Júlio Botelho Moniz

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Júlio Carlos Alves Dias Botelho Moniz (* 12. Oktober 1900 in Porto; † 1970 in Lissabon) war ein portugiesischer General während des Estado Novo.

Biografie[Bearbeiten]

Er war Beobachter der portugiesischen Armee in Deutschland zu Beginn des Zweiten Weltkrieges. Von 1944 bis 1947 war er Innenminister in der Regierung von António de Oliveira Salazar. Zwischen 1949 und 1951 war er Militär-Attaché in Madrid und Washington, D.C.. 1953 wurde er zum General befördert und 1955 zum Chefe do Estado-Maior General das Forças Armadas (CEMGFA) ernannt.

Von August 1958 bis zum 13. April 1961 war er Verteidigungsminister und ersetzte in diesem Amt Fernando dos Santos Costa. Als Staatssekretäre hatte er die späteren Generale Afonso de Magalhães de Almeida Fernandes und Francisco da Costa Gomes.

Staatsstreich[Bearbeiten]

Im April 1961 führte er den erfolglosen Versuch eines Staatsstreichs an, der später Golpe de Botelho Moniz genannt wurde, in dem er zusammen mit dem ehemaligen Präsidenten der Republik Craveiro Lopes und anderen Persönlichkeiten versuchte Salazar abzusetzen. Er hatte Verbindungen mit Teilen der Unión Liberal Republicana und Anhängern der Opposition gegen das Regime, unter denen sich die Leutnante Moreira Lopes, Mário Pessoa, David Neto und Carvalho da Silva befanden.

Ursache für das Geschehen war die Uneinigkeit innerhalb der Elite des Regimes über die unnachgiebige Haltung der portugiesischen Regierung in der Frage der Entkolonialisierung. Der unmittelbare Grund für den Staatsstreichversuch waren die Forderungen der Alliierten, insbesondere der Vereinigten Staaten von Amerika, Portugal solle das Recht der Selbstbestimmung seiner überseeischen Gebiete im Rahmen der globalen Bewegung der Selbstbestimmung der Völker anerkennen.

Botelho Moniz, wie andere Teil der Intelligenzija des Systems nach dem Sieg der Alliierten im Zweiten Weltkrieg, lehnte die offizielle Position der Regierung die Entkolonialisierung betreffend ab. Zugleich kritisierte er den Mangel an demokratischem Fortschritt, die mit ein Grund waren für die Schwierigkeiten bei der Zulassung von Portugal bei den Vereinten Nationen, die erst im Jahr 1955 erfolgte. Dazu kam die weit verbreitete Kritik der natürlichen Verbündeten des Landes. Für die isolierte Stellung war die Unterstützung kennzeichnend, die seit 1959 der damalige Senator John F. Kennedy öffentlich Holden Roberto gab, dem Vorsitzenden der UPA/FNLA – Union of Peoples of Angola/Frente Nacional da Libertação de Angola. Noch deutlicher wurde das im Jahr 1961, als der ehemalige Senator zum Präsidenten der Vereinigten Staaten aufstieg.

Botelho Moniz verfasste eine Reihe von Arbeiten über koloniale Fragen und Strategie.

Ehrungen[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  • Fernando Valença, As Forças Armadas e as Crises Nacionais. A Abrilada em 1961. Lissabon : Europa-América, Colecção Estudos e Documentos, 1978, ISBN 978-972-1-00919-6
  • Carlos Henrique Pereira Viana de Lemos, Duas crises: 1961 e 1974. Lissabon : Nova Gente, 1977

Weblinks[Bearbeiten]