Jácara

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Die Jácara ist eine der Gattungen der Satire, die während der Pausen zwischen den Akten der Komödien des spanischen Goldenen Zeitalters (Siglo de Oro) vorgeführt wurden. Im Anschluss daran gab sie verschiedenen populären Kompositionen ähnlichen Typs ihren Namen im gesamten spanischsprachigen Gebiet.

Zwischen den Akten war es normal, dass man kleinere Kompositionen aufführte, die Tänze, Loas, entremeses usw. sein konnten. Die Jácara war ein dieser Gattungen.

Die Personen pflegten Delinquenten, Schelm, Zuhälter, Schönlinge oder Personen der Halbwelt zu sein. Sie betonte den scharfen Humor und den Bereich des Jargons der Unterwelt (Germanía, katalanisch für span. hermandad = deutsch: Bruderschaft) oder Jerigonza (Spielsprache), die Heiterkeit durch Sozialkritik hervorrief. Eigentümlich war auch ein spezieller Tonfall beim Singen, genannt „de jácara“ oder „de jacarilla“, charakteristisch für diese Komposition.

Pedro Calderón de la Barca, Francisco de Quevedo (deren Jácaras gegenüber den anderen herausragen) und viele andere kultivierten diese Gattung.

Vor seinem Auftreten existierte die Jácara schon als poetische Komposition im Bänkellied, mit dem gleichen Tonfall und den gleichen Themen, wie oben angesprochen.

Beispiel:

Ya está metido en la trena
Tu querido Escarramán...
Quevedo.

Quellen[Bearbeiten]

  • José Domínguez Caparrós, Diccionario de métrica española (Deutsch: Wörterbuch der spanischen Metrik). Madrid: Alianza Editorial, 2004.