Itabirito

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Itabirito
-20.252777777778-43.800833333333823Koordinaten: 20° 15′ S, 43° 48′ W
Karte: Minas Gerais
marker
Itabirito

Itabirito auf der Karte von Minas Gerais

Basisdaten
Staat Brasilien
Bundesstaat Minas Gerais
Stadtgründung 7. September 1922
Einwohner 45.449 (2010[1])
Detaildaten
Fläche 542,609 km²
Bevölkerungsdichte 84 Ew./km²
Höhe 823 m
Zeitzone UTC-3
Eisenerztransport bei Itabirito

Itabirito, amtlich Município de Itabirito, ist eine Stadt im Bundesstaat Minas Gerais, Brasilien. Sie liegt ca. 320 km nördlich von Rio de Janeiro und 57 km südlich der Hauptstadt Belo Horizonte in der Region Serra de Itabirito. Sie wird von der Bundesstraße BR-356 tangiert.

Die Mittelstadt hat nach der Volkszählung 2010 45.449 Einwohner, die Itabiritenser genannt werden. Die Einwohnerzahl wurde nach der Schätzung des IBGE vom 1. Juli 2014 auf 49.203 Bewohner anwachsend berechnet. Die Fläche beträgt 542,609 km²; die Bevölkerungsdichte liegt 2010 bei 84 Personen pro km².[1]

Geographie, Geologie[Bearbeiten]

Etwa 10 Kilometer westlich der Stadt liegt der 1.586 m hohe Berg Pico de Itabirito, der vollständig aus Eisenerz, hauptsächlich Hämatit, besteht und wegen dessen Farbe regional auch als „pedra Sangue“ (Blutstein) bezeichnet wird. Er besitzt eine auffällige Kegelstumpfform. Der über lange Zeit betriebene Eisenerzbergbau in der Umgebung von Itabirito ist wegen seiner großen Lagerstätte aus dem Präkambrium (Minas-Supergruppe, Cauê-Formation) weltweit bekannt. Die weitere Region wird deshalb auch Eisen-Viereck (Quadrilátero Ferrífero) genannt, da sie von vier Städten begrenzt ist.

Ein Tagebau erstreckt sich bis an das markante Felsmassiv des Pico de Itabirito. Das Instituto do Patrimônio Histórico e Artístico Nacional erklärte 1926 den Berg zum Nationalen Naturdenkmal, dessen Status bis 1965 aufrechterhalten wurde. Die Rücknahme des Schutzgebietes erfolgte wegen des sich ausdehnenden Bergbauareals. Zu seinem Erhalt wurde der Kernbereich des Berges 1991 erneut unter Schutz gestellt, diesmal mittels einer Rechtsverordnung auf kommunaler Ebene.[2][3]

Der deutsche Geologe Wilhelm Ludwig von Eschwege besuchte während seiner Erkundungsarbeiten zwischen 1810 bis 1821 in Brasilien diese Eisenerzlagerstätte und vermerkte das vorgefundene Gestein als Itabirit in seinem 1822 erschienenen Werk Geognostisches Gemälde von Brasilien und wahrscheinliches Muttergestein der Diamanten.[4]

Geschichte[Bearbeiten]

Die Besiedlungsgeschichte beginnt Ende des 17. Jahrhunderts nach ersten Goldfunden. 1709 wurden erste feste Siedlungen in der Region um den Pico de Itaubyra, heute der Pico de Itabirito, errichtet. Das Anwachsen der Bevölkerung führte 1745 zur Errichtung der Freguesia Itabira do Campo. Diesen Namen behielt die Gegend, bis am 7. September 1923 Stadtrechte vergeben wurden und der Ort in Itabirito, einem Wort aus den Tupi-Guarani-Sprachen, umbenannt wurde.[5]

Stadtverwaltung[Bearbeiten]

Stadtpräfekt (Exekutive) ist nach der Kommunalwahl 2012 für die Amtszeit 2013 bis 2016 Alexander Silva Salvador de Oliveira, die Legislative liegt bei der Câmara Municipal, der Stadtverordnetenkammer.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

  • Naturdenkmal Pico de Itabirito[6]
  • Museum der Kunst und des Gewerbes (Museu de Arte e Ofício)[7]
  • Museum des Eisenerzes (Museu do Ferro)
  • Denkmal des Eisenerzbergbaus mit einer Feldbahnlok und Kipplore[8]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten]

  • Telê Santana (1931–2006), brasilianischer Fußballspieler und Trainer

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Instituto Brasileiro de Geografia e Estatística (IBGE): Cidades@Minas Gerais: Itabirito. Abgerufen am 4. September 2014 (portugiesisch).
  2. Terras Altas da Minas, Kurzbeschreibung der Serra de Itabirito (portugiesisch)
  3. Carlos Alberto Rosière et al.: Itabira Peak, State of Minas Gerais. Geographic, historical and structural landmark of the Quadrilátero Ferrífero. In: Sítios Geológicos e Paleontológicos do Brasil (SIGEP) 042, 2005 (englisch)
  4. Karl Caesar von Leonhard: Charakteristik der Felsarten. Erste Abtheilung, Ungleichartige Gesteine. Heidelberg 1823, S. 202
  5. Prefeitura Itabirito: Nossa Cidadae - História. Abgerufen am 4. September 2014 (portugiesisch).
  6. Webpräsenz von Itabirito, Patrimônios Tombados (portugiesisch)
  7. Webpräsenz von Itabirito, Eintrag zum Museum (portugiesisch)
  8. Abbildung des Denkmals