Istarawschan

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Istarawschan
Истаравшан
Wappen fehlt
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Istarawschan (Tadschikistan)
Istarawschan
Istarawschan
Basisdaten
Staat: Tadschikistan Tadschikistan
Verwaltungseinheit: Sughd
Koordinaten: 39° 54′ N, 69° 0′ O39.90833333333369.005992Koordinaten: 39° 54′ 30″ N, 69° 0′ 18″ O
Höhe: 992 m
Einwohner: 54.200 (2003)
Blick auf die Altstadt vom Mug Teppe
Hinterseite der Abd-al-Latifa Medrese
Mosaik am Hauptportal der Abd-al-Latifa Medrese

Istarawschan (tadschikisch Истаравшан, in persischer Schrift: ‏استروشن‎) ist eine Stadt im Nordwesten Tadschikistans.

Sie liegt in der Provinz Sughd und hat 54.200 Einwohner (2003). Bis 2000 war sie unter der russischen Namensform Ura-Tjube (russisch Ура́-Тюбе, von tadschikisch Уротеппа/Uroteppa) bekannt. Sie ist Verwaltungssitz des Bezirks Istarawschan, in dem insgesamt 199.000 Menschen leben.

Geografie[Bearbeiten]

Das Zentrum der Stadt liegt in einer Höhe von 992 m etwa 78 km südwestlich von Chudschand an den nördlichen Vorbergen der Turkestankette. Der Bezirk Istarawschan umfasst 1830 km², im Westen und Norden grenzt er an Usbekistan, im Südwesten an Kirgisistan.

Bevölkerung[Bearbeiten]

69,55 Prozent der Bevölkerung gehören dem Staatsvolk der Tadschiken an, dazu kommen 40 Prozent Usbeken und 4,5 Prozent sind Angehörige anderer Nationalitäten (Russen, Koreaner, Moldauer, Kasachen, Kirgisen, Deutsche, Tataren, Armenier und Ukrainer). In der Stadt wird tadschikisch, usbekisch und russisch gesprochen. Rund 60 Prozent der Bevölkerung leben in Großfamilien. Die große Mehrheit der Bevölkerung bekennt sich zum Islam.

Geschichte[Bearbeiten]

Die Gründung der Stadt wird von einigen dem Perserkönig Kyros II. zugeschrieben. Im Jahr 329 v. Chr. soll Alexander der Große die Stadt erobert haben, in griechischen Quellen wird sie demnach als Kiropol bezeichnet. Ab dem 15. Jahrhundert erhielt sie, mit Ankunft der Usbeken auf diesem Territorium den Namen Ura-Tjube. Am 2. Oktober 1866 wurde die Stadt von russischen Truppen eingenommen.[1]

Ende des 19. Jahrhunderts hatte die Stadt unter russischer Herrschaft 20.837 Einwohner (1897); in der Mehrzahl Tadschiken und Usbeken. Im russischen Teil, in der Nähe der auf dem Berg gelegenen Zitadelle wohnten damals etwa 300 Russen, in diesem Viertel gab es eine orthodoxe Kirche, ein Telegrafenamt, ein Lazarett und eine russische Schule. In dem von Tadschiken und Usbeken bewohnten Teil standen über 1800 Wohnhäuser und 65 Moscheen.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Altstadt mit Häusern vom 18. bis zum 20. Jahrhundert hat ihr typisch orientalisches Gepräge erhalten. An Architekturdenkmälern werden besonders erwähnt die Madrasa Abd-al-Latifa, auch genannt Kok-Gumbes (russisch Кок-Гумбез, 15. Jahrhundert) sowie das Mausoleum Baba-Togo (russisch Баба-Того) und das Architekturensemble Sary Masar (russisch Сары-Мазар), beide aus dem 16. Jahrhundert.

Wirtschaft[Bearbeiten]

Lebensmittelverarbeitende Industrie und Textilindustrie sind die Hauptzweige, dazu kommt das traditionelle holz- und metallbearbeitende Handwerk und die Herstellung von glasiertem Geschirr, Lederbearbeitung und Schneiderhandwerk.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Istarawschan – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Wikisource: Ura-Tjube – Artikel im Enzyklopädischen Wörterbuch von Brockhaus und Efron, Sankt Petersburg 1890–1907 (russisch)