Iznájar

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Gemeinde Iznájar
Wappen Karte von Spanien
Wappen von Iznájar
Iznájar (Spanien)
Finland road sign 311.svg
Basisdaten
Autonome Gemeinschaft: Andalusien
Provinz: Córdoba
Comarca: Subbética cordobesa
Koordinaten 37° 15′ N, 4° 18′ W37.256944444444-4.3083333333333539Koordinaten: 37° 15′ N, 4° 18′ W
Höhe: 539 msnm
Fläche: 136,36 km²
Einwohner: 4.725 (1. Jan. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 34,65 Einw./km²
Postleitzahl: 14970
Gemeindenummer (INE): 14037 Vorlage:Infobox Gemeinde in Spanien/Wartung/cod_ine
Verwaltung
Bürgermeister: Dª Isabel Lobato Padilla (PSOE)
Webpräsenz der Gemeinde

Iznájar ist eine Gemeinde in der spanischen Provinz Córdoba in Andalusien. Die Einwohner und Einwohnerinnen nennen sich Iznajeños und Iznajeñas.

Geografische Lage[Bearbeiten]

Der Ort, der von der Burg Castillo de Hisn-Ashar und der Pfarrkirche Santiago Apóstol überragt wird, liegt 110 km südsüdöstlich der Provinzhauptstadt Córdoba, auf einer Halbinsel am Stausee Embalse de Iznájar.

Ortsname und Geschichte[Bearbeiten]

Der Ortsname leitet sich her vom arabischen Hisn-Ashar (حصن عشر), das bedeutet heitere Burg.[2]

Zwischen den Ortschaften Fuente del Conde und Los Pechos sind Überreste iberischer und römischer Siedlungen nachgewiesen. Die bedeutende römische Siedlung Cerro de la Pia blieb lange unbekannt, obwohl sie nahe am Ort bei dem Weiler Cierzos y Cabreras liegt und eine Ausdehnung von rund 2 km hat.

Die erste urkundliche Erwähnung von Iznájar geht auf die zweite Hälfte des 9. Jahrhunderts zurück, als der Ort sich einer Rebellion unter Umar ibn Hafsun anschloss.

Von den Kämpfen während der Reconquista unter Ferdinand III. blieb der Ort verschont. Bis in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts blieb er beim Nasridenreich von Granada und wurde erst unter Johann II. für die Christen erobert.

1468 erhielt Diego Fernández de Córdoba, Graf von Cabra, für seine Dienste von König Heinrich IV. die Gerichtsbarkeit und die Herrschaft über den Ort Stadt mit dem Titel Visconte de Iznájar. Dieser Adelstitel blieb bis in die heutige Zeit erhalten. Heute trägt ihn Álvaro López Becerra de Solé y de Casanova, der ihn 1983 von Juan Carlos I. verliehen bekam.

In der Umgebung von Iznájar befinden sich Landgüter mit großer Tradition, wie das Landgut Cortijo de Los Pechos, das im 18. Jahrhundert gegründet wurde.

1969 wurde der Rio Genil, an dessen Ufer der Ort lag, zum Embalse de Iznájar aufgestaut. Mit einem Fassungsvermögen 980 Millionen m³ ist dies der größte Stausee Andalusiens.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Neben dem Hauptort befinden sich auf dem Gemeindegebiet die Dörfer und Weiler Ventorros de Balerma, Las Chozas, La Fuente del Conde, El Adelantado, La Cruz de la Algaida, La Celada, Los Juncares, El Higueral, Arroyo Priego, Los Pechos, Jaramillo, Lorite, Arroyo Cerezo, Arroyo Solerche, Cierzos y Cabreras, Los Concejos, La Hoz, Alarconas y Antorchas sowie Montes Claros y Valenzuela y Llanadas.

Bevölkerung[Bearbeiten]

Ende des 19. Jahrhunderts lebten zwei Drittel der Bevölkerung verstreut in Bauernhöfen, Landhäusern und Weilern. Aufgrund einer Auswanderungswelle in den 1960er Jahren und dem Zuzug von Neubürgern aus nördlicheren Ländern, die das ländliche Leben suchten, leben auch heute noch mehr als die Hälfte der Bewohner verstreut im ländlichen Umfeld der Kerngemeinde.

Bevölkerungsentwicklung
Jahr 1996 1998 1999 2000 2001 2002 2003 2004 2005 2006
Einwohner 5.200 5.200 5.077 4.964 4.854 4.895 4.907 4.960 4.865 4.863

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Aussichtspunkte[Bearbeiten]

Der Stausee von Iznájar

Der Ort liegt malerisch auf einem Hügel. Sowohl vom Ort aus als auch in der Umgebung bieten sich mannigfaltige Ausblicke auf den See und auf die umgebende raue Gebirgslandschaft.

Bauwerke[Bearbeiten]

Burg[Bearbeiten]

Die Burg Hisn-Ashar

Die Burg Hisn Ashar geht auf das 8. Jahrhundert zurück und ist hispano-gotischen Ursprungs. Im 9. Jahrhundert entstand sie unter den damaligen maurischen Landesherren in der heutigen Gestalt. Im 11. Jahrhundert entstanden die Mauern, die den Waffenhof umgeben, und eine Außenmauer, die in der nasridischen Zeit verstärkt wurde. Eine zweite, ebenfalls nasridische Mauer wurde später zurückgebaut, um das Gelände zu nutzen. Von ihr sind nur Pforten und einige Abschnitte auf exponierten Felsen erhalten.

Im 18. Jahrhundert wurde die Burg als Sitz des Verwalters des Herzogs von Sesa genutzt. Diese Funktion behielt sie, bis sie im 20. Jahrhundert an den Conde de la Revilla verkauft wurde. 1991 erwarb sie die Gemeinde; seitdem ist sie Teil des nationalen Kulturerbes.

Sonstige Bauwerke[Bearbeiten]

  • Die Renaissance-Kirche Santiago Apóstol (Apostel Jakobus) wurde von 1547 bis 1638 nach Plänen von Hernán Ruiz dem Jüngeren erbaut und blieb unvollendet. 2005 – 2008 wurde sie umfassend restauriert.
  • Die Ermita de La Antigua, ein Bau aus dem 17. Jahrhundert, ist eine große Kapelle mit neun Jochen und einer zentralen Kuppel. In der Mitte befindet sich eine farbige Skulptur der Virgen de la Piedad (Jungfrau der Barmherzigkeit), der Schutzpatronin des Ortes. Die Statue in burgundisch-flämischem Stil stammt vermutlich aus dem 15. Jahrhundert.
  • Stadttürme Torre del Reloj und Torre de San Rafael.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Julio Burell y Cuellar (1859–1919), Journalist und Minister.
  • Cristóbal de Castro (1874–1953), Schriftsteller und Journalist.
  • José Montilla (*1954), Politiker
  • Antonio Quintana († 1943): Maler und Dichter.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Cifras oficiales de población resultantes de la revisión del Padrón municipal a 1 de enero de 2013. Bevölkerungsstatistiken des Instituto Nacional de Estadística (Bevölkerungsfortschreibung).
  2. José María Calvo Baeza: Nombres de lugar españoles de origen árabe, Madrid, Darek-Nyumba, 1990

Weblinks[Bearbeiten]