Jérôme Valcke

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Valcke im Jahr 2013

Jérôme Valcke (* 6. Oktober 1960) ist ein französischer Manager und seit dem 27. Juni 2007 Generalsekretär des Internationalen Weltfußballverbandes (FIFA) in Zürich.[1]

Tätigkeiten[Bearbeiten]

Sportjournalist bei Canal+[Bearbeiten]

Valcke war ab 1984 beim französischen Fernsehunternehmen Canal+ als Journalist tätig. Von 1991 bis 1997 bekleidete er den Posten des stellvertretenden Sportchefs. Er übernahm 1997 die Position des Chief Executive Officer (CEO) des Sportsenders Sport+, die er bis 2002 innehatte.

ISL und Sportfive[Bearbeiten]

Im April 2001 vertrat er das Mutterhaus von Canal +, den Medienkonzern Vivendi, bei der Buchprüfung der bereits insolventen International Sport and Leisure (ISL), der damals wichtigste Geschäftspartner der FIFA .[2] Von 2002 bis 2003 arbeitete Valcke bei der Sportrechteagentur Sportfive an deren Hauptsitz in Genf als Chief Operating Officer (COO).

FIFA-Marketingdirektor und Entlassung nach Gerichtsurteil[Bearbeiten]

Im Sommer 2003 wechselte Valcke zum Internationalen Weltfußballverband (FIFA) und übernahm den Posten des Direktors Marketing & TV. Im Dezember 2006 trennte sich die FIFA mit sofortiger Wirkung von ihm.[3] Ein New Yorker Gericht hatte ihn für schuldig befunden, in seiner Funktion als Marketing-Direktor ab Sommer 2004 trotz des bestehenden Vertrages der FIFA mit dem langjährigen Partner Mastercard Sponsorenverhandlungen mit dem Konkurrent Visa geführt und das Erstverhandlungsrecht von Mastercard verletzt zu haben.[4] Die FIFA wurde daraufhin zu Strafzahlungen in Höhe von 60 Millionen US-Dollar verurteilt.

Ernennung zum FIFA-Generalsekretär[Bearbeiten]

Auf der Sitzung des FIFA-Exekutivkomitees vom 27. Juni 2007 unter dem Vorsitz von Präsident Sepp Blatter wurde Valcke als neuer FIFA-Generalsekretär vorgestellt und zum Nachfolger des am 11. Juni 2007 zurückgetretenen Urs Linsi gewählt. Valcke wurde der erste Generalsekretär der FIFA seit 1956, der nicht aus der Schweiz stammte.

Seine Wahl überraschte die Öffentlichkeit, da sich die FIFA ein halbes Jahr zuvor wegen des Desasters mit den beiden US-Kreditkartenkonzernen von ihm getrennt hatte.[3] FIFA-Präsident Blatter äußerte sich zur Wiedereinstellung wie folgt: „Starke Leute holt man zurück. Als er vor viereinhalb Jahren seine Tätigkeit als Direktor Marketing und TV in der FIFA aufnahm, steckten wir in roten Zahlen. Jetzt verfügen wir über ein Vermögen von 752 Millionen Schweizer Franken. Und Urs Linsi verliess uns freiwillig.“[5] Laut Blatter sei Valcke im Dezember freigestellt und nicht entlassen worden. Valcke reagierte auf seine Wahl mit folgender Aussage: „Es ist wie ein Traum für mich.“

Privat[Bearbeiten]

Valcke ist verheiratet und Vater von zwei Kindern. Neben seiner Muttersprache Französisch spricht er Englisch, Deutsch und Spanisch.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jérôme Valcke – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatJérôme Valcke - Frankreich. In: fifa.com. Abgerufen am 23. Juli 2012.
  2. Thomas Kistner: Fifa-Mafia. München, 2012, S. 182.
  3. a b Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatVisa-Affäre. Rausschmisse bei der FIFA. In: n-tv.de. 12. Dezember 2006, abgerufen am 23. Juli 2012.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatLars Wallroth: Jérôme Valcke ist zurück. In: persoenlich.com. 21. Juni 2007, abgerufen am 23. Juli 2012.
  5. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatJérôme Valcke neuer FIFA-Generalsekretär. In: nzz.ch. 27. Juni 2007, abgerufen am 23. Juli 2012.