Itagaki Seishirō

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Itagaki Seishirō

Itagaki Seishirō (jap. 板垣 征四郎; * 21. Januar 1885 in Morioka, Japan; † 23. Dezember 1948 in Tokio) war ein General der Kaiserlich Japanischen Armee und japanischer Heeresminister. Er gilt neben Ishiwara Kanji als der Hauptverantwortliche des so genannten Mukden-Zwischenfalls.

Leben[Bearbeiten]

Itagaki Seishirō wurde 1885 in Morioka in eine Samurai-Familie geboren. 1904 schloss er die Kaiserlich Japanische Heeresakademie ab und nahm im Anschluss am Russisch-Japanischen Krieg teil.

Von 1924–1926 diente er als Militärattaché in China und bekleidete nach seiner Rückkehr verschiedene Stabsposten im Kaiserlich Japanischen Heeresgeneralstab bevor er 1927 den Befehl über die in China stationierte 33. Infanteriebrigade übernahm. Von 1928–1929 befehligte er dann das ebenfalls in China stationierte 33. Infanterieregiment, welches Teil der Guandong-Armee war.

Während dieser Zeit kam er vermehrt in Kontakt mit dem japanischen Militärgeheimdienst Kempeitai und wurde 1931 schließlich Abteilungsleiter der der Guandong-Armee angeschlossenen Abteilung des Keimpeitai. In dieser Funktion unterstützte er die geheimen Planungen welche zum Mukden-Zwischenfall und dadurch zur Besetzung der Mandschurei und zur Gründung des japanischen Marionettenstaats Mandschukuo führten.[1] Von 1932–1934 diente er dann als Militärberater für die neu aufgestellten Mandschurischen Armee.

1934 wurde Itagaki zuerst stellvertretender Stabschef der Guandong-Armee bevor er 1936 zum amtierenden Stabschef berufen wurde.[2]

Von 1937 bis 1938 kommandierte er in der frühen Phase des Zweiten Japanisch-Chinesischen Krieges die 5. Division und nahm mit ihr unter anderem an der Schlacht um Peking-Tianjin und der Schlacht um Taiyuan teil. Während der Schlacht um Tai'erzhuang musste die Division erstmals eine empfindliche Niederlage einstecken.[3]

Im Jahr 1938 wurde er nach Japan zurückberufen um kurze Zeit als Heeresminister zu amtieren. In dieser Funktion nahm er am 6. Dezember 1938 an der Fünf Minister-Konferenz teil[4][5][6], welche den Beschluss fasste, aus dem Deutschen Reich geflohenen Juden die Ansiedlung in Mandschukuo und Japan zu verbieten.

1939 kehrte er nach China zurück und übernahm dort bis 1941 den Posten des Stabschefs der China-Expeditionsarmee. Anschließend wurde er zum Befehlshaber der Chōsen-Armee gemacht und behielt diesen Posten auch, als diese im April 1945 in die 17. Regionalarmee umgewandelt wurde. Am 12. September 1945 unterzeichnete er in Singapur die Kapitulation aller verbliebenen japanischen Truppen in Südostasien.

Nach dem Krieg wurde er von den alliierten Besatzungsbehörden inhaftiert und verschiedener Kriegsverbrechen angeklagt, vor allem im Zusammenhang mit der Besetzung der Mandschurei und der weiteren Eskalation des Krieges in China während seiner Zeit als Heeresminister. 1948 wurde er von einem Militärtribunal in den meisten Punkten für schuldig befunden und zum Tode verurteilt. Er wurde am 23. Dezember 1948 im Sugamo-Gefängnis in Tokio erhängt.[7]

Quellen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Richard Fuller: Shokan: Hirohito's Samurai. Arms and Armor, London 1992, ISBN 1-854-09151-4.
  • Timothy P. Maga: Judgment at Tokyo: The Japanese War Crime Trials. University Press of Kentucky, 2001, ISBN 0-813-12177-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Budge, Enzyklopädie des Pazifikkriegs
  2. Ammenthorp, Datenbank der Generäle des Zweiten Weltkriegs
  3. Fuller, Shokan, Hirohito's Samurai
  4. Kazutomo Wakase: 続・日本人が知ってはならない歴史. 朱鳥社, 2007, ISBN 4434113585, S. 41.
  5. Question 戦前の日本における対ユダヤ人政策の基本をなしたと言われる「ユダヤ人対策要綱」に関する史料はありますか。また、同要綱に関する説明文はありますか。. Japanisches Außenministerium. Abgerufen am 6. Oktober 2010.
  6. 猶太人対策要綱. In: Five ministers council. Japanisches Nationalarchiv. 6. Dezember 1938. Abgerufen am 6. Oktober 2010.
  7. Maga, Judgement at Tokyo
Japanische Namensreihenfolge Japanischer Name: Wie in Japan üblich steht in diesem Artikel der Familienname vor dem Vornamen. Somit ist Itagaki der Familienname, Seishirō der Vorname.