Itelteich (Naturschutzgebiet)

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51.58083333333310.644166666667Koordinaten: 51° 34′ 51″ N, 10° 38′ 39″ O

Reliefkarte: Niedersachsen
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Itelteich
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Niedersachsen

Der Itelteich ist ein Naturschutzgebiet in der niedersächsischen Gemeinde Walkenried in der Samtgemeinde Walkenried im Landkreis Osterode am Harz.

Beschreibung[Bearbeiten]

Das Naturschutzgebiet mit dem Kennzeichen NSG BR 002 ist 120 Hektar groß. Es ist Bestandteil des FFH-Gebietes „Gipskarstgebiet bei Bad Sachsa“. Im Osten grenzt es an das Naturschutzgebiet „Juliushütte“, im Westen an das Naturschutzgebiet „Gipskarstlandschaft Bad Sachsa und Walkenried“.

Das Naturschutzgebiet liegt südöstlich von Walkenried und südwestlich von Ellrich im zum Südharzer Zechsteingürtel gehörenden Walkenrieder Zechsteinhügelland im Süden des Naturparks Harz an der Landesgrenze zu Thüringen. Es umfasst den namensgebenden Itelteich, die Itelklippen, das Gipsmassiv „Himmelreich“ mit der Himmelreichhöhle und den Pontelteichen sowie weitere, kleine Teiche[1] und stellt einen überwiegend bewaldeten Teil des Gipskarstgebiet des Südharzes unter Schutz. Dieser wird vielfach von Rotbuchenwald geprägt. Daneben sind Bereiche mit überwiegend von Esche und Ahorn geprägten Schluchtwäldern, Steinschutt-Hangwäldern mit Sommerlinde, Bergulme, Esche und Bergahorn[2] sowie Laubmischwaldbereiche zu finden.

In den Waldbereichen ist vielfach eine gut ausgeprägte Strauchschicht zu finden, in welcher u. a. Silberblätter wie das Ausdauernde Silberblatt und Orchideen wie das Rote Waldvöglein vorkommen.[2] Das Naturschutzgebiet ist Lebensraum u. a. für Uhu und Feuersalamander, der hier noch häufig vorkommt.[3]

Der Itelteich liegt im Westen des Naturschutzgebietes. Es handelt sich dabei um den größten von zahlreichen Teichen – von bis zu 365 Teichen wird berichtet, sicher nachweisen lassen sich noch 50 Teiche –,[4] die im Mittelalter von Mönchen des Zisterzienserklosters Walkenried rund um Walkenried angelegt und überwiegend für die Fischzucht genutzt wurden. Der rund 500 Meter lange und relativ flache Teich befindet sich in einem Erdfall. Er wird von verschiedenen Karstquellen gespeist, ein Teil seines Wasser stammt auch aus der westlich verlaufenden Wieda. Das Wasser fließt nach Osten über eine Schwinde ab und tritt rund 690 Meter weiter östlich aus einem Felsspalt, dem „Gänseloch“ an den Pontelteichen wieder zutage.[5][3]

Nach Westen geht der Itelteich, der teilweise von Röhrichtzonen und Erlenbruchwald umgeben ist, über Verlandungszonen in eine Sumpflandschaft über.[5] Der Teich ist Lebensraum für zahlreiche Tier- und Pflanzenarten. So sind im Bereich der Karstquellen Zungen-Hahnenfuß zu finden. Im Erlenbruch wächst die Langährige Segge.[2] Während des Vogelzuges ist der Teich Rastgebiet für verschiedene Zugvögel.[3]

Östlich des Itelteichs liegt das Gipsmassiv „Himmelreich“, welches aus stark verkarstetem Werra-Anhydrit besteht. Das „Himmelreich“ ist eine germanische Kultstätte aus vorchristlicher Zeit.[6] Auf dem Gipsmassiv stocken alte Buchenbestände mit teilweise über 250 Jahre alten Bäumen.[7]

Das Gipsmassiv fällt zum Itelteich und in Richtung der Pontelteiche steil ab. Der zum Südostufer des Itelteichs abfallende Bereich ist als Naturdenkmal „Itelklippen“ ausgewiesen. Diese bestehen aus mehreren, rund 50 Meter hohen und fast senkrecht abfallenden Felsklippen.[8]

Die als Südharzstrecke bezeichnete Bahnstrecke von Northeim nach Nordhausen durchquert das Naturschutzgebiet im Norden. Beim Bau wurde 1868 durch das „Himmelreich“ der 268 Meter lange „Walkenrieder Tunnel“ geschlagen.[9] Bei dessen Bau wurde am 9. Juli die Himmelreichhöhle entdeckt.[1][10] Die Portale an den Tunnelenden stehen unter Denkmalschutz.[11]

Durch das Naturschutzgebiet führen mehrere Wanderwege, darunter ein Teilstück des Karstwanderweges[12] und des Kaiserweges.[1] Von Walkenried aus führen Wanderwege zum Itelteich.[5]

Das Gebiet steht seit dem 16. März 1950 unter Naturschutz. Zuständige untere Naturschutzbehörde ist der Landkreis Osterode am Harz.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Das Naturschutzgebiet „Itelteich“, harzlife.de. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  2. a b c Harald Schwochow: Pflanzensoziologische Untersuchungen im Gipskarstgebiet des südlichen Harzvorlandes., Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  3. a b c Itelteich, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  4. Die Fischteiche rund um Walkenried, harzlife.de. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  5. a b c Der Itelteich, harzlife.de. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  6. Der Hexentanzplatz bei Walkenried, harzlife.de. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  7. Himmelreich, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  8. An den Itelklippen, harzlife.de. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  9. Die Himmelreichhöhle bei Walkenried und dessen Geschichte, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am
  10. Himmelreich, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  11. Der Eisenbahntunnel durch das Himmelreich, harzlife.de. Abgerufen am 17. Mai 2012.
  12. Karte Walkenried, Karstwanderweg Südharz. Abgerufen am 17. Mai 2012.

Weblinks[Bearbeiten]