Ithaka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Ithaka (Begriffsklärung) aufgeführt.
Gemeinde Ithaka
Δήμος Ιθάκης
Ithaka (Griechenland)
Bluedot.svg
Basisdaten
Staat: Griechenland
Region: Ionische Inseln
Regionalbezirk: Ithaka
Geographische Koordinaten: 38° 22′ N, 20° 43′ O38.367520.718888888889Koordinaten: 38° 22′ N, 20° 43′ O
Fläche: 117,8 km²
Einwohner: 3.231 (2011[1])
Bevölkerungsdichte: 27,4 Ew./km²
Sitz: Ithaka
LAU-1-Code-Nr.: f11
Gemeindebezirke: 1 Gemeindebezirk
Lokale Selbstverwaltung: 8 Ortschaftenf12f12
Website: www.ithaki.gr
Lage in der Region Ionische Inseln
Datei:2011 Dimos Ithakis.png

f9f10f8

Ithaka (griechisch Ithaki Ιθάκη [iˈθakʲi] (f. sg.)) ist eine der Ionischen Inseln vor der Westküste Griechenlands und bildet zusammen mit einigen unbewohnten Inselchen die Gemeinde Ithaka (griechisch Dimos Ithakis Δήμος Ιθάκης), die als Regionalbezirk Ithaka der Region Ionische Inseln einen Abgeordneten in den Regionalrat entsendet. Die Insel hat eine Fläche von 96 km². Höchste Erhebung ist der Niritos mit 809 m, Hauptort und wichtigster Hafen ist die Ortschaft Vathy. Die Insel ist sehr grün und hat viele Buchten. Große Teile der Insel wurden 1953 bei einem Erdbeben zerstört. Die Insel ist heute mit der Fähre von Lefkada, Kefalonia und Patras aus zu erreichen.

Jüngere Geschichte[Bearbeiten]

Die Insel wurde 1185 von den Normannen erobert und gehörte anschließend zum „Königreich“ des Margaritos von Brindisi. Nach dessen Blendung 1194 fiel sie an seinen Schwiegersohn Maio Orsini, der sich schließlich 1209 Venedig unterwarf. In Anlehnung an die Nachbarinsel Kefalonia, mit der Ithaka kulturell verbunden ist, wurde die Insel von den Venezianern Cefalogna Piccola genannt. Große Schäden richtete das Erdbeben im August 1953 an.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Die Insel hat heute etwa 3.000 Bewohner. Als Heinrich Schliemann die Insel 1868 besuchte, hatte sie noch rund 12.000 Einwohner. Viele der Bewohner sind im Laufe der Zeit ausgewandert, hauptsächlich nach Australien, in die Vereinigten Staaten von Amerika und nach Südafrika.

Kommune Sarakiniko[Bearbeiten]

1978 bildete sich auf der Halbinsel Sarakiniko eine Kommune unter dem Namen Sarakiniko Alternatives Leben GmbH.[2]. Die meisten Bewohner pendeln nach Deutschland, nur etwa ein dutzend Personen leben heute permanent dort.[3]. Als Nachfolgeprojekt entstand 2010 das netzunabhängige Ökodorf Ecotopia [4] [5].

Mythische Heimat des Odysseus[Bearbeiten]

Ithaka ist die legendäre Heimat des Odysseus. Schliemann glaubte, auf dem Berg Aetos den Palast des Odysseus entdeckt zu haben, weil sich einige Ortsbeschreibungen Homers mit der Landschaft in Deckung bringen lassen und der Gipfel mit einer ausgedehnten kyklopischen Mauer befestigt ist, was auf eine mykenische Siedlung schließen lässt. Die Schlussfolgerungen Schliemanns sind aber umstritten und ein anderer Platz auf der Insel konkurriert um die antike Palaststätte.

Zweifel an der Identität mit dem homerischen Ithaka[Bearbeiten]

Es ist umstritten, ob Ithaka überhaupt die Heimat Odysseus’ gewesen ist. Wilhelm Dörpfeld hielt Lefkada für das homerische Ithaka, da die topographischen Angaben in der Odyssee seiner Meinung nach besser zu dieser Insel passen [6]. Seine Ansicht konnte sich in der Forschung jedoch nicht durchsetzen und Spuren eines von ihm angenommenen Palastes konnte Dörpfeld nicht finden.

Der britische Unternehmer und Amateurhistoriker Robert Bittlestone sucht diese vielmehr auf der Halbinsel Paliki (griechisch Παλική) an der Westküste der Nachbarinsel Kefalonia, da sich seiner Ansicht nach die folgende Beschreibung aus dem neunten Gesang der Odyssee kaum mit der heutigen Natur der Insel in Einklang bringen lässt:

„Ithakas sonnige Höhn sind meine Heimat; in dieser
Türmet sich Neritons Haupt mit rauschenden Wipfeln; und ringsum
Dicht aneinander gesät, sind viele bevölkerte Inseln,
Same, Dulichion und die waldbewachsne Zakynthos.
Ithaka liegt in der See am höchsten hinauf an die Feste,
Gegen den Nord; die andern sind östlich und südlich entfernet.[7]

Paliki dagegen ist zwar heute keine selbständige Insel, sondern ein Teil von Kefalonia (Dimos Palikis war bis 2010 die amtliche Bezeichnung der Stadt Lixouri). Es gibt jedoch Hinweise darauf, dass sie jenes in archaischer Zeit einmal war. So spricht etwa Strabon im 1. Jahrhundert v. Chr. von einer Stelle auf Kefalonia, die oft vom Meer überflutet werde. Sollte Paliki tatsächlich eine eigenständige Insel gewesen sein, so käme sie der Beschreibung bei Homer am nächsten.

Diese Theorie wird unterstützt von dem britischen Geologen John Underhill, der die Gesteinsschichten zwischen der Halbinsel Paliki und Kefalonia untersuchte. Dabei fand er keine festen Gesteine, sondern nur Sedimente und Gerölle, die sich in einer langen Ablagerungsphase dort angeschwemmt haben können und die beiden Inseln möglicherweise zu einer verbanden.

Inzwischen wurden im Norden Ithakas, in der Nähe von Exogi, Überreste eines dreistöckigen Gebäudes mit einer in einen Fels gehauenen Treppe sowie u.a. ein Brunnen gefunden.[8]. Aufgrund vergesellschafteter Mykenische Keramik werden die Reste in das 13. Jahrhundert v. Chr. datiert. Der Ausgräber, Tanasis Papadopoulos, hält den Komplex für die Reste eines makenischen Palastes und bringt ihn mit dem bei Homer beschriebenen Palast des mythischen Odysseus in Verbindung.

Literarische Könige von Ithaka[Bearbeiten]

Söhne und Töchter der Insel[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ergebnisse der Volkszählung 2011 beim Nationalen Statistischen Dienst Griechenlands (ΕΛ.ΣΤΑΤ) (Excel-Dokument, 2,6 MB)
  2. Thomas-Schmitt-Film.de: TRAUMINSEL revisited, abgerufen am 27.November 2013
  3. [1]
  4. http://www.photovoltaikforum.com/griechenland-f65/www-ecotopia-jimdo-com-t55254.html
  5. http://ecotopia.jimdo.com/
  6. W. Dörpfeld, Leucas. Zwei Aufsätze über das homerische Ithaka, Athen 1905.
  7. Odyssee, neunter Gesang, Verse 21-26, Übersetzung nach Johann Heinrich Voß, bearbeitet von E. Gottwein
  8. Im August 2010 wurde die Nachricht von der Athener Presseagentur verbreitet, s. http://de.ria.ru/culture_and_sport/20100824/257160115.html und http://www.medicamina.bplaced.net/initium/index.php?option=com_content&view=article&id=105&Itemid=209&lang=de

Literatur[Bearbeiten]

  • Dietrich Volkmer Ithaka - Das ewige Ziel - Szenen einer Heimreise Books on Demand, 2006, ISBN 978-3-8370-3053-2
  •  Robert Bittlestone: Odysseus Unbound. The Search for Homer’s Ithaca. Cambridge University Press, Cambridge 2005.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ithaka – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Ithaka – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen