Iwan Sergejewitsch Uchow

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Iwan Uchow Leichtathletik
Ivan Ukhov Barcelona 2010.jpg

Iwan Uchow bei der EM 2010 in Barcelona

Voller Name Iwan Sergejewitsch Uchow
Nation RusslandRussland Russland
Geburtstag 29. März 1986
Geburtsort Tscheljabinsk
Größe 192 cm
Gewicht 83 kg
Karriere
Disziplin Hochsprung
Bestleistung 2,41 m
2,42 m (Halle)
Trainer Sergei Kljugin
Status aktiv
Medaillenspiegel
Olympische Spiele 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Europameisterschaften 0 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Hallen-WM 1 × Gold 1 × Silber 1 × Bronze
Hallen-EM 2 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Junioren-EM 1 × Gold 0 × Silber 0 × Bronze
Olympische Ringe Olympische Spiele
Gold London 2012 2,38 m
Logo der EAA Europameisterschaften
Silber Barcelona 2010 2,31 m
Bronze Zürich 2014 2,30 m
Logo der IAAF Hallenweltmeisterschaften
Gold Doha 2010 2,36 m
Bronze Istanbul 2012 2,31 m
Silber Sopot 2014 2,38 m
Logo der EAA Halleneuropameisterschaften
Gold Turin 2009 2,32 m
Gold Paris 2011 2,38 m
Logo der EAA Junioreneuropameisterschaften
Gold Kaunas 2005 2,23 m
letzte Änderung: 20. August 2014

Iwan Sergejewitsch Uchow (russisch Иван Сергеевич Ухов; * 29. März 1986 in Tscheljabinsk) ist ein russischer Hochspringer. Bei einer Körpergröße von 1,92 m beträgt sein Wettkampfgewicht 83 kg. Sein größter Erfolg ist der Olympiasieg im Jahr 2012.

Sportliche Karriere[Bearbeiten]

Iwan Uchow, der als Leichtathlet mit dem Diskuswerfen begann und erst Anfang 2004 zum Hochsprung wechselte,[1] hatte bei den Juniorenweltmeisterschaften 2004 in Grosseto seinen ersten großen internationalen Wettkampf. Er sprang in Qualifikation 2,10 m. In der Hallensaison zuvor war er in Minsk schon einmal 2,15 m gesprungen. Schon im Folgejahr stellten sich enorme Steigerungen ein, im Januar 2005 überquerte er in Jekaterinburg 2,29 m in der Halle und konnte seine Freiluftbestleistung bei einem Sportfest in Tula auf 2,30 m steigern. Zehn Tage später, ebenfalls noch im Juli 2005, gewann er den Titel bei den Junioreneuropameisterschaften in Kaunas mit 2,25 m. Endgültig in die Weltspitze stieß er mit einem Sprung über 2,37 m in der Hallensaison 2006 in Arnstadt vor. Im selben Jahr sprang er seine bisherige Freiluftbestleistung von 2,33 m, wieder war es in Deutschland, diesmal beim Spezial-Meeting in Langen.[2] Unter anderem diese Leistung brachte ihn an die fünfte Stelle der Jahres-Grand-Prix-Wertung und ihm den Start beim Leichtathletik-Weltfinale in Stuttgart,[3] bei dem er mit 2,25 m ebenfalls Fünfter wurde. Am 27. Januar 2007 sprang Uchow mit 2,39 m russischen Hallen-Landesrekord beim Hallenmeeting in Moskau.[4] In der anschließenden Freiluftsaison konnte er die in ihn gesetzten Erwartungen nicht erfüllen, es blieb bei einer Saisonbestleistung von 2,20 m im Freien. 2008 gehörte er wieder zu den Springern, die 2,30 m schafften, allerdings sorgte Uchow im September 2008 für einen Skandal, als er betrunken beim Super Grand-Prix-Meeting in Lausanne antrat und trotz einer Anfangshöhe von 2,17 m ohne gültige Höhe den Wettkampf beendete.[5]

2009 konnte Uchow seine Hallenbestleistung erneut steigern, als er am 25. Februar bei einem Hallenmeeting in der griechischen Hauptstadt Athen als fünfter Springer überhaupt die Marke von 2,40 m knackte. Nur drei Zentimeter fehlten zum Weltrekord des Kubaners Javier Sotomayor aus dem Jahre 1989.[6] Der Gewinn des Titels bei den Halleneuropameisterschaften war ein weiterer Höhepunkt seiner Hallensaison. Im Mai 2009 verbesserte er seine Freiluftbestleistung zunächst in Castellón auf 2,34 m, am 25. Juli 2009 bei den Russischen Meisterschaften in Tscheboksary steigerte er sie erneut und gewann mit 2,35 m vor dem höhengleichen Jaroslaw Rybakow.[7] Als Jahresweltbester, gemeinsam mit Rybakow und Andra Manson, reiste Uchow zu den Weltmeisterschaften 2009 in Berlin. Dort kam er mit dem durch Regen nassen Anlauf nicht zurecht und qualifizierte sich nicht für den Endkampf. Mit 2,23 m belegte er den zehnten Platz. In der Saison 2010 bestätigte Uchow am 4. März 2010 mit übersprungenen 2,38 m in Banská Bystrica seine Stärke in der Halle. Als Favorit gelang ihm wenig später der Sieg bei den Hallenweltmeisterschaften in Doha mit einer Leistung von 2,36 m.[8] Obwohl Uchow 2010 mit 2,36  auch im Freien Weltjahresbester war,[9] blieb ihm bei den Europameisterschaften nur der zweite Platz, als ihn sein Landsmann Alexander Schustow mit 2,33 m um zwei Zentimeter schlug. Zu Beginn der Hallensaison 2010/2011 stellte der Russe mit 2,38 m im tschechischen Hustopeče seine Beständigkeit in der Halle unter Beweis, auch in Banská Bystrica sprang er diese Höhe und versuchte sich jeweils an 2,44 m, scheiterte aber knapp. Wieder 2,38 m meisterte Uchow bei seiner Titelverteidigung bei den Halleneuropameisterschaften 2011.

Ukhov bei den Halleneuropameisterschaften 2011

Bei den Olympischen Spielen 2012 in London gewann Uchow die Goldmedaille mit neuem olympischen Rekord von 2,38 m.[10] Er war mit im Vorfeld übersprungenen 2,39 m als Topfavorit angereist.

Weniger gut in Schwung kam er in der nächsten Saison. Erst zum Höhepunkt – den Weltmeisterschaften in Moskau – sprang er mit 2,35 m an seine Vorjahresleistungen heran, die Höhe reichte jedoch nur zum vierten Platz.

Anders hingegen sein Auftreten in der Hallensaison 2014: Mit drei Sprüngen über mindestens 2,40 m, wobei er seine Bestleistung auf 2,42 m steigern konnte und den Europarekord einstellte. Damit war er Favorit bei den Hallen-Weltmeisterschaften in Sopot, wo er 2,38 m überquerte und Zweiter wurde. Der höhengleiche Mutaz Essa Barshim benötigte weniger Versuche und sicherte sich so die Goldmedaille. Am 9. Mai stellte er in Doha mit 2,41 m eine persönliche Freiluft-Bestleitung und einen neuen Diamond-League-Rekord auf, der schon einen Monat später von Bohdan Bondarenko um einen Zentimeter erhöht wurde. Bondarenko besiegte ihn im August im direkten Duell bei den Europameisterschaften in Zürich. Mit übersprungenen 2,30 m musste er sich auch Andrij Protsenko geschlagen geben und gewann somit nur die Bronzemedaille.

Sonstiges[Bearbeiten]

Uchow wird von Fachleuten wegen seiner Sprungkraft und seines Typus mit seinem Landsmann Wladimir Jaschtschenko verglichen.[11]

Er trägt bei den Wettkämpfen keine speziellen Hochsrungspikes mit Nägeln unter der Ferse, sondern Sprintspikes, die nur unter dem Ballen Nägel besitzen.[12]

Uchow ist verheiratet und hat eine Tochter.[12]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Nickolai Dolgopolov und Rostislav Orlov: Lysenko closes in on world record with 75.95m (Hammer throw – Russian championships, day four). IAAF. 14. Juli 2005. Abgerufen am 7. Juni 2010.
  2. Christian Fuchs: Ivan Ukhov gewinnt in Langen mit 2,33 Metern. leichtathletik.de. 25. Juni 2006. Abgerufen am 26. Februar 2009.
  3. 2006 World Athletics Tour Standings. IAAF – iaaf.org. 3. September 2006. Abgerufen am 26. Februar 2009.
  4. Christian Fuchs: Ivan Ukhov krönt Flugshow mit Landesrekord. leichtathletik.de. 28. Januar 2007. Abgerufen am 26. Februar 2009.
  5. Christian Fuchs: Betrunkener Ivan Ukhov sorgt für Skandal. leichtathletik.de. 3. September 2008. Abgerufen am 26. Februar 2009.
  6. Nico Elsäßer: Ivan Ukhov fliegt über 2,40 Meter. leichtathletik.de. 25. Februar 2009. Abgerufen am 26. Februar 2009.
  7. Nico Elsäßer: Ivan Ukhov überspringt 2,35 Meter. leichtathletik.de. 25. Juli 2009. Abgerufen am 26. Juli 2009.
  8. sid/fc: Doha Tag drei - Hallen-Weltrekord zum Abschluss. leichtathletik.de. 14. März 2010. Abgerufen am 16. März 2010.
  9. Top List High Jump 2010 (englisch) iaaf.org. 16. Januar 2011. Abgerufen am 7. Februar 2011.
  10. Topfavoriten straucheln nicht; Schrott starke Achte, HDsports.at, 7. August 2012
  11. Игорь Фейн (Igor Fein): Иван Ухов – Ivan Ukhov (russisch) АНО РИД "Новая Газета" (ANO RID "Nowaja Gaseta") novayagazeta.ru. 21. März 2006. Abgerufen am 26. Februar 2009.
  12. a b Ewald Walker: Ein Überflieger fällt ins Luftloch Stuttgarter Zeitung v. 20. August 2012, S. 28