Iswestija

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Iswestija
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Beschreibung Tageszeitung
Verlag OAO „Redaktion der Zeitung ‚Iswestija‘“
Erstausgabe 13. März 1917
Erscheinungsweise täglich
Verkaufte Auflage 130.000 Exemplare
Chefredakteur Wladimir Mamontow
Weblink www.izvestia.ru
ISSN 0233-4356

Die Iswestija (russisch Известия; deutsch Nachrichten, Mitteilungen) ist eine landesweit erscheinende russische Tageszeitung. Sie ist eines der ältesten und einflussreichsten Periodika des heutigen Russlands. Zu den Chefredakteuren gehörte unter anderem der sowjetische Politiker Nikolai Bucharin.

Geschichte[Bearbeiten]

Sie wurde am 28. Februar (alte Zeitrechnung) 1917 in Petrograd als Mitteilungsblatt des Petrograder Sowjets gegründet. Am 27. Oktober 1917 erschien in ihr das geschichtsträchtige Dekret über den Frieden. Während die Prawda als die offizielle Stimme der Kommunistischen Partei galt, diente die Iswestija als das Sprachrohr der Regierung, wie sie vom Präsidium des Obersten Sowjet der UdSSR verkündet wurde. Damit galt sie als die angebliche Volksstimme.

Ursprünglich vertrat die Zeitung die Positionen der Menschewiki und der Trudowiki.

In den 60er Jahren wurde die Zeitung von dem Journalisten Alexei Iwanowitsch Adschubei geleitet, dem Schwiegersohn von Nikita Chruschtschow.

Die Iswestija wurde nach der Auflösung der UdSSR (damalige Auflage etwa 1,2 Millionen Exemplare) durch Privatisierung zur Aktiengesellschaft.

Politische und inhaltliche Ausrichtung[Bearbeiten]

Die Iswestija wendet sich mit einer Auflage von 230.000 Exemplaren an die gutsituierte Intelligenzija und politische Elite.

Nach der Geiselnahme von Beslan im September 2004 wurde der Chefredakteur der Zeitung, Raf Schakirow, auf politischen Druck hin entlassen, weil die Zeitung zu kritisch über die Ereignisse berichtet habe.

Eigentümer[Bearbeiten]

Bis zum Frühjahr 2008 gehörte die Zeitung zu 50,2 % dem regierungsnahen Medienkonzern Gazprom-Media, der die Aktienmehrheit im Sommer 2005 von Prof-Media übernommen hatte. Im Mai 2008 wurde bekannt, dass Gazprom-Media seinen Anteil an der Zeitung dem Versicherungsunternehmen SOGAS übereignet.[1][2] SOGAS wiederum gehört mehrheitlich der Bank Rossija, deren Teilhaber und Vorstandsvorsitzender der Milliardär Juri Kowaltschuk ist.[3] Gleichzeitig wurde die Zeitung Teil der von J. Kowaltschuk gegründeten Holding Nationale Mediengruppe. Diese ist bereits mehrheitlicher Anteilseigner der Fernsehsender Ren-TV und Fünfter Kanal.[4]

Der neue Verleger Aram Gabreljanow setzt vorrangig auf die Online-Ausgabe, statt politischer und ökonomischer Analysen sollen schnell verfasste Glamourtexte und Berichte zu Gewaltverbrechen das Primat haben. Die Druckausgabe am kommenden Tag gilt nur noch als „Ergänzung“.[5]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lenta.ru, 21. Mai 2008: Die Kontrolle über die Iswestija geht von Gazprom-Media an das Versicherungsuntenehmen SOGAS (russisch)
  2. Pressemitteilung von Gazprom-Media vom 21. Mai 2008: Keine Mehrheit der OAO Gazprom an der OAO Iswestija (russisch)
  3. Kurzbiographie Kowaltschuks auf rb.ru
  4. Kommersant, Nr. 86(3903) vom 22. Mai 2008: Iswestija wird der „Nationalen Mediengruppe“ zugeschlagen (russisch)
  5. Irina Wolkowa: Langsamer Abschied von »Iswestija«

Weblinks[Bearbeiten]