Item (Partikel)

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Das Adverb item (lat. „ebenso, ferner, desgleichen“) ist eine veraltete satzverknüpfende Partikel.

Es findet sich seit dem 14. Jahrhundert häufig in frühneuhochdeutschen Texten.[1]

Textbeispiel:

„Als da Mose gebietet ein Weib mit einem Scheidebrief von sich zu lassen. Item / dass ein Mann sein Weib mit einem Eiferopfer treiben / und andere Weiber mehr nehmen mag / Solches sind alles weltliche Gesetze.

Luther: Vorrede auf das Alte Testament

In juristischen Dokumenten[2] und Rechnungen der Kanzleisprache war es üblich, Aufzählungen als durchlaufende Sätze zu formulieren und jeden einzelnen Posten mit item einzuleiten.

„setzte diese rechnung auf: erstlich, dem professori eloquentiæ für seine information, zwei reichsthl. item, für feder und dinte, 4 reichsthl. item dem medico der mich curirt hat .. 2 reichsthl.“

– Zitat nach Grimm 1854–1960[1]

Im Englischen hat sich aus diesem Gebrauch das moderne Substantiv für „Objekt, Posten, Element“ entwickelt.

Es ist heute fast nur noch im Berndeutsch gebräuchlich, wird aber vereinzelt auch in der restlichen Deutschschweiz verwendet, wo es mit „wie dem auch sei...“ übersetzt werden kann.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Eintrag ITEM, diese lateinische partikel … In: Jacob Grimm, Wilhelm Grimm: Deutsches Wörterbuch. Leipzig 1854–1960 (dwb.uni-trier.de)
  2. siehe z. B. einen Beschluss des Böhmischen Landtages von 1534