Ivan Gašparovič
Ivan Gašparovič [ˈivan ˈgaʃparɔvitʃ] (* 27. März 1941 in Poltár) ist ein slowakischer Politiker, ehemaliger Abgeordneter im Nationalrat der Slowakischen Republik (1992–2002), Parlamentspräsident (1992–1998) und seit 2004 der dritte Staatspräsident der Slowakei.
Zunächst war Gašparovič ein führendes Mitglied der Partei HZDS (1992–2002) und galt als einer der engsten Vertrauten von Parteichef Vladimír Mečiar, nach seinem Austritt aus der HZDS war er Gründer und Parteichef der HZD (2002–2004).
Biographie [Bearbeiten]
Gašparovičs Vater Vladimir Gašparović war im Ersten Weltkrieg aus Kroatien in die Slowakei gekommen und arbeitete als Lehrer an einer Oberschule in Bratislava.
Gašparovič studierte von 1959 bis 1964 Jura an der Comenius-Universität Bratislava und lehrte dann von 1968 bis 1990 an dieser Universität. Von Juli 1990 bis März 1992 war er tschechoslowakischer Generalstaatsanwalt. Ab Sommer 1992 war er führendes Mitglied der Partei HZDS von Vladimír Mečiar und für diese in den Jahren von 1992 bis 1998 Parlamentspräsident, von Juli bis Oktober 1998 auch amtierender Staatspräsident (zusammen mit Vladimír Mečiar).
Gašparovič galt als engster Vertrauter von Mečiar, dem er auch in den schwierigsten Situationen die Treue hielt. Als er im Juli 2002 nicht mehr für die Parlamentswahlen aufgestellt werden sollte, verließ er unter Protest die HZDS und gründete eine eigene Partei, die „Bewegung für Demokratie“ (HZD), die bei den Parlamentswahlen allerdings nur auf 3,28 % kam und damit nicht ins Parlament gelangte.
2004 trat Gašparovič bei den Präsidentschaftswahlen an, erreichte am 3. April 2004 im ersten Wahlgang 22,28 % und belegte damit überraschend den zweiten Platz hinter Vladimír Mečiar. Die Stichwahl vom 17. April 2004 gewann er mit 59,91 % der Stimmen und trat das Amt am 15. Juni 2004 an.
Bei der Präsidentschaftswahl am 21. März 2009 erreichte Gašparovič 46,7 % der abgegebenen Stimmen, verfehlte damit aber die absolute Mehrheit. Bei einer Stichwahl am 4. April 2009 trat Gašparovič dann gegen die ehemalige christdemokratische Sozialministerin Iveta Radičová an, die bei der Wahl am 21. März 2009 38,0 % der Stimmen auf sich vereinigen konnte. Er hat in der Stichwahl 55,53 % der Stimmen gewonnen und wird damit voraussichtlich bis 2014 im Amt bleiben.[1]
2012 erhielt er von der Universität Tokio den Ehrendoktortitel verliehen.[2]
Weblinks [Bearbeiten]
- Literatur von und über Ivan Gašparovič im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Offizielle Seite von Ivan Gašparovič
- „Ivan Gasparovic: Mann des Kompromisses wiedergewählt“, Der Standard, 5. April 2009
- „Slowakei nach Urnengang tief gespalten“, Financial Times Deutschland, 5. April 2009
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ vgl. Agence France-Presse: Gasparovic als slowakischer Präsident wiedergewählt, google.com, 5. April 2009
- ↑ Auszeichnung für ersten japanischen Investor auf Radio Slovakia International vom 29. Juni 2012 abgerufen am 2. Juli 2012
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Kursiv = Monarch
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Gašparovič, Ivan |
| KURZBESCHREIBUNG | slowakischer Politiker und Staatspräsident |
| GEBURTSDATUM | 27. März 1941 |
| GEBURTSORT | Poltár |
- Präsident (Slowakei)
- Amtierendes Staatsoberhaupt
- ĽS-HZDS-Mitglied
- Generalstaatsanwalt
- Träger des Verdienstordens der Italienischen Republik (Großkreuz mit Ordenskette)
- Träger des Ordens des Marienland-Kreuzes (Collane)
- Träger des Ordens des heiligen Jakob vom Schwert (Collane)
- Träger des Drei-Sterne-Ordens (Großkreuz)
- Träger des Elefanten-Ordens
- Träger des Ordens des Weißen Löwen
- Träger des Sankt-Olav-Ordens (Großkreuz)
- Träger des Weißen Adlerordens
- Träger des Ordens vom Niederländischen Löwen (Großkreuz)
- Slowake
- Geboren 1941
- Mann