János Xántus

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János Xántus

János Xántus (englisch: John Xantus; auch pseudoadlig: de Csiktapolcza oder de Vesey) (* 5. Oktober 1825 in Csokonya, Grafschaft Somogy in Ungarn; † 13. Dezember 1894 in Budapest) war ein ungarischer Zoologe. Sein wissenschaftliches Autorenkürzel lautet Xantus.

Leben[Bearbeiten]

János Xántus stammte aus einer wohlhabenden bürgerlichen Familie; den Adelstitel „de Vesey“ legte Xantus sich selbst zu und benutzte verschiedene Varianten davon. Xantus ging in Pécs auf das Gymnasium und erlangte 1841 in Győr die Matura. Xantus studierte an der Universität Pécs von 1841 bis 1845 Rechtswissenschaften. Während der Märzrevolution unterstützte Xantus seinen Landsmann Lajos Kossuth und kämpfte als Hauptmann im Frühjahr 1849 gegen die österreichischen Truppen unter General Windisch-Graetz. Als Xantus gefangen genommen wurde, half ihm die Intervention Kossuths, ins vermeintlich sichere Exil nach Prag zu entkommen. Kurz nach seiner Ankunft wurde Xantus dort verhaftet, konnte aber über Amsterdam nach London entfliehen.

Von Großbritannien aus ging Xantus 1852 in die USA. Um seinen Lebensunterhalt zu verdienen, arbeitete er u.a. als Buchhändler, Apotheker und Lehrer. Aber erst als er sich als Krankenpfleger zur US-amerikanischen Armee meldete, wendete sich das Blatt zum Besseren. Dort beim Militär machte er die Bekanntschaft des Chirurgen William Alexander Hammond, der als Sammler für den bekannten Zoologen Spencer Fullerton Baird arbeitete.

Xantusia henshawi
Xantusia vigilis

Unter der Förderung Hammonds avancierte Xantus zum Hilfschirurgen und ließ sich von diesem auch in den Naturwissenschaften unterweisen. Mit der Zeit wurde auch er zu einem begabten Sammler. In dieser Zeit war er auch Begleiter des Herzogs Paul Wilhelm von Württemberg bei dessen Expeditionen. Um seiner Sammelleidenschaft besser nachkommen zu können, quittierte Xantus seinen Dienst bei der Armee und begann für das State Department der USA zu arbeiten.

János Xántus' Grab in Budapest auf dem Kerepesi temető

Als Xantus 1862 in das Konsulat der USA nach Manzanillo versetzt wurde, unterstützten ihn Hammond und Baird mit Empfehlungsschreiben, um ihm auch als Naturwissenschaftler die Wege zu ebnen. Die politischen Verwicklungen um die Französische Intervention in Mexiko führten zum Abzug aller amerikanischen Konsulate und im Juni 1864 kehrte Xantus nach Ungarn zurück. [1]

Dort inzwischen politisch rehabilitiert und als Naturwissenschaftler anerkannt, wurde er mit der Leitung des Budapester Zoologischen Gartens betraut. Dieses Amt hatte er bis an sein Lebensende inne. Nachdem er einige Jahre als Berater für das Ungarische Nationalmuseum gearbeitet hatte, berief man ihn dort zum Kustos für Völkerkunde. Ab 1872 war er der erste Direktor des Ethnografischen Museums Budapest. Während dieser Jahre konnte Xantus mehrere große Studien- und Sammelreisen durch Asien unternehmen.

Dedikationsnamen[Bearbeiten]

In der englischen Sprache erinnert der Name des Vogels Xantus's murrelet (deutsch: Lummenalk) an ihn. Er hinterließ seinen Namen auch der Familie der Nachtechsen und bei einigen Wüstenpflanzen.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hecker, Manfred: Janos Xantus und Karl May oder Auf der Spur einer Zeitungsente. In: Mitteilungen der Karl-May-Gesellschaft. Nr. 41 1979 S. 38–44, Nr. 42 1979, S. 42–46 [1]