Jørn Andersen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Jørn Andersen

Jørn Andersen (2011)

Spielerinformationen
Geburtstag 3. Februar 1963
Geburtsort FredrikstadNorwegen
Position Stürmer
Vereine in der Jugend
0000–1982 Østsiden IL
Vereine als Aktiver
Jahre Verein Spiele (Tore)1
1982–1984
1985–1986
1986–1988
1988–1990
1990–1991
1991–1994
1994
1995
1995–1998
1998–1999
1999–2001
Fredrikstad FK
Vålerenga IF
1. FC Nürnberg
Eintracht Frankfurt
Fortuna Düsseldorf
Eintracht Frankfurt
Hamburger SV
Dynamo Dresden
FC Zürich
FC Lugano
FC Locarno


78 (28)
54 (20)
42 0(5)
44 (13)
18 0(1)
7 0(0)
Nationalmannschaft
1985–1990 Norwegen 27 0(5)
Stationen als Trainer
2001–2003
2003–2004
2005–2006
2007–2008
2008–2009
2010–2011
2011–2012
FC Luzern
Rot-Weiß Oberhausen
Borussia Mönchengladbach (Co-Trainer)
Kickers Offenbach
1. FSV Mainz 05
AE Larisa
Karlsruher SC
1 Angegeben sind nur Liga-Spiele.

Jørn Andersen (* 3. Februar 1963 in Fredrikstad) ist ein ehemaliger norwegischer Fußballnationalspieler und jetziger Fußballtrainer. Mit Fredrikstad FK gewann er 1984 den norwegischen Pokal, bei Vålerenga IF wurde er Ligatorschützenkönig. In der Bundesliga spielte er zunächst für den 1. FC Nürnberg. Bei seinem nachfolgenden Engagement bei Eintracht Frankfurt wurde er zum ersten ausländischen Spieler, der in Deutschland Torschützenkönig wurde. Als Trainer führte er 2009 den 1. FSV Mainz 05 zum Wiederaufstieg in die Bundesliga. Seine Entlassung kurz vor Saisonbeginn sorgte seinerzeit für Aufsehen. Von November 2011 bis März 2012 war er Trainer des Karlsruher SC.

Spielerkarriere[Bearbeiten]

Verein[Bearbeiten]

Der Sohn der 143-fachen norwegischen Handballnationalspielerin und dreifachen Weltmeisterschaftsteilnehmerin Bjørg Andersen[1] spielte in der Jugend ab Mitte der 1970er Jahre beim Vorortsverein Østsiden IL in Fredrikstad und kam 1980 zu zwei Einsätzen in der norwegischen Jugendnationalmannschaft. 1981 etablierte er sich in der Kampfmannschaft des unterklassigen Vereins.[2] 1982 wechselte er zum Erstligisten Fredrikstad FK und erzielte dort zwischen 1982 und 1984 in 43 Ligaspielen sieben Tore. Höhepunkt war hier der Gewinn des norwegischen Pokals von 1984 in den Finalspielen gegen Viking FK aus Stavanger. Nachdem das Finale mit 3:3 nach Verlängerung geendet hatte - Andersen hatte den Treffer zum zwischenzeitlichen 1:1-Ausgleich erzielt -, folgte ein Wiederholungsspiel. Andersen erzielte dort beim 3:2-Sieg von Fredrikstad nach vier Minuten die 1:0-Führung.

Andersen wechselte zur Saison 1985 zum amtierenden norwegischen Meister, den Osloer Verein Vålerenga IF. In dieser Spielzeit sicherte sich der Verein mit dem dritten Platz in der Liga die Teilnahme am UEFA-Cup. Andersen wurde mit 23 Toren in 22 Spielen Torschützenkönig.[3] Nach Abschluss der norwegischen Saison im Oktober 1985 verpflichtete der 1. FC Nürnberg Andersen für 200.000 DM. Dort debütierte Andersen im November 1985. Bis zum Ende der Saison 1987/88 erzielte er in 78 Ligaspielen 28 Tore für den FCN. 1988 wurde er dabei mit dem Verein Fünfter in der Bundesliga – die beste Bundesligaplatzierung des Vereins seit der Meisterschaft 1968 – und qualifizierte sich für die Teilnahme am UEFA-Pokal. Andersen erzielte dabei neun Tore in 27 Spielen.

Danach wechselte er zum Pokalsieger Eintracht Frankfurt. Für die Hessen erzielte er in seiner ersten Saison zwei Treffer in 20 Spielen. Der Verein, der in jener Saison von Karlheinz Feldkamp, Pál Csernai und Jörg Berger trainiert wurde, schloss die Saison als 16. ab und sicherte erst in den Relegationsspielen gegen den dritten der zweiten Liga, den 1. FC Saarbrücken, den Klassenerhalt: Nach einer 1:2-Niederlage in Saarbrücken erzielte Andersen das erste Tor beim 2:0 im Rückspiel im Frankfurter Waldstadion. In der folgenden Spielzeit 1989/90 standen die Frankfurter zu Beginn der Saison für einige Spieltage auf Platz eins. Am Ende der Saison lag die Eintracht, die unter anderem mit dem seinerzeit zum Kreis der Nationalmannschaft gehörenden Torwart Uli Stein, Abwehr-Routinier Karl-Heinz "Charly" Körbel und Uwe Bein antraten, auf Platz drei, gemeinsam mit den Platzierungen von 1964 und 1974 der beste Liga-Endstand der Frankfurter. Andersen spielte die Saison durch und wurde mit seinen 18 Treffern erster ausländischer Bundesliga-Torschützenkönig.

Zur Saison 1990/91 wechselte Andersen zum damaligen Bundesligisten Fortuna Düsseldorf, kehrte aber nach den ersten neun Spieltagen des Spieljahres 1991/92 nach Frankfurt zurück. Insgesamt gelangen ihm nur fünf Tore in 42 Bundesligapartien für Düsseldorf.

Bis zum Saisonende erzielte er noch neun Tore für die Eintracht, die bis zum letzten Spieltag um die Meisterschaft mitspielte. Hätte die mit Andreas Möller angetretene Eintracht am letzten Spieltag nicht 1:2 bei Hansa Rostock verloren, sondern gewonnen, wäre sie zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte Meister geworden. Die Frankfurter wurden so nur erneut Dritter in der Liga. Das gelang auch in der Folgesaison, doch Andersen stand, wie bereits in der vorherigen Saison, im Schatten des ghanaischen Nationalstürmers Anthony Yeboah, der 1993 und 1995 der zweite ausländische Bundesliga-Torschützenkönig wurde.

In der Winterpause 1993/94 wechselte Andersen für ein Jahr zum Hamburger SV. Ab der Winterpause 1994/95 spielte er noch für Dynamo Dresden, wo seine Karriere als Bundesligaspieler mit dem Abstieg des Vereins auslief. Er wurde nur unregelmäßig aufgestellt und kam meist nur als Einwechselspieler in der zweiten Halbzeit zum Einsatz. In 25 Spielen erzielte er ein Tor.

Von Dresden wechselte Andersen Mitte 1995 zum FC Zürich, wo er, zum Verteidiger umfunktioniert, in 38 Spielen zwei Tore erzielte. 1996 entging der FC Zürich dabei als Vorletzter knapp dem Abstieg und kam auch in den folgenden Spielzeiten nicht über Mittelmaß hinaus. Von der Winterpause 1997/98 schloss er sich dem zweitklassigen FC Lugano an, mit dem er noch im selben Jahr in die erste Liga aufstieg und 13 Erstligaspiele bestritt.[4]

Von 1999 bis 2001 ließ er seine Spielerlaufbahn beim drittklassigen FC Locarno ausklingen, bei dem er gleichzeitig als Assistenztrainer fungierte. 2000 gelang dabei der Aufstieg in die zweite Liga.[4]

Seine Bundesligabilanz beziffert sich auf 243 Spiele, in denen er 67 Treffer erzielte.

Nationalmannschaft[Bearbeiten]

Im April 1985 gab Andersen in Frankfurt (Oder) seinen Einstand in der norwegischen Nationalmannschaft. Norwegen unterlag dort in einem Freundschaftsspiel gegen die DDR mit 0:1. Im Oktober 1990 bestritt er mit der Nationalmannschaft, bei der er sich nie wirklich etablieren konnte, sein 27. und letztes Länderspiel. Bei einer freundschaftlichen Partie in Budapest gegen Ungarn, die 0:0 endete, kam er in den letzten 18 Minuten noch einmal zum Einsatz. Insgesamt traf er in fünfmal für die Nationalmannschaft, mit der er die Qualifikation für die Weltmeisterschaften 1986 und 1990 ebenso verpasste, wie die Teilnahme an der Europameisterschaft 1988.

Trainerkarriere[Bearbeiten]

Als Trainer arbeitete er zunächst im Schweizer Jugendfußball beim FC Luzern. Von Juli 2003 bis Oktober 2004 war er Trainer beim deutschen Zweitligisten Rot-Weiß Oberhausen. Lange Zeit stand er mit RWO an der Spitze der 2. Bundesliga und wurde Herbstmeister, verpasste jedoch nach einem Einbruch in der Rückrunde den Aufstieg in die Bundesliga nur einen Punkt hinter einem Aufstiegsplatz, kam aber zu einem dennoch achtbaren fünften Rang führte - die beste Platzierung der Oberhausener seit deren Bundesligaabstieg 1973. In der Folgesaison lag RWO aber nach zehn Spieltagen auf den vorletzten Platz, was zu seiner Ablösung führte. Auch unter seinem Nachfolger Eugen Hach sollte sich aber für Oberhausen bis zum Saisonschluss nichts an der Tabellensituation ändern.

Es folgte ein Engagement als Assistenztrainer von Horst Köppel bei Borussia Mönchengladbach. Das Duo führte die Borussia auf den 10. Rang – die bislang beste Platzierung der Borussia seit 1996 – der Verein sah aber davon ab die beiden auch in der nachfolgenden Saison zu beschäftigen und hob die bestehenden Verträge auf. Der Verein erhoffte sich mehr von dem Alt-Borussen und Meistertrainer Jupp Heynckes, der jedoch im Februar 2007 selbst entlassen wurde und durch Jos Luhukay ersetzt wurde, der aber auch nicht verhindern konnte, dass die Borussia als abgeschlagener Tabellenletzter abstieg.

Jørn Andersen sagte im September 2006 in der norwegischen Tageszeitung Verdens Gang, dass er mehrere Gespräche mit Bundestrainer Joachim Löw geführt habe und als Co-Trainer der deutschen Nationalmannschaft vorgesehen war. Die Kontakte wurden von Joachim Löw bestätigt. Andersen meinte anschließend, den Posten aufgrund seiner Nationalität nicht erhalten zu haben.

Zur Saison 2007/08 wurde Andersen vom griechischen Erstligisten Skoda Xanthi für zwei Jahre verpflichtet, doch bereits vor seinem effektiven Amtsantritt wurde der Vertrag aus persönlichen Gründen wieder aufgelöst. Am 6. November 2007 übernahm er als Nachfolger von Wolfgang Frank die Trainerposition beim Zweitligisten Kickers Offenbach, der sich im Abstiegskampf befand, verlor aber am letzten Spieltag das entscheidende Spiel beim VfL Osnabrück mit 3:0, so dass das Team aufgrund der schlechten Tordifferenz in die 3.Liga absteigen musste.

Zu Beginn der Saison 2008/09 löste er Jürgen Klopp - der, nachdem der Wiederaufstieg in die Bundesliga knapp verpasst worden war, Borussia Dortmund übernahm - als Trainer des damaligen Zweitligisten 1. FSV Mainz 05 ab. Ihm gelang dort der Aufstieg in die 1. Bundesliga und der Einzug in das DFB-Pokal-Halbfinale, das die Mainzer beim späteren Finalisten Bayer 04 Leverkusen nach Verlängerung mit 1:4 verloren. Am 3. August 2009 wurde er nach einer Niederlage im DFB-Pokal beim Regionalligisten VfB Lübeck wegen interner Unstimmigkeiten noch vor dem Start der Ligasaison entlassen.[5] Im Oktober 2013, vier Jahre nach der Entlassung, wurde diese von Manager von Mainz 05, Christian Heidel, erklärt: „Andersen und Mainz, das hat von der Philosophie her nicht zusammengepasst.[6] Es wurde noch hinzugefügt, dass Andersen mit der Mannschaft zu wenig gesprochen habe.

Mitte Dezember 2010 wurde Andersen als neuer Trainer des griechischen Erstligisten AE Larisa vorgestellt. Er erhielt einen Vertrag bis Saisonende.[7] Dort wurde er aber bereits nach 22 Tagen im Januar wieder entlassen. Larisa schied unter seiner Führung aus dem Pokalwettbewerb aus und erlitt in der Liga drei Niederlagen in Folge, womit der Verein abgeschlagener Tabellenletzter blieb. Unter Andersens Ägide erzielte Larisa zudem kein einziges Tor.[8]

Am 6. November 2011 verpflichtete der Karlsruher SC Andersen als neuen Chef-Trainer. Andersen unterschrieb einen „sehr erfolgsbezogenen Vertrag“ bis zum Saisonende,[9] wurde jedoch bereits Ende März 2012 wegen anhaltender Erfolglosigkeit wieder beurlaubt.[10]

Privates[Bearbeiten]

Jørn Andersen ist mit seiner französischen Frau verheiratet und hat einen Sohn und eine Tochter. Sohn Niklas Andersen ist auch Fußballspieler und spielt beim Regionalligisten SG Wattenscheid 09.

Erfolge[Bearbeiten]

Als Spieler
Als Trainer
  • Aufstieg in die Bundesliga: 2009

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bjørg Andersen, Store Norske Leksikon
  2. Landslagsspillere, Østsiden idrettslag
  3. Lars Aarhus: League goals and top scorers (1963-2010), RSSSF Norway, 8. November 2010
  4. a b Matthias Arnhold: Jørn Andersen - Matches and Goals in Bundesliga, RSSSF-Archiv, 2. Mai 2011
  5. Andersen muss gehen, kicker.de, 10. Januar 2011
  6.  Marcel Friedrich, Sport Bild (Hrsg.): „Jobgarantie für Tuchel“. Nr. 41, 2013, S. 28.
  7. Jörn Andersen übernimmt Larissa, nachrichten.ch, 16. Dezember 2010
  8. Jörn Andersen nach 24 Tagen entlassen. spiegel.de. 9. Januar 2010. Abgerufen am 1. Juli 2011.
  9. David Ruf: Andersen: ‚Bin sehr stolz, der neue Trainer zu sein’, Karlsruher SC, 6. November 2011
  10. Der KSC gibt Andersen den Laufpass, kicker.de, 26. März 2012