Iversity

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iversity ist ein deutsches Unternehmen in Bernau bei Berlin, das sich auf die Bereitstellung von Online-Kursen und Vorlesungen (Massive Open Online Course, kurz MOOC) spezialisiert hat[1][2][3]. Ähnlich wie der US-amerikanischen Anbieter Coursera arbeitet die Plattform dazu mit Professoren zusammen, die Einzelkurse anbieten. Unterrichtssprachen für die teils bilingualen Kurse sind neben Deutsch auch Englisch, Russisch und Spanisch. Ein Teil der angebotenen Kurse wurde im Rahmen eines Wettbewerbs ausgewählt[4][5].

Geschichte[Bearbeiten]

iversity wurde 2008 von Jonas Liepmann gegründet, der zu dieser Zeit im Fach Cultural Studies an der Humboldt-Universität Berlin eingeschrieben war. In seiner ursprünglichen Form war iversity als Alternative zu bestehenden Lernplattformen konzipiert worden, die von Studierenden und Professoren genutzt wurde[6]. 2011 wurde iversity in eine GmbH umgewandelt und erhielt EXist-Fördermittel für Technologieinnovation durch das BMWi und die EU[7]. 2012 erfolgte der Übergang zum spezialisierten Anbieter von Massive Open Online Courses (MOOCs)[8] und die Berufung von Marcus Riecke[9] zum Co-Geschäftsführer. Er investierte gemeinsam mit den bestehenden Investoren, Masoud Kamali und T-Venture, dem Risikokapitalarm der Deutschen Telekom AG, in das Unternehmen. Mitte 2013 gab Jonas Liepmann die Position des Geschäftsführers an Marcus Riecke und Hannes Klöpper ab. Im Dezember 2013 wechselte Marcus Riecke in den neu gegründeten Beirat. Dr. Jörg Dräger, der Geschäftsführer des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) und ehemaliger Wissenschaftssenator von Hamburg, wurde ebenfalls in den Beirat berufen. Hannes Klöpper und seit 1. September 2014 Sander Nijssen fungieren als aktuelle Geschäftsführer[10].

MOOC Production Fellowship[Bearbeiten]

2013 führte iversity in Zusammenarbeit mit dem Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft einen Wettbewerb durch[11], bei dem 250.000 Euro zur Förderung der Produktion von zehn MOOCs ausgelobt wurden[12]. Die Hälfte der Fördersumme wurde für deutschsprachige MOOCs reserviert. Für die rund 250 von Dozenten vorgeschlagenen Kurse wurden bei einer Online-Abstimmung über 100.000 Stimmen abgegeben[13]. Die endgültige Auswahl erfolgte durch eine Jury[14] [15]. Zur Jury zählten unter anderem der ehemalige Hamburger Wissenschaftssenator Jörg Dräger[16], Vorstand der Bertelsmann Stiftung für Bildung, Prof. Jürgen Kluge als Experte für Innovationsmanagement und Prof. Jörn Loviscach, Dozent für Mathematik beim MOOC-Anbieter Udacity und - gemeinsam mit Christian Spannagel - Hauptvertreter des inverted learning in Deutschland.

Produktion von Kursen[Bearbeiten]

Die angebotenen Kurse werden, mit technischer Unterstützung durch iversity, von den Professoren selbst erstellt[17]. Im Unterschied zu Anbietern von MOOCs aus den USA konzentriert sich iversity nicht auf Kooperationen mit Eliteuniversitäten, sondern auf die fachlichen und didaktischen Qualifikationen einzelner Teams oder Hochschullehrer. Unter anderem werden Kurse von Gruppen an den Universitäten Tübingen und Kiel und der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf angeboten. Hochschulteams zur Produktion von MOOCs im nicht-deutschsprachigen Raum bestehen in Belgien (Katholische Universität Löwen), Italien (Europäisches Hochschulinstitut) und Spanien[18]. Zu den bekanntesten Dozenten gehört der Heidelberger Mathematikprofessor Christian Spannagel.[19]

Angebotene Kursthemen sind unter anderem: Monte-Carlo-Methoden in der Finanzwirtschaft, Zukunft des Storytelling, Global Governance in der Europäischen Union und Social Entrepreneurship[20]. Die Teilnahme an MOOCs ist unentgeltlich[21][22].

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Lomas, Natasha in Tech Crunch Online: Berlin-Based iversity Relaunches As MOOCs Platform, Sets Its Sights On Becoming The Coursera Of Europe, 11. März 2013. (englisch)
  2. Schmidt, Marion in Die Zeit: Digitale Vorlesungshäppchen revolutionieren die Bildung, 6. Juni 2013.
  3. Stüber, Jürgen in Berliner Morgenpost: Moocs – das neue Bildungsfernsehen aus der Uni 11. März 2013
  4. Lüpke-Narberhaus, Frauke in Der Spiegel Online: Videos im Wettbewerb: Wo ist der beste Mooc? , 22. Juni 2013
  5. ZDF heute-Nachrichten: Das Web wird zum Hörsaal, 24. Juni 2013
  6. Uhlmann, Steffen in Süddeutsche Zeitung Online: Colloquim privatissime, 17. Mai 2010
  7. Lomas, Natasha in Tech Crunch Online: Berlin-Based iversity Relaunches As MOOCs Platform, Sets Its Sights On Becoming The Coursera Of Europe, 11. März 2013. (englisch)
  8. Katsomitros, Alex in The Guardian Online: Does Europe need its own Mooc? , 28. März 2013 (englisch)
  9. Schmitt, Holger in Focus Online Iversity will Europas führende MOOC-Plattform werden, 11. März 2013
  10. Müller, Mareike auf vocer.de: "Der Visionär – Hannes Klöpper über die Digitale Universität", 4. Oktober 2013
  11. Lüpke-Narberhaus, Frauke in Der Spiegel Online: Videos im Wettbewerb: Wo ist der beste Mooc? , 22. Juni 2013
  12. ZDF heute-Nachrichten: Das Web wird zum Hörsaal, 24. Juni 2013
  13. Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft, Berlin/Essen, Pressemitteilung vom 10. Juni 2013
  14. Pförtner, Carmen in Die Zeit: Spannender als alles, was wir bisher ausprobiert haben25. Juni 2013
  15. Haunhorst, Charlotte in Süddeutsche Zeitung Online, jetzt Magazin:Jura-Crack per Youtube?, 1. Juli 2013.
  16. Dworschak, Manfred in Der Spiegel Online: Der virtuelle Hörsaal , 14. Januar 2013
  17. Pförtner, Carmen in Die Zeit: Spannender als alles, was wir bisher ausprobiert haben25. Juni 2013
  18. Jakobs, Harald, CiL RWTH Aachen: Sieger im Wettbewerb MOOC Production fellowship stehen fest, 24. Juni 2013
  19. Youtube-Dokumentation einer Vorlesung von Mathematikprofessor Christian Spannagel:Vollständige Induktion, abgerufen am 2. August 2013.
  20. Jakobs, Harald, CiL RWTH Aachen: Sieger im Wettbewerb MOOC Production fellowship stehen fest, 24. Juni 2013
  21. Schmidt, Marion in Die Zeit: Digitale Vorlesungshäppchen revolutionieren die Bildung, 6. Juni 2013.
  22. Stüber, Jürgen in Berliner Morgenpost: Moocs – das neue Bildungsfernsehen aus der Uni 11. März 2013