Ivan Sokolov

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Ivan Sokolov im Mai 2010
Ivan Sokolov, 2010
Verband NiederlandeNiederlande Niederlande
Geboren 13. Juni 1968
Jajce
Titel FIDE-Meister (1985)
Internationaler Meister (1986)
Großmeister
Aktuelle Elo-Zahl 2645 (November 2014)
Beste Elo-Zahl 2706 (Januar 2004)
Karteikarte bei der FIDE (englisch)

Ivan Sokolov (* 13. Juni 1968 in Jajce[1], Jugoslawien) ist ein aus Bosnien stammender niederländischer Schachspieler.

Leben[Bearbeiten]

Ivan Sokolov erlernte Schach von seinem Vater, der selbst Meisterspielerniveau besaß. 1987 gewann er in Portorož, Stockholm (zusammen mit Michail Gurewitsch) und Belgrad. Im selben Jahr verlieh ihm die FIDE den Titel Großmeister. 1988 wurde er jugoslawischer Meister.

Zu seinen bedeutendsten Siegen in internationalen Turnieren zählen die Erfolge: Biel 1988, Maribor 1990, Kopenhagen 1991, Nikšić 1991, Starý Smokovec 1991, Portorož 1993, Akureyri 1994, Ter Apel 1995, Malmö 1995, Antwerpen 1995, Leeuwarden 1997, Dresden (Zonenturnier) 1998, Hastings 1998/99, Amsterdam 1999, Vlissingen 2000, Amsterdam 2000, Reykjavík 2001, Selfoss 2002 und 2003, Sarajevo 2003, Hoogeveen 2004, Sarajevo 2005. Im Jahr 1999 gelang Sokolov beim Corus-Schachturnier ein spektakulärer Sieg in 28 Zügen über Weltmeister Garri Kasparow.

Sokolov ging während des Bürgerkrieges in Jugoslawien gemeinsam mit Predrag Nikolić 1993 ins Exil in die Niederlande, wo er 1995 und 1998 Landesmeister wurde. Er ist mit einer Niederländerin verheiratet. 2003 wurde er Spieler des Jahres in den Niederlanden. Ab April 2009 war er erneut für den bosnischen Schachverband gemeldet[2], allerdings wechselte er im Dezember 2010 wieder zurück zum niederländischen Schachverband[3]. 2010 organisierte er das Bosna Open in Sarajevo und kandidierte für das Amt des Vizepräsidenten der European Chess Union.[4]

Mannschaftsschach[Bearbeiten]

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Sokolov nahm an zwölf Schacholympiaden teil[5]. Sein Debüt gab er 1988 in Thessaloniki für die jugoslawische Mannschaft, die er auch 1990 in Novi Sad vertrat. Von 1992 bis 2000 sowie 2010 spielte er für die Mannschaft Bosniens und Herzegowinas, mit der er 1994 in Moskau den zweiten Platz erreichte. Bei den Schacholympiaden 2002 bis 2006 und 2012 nahm er mit der niederländischen Mannschaft teil. Sokolov nahm an acht Mannschaftseuropameisterschaften teil[6], nämlich 1989 mit Jugoslawien, 1992, 1997 und 1999 mit Bosnien und Herzegowina sowie 2005, 2007, 2011 und 2013 mit den Niederlanden. In der Mannschaftswertung gewann er 2005 in Göteborg und erreichte 1989 in Haifa den zweiten Platz, in der Einzelwertung war er 2013 in Warschau bester Spieler am zweiten Brett. Bei der Mannschaftsweltmeisterschaft gehörte er 2013 zur niederländischen Mannschaft.

Vereinsschach[Bearbeiten]

Er spielte in der deutschen Schachbundesliga von 1997 bis 2006 für die SG Porz und wurde mit dieser 1998, 1999, 2000 und 2004 deutscher Mannschaftsmeister. Seit 2013 ist er beim SV 1930 Hockenheim gemeldet, wurde aber noch nicht eingesetzt. In der niederländischen Meesterklasse (bis 1996: Hoofdklasse) spielte er von 1995 bis 2006 für De Variant Breda und von 2006 bis 2010 für Share Dimension Groningen. Er wurde 1996, 1997, 1998, 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2005, 2006 und 2007 niederländischer Mannschaftsmeister. In der österreichischen Staatsliga A wurde er in den Spielzeiten 1993/94 und 1994/95 mit dem SC Margareten österreichischer Mannschaftsmeister. In der schwedischen Elitserien spielte Sokolov von 2000 bis 2004 beim Limhamns SK. In der französischen Mannschaftsmeisterschaft spielte Sokolov in den Saisons 2002/03 und 2003/04 bei Clichy-Echecs-92, in der Saison 2005/06 bei C.E.M.C. Monaco, in den Spielzeiten 2009/10 und 2010/11 bei A.J.E. Noyon und seit der Saison 2012/13 bei L'Echiquier Chalonnais.

In der Premijer Liga Bosniens und Herzegowinas spielte Sokolov bei Bosna Sarajevo und wurde mit diesem 2002, 2004, 2005, 2008 und 2009 Mannschaftsmeister Bosniens und Herzegowinas.[7] Bei 14 Austragungen des European Club Cup vertrat Sokolov Bosna Sarajevo und gewann mit diesem den Wettbewerb 1994, 1999, 2000 und 2002.[8]

Werke[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ivan Sokolov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jan Timman: On the Attack, Alkmaar 2006, S. 80
  2. Verbandswechsel 2009 bei der FIDE (englisch)
  3. Verbandswechsel 2010 bei der FIDE (englisch)
  4. Interview mit Chessdom.com
  5. Ivan Sokolovs Ergebnisse bei Schacholympiaden auf olimpbase.org (englisch)
  6. Ivan Sokolovs Ergebnisse bei Mannschaftseuropameisterschaften auf olimpbase.org (englisch)
  7. Ivan Sokolovs Ergebnisse in der Premijer Liga auf olimpbase.org (englisch)
  8. Ivan Sokolovs Ergebnisse beim European Club Cup auf olimpbase.org (englisch)