Issai Schur

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Issai Schur

Issai Schur[1] (* 10. Januar 1875 in Mogiljow; † 10. Januar 1941 in Tel Aviv) war ein deutscher Mathematiker. Als Student von Frobenius arbeitete er über Darstellungstheorie von Gruppen, aber auch in Zahlentheorie und sogar in theoretischer Physik. Am besten bekannt ist ein Nebenergebnis seiner Arbeiten, die Schur-Zerlegung von Matrizen, die wichtige Anwendungen in der numerischen linearen Algebra findet.

Leben[Bearbeiten]

Kindesalter[Bearbeiten]

Issai Schur wurde als Sohn des Kaufmanns Moses Schur und seiner Frau Golde Schur (geborene Landau) in Mogiljow am Dnepr im damaligen Russischen Reich geboren. Nach Vogt benutzte Schur den Vornamen Schaia lieber als Issai bis in seine mittleren Zwanziger.[2] Schurs Vater soll ein Großkaufmann gewesen sein.[3].

1888, im Alter von 13 Jahren, ging Schur nach Libau (Kurland, heute in Lettland), wo damals seine verheiratete Schwester und sein Schwager lebten, 640 km nordwestlich von Mogiljow. Kurland war damals einer der drei Ostseegouvernements des zaristischen Russland und seit dem Mittelalter bildeten dort die Baltendeutschen (Adel und Städtebürgertum) die tonangebenden, gesellschaftlichen Schichten.[4][5] In der örtlichen jüdischen Gemeinde wurde meist Deutsch und nicht Jiddisch gesprochen.[6]

Schur besuchte das deutschsprachige Nicolai-Gymnasium in Libau zwischen 1888 und 1894 und erreichte die Bestnote in seiner Abschlussprüfung, sowie eine Goldmedaille.[7] Hier lernte er fließend Deutsch, seiner Meinung nach war Schurs erste Sprache Jiddisch gewesen.

Studium[Bearbeiten]

Im Oktober 1894 schrieb sich Schur an der Universität von Berlin in der Fächern Mathematik und Physik ein. 1901 promovierte er summa cum laude bei Ferdinand Georg Frobenius und Lazarus Immanuel Fuchs Über eine Klasse von Matrizen, die sich einer gegebenen Matrix zuordnen lassen[8], wobei sich unter diesem Titel eine Theorie der Darstellung der allgemeinen linearen Gruppe verbirgt. Nach Vogt[9] verwendete er seinen Vornamen Issai in dieser Arbeit zum ersten Mal. Nach einem Zitat[10] schätzte Schur seine Chancen im russischen Zarenreich als eher schlecht ein, und da er so perfekt Deutsch sprach, dass man ohne Zweifel annehmen konnte, es sei seine Muttersprache, blieb er in Berlin. Er habilitierte 1903 und wurde Privatdozent an der Universität Berlin. Die zehn Jahre zwischen 1903 und 1913 hatte Schur eine Stelle als Privatdozent an der Berliner Universität inne[11].

Im Jahre 1913 nahm er einen Ruf als außerordentlicher Professor und Nachfolger von Felix Hausdorff nach Bonn an. In den Folgejahren versuchte Frobenius auf verschiedene Art und Weise, Schur zurück nach Berlin zu holen. Unter anderem wurde der Name Schur in einem Brief vom 27. Juni 1913[12] von Frobenius an den Schulratspräsidenten der ETH, Robert Gnehm genannt, als die Nachfolge von Carl Friedrich Geiser[13] zu regeln war. Frobenius beklagte sich zunächst, dass man seinen Rat anderorts nie befolgt habe und sagte dann: Darum empfehle ich Ihnen erst gar nicht Hrn. Prof. J. Schur (jetzt in Bonn). Der ist viel zu gut für Zürich, und soll mal mein Nachfolger in Berlin werden. Bekanntlich erhielt Hermann Weyl die Stelle in Zürich. Die Bemühungen von Frobenius waren erst 1916 erfolgreich, als Schur als außerordentlicher Professor die Nachfolge von Johannes Knoblauch antreten konnte. In Jahr darauf, am 3. August 1917, starb Frobenius. Im Antrag der Fakultät zur Regelung der Nachfolge wurden Schur und Carathéodory gemeinsam auf dem ersten Platz genannt. Es wurde dann aber Constantin Carathéodory gewählt. Im Jahre 1919 erhielt Schur schließlich ein persönliches Ordinariat, und 1921 konnte er den Lehrstuhl des zurückgetretenen Friedrich Hermann Schottky übernehmen. 1922 wurde er zusätzlich in die Preußische Akademie der Wissenschaften aufgenommen.

Zur Zeit des Nationalsozialismus[Bearbeiten]

Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten und der Ausschaltung der parlamentarischen Opposition verordnete das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums am 7. April 1933 die Entlassung aller politisch missliebigen und der Herkunft nach als „jüdisch“ angesehenen Staatsdiener; einer späteren Verordnung[14] zufolge galt dies auch für Professoren und mithin auch für Schur. Schur wurde suspendiert und aus dem Universitätsbetrieb ausgeschlossen. Sein Kollege Erhard Schmidt setzte sich für seine Wiedereinstellung ein, und da Schur bereits vor dem Ersten Weltkrieg preußischer Beamter gewesen war[15], durfte er zum Wintersemester 1933/1934 wieder mit bestimmten Sondervorlesungen am Lehrbetrieb teilnehmen. Auf diese Wiederzulassung hin zog Schur sein bei dem Wissenschaftsminister eingereichtes Urlaubsgesuch zurück und schlug das Angebot einer Gastprofessur an der University of Wisconsin-Madison für das akademische Jahr 1933/34 aus[16]. Es ist wahrscheinlich, dass bei der Ablehnung des Angebots auch mitgespielt hat, dass sich Schur den Anforderungen nicht mehr gewachsen fühlte, die ein Neuanfang in einem englisch-sprachigen Umfeld mit sich gebracht hätten[17].

Bereits im Jahre 1932 hatte Schurs Tochter Hilde[18] in Bern den Arzt Chaim Abelin geheiratet. In der Folge besuchte Issai Schur mehrmals seine Tochter in Bern. In Zürich traf er sich dann öfters mit George Pólya, dem er seit der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg freundschaftlich verbunden war[19].

Auf einer solchen Reise in die Schweiz im Sommer 1935 erreichte Schur ein von Ludwig Bieberbach in Vertretung des Rektors unterschriebener Brief, Schur möge ihn dringlich in der Universität in Berlin aufsuchen[20]. Man müsse eine wichtige Angelegenheit mit ihm besprechen. Es handle sich um Schurs Entlassung auf den 30. September 1935[21].

Schur blieb zwar nach seiner Entlassung als Professor noch Mitglied der Preußischen Akademie der Wissenschaften, aber wenig später verlor er auch diesen letzten Rest seiner offiziellen Stellung. Auf Grund einer Intervention Bieberbachs wurde er im Frühling 1938 gezwungen, seinen Austritt aus den Kommissionen der Akademie zu erklären[22]. Auch seine Mitgliedschaft im Beirat der Mathematischen Zeitschrift wurde Anfang 1939 beendet[23].

Auswanderung[Bearbeiten]

Nach der Flucht vieler seiner Schüler und der Vertreibung aus seiner bisherigen Wirkungsstätte vereinsamte der anerkannte Wissenschaftler. Nur Dr. Helmut Grunsky habe sich, so berichtete Schur Ende der dreißiger Jahre seinem ausgewanderten Schüler Max Menachem Schiffer, freundlich ihm gegenüber gezeigt[24] Die Gestapo war allgegenwärtig. Da Schur seiner Ehefrau gegenüber angekündigt hatte, im Falle einer Vorladung zur Gestapo Selbstmord zu begehen,[25] fing seine Frau die Briefe und mit ihnen auch im Sommer 1938 die Vorladung ab, verschaffte Issai Schur einen Erholungsaufenthalt in einem Heim außerhalb Berlins und ging mit ärztlichem Attest versehen anstelle des Ehemannes zur Geheimen Staatspolizei. Dort fragte man rundheraus, weshalb sie sich denn immer noch in Deutschland aufhielten. Doch der geplanten Auswanderung standen wirtschaftliche Hindernisse im Wege: Auswandernde Deutsche mussten vor der Ausreise einen - damals auf ein Viertel des Steuerwertes lautenden - Anteil ihres Vermögens als Reichsfluchtsteuer zahlen. Nun hatte Schurs Frau eine Hypothek auf ein Haus in Litauen geerbt, die wegen der litauischen Devisenbestimmung nicht zurückgezahlt werden durfte. Andererseits war es Schur verboten, darauf zu verzichten oder die Hypothek dem deutschen Reich zu überlassen. Damit fehlten den Schurs die flüssigen Mittel. Schließlich konnte die fehlende Geldsumme irgendwie aufgebracht werden, wobei bis heute nicht klar zu sein scheint, wer der Geldgeber war.

Schur konnte Deutschland Anfang 1939 verlassen[26]. Seine Gesundheit war allerdings schon schwer beeinträchtigt. Er reiste in Begleitung einer Krankenschwester zu seiner Tochter nach Bern, wohin ihm einige Tage später auch seine Frau folgte. Dort blieben sie einige Wochen und wanderten dann nach Palästina aus. Nur zwei Jahre später, an seinem 66. Geburtstag, am 10. Januar 1941 starb er in Tel Aviv an einem Herzinfarkt.

Werk[Bearbeiten]

Mit vielen bedeutenden Arbeiten zur Gruppen- und Darstellungstheorie setzte Schur das Werk seines Lehrers Frobenius fort. Darüber hinaus veröffentlichte er wichtige Resultate und elegante Beweise für bekannte Sätze in fast allen Zweigen der klassischen Algebra und Zahlentheorie. Seine gesammelten Werke[27] sind ein eindrucksvoller Beleg dafür. Dort sind auch seine Arbeiten zu Theorie der Integralgleichungen und über unendliche Reihen zu finden.

Lineare Gruppen[Bearbeiten]

In seiner Doktorarbeit Über eine Klasse von Matrizen, die sich einer gegebenen Matrix zuordnen lassen bestimmt Issai Schur die polynomialen Darstellungen der generellen linearen Gruppe GL(n, \mathbb{C}) über dem Körper \mathbb{C} der komplexen Zahlen. Die Ergebnisse und Methoden dieser Arbeit sind noch heute aktuell[28]. J. A. Green bestimmt in seinem Buch[29] die polynomialen Darstellungen der GL(n,\mathbb{K}) über unendlichen Körpern \mathbb{K} mit beliebiger Charakteristik. Dabei stützt er sich im Wesentlichen auf Schurs Dissertation. J. A. Green schreibt This remarkable work (of Schur) contained many very original ideas, developed with superb algebraic skill. Schur showed that these (polynomial) representations are completely reducible, that each one is "homogeneous" of some degree r \geq 0, and that es equivalence types of irreducible polynomial representations of GL_n(\mathbb{C}), of fixed homogeneous degree r, are in one-to-one correspondence with the partitions \lambda = (\lambda_1, \ldots, \lambda_n) of r into not more than n parts. Moreover Schur showed that the character of an irreducible representation of type \lambda is given by a certain symmetric function \underline{S}_\lambda in n variables, since described as a Schur function. Nach Green sind die Methoden von Schurs Dissertation noch heute für die Theorie der algebraischen Gruppen wichtig.

Im Jahr 1927 gab Schur in seiner Arbeit Über die rationalen Darstellungen der allgemeinen linearen Gruppe neue Beweise für die Hauptergebnisse seiner Dissertation. Ist V der natürliche n-dimensionale \mathbb{C}-Vektorraum, auf dem GL(n,\mathbb{C}) operiert, und ist r eine natürliche Zahl, dann ist das r-fache Tensorprodukt V^{\otimes r} über \mathbb{C} ein GL(n,\mathbb{C})-Modul, auf dem die symmetrische Gruppe S_r vom Grade r durch Permutation der Tensorfaktoren eines jeden Erzeugenden v_1 \otimes \ldots \otimes v_r von V^{\otimes r} ebenfalls operiert. Indem Schur diese S_r-GL(n,\mathbb{C})-Bimodulwirkung auf V^{\otimes r} ausnutzt, gelingt es ihm, elegante Beweise für seine Sätze zu finden. Diese Arbeit von Schur wurde sofort sehr bekannt.

Professur in Berlin[Bearbeiten]

Schur lebte in Berlin als ein hochangesehenes Mitglied der akademischen Welt, ein der Politik fernstehender Gelehrter. Ein führender Mathematiker und herausragender und sehr erfolgreicher Lehrer, hatte er für 16 Jahre einen prestigeträchtigen Lehrstuhl an der Universität Berlin[30]. Bis 1933 hatte seine Arbeitsgruppe an der Universität Berlin über Deutschland hinaus einen hervorragenden Ruf. Mit Schur im Zentrum beschäftigte sich sein Lehrkörper mit Darstellungstheorie, die von seinen Schülern in verschiedene Richtungen erweitert wurde (auflösbare Gruppen, Kombinatorik, Matrizentheorie)[31]. Schur made fundamental contributions to algebra and group theory which, according to Hermann Weyl, were comparable in scope and depth to those of Emmy Amalie Noether (1882–1935)[32].

Als 1933 Schurs Vorlesungen gestrichen wurden, fand ein Aufschrei unter den Studenten und Professoren, die ihn schätzten und mochten, statt[33]. Durch seinen Kollegen Erhard Schmidt konnte Schur sein Vorlesungen bis Ende September 1935 vorerst fortsetzen[34]. Schur war zu dieser Zeit der letzte jüdische Professor, der seinen Posten verlor[35].

Zürcher Vorlesung[Bearbeiten]

In der Schweiz waren Schurs Kollegen Heinz Hopf und George Pólya über die Entlassung von Issai Schur im Jahre 1935 informiert. Sie versuchten zu helfen, so gut es ging[36]. Im Namen des Mathematischen Seminars beantragte dessen Vorsteher Michel Plancherel am 12. Dezember 1935[37] beim Schulratspräsidenten Arthur Rohn, Issai Schur im Januar für une série de conférences sur la théorie de la représentation des groupes finis einzuladen. Gleichzeitig bat er, die formelle Einladung möge von Präsident Rohn ausgehen, comme le prof. Schur doit obtenir du ministère compétent l'autorisation de donner ces conférences. George Pólya unterrichtete am 16. Dezember von diesem Antrag des Mathematischen Seminars auch die Konferenz der Abteilung für Mathematik und Physik[38]. Inzwischen war am 14. Dezember der offizielle Einladungsbrief von Präsident Rohn an Issai Schur bereits abgesandt worden[39]. Darin wurde Schur für seine Gastvorlesung ein Honorar von Fr. 500.- in Aussicht gestellt.

Schur antwortete erst am 28. Januar 1936, er sei an diesem Tag in den Besitz der erforderlichen Genehmigung der hiesigen Behörde gelangt[40]. Er erkläre sich gerne bereit, der Einladung Folge zu leisten. Ferne stellte er in Aussicht, die Vorlesung am 4. Februar zu beginnen[41]. Schur verbrachte fast den ganzen Monat Februar in der Schweiz. Vor seiner Rückreise nach Deutschland besuchte er noch seine Tochter in Bern für einige Tage, und am 27. Februar kehrte er über Karlsruhe, wo seine Schwester lebte, nach Berlin zurück. Einen Brief an Pólya aus Bern schließt er mit den Worten: Von der Schweiz nehme ich schweren Herzens Abschied[42].

In Berlin hatte inzwischen Ludwig Bieberbach in einem Brief vom 20. Februar 1936 den Reichsminister für Wissenschaft, Kunst und Volksbildung auf die Reise von Schur aufmerksam gemacht, und darin angekündigt, dass er herausfinden wolle, was der Inhalt der Vorlesung in Zürich gewesen sei[43].

Bedeutende Schüler[Bearbeiten]

Schur hatte insgesamt 26 [44] Doktoranden, einige von ihnen erreichten mathematischen Weltruf. Darunter sind

Würdigung[Bearbeiten]

Namensgeber[Bearbeiten]

Nach Issai Schur ist u.a. folgendes benannt

Äußerungen[Bearbeiten]

In seiner Gedenkrede äußerte sich Alfred Brauer (Promovend Schurs) über Issai Schur wie folgt[45]: Als Dozent war Schur hervorragend. Seine Vorlesungen waren äußerst klar, aber nicht immer leicht und erforderten Mitarbeit. - Im Wintersemester 1930 war die Zahl der Studenten, die Schurs Zahlentheorie belegen wollten, so groß, dass der zweitgrößte Hörsaal der Universität mit etwas über 500 Sitzen zu klein war. Seine hervorstechensten menschlichen Eigenschaften, waren wohl seine große Bescheidenheit, seine Hilfsbereitschaft und sein menschliches Interesse an seinen Studenten.

Heinz Hopf, der vor seiner Berufung nach Zürich an die ETH Privatdozent in Berlin gewesen war, hat - wie aus mündlichen Äußerungen und auch aus Briefen deutlich wird - Issai Schur als Mathematiker und Mensch außerordentlich geschätzt. Dabei beruhte diese Wertschätzung durchaus auf Gegenseitigkeit: in einem Brief von 1930 an George Pólya aus Anlass der Wiederbesetzung der Stelle von Hermann Weyl, sagt Schur über Hopf: Hopf ist ein ganz vorzüglicher Dozent, ein Mathematiker von starkem Temperament und starker Wirkung, ein Meister seine Disziplin, der auch auf anderen Gebieten vorzüglich geschult ist. - Wenn ich ihn noch als Menschen charakterisieren soll, so genügt es vielleicht, wenn ich sage, dass ich mich jedes mal aufrichtig freue, mit ihm zusammenzutreffen.

Schur war allerdings bekannt dafür, dass er im persönlichen Umgang Wert auf korrekte Distanz legte. Entsprechende Äußerungen von Hopf stehen in Übereinstimmung mit Aussagen von Schurs ehemaligen Berliner Studenten, von Walter Ledermann und von Bernhard Neumann[46]. Man muss sich Issai Schur wohl als einen würdigen Geheimrat, als einen etwas zurückgezogenen, außerordentlich korrekten und von allen Seiten überaus geachteten Professor vorstellen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Ein Beitrag zur Hilbertschen Theorie der vollstetigen quadratischen Formen. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 12, Number 1 / Dezember 1922, S. 287–297. Springer Berlin-Heidelberg
  • Einige Bemerkungen zu der vorstehenden Arbeit des Herrn A. Speiser. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 5, Numbers 1-2 / März 1919, S. 7–10. Springer Berlin-Heidelberg
  • Elementarer Beweis eines Satzes von L. Stickelberger. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 29, Number 1 / Dezember 1929, S. 464–465. Springer Berlin-Heidelberg
  • Elementarer Beweis einiger asymptotischer Formeln der additiven Zahlentheorie. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 24, Number 1 / Dezember 1926, S. 559–574. Springer Berlin-Heidelberg
  • Über das Maximum des absoluten Betrages eines Polynoms in einem gegebenen Intervall. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 4, Numbers 3-4 / September 1919, S. 271–287. Springer Berlin-Heidelberg
  • Über die Äquivalenz der Cesàroschen und Hölderschen Mittelwerte. In: Mathematische Annalen. Volume 74, Number 3 / September 1913, S. 447–458. Springer Berlin-Heidelberg
  • Über die charakteristischen Wurzeln einer linearen Substitution mit einer Anwendung auf die Theorie der Integralgleichungen. In: Mathematische Annalen. Volume 67, Number 3 / September, 1909, S. 488–510. Springer Berlin-Heidelberg
  • Über die Kongruenz x^m + y^m \equiv z^m (\mod p). Jahresbericht der DMV Ausgabe 25, S. 114–117, Teubner Stuttgart 1917.
  • Über die Verteilung der Wurzeln bei gewissen algebraischen Gleichungen mit ganzzahligen Koeffizienten. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 1, Number 4 / Dezember 1918, S. 377–402. Springer Berlin-Heidelberg
  • Über eine fundamentale Eigenschaft der Invarianten einer allgemeinen binären Form. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 15, Number 1 / Dezember 1922, S. 81–105. Springer Berlin-Heidelberg
  • Über einen von Herrn L. Lichtenstein benutzten Integralsatz. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 7, Numbers 1-4 / März 1920, S. 232–234. Springer Berlin-Heidelberg
  • Über endliche Gruppen und Hermitesche Formen. In: Mathematische Zeitschrift., Volume 1, Numbers 2-3 / Juni 1918, S. 184–207. Springer Berlin-Heidelberg
  • Über Gruppen linearer Substitutionen mit Koeffizienten aus einem algebraischen Zahlkörper. In: Mathematische Annalen. Volume 71, Number 3 / September 1911, S. 355–367. Springer Berlin-Heidelberg
  • Zur Arithmetik der Potenzreihen mit ganzzahligen Koeffizienten. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 12, Number 1 / Dezember 1922, S. 95–113. Springer Berlin-Heidelberg
  • Zur Irreduzibilität der Kreisteilungsgleichung. Mathematische Zeitschrift, Volume 29, Number 1 / Dezember 1929, S. 463. Springer Berlin-Heidelberg
  • Zur Theorie der Cesàroschen und Hölderschen Mittelwerte. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 31, Number 1 / Dezember 1930, S. 391–407. Springer Berlin-Heidelberg
  • Zur Theorie der linearen homogenen Integralgleichungen. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 67, Number 3 / September, 1909, S. 306–339. Springer Berlin-Heidelberg

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Boerner: Artikel Schur in Dictionary of Scientific Biography.
  • Konrad Knopp: Bemerkung zu der vorstehenden Arbeit des Herrn I. Schur. In: Mathematische Annalen. Volume 74, Number 3 / September 1913, Seiten 459-461. Springer Berlin-Heidelberg
  • K.-R. Biermann: Die Mathematik und ihre Dozenten an der Berliner Universität 1810-1933. Berlin 1988
  • Urs Stammbach: Die Zürcher Vorlesung von Issai Schur über Darstellungstheorie. ETH-Bibliothek Zürich, 2004, ISBN 978-3-909386-02-4, sowie Mathematisch-Physikalische Semesterberichte 2004
  • Ein Jahrhundert Mathematik, 1890-1990. Festschrift zum Jubiläum der DMV, Vieweg, ISBN 3-528-06326-2
  • A. Brauer und H Rohrbach: Issai Schur. Gesammelte Abhandlungen, 3 Bände. Springer, Berlin-Heidelberg 1973, ISBN 978-3-540-05630-0
  • Izrael Gohberg: I. Schur Methods in Operator Theory and Signal Processing. Birkhäuser Verlag AG, 1986, ISBN 978-3-7643-1776-8
  • Walter Ledermann: Issai Schur and his School in Berlin. In: Bulletin London Mathematical Society. Bd. 15, 1983, S. 97
  • Issai Schur zum Gedächtnis. In: Mathematische Zeitschrift. Volume 63, Number 1 / Dezember 1955, S. 1. Springer Berlin-Heidelberg, ISSN 0025-5874
  • Bruce M. Landman, Aaron Robertson: Ramsey Theory on the Integers. AMS, Rhode Island, 2004, ISBN 0-8218-3199-2
  • Anthony Joseph, Anna Melnikov, Rudolf Rentschler: Studies in Memory of Issai Schur. Birkhäuser, Boston-Berlin-Basel 2002, ISBN 978-0-8176-4208-2
  • B. Chandler & W. Magnus: The history of combinatorial group theory: a case study in the history of ideas. New York, 1982.
  • Issai Schur, Helmut Grunsky: Vorlesungen über Invariantentheorie. Springer, Berlin 1968, Sondereinband
  • Annette Vogt: Issai Schur - als Wissenschaftler Vertrieben. 1999 in: Julius Schoeps (Hrsg.), Menora. Jahrbuch für deutsch-jüdische Geschichte, 1999. S. 217–235
  • Jürgen Batt: Schur, Issai. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 760 (Digitalisat).
  • Reinhard Siegmund-Schultze Landau und Schur - Dokumente einer Freundschaft bis in den Tod in unmenschlicher Zeit, Mitteilungen DMV, Band 19, 2011, S. 164-173

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise und Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. Urs Stammbach Die Zürcher Vorlesung von Issai Schur über Darstellungstheorie Seite i-xxxii, ETH-Bibliothek 2004.
  2. Vogt, Annette. Issai Schur: als Wissenschaftler vertrieben. In Schoeps, Grozinger & Mattenklott [401, S. 217–235 (1999)]
  3. The Kopelman Foundation. Mogiljow. JewishGen Belarus SIG, on The Jewish Encyclopedia Web site www.jewishgen.org/belarus/je_mogilev.htm conceived, created, and funded by The Kopelman Foundation, accessed 28 December 2003.
  4. Blaushild, Immanuel. Libau. In Snyder [423, §1 (c. 1995)]
  5. Snyder, Stephen, project coordinator. A Town Named Libau (Liepaja, Latvia). JewishGen Web site www.Jewlshgen.org/ylzkor/libau/libau.html accessed 27 December 2003. (Translation of the 36-page booklet: A Town Named Libau in English, German and Hebrew and additional material about Libau, Editor and Publisher of booklet unknown, believed to have been published in Israel, 1985.)
  6. Beare, Arlene, ed. History of Latvia and Courland Web site accessed 1 March 2004: www.jewishgen.org/Latvia/SIG_History_of_Latvia_and_Courland.html (This history is derived from a few sources including [38] but mainly edited from the presentation made by Ruvin Ferber at the 21st International Conference of Jewish Genealogy held in London in July 2001.)
  7. vgl. Vogt, Anne
  8. Schur, Issai. Uber eine Klasse von Matrizen, die sich einer gegebenen Matrix zuordnen lassen. Doctoral dissertation, Universitat Berlin, 1901; reprinted in Brauer k Rohrbach [71, Band I, pp. 1-72 (1973)]
  9. vgl. Vogt, Anne
  10. Chandler, Bruce; Magnus, Wilhelm. The History of Combinatorial Group Theory: A Case Study in the History of Ideas. Studies in the History of Mathematics and Physical Sciences 9. Springer-Verlag, New York, 1982.
  11. vgl. Biographie der Leopoldino Carolina
  12. Hermann Weyl: Nachlaß. Handschriften und Nachlässe, ETH Bibliothek, 1006:1.
  13. Carl Friedrich Geiser (1843-1934), der bei Ludwig Schläfli in Bern promoviert hatte, war von 1873 bis 1913 ordentlicher Professor am Eidgenössischen Polytechnikum in Zürich.
  14. 3. Verordnung zur Durchführung des Berufsbeamtengesetzes. Vom 6. Mai 1933, RGBl.I S.245f.
  15. Diese sogenannten „Altbeamten“ waren von der Entlassung wegen jüdischer Abstammung vorerst ausgenommen, 1. Verordnung zur Durchführung des Berufsbeamtengesetzes. Vom 11. April 1933, RGBl.I S.195.
  16. Walter Ledermann, Peter M. Neumann: The Life of Issai Schur through Letters and other Documents. In Anthony Joseph et al. Studies in Memory of Issai Schur, Birkhäuser 2003. Brief des Ministeriums vom 11. September 1933, Brief von Schur vom 15. September 1933
  17. Diese Ansicht vertritt Alfred Brauer in seiner Gedenkrede
  18. Schur war sein 1906 mit der Ärztin Regina Frumkin verheiratet. Der Ehe entsprossen zwei Kinder Georg und Hilde. Georg, der etwas älter als Hilde war, studierte Physik und war später als Versicherungsmathematiker in Israel tätig.
  19. George Pólya (1887−1985) hatte sich nach seinem Studium in Budapest 1914 und nach Aufenthalten in Göttingen und Paris an der ETH habilitiert. 1928 wurde er zum ordentlichen Professor ernannt. Ab 1940 war er dann in den USA tätig, zuletzt an der Stanford University. - Seine Bekanntschaften mit Schur geht auf die Zeit vor dem Ersten Weltkrieg zurück: Es existieren zahlreiche Briefe von Schur an Pólya aus den Jahren 1913/14, die in den Stanford University Libraries aufbewahrt werden
  20. Mitteilung von Frau Susanne Abelin der Enkelin von Issai Schur, Sommer 2001. Der Brief vom 20. August 1935 ist in Walter Ledermann, Peter M. Neumann: The Life of Issai Schur through Letters and other Documents. In Anthony Joseph et al. Studies in Memory of Issai Schur, Birkhäuser 2003. Seite lxxii
  21. Die von Hitler und Göring unterschriebene Entpflichtungsurkunde datiert vom 28. September 1935. Siehe Walter Ledermann, Peter M. Neumann: The Life of Issai Schur through Letters and other Documents. In Anthony Joseph et al. Studies in Memory of Issai Schur, Birkhäuser 2003. Seite lxxiv. Die Entlassung wäre anhand des Reichsbürgergesetzes ohnehin spätestens zum 31. Dezember 1935 verfügt worden
  22. Der Vorgang ist beschrieben im Buch von Reinhard Siegmund-Schultze: Mathematiker auf der Flucht vor Hitler. Dokumente zur Geschichte der Mathematik, Band 10. Deutsche Mathematiker Vereinigung, Vieweg, 1998. Seite 69/70; die Austrittserklärung datiert vom 6. April 1938. Das Buch enthält darüber hinaus weitere interessante Angaben über die Situation von Schur in den dreißiger Jahren
  23. Siehe Volker R. Remmert: Mathematical Publishing in the Third Reich. Math. Intelligencer 22 (3) 2000, Seite 22−30
  24. „Long after the war, I talked to Grunsky about that remark and he literally started to cry: You know what I did? I sent him a postcard to contratulate him on his sixtieth birthday. I admired him so much and was very respectful in that card. How lonely he must have been to remember such a small thing”, Schiffer, Menachem Max; Issai Schur. Some Personal Reminiscences (1986); 1998 in: Begehr, H. (Hrsg.), Mathematik in Berlin. Geschichte und Dokumentation, 1998 Aachen.
  25. Siehe dazu und für das Folgende: Alfred Brauers Gedenkrede
  26. Vergleiche den Brief des Reichsministers für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung an Issai Schur vom 24. Februar 1939. Walter Ledermann, Peter M. Neumann: The Life of Issai Schur through Letters and other Documents. In Anthony Joseph et al. Studies in Memory of Issai Schur, Birkhäuser 2003. Seite lxxxi
  27. veröffentlicht von Alfred Brauer und Hans Rohrbach
  28. s. Festschrift der DMV Seite 549
  29. Polynomial representations of GL(n) ISBN 978-0-387-10258-0
  30. vgö. Chandler, Bruce; Magnus, Wilhelm.
  31. Briining, Jochen; Ferus, Dirk; Siegmund-Schultze; Reinhard. Terror and Exile: Persecution and Expulsion of Mathematicians from Berlin between 1933 and 1945. An Exhibition on the Occasion of the International Congress of Mathematicians, Technische Universitat Berlin, August 19 to 27, 1998, Deutsche Mathematiker-Vereinigung, Berlin, 1998.
  32. Pinl, Max; Furtmiiller, Lux. Mathematicians under Hitler. Seite 178
  33. vgl. Briining, Jochen Seite 27
  34. Pinl, Max; Furtmiiller, Lux. Mathematicians under Hitler. Seite 178
  35. Soifer, Alexander. Issai Schur: Ramsey theory before Ramsey. Geombinatorics, 5 (1995), 6–23
  36. Urs Stammbach Die Zürcher Vorlesung von Issai Schur über Darstellungstheorie Seite xiii, ETH-Bibliothek 2004
  37. Schulratsarchiv der ETH-Zürich. Akten 1935/36, ETH-Bibliothek.
  38. Protokoller der Abteilung IX, Mathematik und Physik. Protokolle der Konferenzen der Abt. IX, Hs 1079:3, Handschriften und Nachlässe, ETH-Bibliothek Zürich
  39. Schulratsarchiv der ETH-Zürich. Missiven 1935, 3119, ETH-Bibliothek
  40. Schulratsarchiv der ETH-Zürich. Akten 1935/36, ETH-Bibliothek
  41. Gemäß einem später geschriebenen Lebenslauf - siehe Walter Ledermann, Peter M. Neumann: The Life of Issai Schur through Letters and other Documents. In Anthony Joseph et al. Studies in Memory of Issai Schur. Seite lxxvii, Birkhäuser 2003. - fanden die Vorlesungen zwischen dem 4. und dem 18. Februar statt
  42. Siehe Department of Special Collections and University Archives, Stanford University Libraries, 26. Februar 1936.
  43. Der Vorgang wird beschrieben in Charles Curtis: Pioneers of representation theory. History of Mathematics vol. 15, Amer. Math. Soc./London Math. Soc. 1999, Seite 131
  44. Siehe Mathematics Genealogy Project, North Dakota State University [1]
  45. Gedenkrede vom 8. November 1960 anlässlich der Schur-Gedenkfeier im Rahmen der 150-Jahrfeier der Universität Berlin. Siehe Issai Schur: Gesammelte Abhandlungen, Seiten v-xiv. Alfred Brauer hat 1928 bei Schur promoviert.
  46. Siehe Interview with Bernhard Neumann, Newsletter of the European Mathematical Society, 39, March 2001, 9-11; Walter Ledermann: Issai Schur and his school in Berlin, Bull. London Math. Soc. 15 (1983), 97-106. Bernhard Neumann doktorierte 1932, Walter Ledermann bestand das Examen für Lehramtskandidaten im Jahre 1933