Issoire

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Dieser Artikel befasst sich mit der Stadt Issoire in Frankreich; zu weiteren gleichnamigen Bedeutungen siehe Issoire (Begriffsklärung).
Issoire
Wappen von Issoire
Issoire (Frankreich)
Issoire
Region Auvergne
Département Puy-de-Dôme
Arrondissement Issoire
Kanton Issoire
Koordinaten 45° 33′ N, 3° 15′ O45.5441666666673.2491666666667390Koordinaten: 45° 33′ N, 3° 15′ O
Höhe 360–560 m
Fläche 19,69 km²
Einwohner 14.170 (1. Jan. 2011)
Bevölkerungsdichte 720 Einw./km²
Postleitzahl 63500
INSEE-Code
Website www.issoire.fr

Blick vom Uhrenturm auf Issoire

Issoire ist eine französische Stadt mit 14.170 Einwohnern (Stand 1. Januar 2011) im Département Puy-de-Dôme in der Region Auvergne. Sie ist Sitz der Unterpräfektur (französisch Sous-préfecture) des Arrondissements Issoire und Hauptort (französisch: chef-lieu) des Kantons Issoire.

Geografie[Bearbeiten]

Die Stadt liegt am Fluss Allier, bei der Einmündung seines Nebenflusses Couze Pavin, rund 37 km südlich von Clermont-Ferrand nahe der Autobahn A 75.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname dürfte keltischen Ursprungs sein. Eine römische Siedlung ist durch Funde zu vermuten. Austremoine, Missionar und erster Bischof der Auvergne, gründete hier Ende des 3. Jahrhunderts ein Kloster, die Keimzelle der heutigen Stadt. Diese wurde seit dem 19. Jahrhundert zum wirtschaftlichen und industriellen Zentrum im Allier-Tal, dominiert von der Aluminium-Herstellung und der Luftfahrtindustrie. Der Luftfahrtkonzern Pechiney-Rhénalu ist für Issoire und die Region der größte Arbeitgeber. Der Stadtkern um die romanische Kirche Saint-Austremoine hat sich sein historisches Flair erhalten.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Saint-Austremoine
  • Die Kirche Saint-Austremoine wurde um 1130 bis 1150 errichtet und ist der größte Bau der auvergnatischen Romanik. Er ist ein Beispiel für den kreuzförmigen Grundriss und den pyramidalen Aufbau. In den Religionskriegen 1575 stark beschädigt, wurde die Kirche im 19. Jahrhundert gründlich restauriert und besitzt wieder die beiden sich gegenüberstehenden Ost- und Westriegel mit dem dazwischen eingespannten 65 Meter langen Langhaus und dem Ostbau mit Chorumgang und davon ausstrahlenden Kapellen. Wiederaufgebaut wurden auch die beiden Türme. Beachtenswert sind die Verzierungen – Mosaiken wie Skulpturen – außen am Chorhaupt und die Kapitelle in Chor und Querhaus. Die Restaurierung des 19. Jahrhunderts hat sich durch Anatole Dauvergne bemüht, im Innenraum die Farbe wieder zu ihrem Recht kommen zu lassen. Diese Ausmalung mit Ornamenten in kräftigen Farben wurde jedoch ohne besondere Rücksicht auf romanische Stilprinzipien durchgeführt und verleiht dem Raum eher ein orientalisches Aussehen. In der dazu kontrastierenden schlichten Krypta steht eine filigrane Marienstatue. Der Kirchenpatron, dessen Reliquien sich dort befinden, ist ebenfalls mit einer Statue gewürdigt.
  • Schloss Hauterive, klassizistisches Barockschloss aus dem 17. Jahrhundert, mit französischem Garten
  • Uhrenturm Tour de l’Horloge mit Museum der Renaissance, darin das Atelier von Jean le Fier, der sich mit dem Problem der Zeitmessung beschäftigte
  • Centre Culturel Nicolas Pomel, ehemalige Benediktinerabtei, seit 1975 städtisches Kultur- und Ausstellungszentrum, 1702 bis 1724 an Stelle eines mittelalterlichen Klosters errichtet, ab 1792 Rathaus, ab 1802 Kaiserliches Kollegium
  • Centre d’Art Roman Georges Duby, Museum der Kunst der Romanik mit Kapitelsaal des ehemaligen Klosters
  • Place de la République mit den Renaissancegebäuden Maison à Arcades und Maison du Chancelier Duprat
  • Kapelle Sévigné Saint-Louis, neugotische Kapelle eines Pensionats (19. Jahrhundert)

Feste[Bearbeiten]

  • Festival d'Art Romain, mittelalterliches Folklorespektakel in der Altstadt alljährlich in der letzten Augustwoche

Städtepartnerschaft[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Ernst Adam: Vorromanik und Romanik. Frankfurt 1968, S. 136
  • Marcel Durliat: Romanische Kunst. Freiburg-Basel-Wien 1983, S. 483
  • Hermann Fillitz: Das Mittelalter I. (= Propyläen-Kunstgeschichte Bd. 5. Frankfurt am Main - Berlin [1969] 1990), Abb. 169
  • Hervé Kergall: Gotische Kathedralen und Kunstschätze in Frankreich. Eltville 1990. Abb. 81
  • Marie-Claire Ricard: Die Abteikirche von Issoire. Lyon 1988
  • Ulrich Rosenbaum: Auvergne und Zentralmassiv. Köln [1981] 1989, S. 95, Abb. 34,35,39, Farbtafel 15
  • Rolf Toman (Hrsg.): Die Kunst der Romanik. Architektur – Skulptur – Malerei. Köln 1996, S. 150
  • Sylvie Jolivet: Issoire: Restauration des décors de l'abbatiale. In: Le Moniteur des Travaux Publics et du Bâtiment, 10. Dezember 2004

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Issoire – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien