Ivo Fürer

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Bischof Ivo Fürer (2004)
Ivo Fürer (2008)

Jakob Andreas Ivo Fürer (* 20. April 1930 in Gossau) war von 1995 bis 2005 Bischof von St. Gallen.

Leben[Bearbeiten]

Ivo Fürer studierte Katholische Theologie an der Universität Innsbruck und Kanonisches Recht an der römischen Päpstlichen Universität Gregoriana. 1957 wurde er an der Gregoriana zum Dr. iur. can. promoviert. 1954 empfing er in der Stiftskirche St. Gallen die Priesterweihe. Von 1958 bis 1963 war er Vikar in Herisau und von 1963 bis 1967 Vikar in Altstätten. Ab 1967 amtierte er als bischöflicher Sekretär und ab 1969 als Bischofsvikar in St. Gallen. 1972 wurde er Präsident der schweizerischen und diözesanen Synode, von 1977 bis 1995 war er Generalsekretär des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen. 1991 wurde er zum Domdekan gewählt.

Am 28. März 1995 wurde Ivo Fürer zum Bischof von St. Gallen gewählt und am 29. März 1995 durch Papst Johannes Paul II. bestätigt. Die Bischofsweihe spendete ihm am 5. Juni 1995 sein Amtsvorgänger Bischof Otmar Mäder; Mitkonsekratoren waren die Bischöfe Henri Salina, Abt von Saint-Maurice, und Karl Lehmann, Bischof von Mainz. Sein Wahlspruch lautet: „Dem Volk Gottes dienen“.

Sein Rücktrittsgesuch zum 75. Geburtstag wurde am 16. Oktober 2005 von Papst Benedikt XVI. angenommen. Seinem Nachfolger Markus Büchel spendete er die Bischofsweihe.

Wirken[Bearbeiten]

Für seine Verdienste um die Umsetzung der Anliegen des Zweiten Vatikanischen Konzils auf Bistums-, auf gesamtschweizerischer und europäischer Ebene erhielt er im Jahre 2005 die Ehrendoktorwürde der Universität Freiburg (Schweiz).[1] 2007 wurde er zum Ehrensenator der Universität St. Gallen ernannt, die damit «seinen wichtigen Beitrag zur Förderung von Offenheit und Toleranz über die Grenzen von Konfessionen und Kulturen hinweg» würdigte.[2]

Er war Mitbegründer der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen in der Schweiz AGCK.[3] Er engagiert sich seit seiner Emeritierung als Präsident des Fastenopfer-Stiftungsrates und ist weiterhin Mitglied der Schweizer Bischofskonferenz, wo er das Ressort Diakonie und Hilfswerke betreut. Zudem leitet er seit 1997 das Sekretariat des Rates der Europäischen Bischofskonferenzen mit Sitz in St. Gallen.[4] Von 1998 bis 2009 war er Stiftungsratspräsident des Hilfswerkes Fastenopfer.

Ivo Fürer ist Mitglied des Schweizerischer Studentenvereins.

Schriften[Bearbeiten]

  • Ivo Fürer: Die Eigentümer der st.-gallischen Bistumsfonds und der aus Kirchengut hervorgegangenen Fonds des kath. Konfessionsteils des Kantons St. Gallen, Menziken, Herisau 1960 (Dissertation)
  • Ivo Fürer: Die Bischofskonferenz: theologischer und juridischer Status, Patmos, Düsseldorf 1989, ISBN 3-491-77774-7, herausgegeben von Hubert Müller und Hermann J. Pottmeyer
  • Ivo Fürer, Michael Fuss, Kurt Koch, Franz König, Guido Vergauwen: Neuevangelisierung Europas. Chancen und Versuchungen, St. Paul AG Universitätsverlag, Freiburg 1993, ISBN 3-722-80318-7

Literatur[Bearbeiten]

  • Josef Osterwalder: Dem Volk Gottes dienen: Ivo Fürer, Bischof und Weggefährte, Verlag am Klosterhof St. Gallen 2005, ISBN 3-906616-69-X

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. «Die Ehrendoktoren und Ehrendoktorinnen der theologischen Fakultät», Universität Freiburg, 22. Februar 2008
  2. «Bischof Ivo Fürer zum Ehrensenator ernannt», Universität St. Gallen, 9. Juni 2007
  3. «Sibiu: Bewegend, inspirierend, spannungs- und wortreich», AGCK, 16. September 2007
  4. «Zeit zum Beten, Lesen, Schreiben», St. Galler Tagblatt, 19. April 2008

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Ivo Fürer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
Vorgänger Amt Nachfolger
Otmar Mäder Bischof von St. Gallen
19952005
Markus Büchel