Itri

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Itri
Wappen
Itri (Italien)
Itri
Staat: Italien
Region: Latium
Provinz: Latina (LT)
Koordinaten: 41° 17′ N, 13° 32′ O41.29083333333313.531666666667170Koordinaten: 41° 17′ 27″ N, 13° 31′ 54″ O
Höhe: 170 m s.l.m.
Fläche: 101 km²
Einwohner: 10.658 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 106 Einw./km²
Postleitzahl: 04020
Vorwahl: 0771
ISTAT-Nummer: 059010
Volksbezeichnung: Itrani
Schutzpatron: Madonna della Civita
Website: Itri

Itri ist eine Stadt in der Provinz Latina in der italienischen Region Latium mit 10.658 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2013). Sie liegt 130 km südöstlich von Rom und 68 km südöstlich von Latina.

Ansicht von Itri

Geographie[Bearbeiten]

Itri liegt am Abhang der Monti Aurunci nördlich von Gaeta, an der alten Römerstraße Via Appia zwischen Fondi und Formia. Das Gemeindegebiet hat im Norden Anteil am Naturpark der Monti Aurunci und erreicht im Süden bei der Punta Cetarola das Tyrrhenische Meer.

Itri ist Mitglied der Comunità Montana dei Monti Aurunci.

Die Nachbargemeinden sind Campodimele, Esperia (FR), Fondi, Formia, Gaeta und Sperlonga.

Verkehr[Bearbeiten]

Itri wird seit der Antike von der Via Appia, heute Strada Statale 7, erschlossen. Von dieser zweigt die SS 82 della Valle del Liri ab, die Itri mit Avezzano und der Autostrada del Sole A1, Ausfahrt Ceprano verbindet. Mit dem Bahnhof Itri ist der Ort an die Bahnstrecke Roma–Formia–Napoli angebunden.

Geschichte[Bearbeiten]

Der Legende nach leitete sich der Name Itri von der mythologischen Hydra her. Itri soll gegründet worden sein, als die Bewohner der sagenhaften Küstenstadt Amyclae vor einer Schlangenplage ins Landesinnere flohen. Aus diesem Grund zeigt auch das Gemeindewappen eine Schlange. Der Name der Gemeinde kommt tatsächlich möglicherweise vom lateinischen Wort iter (=Weg) wegen der Lage an der Via Appia. Nach anderen Theorien leitet er sich vom Gott Mithras her, dessen Kult in Itri stark verbreitet war.

Itri war bereits in der Antike besiedelt. Erstmals schriftlich erwähnt wurde Itri allerdings erst im Jahr 914. Itri gehörte zum Territorium der Herzöge von Gaeta aus dem Hause Caetani dell’Aquila, Herren von Fondi. 1861 wurde Itri Teil der Provinz Terra del Lavoro des Königreich Italien, bis es 1934 zur neugegründeten Provinz Latina kam.

Der Bahnhof von Itri im Zweiten Weltkrieg

Durch Bombardierung der Alliierten wurde Itri während des Zweiten Weltkriegs im Mai 1944 stark in Mitleidenschaft gezogen und zu 75 % zerstört.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Jahr 1871 1901 1921 1951 1971 1991 2001 2007
Einwohner 6619 5797 5657 7130 6368 7949 8749 9637

Quelle: ISTAT

Politik[Bearbeiten]

Giovanni Agresti (Mitte-rechts-Liste) wurde im Mai 2006 zum zweiten Mal zum Bürgermeister gewählt. Sein Mitte-rechts-Bündnis stellt auch mit 11 von 16 Sitzen die Mehrheit im Gemeinderat.

Rocca Caetani

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Trotz der Kriegszerstörungen bietet Itri noch ein pittoreskes Ortsbild mit Aussicht über die Pontinische Ebene bis zum Meer.

  • Die Ruine der mittelalterlichen Burg, der Rocca Caetani, mit ihren drei mächtigen Türmen bestimmt immer noch das Ortsbild. Sie ist renoviert und dient von Zeit zu Zeit als Veranstaltungsort für Kleinkunst oder Konzerte.
  • Die romanische Kirche Sant’Angelo wurde im 11. Jahrhundert über einem antiken Tempel errichtet.
  • Von der ebenfalls im 11. Jahrhundert errichteten Kirche Santa Maria Maggiore steht nach der Kriegszerstörung nur noch der Campanile. Einige Fresken konnten gerettet werden und wurden in die Kirche Sant’Angelo gebracht.
  • Von der Stadtbefestigung sind noch vier Stadttore erhalten.
  • Das Museo del Brigantaggio behandelt vor allem das Leben des Frau Diavolo.
  • Nördlich in den Monti Aurunci auf dem Monte Fusco (673 m) liegt die Wallfahrtskirche der Madonna della Civita in dem eine byzantinische Ikone verehrt wird. Von hier hat man einen eindrucksvollen Panoramablick über den Golf von Gaeta

Kulinarische Spezialitäten[Bearbeiten]

  • Itri ist ein Zentrum des Olivenanbaus. Es hat einer eigenen Olivensorte, der Oliva Itrana ihren Namen gegeben.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Sonstiges[Bearbeiten]

Der Film „Und dennoch leben sie(La Ciociara)  von Vittorio de Sica mit Sophia Loren und Jean-Paul Belmondo wurde in Itri gedreht.

Literatur[Bearbeiten]

  • Anton Henze, Kunibert Bering, Gerhard Wiedmann: Kunstführer Rom. 5. neu bearbeitete Auflage. Philipp Reclam GmbH, Stuttgart 1994, ISBN 3-15-010402-5.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Itri – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2013.