei den USA, seiner Hauptquelle für politische, wirtschaftliche und militärische Unterstützung. Ein verhältnismäßig großer Anteil der israelischen Auslandsschulden wird in Form von State of Israel Bonds von Privatinvestoren gehalten. Die Kombination von amerikanischen Kreditgarantien und direkten Anleihen bei Privatinvestoren ermöglicht Israel, zu günstigen Zinssätzen zu leihen, manchmal unterhalb der marktüblichen Zinssätze. Diese Politik wird auch von Deutschland geduldet und unterstützt, um das strategische Ziel der Existenzsicherung des jüdischen Staates zu erreichen.

Verkehr

Landverkehr

Wichtigster Verkehrsträger ist die Straße, und von besonderer Bedeutung sind die Überlandbusse der Buskooperative Egged. Von zunehmender Bedeutung ist das Eisenbahnnetz der Israel Railways, das nach jahrzehntelanger Vernachlässigung seit einigen Jahren modernisiert und ausgebaut wird.

Duty-free am Flughafen Ben Gurion

Flugverkehr

Wichtigster Flughafen ist der Ben-Gurion-Flughafen bei Lod im Großraum Tel Aviv. Weitere Flughäfen: Flughafen Atarot in Jerusalem (seit 2001 außer Betrieb), Flughafen Sde-Dow in der Stadt Tel Aviv, Flughafen Haifa, Flughafen Eilat, Flughafen Owda 40 km von Eilat entfernt, Flughafen Machanajim bei Rosch Pina. Die größte Fluggesellschaft ist die El Al mit Sitz am Ben-Gurion-Flughafen, die derzeit weltweit 44 Flugziele bedient. Der Flugverkehr von und nach Israel unterliegt aufgrund der ständigen terroristischen Bedrohung besonders strengen Sicherheitsvorschriften.

Seefahrt

Haifa, Aschdod und Eilat sind die drei Hafenstädte des Landes. In Chadera, Tel Aviv und Aschkelon gibt es ebenfalls kleinere Häfen, die jedoch nur Kohle, Erdgas oder Erdöl für nahe liegende Elektrizitätskraftwerke liefern. In Aschkelon, Aschdod, Tel Aviv, Herzlia, Haifa und Eilat existieren Jachthäfen. Kreuzfahrtschiffe legen gelegentlich in Haifa, Aschdod und Eilat an. Saisonale Fährverbindungen nach Zypern und weiter nach Griechenland verkehren nur ab Haifa.

Grenzübergänge

Israel ist über Landgrenzen nur von Jordanien und Ägypten aus erreichbar. Die Grenze mit Syrien und dem Libanon ist für Zivilisten geschlossen.

Die offiziellen Grenzübergänge mit Jordanien sind:

  • die Sheikh-Hussein-Brücke über den Jordan bei Bet Sche'an
  • die Allenby-Brücke über den Jordan bei Jericho (Westjordanland)
  • der Arava-Übergang bei Eilat und Aqaba

Die offiziellen Grenzübergänge mit Ägypten sind:

  • der Kerem Schalom-Übergang beim Gazastreifen
  • der Nizanna-Übergang
  • der Netafim-Übergang nördlich von Eilat
  • der Taba-Übergang südlich von Eilat

Seit dem Rückzug aus dem Gazastreifen gelten die Übergänge Karni und Erez als De-facto-Grenzposten (der De-jure-Status ist noch zu bestimmen). Der Grenzübergang Rafah zwischen dem Gazastreifen und Ägypten wird nicht mehr von den Israeli gehandhabt.

Bildungssystem

Die Verwaltung und Finanzierung des israelischen Bildungssystems wird vom Erziehungsministerium, vom Ministerium für Wissenschaft, Kultur und Sport und von den Städten getragen.

In Israel besteht für Kinder im Alter von fünf bis sechzehn Jahren Schulpflicht. Bis zum 18. Lebensjahr ist der Schulbesuch kostenlos. In der Regel besuchen Drei- bis Vierjährige einen kostenpflichtigen Kindergarten.

Das Schulsystem ist auf die multikulturelle Bevölkerung abgestimmt. Es gibt unterschiedliche staatliche Schulen, deren Lehrplan an spezielle Gesichtspunkte, wie Sprache und Religion der Schüler, angepasst sind. Der kleinere Teil der israelischen Schüler besucht Privatschulen, die unter der Schirmherrschaft religiöser und internationaler Organisationen arbeiten.

In der Oberstufe können die Schüler zwischen einer akademischen, technologischen, agrarwissenschaftlichen oder militärischen Fachrichtung wählen. Nach bestandener Abschlussprüfung erhält man das Bagrut.

Etwa 216.000 Studenten sind an einer der Hochschulinstitutionen des Landes immatrikuliert. Die israelischen Universitäten sind regelmäßig unter den 100 Eliteuniversitäten der Welt in dem angesehenen ARWU Ranking[69]. Weltbekannt sind das Technion und die Hebräische Universität Jerusalem. Die acht Universitäten Israels bieten ein breites Lehrangebot in natur- und geisteswissenschaftlichen Fächern, siehe Liste der Universitäten in Israel.

Zusätzlich existiert eine Vielzahl von akademischen Hochschulen, die keinen universitären Status besitzen, jedoch anerkannte akademische Diplome ausstellen dürfen und oft mit den Universitäten kooperieren, siehe Liste der akademischen Hochschulen in Israel.

Zehntausende nutzen Erwachsenen-Bildungsprogramme. Für Neueinwanderer stehen spezielle Sprachschulen zur Verfügung, in denen Hebräisch in Intensivkursen angeboten wird.

Wissenschaft und Technologie

In den Jahren von 2002–2013 wurde der Nobelpreis an 8 Israelis in wissenschaftlichen Bereichen verliehen:

Die Notwendigkeit, ein relativ unfruchtbares, unterentwickeltes Land in einen modernen Industriestaat von heute zu verwandeln, war seit der Gründung Israels bestimmend für dessen wissenschaftliche und technische Entwicklung. Wasserknappheit, wüstenartige Landschaft und Mangel an Arbeitskräften führten auch zur Entwicklung neuartiger landwirtschaftlicher Methoden.

Israel investiert heute gemessen am Weltmaßstab überdurchschnittlich viel in Forschung und Entwicklung. Die Universitäten, die eng mit der Industrie zusammenarbeiten, erbringen dabei 80 % der Forschungsergebnisse. Universitäten gründeten sogar Firmen zur Vermarktung der praktischen Anwendungen ihrer Forschungsergebnisse. Mehr als die Hälfte aller wissenschaftlichen Veröffentlichungen sind in der Biotechnologie, der Biomedizin und der klinischen Forschung angesiedelt.

Israelische Wissenschaftler waren maßgeblich an der Erforschung des Botenstoffs Interferon beteiligt. Auch die Pharmaforschung profitiert oftmals von israelischen Kapazitäten, so zum Beispiel bei der Entwicklung des Medikaments Copaxone. Hoch entwickelte medizinische Diagnose- und Behandlungsgeräte werden in Israel entwickelt und weltweit exportiert. Darunter befinden sich Geräte für Computertomographie und Magnetresonanztomographie, Ultraschall-Scanner, nuklearmedizinische Kameras, chirurgische Laser und eine Miniaturkamera, welche als eine schluckbare Kapsel zur Untersuchung des Verdauungstraktes verwendet wird.

Ein Schwerpunkt der israelischen Forschung liegt auf Elektronik und Kommunikationstechnik. Israel ist eins der führenden Länder in der Forschung und Entwicklung von Glasfasern, elektro-optischen Kontrollsystemen und wärmeempfindlichen Nachtsichtgeräten. Neben Software für Groß- und Bürocomputer werden Roboter für verschiedenste Anwendungsbereiche entwickelt.

1983 wurde die Israel Space Agency gegründet. Seit 1988 ist Israel in der Lage, mit Hilfe einer eigenen Rakete (Shavit) Satelliten ins All zu befördern. Darüber hinaus wurden verschiedene Displaysysteme, aeronautische Computer, Instrumente und Flugsimulatoren entwickelt. Ilan Ramon war 2003 innerhalb der STS-107-Mission der erste Israeli im Weltraum. Er verunglückte zusammen mit seinen sechs NASA-Kollegen beim Wiedereintritt des Space Shuttles Columbia tödlich.

Die Wasserknappheit trieb die Entwicklung von computergesteuerten Bewässerungssystemen voran. In diesem Zusammenhang wurde auch die Tropfmethode entwickelt, bei der das Wasser direkt zu den Wurzeln der Pflanzen geleitet wird. Intensiver Forschung ist es zu verdanken, dass das riesige unterirdische Reservoir an Brackwasser unter dem Negev nutzbar gemacht werden konnte: Verschiedene Pflanzen wie Kirschtomaten gedeihen mit diesem Wasser gut, das aus einer Tiefe von tausend Meter in die Höhe gepumpt wird und eine Temperatur von 42 Grad Celsius hat.[70]

A horizontal parabolic dish, with a triangular structure on its top.
Der weltgrößte Solar-Parabolspiegel im Ben-Gurion National Solar Energy Center in der Negev-Wüste [71][72].

Außerdem verfügt Israel mit der Meerwasserentsalzungsanlage bei Aschkalon über eine der größten dieser Art.[73]

Die Nichtverfügbarkeit von konventionellen Energiequellen machte die intensive Entwicklung von alternativen Energiequellen wie Solar-, Wärme- und Windenergie erforderlich. Israel betreibt kein Kernkraftwerk, weil es eine Überwachung seiner Nuklearanlagen durch die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) nicht zulassen will. Seit 2007 plant es den Bau eines 2000-Megawatt-Meilers in der Negev-Wüste, wo sich in der Nähe von Dimona das Negev Nuclear Research Center befindet.[74]

Kultur

Das Philharmonische Orchester Israels dirigiert von Zubin Mehta
Hauptartikel: Israelische Kultur

Israels Kultur ist eng mit den Kulturen der umliegenden Nachbarstaaten verbunden, dennoch zeichnet den modernen Staat Israel eine Anzahl einzigartiger kultureller Besonderheiten aus, zum Beispiel dass die Menschen des Landes Einflüsse aus über 100 Nationen in ihre Kultur integriert haben, die so zu einem bunten Flickwerk mannigfaltiger Kulturen wurde.

Vor allem die israelische Musik ist erwähnenswert. Dabei ist der israelische Volkstanz recht bekannt, ebenso die Interpretation von klassischer Musik. Das Philharmonische Orchester Israels tritt landesweit und auch im Ausland auf.

Die Museumslandschaft ist vor allem durch Kibbuzim geprägt, von denen einige Kleinstmuseen beherbergen, beispielsweise das Ghetto Fighters' House im Kibbuz Lochamej haGeta’ot. Größere Museen gibt es in Tel Aviv und Jerusalem, wie das Israel-Museum mit dem Schrein des Buches oder das Holocaust-Museum Yad Vashem.

Weiter hat Israels Bibliothekswesen eine bewegte Geschichte hinter sich. Auch bekannte Schriftsteller stammen aus Israel, darunter der auch im deutschsprachigen Raum bekannte Satiriker Ephraim Kishon.

Die ehemals provinzielle israelische Filmindustrie ist seit Anfang der 2000er Jahre weltweit anerkannt. Der Umgang mit Sexualität sowie Homosexualität in Israel zeigt erhebliche Unterschiede zu den deutlich restriktiveren Nachbarländern.

Medien

In Israel existieren sehr verschiedenartige Medien für die unterschiedlichen Sprachgruppen des Landes. Die wichtigsten Zeitungen sind Maariw, Haaretz, The Jerusalem Post, Jedi’ot Acharonot und haOlam haZeh. Haaretz und The Jerusalem Post erscheinen auch auf Englisch. Die öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalt IBA produziert Radio- und Fernsehprogramme und ist Vollmitglied der Europäischen Rundfunkunion. Bedeutend ist außerdem der Radiosender der Streitkräfte, Galei Tzahal. Neben Zeitungen und Rundfunkprogrammen auf Hebräisch, Englisch und Russisch gibt es auch einige auf Deutsch und Jiddisch. Die wichtigste deutschsprachige Publikation Israels war die inzwischen eingestellte Tageszeitung Israel-Nachrichten aus Tel Aviv.

In Israel herrscht dem Gesetz nach grundsätzlich Pressefreiheit. Eine Zensur­behörde befindet darüber, ob bestimmte Medienberichte die Sicherheit Israels gefährden. Gegen Entscheidungen dieser Behörde kann vor Gericht geklagt werden.[75] In der Rangliste der Reporter ohne Grenzen für 2013, die 179 Staaten hinsichtlich Pressefreiheit listet, fiel Israel von Platz 92 im Vorjahr auf Platz 112 aufgrund gezielter Angriffe auf mutmaßlich hamas-nahe Journalisten während der Operation Wolkensäule. Allgemein bewertet die Organisation die Repressalien gegen palästinensische Journalisten und die Militärzensur als Hemmnisse der Pressefreiheit. Die Meinungsfreiheit der israelischen Journalisten sieht sie als gegeben an.[76]

Seit 2012 gibt es eine im Internet erscheinende deutschsprachige Zeitung Israel Nachrichten und eine englischsprachige Zeitung, The Times of Israel.

Telekommunikation

Die letzte Meile für Telefonanschlüsse und ADSL wird von Bezeq gestellt. Ca. 2003 hat auch HOT begonnen, Telefon und Internet über das Fernsehkabelnetz anzubieten.

Sport

Der Basketballverein Maccabi Tel Aviv in der Nokia Arena
Hauptartikel: Sport in Israel

Die meisten Sportverbände sind auf internationaler Ebene mittlerweile Mitglieder der europäischen Dachorganisationen (z. B. UEFA, ULEB etc.), weshalb israelische Mannschaften an deren Wettbewerben teilnehmen. Die Mitgliedschaft in asiatischen Organisationen war wegen Boykott-Maßnahmen arabischer Mitgliedsverbände nicht mehr möglich gewesen.

Israel hat einige namhafte Sportvereine, besonders in den im Land populären Sportarten Basketball und Fußball, die auch im internationalen Vergleich recht bekannt sind. An erster Stelle ist hier Maccabi Tel Aviv zu nennen, dessen Basketballequipe 1977, 1981, 2001 (SL), 2004 und 2005 den Europapokal eroberte, im Fußball nach der alten Organisation noch den Asienpokal der Landesmeister 1968 und 1971.

Weiter sind Hapoel Tel Aviv, das den Asienpokal der Landesmeister 1967 für sich beanspruchen durfte, Hapoel Petach Tikwa, Maccabi Netanya, Maccabi Haifa, Beitar Jerusalem und Hapoel Haifa bekannte Fußballvereine.

Hapoel Jerusalem schließlich hat 2004 den ULEB Cup der Union of European Leagues of Basketball gewonnen.

Literatur

Zur Geschichte

Zur Gesellschaft und Wirtschaft

  • Shmuel N. Eisenstadt: Die Transformation der israelischen Gesellschaft. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1987
  • Nurith Gertz: Myths in Israeli culture: captives of a dream. Vallentine Mitchell, London [u. a.] 2000
  • Uta Klein: Militär und Geschlecht in Israel. Campus Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-593-36724-6 Rezension
  • Gershon Shafir, Yoav Peled: Being Israeli. The Dynamics of Multiple Citizenship. Cambridge UP, 2002, ISBN 0-521-79672-5
  • Roland Kaufhold/Till Lieberz-Groß (Hrsg.): Deutsch-israelische Begegnungen. psychosozial Nr. 53 (1/2003)
  • Israel. Informationen zur politischen Bildung. Bd. 278. Franzis' Print & Media, München/Bonn 2003 (mit Karten). ISSN 0046-9408
  • Dan Senor und Saul Singer: Start-up Nation Israel: Was wir vom innovativsten Land der Welt lernen können. Hanser, München 2012, ISBN 978-3-446-42921-5
  • Anat Feinberg, Miriam Magall: Kultur in Israel. Eine Einführung. Bleicher Verlag, Gerlingen 1993, ISBN 978-3-88350-031-7

Zur politischen Kontroverse

Berichte und Reflexionen

Romane

Weblinks

 Portal: Israel und Palästina – Übersicht zu Wikipedia-Inhalten zum Thema Israel und Palästina
 Wiktionary: Israel – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen
 Commons: Israel – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikinews: Israel – in den Nachrichten
 Wikimedia-Atlas: Israel – geographische und historische Karten
 Wikivoyage: Israel – Reiseführer

Dossiers

Einzelnachweise

  1. Zu den rechtlichen Hintergründen siehe: Jerusalem. Ausländische Botschaften befinden sich in Tel Aviv, Ramat Gan und Herzlia.
  2. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLatest Data. Central Bureau of Statistics, 2. Februar 2014, abgerufen am 3. Februar 2014.
  3. Israel – Country Profile: Human Development Indicators. In: International Human Development Indicators. Human Development Report Office, 2013, abgerufen am 23. Juli 2013.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFreedom House: Middle East. Freedom House, 10. Oktober 2013, abgerufen am 10. Oktober 2013.: Betrachtet wurden 21 Staaten. Davon wurden sechs (Libanon, Kuweit, Ägypten, Libyen, Tunesien, Marokko) als „partly free democracies“ klassifiziert, und Israel (ohne die nicht berücksichtigten besetzten Gebiete West Bank und Gaza-Streifen) als einzige „free democracy“.
  5. Naomi Bubis: Wohin driftet das Israel des neuen Jahrtausends? Israel zwischen Theokratie und Demokratie, in: Dietmar Herz, Christian Jetzlsperger, Kai Ahlborn (Hrsg.): Der israelisch-palästinensische Konflikt, Wiesbaden 2003, S. 235ff.
  6. a b c d Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatThe World Factbook: Israel. CIA, abgerufen am 5. Juli 2012 (englisch).
  7.  Inbar Perez, Eli Geffen, Ofer Mokady: Critically Endangered Arabian leopards Panthera pardus nimr in Israel: estimating population parameters using molecular scatology. In: Fauna & Flora International (Hrsg.): Oryx – The International Journal of Conservation. 40, Nr. 03, 4. September 2006, S. 295–301, doi:10.1017/S0030605306000846 (http://journals.cambridge.org/action/displayAbstract?fromPage=online&aid=467935%20, abgerufen am 23. Juli 2013).
  8. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatStatistical Abstract of Israel 2010, Population and density per sg.km in Localities numbering 5,000 Residents and more. CBS, 2009, abgerufen am 5. Juli 2012.
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatThe World Factbook: West Bank. CIA, abgerufen am 16. Juli 2012 (englisch).
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatGenfer Abkommen über den Schutz von Zivilpersonen in Kriegszeiten. Bundesbehörden der Schweizerischen Eidgenossenschaft, 12. August 1949, abgerufen am 10. Mai 2012 (PDF; 626 kB).
  11.  Hans-Peter Gasser, Nils Melzer: Humanitäres Völkerrecht. Eine Einführung. 2. überarbeitete Auflage. Nomos/Schulthess Verlag, Baden-Baden/Zürich 2012, ISBN 978-3-7255-6358-6, S. 137-143, besonders 142f.
  12. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTable B/1 – Population, by Population Group. The State of Israel, Central Bureau of Statistics, abgerufen am 5. Juli 2012.
  13. a b c Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatFactsheet: Israel. Bevölkerung und Religionen. Schweizerischer Israelitischer Gemeindebund, 11. Juli 2012, abgerufen am 16. Juli 2012 (PDF; 66 kB).
  14. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatStatistik: Einwohner Israels nach Herkunft und Alter 2001. 13. August 2008, abgerufen am 23. Juli 2013 (PDF, 113 kB).
  15. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatA Portrait of Israeli Jews. Beliefs, Observance, and Values of Israeli Jews, 2009. Guttman Center for Surveys of the Israel Democracy Institute for The AVI CHAI–Israel Foundation, 28. Januar 2012, S. 30, abgerufen am 16. Juli 2012 (PDF; 529 kB, englisch).
  16. sz-online.de: Unesco erkennt 27 Stätten neu als Welterbe an
  17. Bernard Spolsky, Elana Shohamy: The Languages of Israel. Policy, Ideology and Practice. Multilingual Matters 1999, S. 118f.
  18. Bernard Spolsky, Elana Shohamy: The Languages of Israel. Policy, Ideology and Practice. Multilingual Matters 1999, S. 112.
  19. Instruktiv dazu der Reisebericht Mark Twains Die Arglosen im Ausland von 1867
  20. Altneuland. Berlin 1.1904,11, S.339.
  21. Theodor Herzl: Tagebücher 1895–1904, Bd. 1, Berlin 1922, S,318f
  22. Isaak Markus Jost in: Ismar Schorsch: From Text to Context: the Turn to History in Modern Judaism, Hannover 1994, S.238
  23. Klaus-Michael Mallmann, Martin Cüppers: Halbmond und Hakenkreuz. Das Dritte Reich, die Araber und Palästina. WBG, Darmstadt 2006, ISBN 3-534-19729-1
  24. Netanel Lorch: One Long War. Keter, Jerusalem 1976, S. 110.
  25. a b Isi Leibler: The Case For Israel. Australia: The Globe Press 1972
  26. Friedrich Schreiber, Michael Wolffsohn: Nahost. Leske + Budrich, Opladen 1993, S. 196
  27. Radio Vatikan: Pater David Jaeger optimistisch zu Gespräch mit Israel 31. Januar 2007
  28. Israel kann nicht auf Fairness zählen. In: Die Welt
  29. Vgl. Suleiman Mustapha: Presidential system lacks accountability, says Asuma Banda, in: The Statesman, 15. Mai 2007. Abgerufen am 1. April 2010.
  30. Israelisch-syrische Geheimverhandlungen. In: Wikinews, 20. Januar 2007
  31. oecd.org: Israel's accession to the OECD (Zugriff am 7. September 2010)
  32. a b c The Institute for National Security Studies
  33. http://www.haaretz.com/business/barak-wants-to-pay-minimum-wage-to-idf-conscripts-1.393937
  34. Amnesty International Report 2009 – ISRAEL UND BESETZTE PALÄSTINENSISCHE GEBIETE
  35. Artikel über die deutschen Beiträge zur israelischen Rüstung. In: taz, 31. Juli 2006
  36. siehe Mobility of Merkava, Artikel aus der englischen Wikipedia
  37. siehe dazu Artikel Deutsch-israelische militärische Zusammenarbeit
  38. http://www.iwi.net/
  39. Israel stationiert Raketenabwehrsystem „Iron Dome“. In: orf.at. ORF Online und Teletext, 27. März 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 12. April 2011.
  40. Anshel Pfeffer, Yanir Yagna: Iron Dome successfully intercepts Gaza rocket for first time. In: haaretz.com. Haaretz, 7. April 2011, abgerufen am 13. April 2011 (englisch).
  41. Yaakov Katz: Iron Dome works in combat, intercepts Katyusha rocket. In: jpost.com. The Jerusalem Post, 7. April 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 12. April 2011 (englisch).
  42. Matthias Chapman: Was taugt Israels neue Wunderwaffe? News Ausland: Naher Osten & Afrika. In: derbund.ch. Der Bund, 11. April 2011, archiviert vom Original am 12. April 2011, abgerufen am 12. April 2011.
  43. Raytheon/Rafael: Stunner – Terminal Missile Defense Interceptor (PDF; 240 kB)
  44. Missile Monitor vom 14. Oktober 2007
  45. mobiledevdesign.com
  46. defense-update.com
  47. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatHans Rühle: Krisenherd Naher Osten: Absichtsvoll zweideutig. In: faz.net. 18. Oktober 2007, abgerufen am 23. Juli 2013.
  48. Olmert soll über Atomwaffen aufklären. (Die ursprüngliche Seite ist nicht mehr abrufbar.)[1] [2] Vorlage:Toter Link/www.tagesschau.de → Erläuterung In: Tagesschau (ARD), 13. Dezember 2006
  49. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-Format(reh): Fernsehinterview: Empörung über Olmerts Atomwaffen-Geständnis. In: Spiegel Online. 11. Dezember 2006, abgerufen am 23. Juli 2013.
  50. UN tells Israel to let in nuclear inspectors. In: The Guardian. Abgerufen am 23. Juli 2013 (englisch).
  51. IDF: More than 300,000 settlers live in West Bank. Haaretz, 27. Juli 2009, abgerufen am 4. September 2010.
  52. Palestinians shun Israeli settlement restriction plan. In: BBC News. 25. November 2009, abgerufen am 4. September 2010.
  53. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatTomas Avenarius: Nakba, die Katastrophe. Palästinenser und Israel. In: Süddeutsche Zeitung. 15. Mai 2008, abgerufen am 23. Juli 2013.
  54. Urteil in Israel: Richter verbieten Apartheid. Auf: n-tv, 30. Dezember 2009
  55. Israel / besetzte Gebiete. Hauszerstörungen und Vertreibungen nehmen weiter zu, 14. Dezember 2011, abgerufen am 16. Dezember 2011
  56. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatDaniel Estrin: Samer Allawi, Al-Jazeera Reporter Held By Israel, To Be Released. In: Huffington Post. 26. September 2011, abgerufen am 23. Juli 2013.
  57. Israel: Charge or Release Al Jazeera Bureau Chief, Human Rights Watch, 24. September 2011, abgerufen am 16. Dezember 2011
  58. Juliane von Mittelstaedt: Reiliger Rogen. DER SPIEGEL vom 13. August 2012, S. 80
  59. Dan Senor, Saul Singer: Start-up Nation Israel. Was wir vom innovativsten Land der Welt lernen können. Aus dem Amerikanischen von Stephan Gebauer, Hanser, München 2012, ISBN 978-3-446-42921-5.
  60. Bericht auf theglobeandmail.com vom 29. Dezember 2011, abgerufen am 30. Januar 2012
  61. Pressemitteilung des Außenministeriums, abgefragt am 14. Dezember 2010
  62.  Evangelische Nachrichtenagentur idea e.V. (Hrsg.): Israel-Tourismus im Aufwind. Wetzlar 2011, S. 10 (Ausgabe: ideaSpektrum 5/2011).
  63. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatMehr Touristen in Israel im Mai: Tourismusministerium veröffentlicht Rekordzahlen. Pressemitteilung des Fremdenverkehrsamtes von Israel in Berlin, 17. Juni 2012, abgerufen am 23. Juli 2013 (PDF; 209 kB).
  64. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatAsher Zeiger: 2012 breaks record for incoming tourism. In: The Times of Israel. 23. Dezember 2012, abgerufen am 27. März 2013.
  65. Rosso Vincenzo: Israel: Ende des Booms? Furcht vor Exporteinbruch und Finanzspekulation. Armut weiter gestiegen. In: Telepolis, 10. März 2008.
  66. Al Jazeera English: Mass rallies revive Israeli protest movement 4. September 2011, abgerufen am 4. September 2011
  67. a b c d The World Factbook
  68. Der Fischer Weltalmanach 2010: Zahlen Daten Fakten, Fischer, Frankfurt, 8. September 2010, ISBN 978-3-596-72910-4
  69. The Hebrew University of Jerusalem. Academic Ranking of World Universities, 2011, abgerufen am 21. März 2012.
  70. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJakob Strobel y Serra: Gott weiß, wie gutes Essen schmeckt. In: FAZ.net. 8. Oktober 2011, abgerufen am 23. Juli 2013.
  71. Buch der Energie, Teil C, Parabolspiegel Anlagen (Dish-Stirling-Systeme), Achmed A. W. Khammas, 2007-2012
  72. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJohn Lettice: Giant solar plants in Negev could power Israel's future. In: The Register. 25. Januar 2008, abgerufen am 23. Juli 2013.
  73. Ashkelon, Israel. In: Water-technology.net. Net Resources International, abgerufen am 23. Juli 2013.
  74. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatPierre Heumann: Israel steht mit seinen Atomplänen nicht allein. In: Handelsblatt. 7. August 2007, abgerufen am 23. Juli 2013.
  75. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatChristoph Schult (Interview): Pressefreiheit – So funktioniert Israels Zensurmaschine. In: Spiegel Online. 26. April 2010, abgerufen am 23. Juli 2013.
  76. reporter-ohne-grenzen.de: Rangliste 2013. Reporter ohne Grenzen veröffentlicht aktuelle Rangliste der Pressefreiheit , ergänzend die Zusammenfassung zum Nahen Osten und Nordafrika, Seite 3 (englisch)

31.60805555555634.818055555556Koordinaten: 32° N, 35° O

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Dieser Artikel wurde am 24. Oktober 2006 in dieser Version in die Liste der lesenswerten Artikel aufgenommen.