Isselburg

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Isselburg
Isselburg
Deutschlandkarte, Position der Stadt Isselburg hervorgehoben
51.8330555555566.466666666666717Koordinaten: 51° 50′ N, 6° 28′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Münster
Kreis: Borken
Höhe: 17 m ü. NHN
Fläche: 42,8 km²
Einwohner: 10.701 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 250 Einwohner je km²
Postleitzahl: 46419
Vorwahlen: 02873, 02874
Kfz-Kennzeichen: BOR, AH, BOH
Gemeindeschlüssel: 05 5 54 032
Stadtgliederung: 6 Stadtteile
Adresse der
Stadtverwaltung:
Minervastraße 12
46419 Isselburg
Webpräsenz: www.isselburg.de
Bürgermeister: Rudolf Geukes (SPD)
Lage der Stadt Isselburg im Kreis Borken
Kreis Borken Nordrhein-Westfalen Kreis Kleve Kreis Wesel Kreis Coesfeld Kreis Coesfeld Niedersachsen Kreis Steinfurt Niederlande Raesfeld Heiden Rhede Bocholt Borken Reken Velen Stadtlohn Heek Ahaus Gescher Legden Schöppingen Gronau Vreden Südlohn IsselburgKarte
Über dieses Bild

Isselburg (plattdeutsch Isselbuorg) ist eine Stadt im westlichen Münsterland im Nordwesten des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen und gehört zum Kreis Borken im Regierungsbezirk Münster.

Geographie[Bearbeiten]

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt Isselburg gliedert sich in die Ortsteile Isselburg, Anholt, Heelden, Herzebocholt, Vehlingen und Werth. Der Fluss Issel durchfließt das Stadtgebiet von Südosten nach Nordwesten und ist Namensgeber der Stadt.

Nachbargemeinden bzw. -städte[Bearbeiten]

Die Stadt Isselburg grenzt im Norden an den Ort Dinxperlo (Gemeinde Aalten NL), im Osten an die Stadt Bocholt, im Süden an die Städte Hamminkeln und Rees sowie im Westen an die Gemeinde Oude IJsselstreek (NL).

Geschichte[Bearbeiten]

Wasserburg Anholt

1169 wurde bereits ein Herr von Anholt im Lehnsbuch des Bischofs von Utrecht genannt. Erster nachweislicher Herr von Anholt war Stephan I. von Sulen 1234 bis 1249. Anholt entwickelte sich zu einer reichsunmittelbaren Herrschaft mit landeshoheitlichen Rechten. Am 25. Mai 1347 verlieh Stephan IV. von Sulen (1313 bis 1347) der Ansiedlung um die Burg Anholt das Stadtrecht. Stadt und Burg waren eng miteinander verbunden. Die Herren von Anholt waren nachweislich: 1234 bis 1402 von Sulen, 1402 bis 1641 die Grafen von Bronckhorst-Batenburg, seit 1641 die Fürsten zu Salm (1743 zu Salm-Salm).

Anholt wurde zur Festung ausgebaut. Drei Stadttore, die Stadtmauer, der Außengraben, der Wall sowie der innere Stadtgraben sicherten in unruhigen Zeiten die Stadt. Vom einstigen Eindruck einer kleinen Schloss- und Residenzstadt ist durch die letzten Kriegstage 1945 nicht viel geblieben. Einige Zeugnisse der Vergangenheit Anholts sind noch zu besichtigen, unter anderem das historische Rathaus von 1567, Wall und Graben (15. Jh.), Eiskeller, Teil der ehemaligen Stadtbefestigung, adelige Häuser und die Wasserburg Anholt, noch heute im Privatbesitz der Fürsten zu Salm-Salm.

Isselburg wurde erstmals um 1300 als „Yselberge“ erwähnt. Eine Burg dürfte bereits im 14. Jahrhundert vorhanden gewesen sein. Sie wurde um das Jahr 1410 vom Graf von Kleve ausgebaut und dann „Neyenborg“ genannt. Herzog Adolf II. von Kleve verlieh der auf dem heutigen Stadtgebiet gegründeten Siedlung im Jahre 1441 das Stadtrecht. 1570 nahm die Stadt die Lehre Luthers an, bis auf eine einzige Familie. Mit dem Herzogtum Kleve kam Isselburg 1609 an Brandenburg. In den Jahren 1624, 1669 und 1697 fiel die Stadt Bränden zum Opfer. Die im 17. Jahrhundert entstandene reformierte Gemeinde baute 1689 ihre Kirchen, die Katholiken 1785. Die zur Verhüttung der Raseneisenerzvorkommen in der Isselniederung 1794 gegründete Eisenhütte Minerva (seit 1874 Isselburger Hütte) brachte eine gute wirtschaftliche Entwicklung und Bevölkerungszuwachs (1830: 660, 1867: 1140, 1900: 2235 Einwohner). Das Werk, heute nur noch Eisengießerei, blieb bis in die Gegenwart wichtiger Wirtschaftsfaktor. Reste der alten Stadtmauer und der einzige erhaltene Wehrturm an der katholischen Kirche zeugen von der Größe der Burg, die die Herren von Kleve als östlichsten Vorposten ihres Einflussbereiches errichteten. Der Turm, in dem eine Wachstube aus dem 15. Jahrhundert fast original erhalten ist, ist seit Kurzem wieder für Besichtigungen geöffnet.

Seit der Schulneuordnung 1968 bestand ein Schulverband zwischen Anholt, Isselburg und Werth.

Gebietsreform[Bearbeiten]

Die frühere Stadt Isselburg gehörte zum Kreis Rees (Sitz in Wesel) und wurde am 1. Januar 1975 im Zuge des zweiten Neugliederungsprogramms in Nordrhein-Westfalen mit den Gemeinden bzw. Städten Anholt, Heelden, Herzebocholt, Vehlingen, Werth und einem Teilgebiet der Gemeinde Wertherbruch (jetzt: Stadt Hamminkeln) zusammengeschlossen und dem Kreis Borken zugeordnet.[2]

Politik[Bearbeiten]

Kommunalwahl 2014[3]
Wahlbeteiligung: 50,7 % (2004: 62,7 %)
 %
50
40
30
20
10
0
36,3 %
43,0 %
10,6 %
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Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
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   6
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  -4
  -6
-5,3 %p
+5,1 %p
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+1,6 %p
Stadtratssitzung in der Verbundschule

Stadtrat und Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Kommunalwahl am 25. Mai 2014 führte zu folgender Verteilung der 26 Sitze im Stadtrat:

  • SPD: 9 Sitze (-2)
  • CDU: 11 Sitze (+1)
  • GRÜNE: 3 Sitze (±0)
  • FDP: 3 Sitze (+1)

Bürgermeister war bis Oktober 2011 Adolf Radstaak (SPD). Bürgermeister seit März 2012 ist Rudolf Geukes (SPD).

Wappen, Flagge, Siegel[Bearbeiten]

„Der Stadt Isselburg ist mit Urkunde des Regierungspräsidenten Münster vom 20. Juli 1976 das Recht zur Führung eines Wappens, einer Flagge, eines Banners und eines Dienstsiegels verliehen worden.“ (siehe § 2 der Hauptsatzung der Stadt Isselburg[4])

Beschreibung des Wappens

„In Rot über einer gezinnten silbernen (weißen) Mauer ein zinnenbekröntes weißes Gebäude mit Spitzdach und Laterne, das Dach beseitet von zwei silbernen (weißen) Mauerankern.“[4]

Bedeutung

Im Wappen der neuen Stadt Isselburg wurden Haus und Mauer aus dem Isselburger Wappen von 1912, die beiden Maueranker und die Farben aus dem Wappen von Anholt entnommen. Das Wappen der Stadt Isselburg, die 1441 von den Grafen von Kleve die Stadtrechte erhielt, geht auf ein seit 1505 bekanntes Siegel - wohl der Schöffen - zurück; das Haus soll nach örtlicher Überlieferung das Gemeindehaus darstellen. Die Herren von Zuylen verliehen Anholt 1349 das Stadtrecht. Ihr Wappenbild erschien erstmals 1433 - um einen Maueranker vermindert - im Siegel der Stadt. Auch die heute zur Stadt Isselburg gehörende ehemalige Titularstadt Werth führte einen (roten) Maueranker im Wappen.[5]

Beschreibung der Flagge

„Von Rot zu Weiß (zu Rot) im Verhältnis 1 : 3 : 1 längsgestreift (gemeint ist quergestreift), in der Mitte der mittleren Bahn der Wappenschild der Stadt.“[4]
Rathaus von Anholt

Beschreibung des Banners

„Von Rot zu Weiß (zu Rot) im Verhältnis 1 : 3 : 1 längsgestreift, in der oberen Hälfte der mittleren Bahn der Wappenschild der Stadt.“[4]

Beschreibung des Dienstsiegels

„Das Siegel zeigt den Wappenschild der Stadt und führt im Siegelrund in Großbuchstaben die Umschrift STADT ISSELBURG.“[4]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Herausragendes Bauwerk der Stadt ist das Wasserschloss Burg Anholt, eine Barockresidenz, die heute neben den Wohnräumen der Fürstenfamilie zu Salm-Salm ein Museum und ein Hotel umfasst.

Zu den weiteren Sehenswürdigkeiten zählt zum einen der alte Ortskern von Isselburg mit dem historischen Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert und dem Rathaus aus dem 16. Jahrhundert und zum anderen der Ortskern von Werth mit mittelalterlichem Rathaus und Windmühle. Ebenfalls sehenswert ist die St.-Pankratius-Kirche in Anholt mit prächtigen Wand- und Deckengemälden. Naturliebhaber besuchen außerdem gerne den Biotopwildpark Anholter Schweiz. Erwähnenswert ist auch das denkmalgeschützte Erbbegräbnis Nering-Bögel

Religion[Bearbeiten]

Pfarrkirche St. Bartholomäus
Nasir-Moschee
Evangelische Kirchengemeinde Isselburg

Das Gründungsdatum der Lutherischen Gemeinde Isselburg ist der 3. Dezember 1570. Auf Betreiben des Kaplans Gert Müller und des damaligen Bürgermeisters J. Wingtes traten fast alle Bürgerinnen und Bürger der kleinen, etwa 250 Einwohner zählenden Stadt, zum lutherischen Glauben über. Mit der Trennung von der Mutterpfarre Millingen wurde auch die dem Bartholomäus geweihte Kapelle zur lutherischen Kirche.

Eine sehr kleine reformierte Gemeinde entstand im Jahr 1648. Auch die Reformierten hatten später ein eigenes Schul- und Pfarrhaus.

Im Jahr 1817 ordnete der Preußenkönig Friedrich Wilhelm III. die Kirchenunion zwischen Reformierten und Lutheranern an. Es dauerte bis 1828, bis in Isselburg der Weg für diese Union frei wurde. Das alte lutherische Pfarrhaus wurde verkauft. Das Bethaus der reformierten Gemeinde wurde zum Pfarrhaus umgewandelt. So gab es nun nur noch ein Pfarrhaus und eine Kirche in der neu entstandenen Evangelischen Kirchengemeinde Isselburg.

Heute gehören zur Evangelischen Kirchengemeinde Isselburg, die zum Kirchenkreis Wesel und damit zur Evangelischen Kirche im Rheinland gehört, ca. 1250 Gemeindeglieder aus den Ortsteilen Isselburg, Heelden und Vehlingen.

Sakralbauten[Bearbeiten]

Ständebaum mit Maikranz

Verkehr[Bearbeiten]

Öffentlicher Personennahverkehr[Bearbeiten]

Innerhalb von Isselburg gilt wie im gesamten Kreis Borken der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Münsterland (VGM).

Für Fahrten in Richtung Niederrhein galt bis zum 31. Dezember 2011 der Tarif der Verkehrsgemeinschaft Niederrhein (VGN). Seitdem diese mit dem Jahreswechsel 2011/2012 im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) aufgegangen ist, gilt neben dem tarifraumüberschreitenden NRW-Tarif auch der des VRR.

Die Buslinie 61 befährt die Strecke Bocholt – Isselburg – Rees und verbindet Isselburg mit den Bahnhöfen Empel-Rees, Millingen und Bocholt.

Der nächste Bahnhof ist Empel-Rees an der zweigleisigen, elektrifizierten Hollandstrecke, der von der Ortsmitte ungefähr fünf Kilometer entfernt ist.

Von Empel-Rees verkehren im Schienenpersonennahverkehr in der Regel im Stundentakt

der Rhein-Express (RE 5) von Emmerich über Empel-Rees nach Koblenz und
die Regionalbahn "Der Weseler" (RB 35) von Emmerich über Empel-Rees nach Duisburg, in der Hauptverkehrszeit nach Düsseldorf.

Durchgeführt wird der Schienenpersonennahverkehr (SPNV) von der DB Regio NRW.

Straßen[Bearbeiten]

Im Fernstraßenbereich ist Isselburg an die Bundesautobahn 3 (E 35) und die Bundesstraße 67 angebunden.

Schulen[Bearbeiten]

Neben Grundschulen in den Ortsteilen Anholt, Isselburg und Werth gibt es in Isselburg eine Verbundschule.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter[Bearbeiten]

  • ((Johann Wilhelm Mercker bzw. Märker)), 1728 -1784 lutherischer Pfarrer in Isselburg, [6] [7]

[8] [9] [10]

  • Wilhelm Ross (1772–1854), evangelischer Theologe und Generalsuperintendent der evangelischen Kirche
  • ((Hermann Wilhelm Märcker bzw. Märker)), 1802 - 1805 Bürgermeister in Isselburg, [11] [12],
  • ((Gottfried Alex Märcker bzw. Märker)) Assistent in Emmerich, Beigeordneter, Kreisrat,Kanzleirat, Bergische Verwaltung, Präfektur in Essen,Landkreis Essen, sTadt Essen und Stadt Solingen, [13] [14]

[15]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Isselburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 298.
  3. http://www.wahlergebnisse.nrw.de/kommunalwahlen/2009/Gem_raete/c554032kw0900.html
  4. a b c d e Hauptsatzung der Stadt Isselburg (PDF; 57 kB)
  5. Kreis Borken: Wappen
  6. 150 Jahre unierte Kirchengemeinde Isselburg von 1978
  7. NRZ 11. Juli 1978 zur Gründung der ev. Kirchengemeinde Isselburg
  8. Gedenktafel in der Kirche in Isselburg
  9. Rechereche Ullrich Märker, Hattingen
  10. www.märker-ahnen.de
  11. Rechereche Ullrich Märker, Hattingen
  12. www.märker-ahnen.de
  13. Rechereche Ullrich Märker, Hattingen
  14. www.märker-ahnen.de
  15. Das Münster am hellweg
  16. Rechereche Ullrich Märker, Hattingen
  17. www.märker-ahnen.de