Jász

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Region Jászság

Die Jász oder Jassi oder Jazygen sind eine iranischsprachige Volksgruppe, die im 13. Jahrhundert in das Gebiet des heutigen Ungarn gewandert sind. Ihre Sprache ist ein Dialekt der ossetischen Sprache.

Siedlungsgebiet[Bearbeiten]

Die Jász leben in der Region Jászság, dem nordwestlichen Teil des Komitat Jász-Nagykun-Szolnok. Ihr kulturelles und politisches Zentrum ist die Stadt Jászberény.

Geschichte[Bearbeiten]

Der ungarische König Béla IV. förderte im 13. Jahrhundert die Siedlungen der einwandernden Jász und Kumanen in der dünn besiedelten Tiefebene östlich von Buda, um die Stadt nach dem Mongolensturm besser vor mongolischen Angriffen schützen zu können. Etwa 100 Jahre später erhielten die Jász sogar eine begrenzte Selbstverwaltung. Im Gegenzug hatten sie dem König bewaffnete Truppen zu stellen. Während der Türkenkriege (1526–1541, der Schlacht bei Mohács und der ersten türkischen Belagerung von Wien) sowie der nachfolgenden türkischen Besetzung Südungarns wurde ein großer Teil der Jazygen vertrieben oder verließ freiwillig Haus und Hof. Einige Nachfahren kehrten später zurück, mussten jedoch ihr Land zurückkaufen, da die ungarische Krone dieses zwischenzeitlich an den Deutschen Orden verkauft hatte.

1876 wurden die Sonderrechte der Jazygen abgeschafft, mit dem Ziel, alle nichtslawischen und nichtromanischen Minderheiten mit dem ungarischen „Staatsvolk“ zu verschmelzen bzw. zu „magyarisieren“, da die Ungarn innerhalb ihres Königreichs gegenüber einer slawischen Mehrheit und dem wachsenden Panslawismus allmählich in die Minderheit geraten waren. Zu diesem Zeitpunkt hatten sich die Jazygen bereits mit den Resten der im Mittelalter ebenfalls aufgenommenen Petschenegen vermischt.

Heute erinnern in Ungarn Orte wie Jászberény (Hauptort des 1.100-km²-Komitats Jazygien bis 1876), Jászladány, Jászapáti, Jászárokszállás, Jászdózsa, Jászágó, Jászjákóhalma, Jászfelsőszentgyörgy, Jászalsószentgyörgy, Jászfényszaru und Jászkisér an die Jazygen. Es wird noch immer und wieder die jazygische Kultur gepflegt, regelmäßig finden Kulturfestivals statt, wie z. B. jährlich das Welttreffen der Jazygen.

Die einzige literarische Aufzeichnung der jassischen Sprache wurde in den 1950er-Jahren in der ungarischen Széchényi-Nationalbibliothek gefunden. Die Sprache wurde mit der Hilfe der ossetischen Analogie rekonstruiert.

Siehe auch[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]