Jägerstraße (Berlin)

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Jägerstraße
Wappen
Straße in Berlin
Jägerstraße
Östlicher Teil der Jägerstraße in Richtung Hausvogteiplatz
Basisdaten
Ort Berlin
Ortsteil Mitte
Angelegt um 1709
Hist. Namen Otto-Nuschke-Straße
Anschlussstraßen Mauerstraße (westlich)
Kurstraße (östlich)
Querstraßen Glinkastraße,
Friedrichstraße,
Markgrafenstraße
Bauwerke siehe Bauwerke
Nutzung
Nutzergruppen Fußverkehr, Radverkehr, Autoverkehr
Technische Daten
Straßenlänge 410 und 320 Meter

Die Jägerstraße ist eine Straße im Berliner Ortsteil Mitte des gleichnamigen Bezirks Berlin-Mitte. Sie wird durch den Gendarmenmarkt unterbrochen und ist nach einem 1690 gebauten Jägerhaus für den Oberjägermeister von Hertefeld benannt.[1]

Geschichte[Bearbeiten]

Im 16. Jahrhundert befand sich in der Friedrichstadt zwischen Schlossinsel und Tiergarten ein Haus der kurfürstlichen Jägerei. Im Jahr 1690 wurde es abgerissen und durch eine Unterkunft für den Oberjägermeister von Hertefeld ersetzt: das Jägerhaus. Das Gebäude ist heute nicht mehr erhalten; vielmehr befindet sich seit ca. 1900 an dieser Stelle das Gebäude der Alten Reichsbank. Die Straße verlief ursprünglich im Osten bis zur Kurstraße, wurde jedoch 1959 bis zur Oberwallstraße verkürzt. Jetzt führt sie wieder bis zur Kurstraße. Seit 1958 war die Jägerstraße nach dem ehemaligen Ost-CDU-Vorsitzenden und stellvertretenden DDR-Ministerpräsidenten Otto-Nuschke-Straße benannt. Die Rückbenennung erfolgte 1991.

Bemerkenswerte Bauwerke[Bearbeiten]

  • Club von Berlin: Der Gebäudekomplex der Hausnummern 1 bis 3 entstand in den Jahren 1892 und 1893 durch die Architektengemeinschaft Kayser & v. Großheim. Die Fassade der Jägerstraße ist mit hellem Sandstein verkleidet, während die Fassade zur Mauerstraße in weiß glasierten Verblendsteinen ausgeführt wurde. Das Gebäude wurde von 1997 bis 1999 umgebaut und ist nun Sitz der Vertretung der Freien und Hansestadt Hamburg beim Bund.
  • Wohn- und Geschäftshaus in der Nummer 28: Das von Albert Bohm errichtete Gebäude wurde für den Kaufmann David Münzer in den Jahren 1894 und 1895 errichtet und verfügt über eine aufwendige, barock gestaltete Fassade aus Sandstein, welche die Ladenetage mit den darüber liegenden Wohngeschossen optisch verbindet.
  • Ehemaliges Konfektionshaus Valentin Manheimer (Hausnummer 33): Von 1907 bis 1908 errichteten die Architekten Salinger & Schmohl einen Erweiterungsbau im Stil des „biedermeierlichen Klassizismus“. Das Erdgeschoss ist mit Rundbogenarkaden ausgestattet, während die darüberliegenden drei Geschosse mit Pilastern gegliedert sind. Das Attikageschoss verfügt über ein Mansarddach und ist durch ein Gesims vom übrigen Gebäude abgesetzt.
  • Generaltelegraphenamt (Hausnummer 42 bis 44): Wilhelm Salzenberg und Adolph Lohse bauten hier 1864 das erste Telegraphenamt Deutschlands. In den Jahren 1877 und 1878 von Carlo Schwatlo erweitert, diente es als „Haupttelegraphenamt“ sowohl Post als auch Telegraphie. Die einzelnen Stockwerke sind durch Gesimse voneinander optisch getrennt. Durch die gleichmäßige Anordnung der Fensterachsen wirkt die detailreich verzierte, an venezianische Renaissancepaläste angelehnte Fassade vergleichsweise ruhig. Das Erdgeschoss ist mit einer Rustika verziert, die darüberliegenden Geschosse beginnen mit Säulen ionischer und enden in korinthischer Ordnung. Das Attikageschoss ist mit postalischen Symbolen verziert.
  • Bankhaus Mendelssohn & Co. (Hausnummer 49 und 50): Es wurde in den Jahren 1891 bis 1893 von Schmieden & Speer erbaut. Sehenswert ist auch das angrenzende Wohn- und Geschäftshaus der Familie Mendelssohn von 1789 mit der Hausnummer 51, die Mendelssohn-Remise.[2]

Sonstiges[Bearbeiten]

Gedenktafel für Ernst Zinna in der Jägerstraße 63c

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jägerstraße (Berlin-Mitte) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jägerstraße. In: Straßennamenlexikon des Luisenstädtischen Bildungsvereins (beim Kaupert)
  2. Mendelssohn-Remise auf berlin.de, abgerufen am 8. Januar 2012.

52.51400813.393836Koordinaten: 52° 30′ 50″ N, 13° 23′ 38″ O