Jüchen

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Der Titel dieses Artikels ist mehrdeutig. Weitere Bedeutungen sind unter Jüchen (Begriffsklärung) aufgeführt.
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Gemeinde Jüchen
Jüchen
Deutschlandkarte, Position der Gemeinde Jüchen hervorgehoben
51.1011111111116.501666666666781Koordinaten: 51° 6′ N, 6° 30′ O
Basisdaten
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Düsseldorf
Kreis: Rhein-Kreis Neuss
Höhe: 81 m ü. NHN
Fläche: 71,87 km²
Einwohner: 22.556 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 314 Einwohner je km²
Postleitzahl: 41363
Vorwahlen: 02164, 02165, 02166, 02181, 02182
Kfz-Kennzeichen: NE
Gemeindeschlüssel: 05 1 62 012
Gemeindegliederung: 27 Ortsteile
Adresse der
Gemeindeverwaltung:
Am Rathaus 5
41363 Jüchen
Webpräsenz: www.juechen.de
Bürgermeister: Harald Zillikens (CDU)
Lage der Gemeinde Jüchen im Rhein-Kreis Neuss
Düsseldorf Duisburg Köln Krefeld Kreis Düren Kreis Heinsberg Kreis Mettmann Kreis Viersen Mönchengladbach Rhein-Erft-Kreis Dormagen Grevenbroich Jüchen Kaarst Korschenbroich Meerbusch Neuss RommerskirchenKarte
Über dieses Bild
Marktplatz mit evangelischer Hofkirche

Jüchen ist eine Gemeinde im Rhein-Kreis Neuss in Nordrhein-Westfalen. Die Gemeinde liegt zwischen dem nordwestlich gelegenen Mönchengladbach und dem südöstlich gelegenen Grevenbroich. Der Tagebau Garzweiler liegt südlich von Jüchen in unmittelbarer Nähe.

Geografie[Bearbeiten]

Ausdehnung des Gemeindegebiets[Bearbeiten]

Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 10,8 Kilometer und die Ost-West-Ausdehnung 9,4 Kilometer.

Gemeindegliederung[Bearbeiten]

Zur Gemeinde Jüchen gehören folgende Ortsteile:

Hochneukirch hieß bis zum Anschluss an das Kaiserliche Eisenbahnnetz im Jahr 1873 Neukirchen.

Im Zuge des Tagebau Garzweiler wurden im Laufe der Zeit die Ortschaften:

umgesiedelt und später abgebaggert. Während der Umsiedlung wurden die Ortsnamen der bislang bestehenden Ortschaften (zur Unterscheidung) durch die Bezeichnung „Alt“ und die Ortsnamen der neu angelegten Ortslagen durch die Bezeichnung „Neu“ ergänzt. Nach der vollständigen Umsiedlung und Auflösung der alten Ortslagen wurden die Zusatzbezeichnungen „Neu“ vor den Ortsnamen der neuen Ortslagen entfernt.

Einwohner[Bearbeiten]

(zum 30. September)

  • 1983 – 20.926

(jeweils zum 31. Dezember)

  • 1998 – 22.662
  • 1999 – 22.636
  • 2000 – 22.710
  • 2001 – 22.569
  • 2002 – 22.476
  • 2003 – 22.517
  • 2004 – 22.642
  • 2005 – 22.793
  • 2006 – 22.487
  • 2007 – 22.534
  • 2008 – 22.732
  • 2010 – 22.455[2] (Stand: 30. Juni 2010)
  • 2012 - 22.379
  • 2013 - 22.556

Geschichte[Bearbeiten]

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Erste Ansiedlungen gehen auf die urgeschichtliche Zeit (Bandkeramiker) zurück. Der Ortsname leitet sich vermutlich von der römischen Villa Jucunda ab, die sich am Westrand des heutigen Jüchen befand. Aus der Zeit des 6. und 7. Jahrhunderts wurden fränkische Gräber gefunden.[3] Im Jahre 866 wurde der Abtei Prüm Grund in Iuhcgende / Iughgende geschenkt; diese frühe Erwähnung identifizierte man früher mit Jüchen, was heute jedoch abgelehnt wird.[4]

Die sichere Ersterwähnung erfolgt zum Jahr 1273/4. Jüchen gehörte bis zum Ende des 18. Jahrhunderts zum Herzogtum Jülich (Amt Kaster). 1794 wurde das Gebiet von französischen Truppen besetzt. Es entstand die Mairie Jüchen, die zum Kanton Odenkirchen im Arrondissement Krefeld im Département de la Roer gehörte. 1815 kam Jüchen an das Königreich Preußen. Ein Jahr später entstand die Bürgermeisterei Jüchen, die an den Kreis Grevenbroich kam und 1929 an den Kreis Grevenbroich-Neuß. 1975 wurde Jüchen ein Teil des Rhein-Kreis Neuss.

Eingemeindungen[Bearbeiten]

In den 1930er Jahren kam es zu einigen lokalen Neugliederungen, die auch den Raum Jüchen betraf: 1937 wurde das Amt Elsen aufgelöst. Die Gemeinde Elsen wurde in die Stadt Grevenbroich eingemeindet und die Gemeinde Elfgen blieb eine selbständige Gemeinde im Amt Jüchen. Kurz hierauf wurde die Gemeinde Kelzenberg aufgelöst und in die Gemeinde Jüchen eingegliedert. 1964 wurde die Gemeinde Elfgen aufgrund der Braunkohlenplanungen aufgelöst und der Ort fand in der Stadt Grevenbroich seinen Umsiedlungsstandort. Am 1. Januar 1975 wurde die neue Gemeinde Jüchen aus den Gemeinden Jüchen, Hochneukirch, Garzweiler und Bedburdyck gebildet.[5]

Politik[Bearbeiten]

Wahl des Jüchener Gemeinderats 2014
in Prozent
 %
50
40
30
20
10
0
46,39 %
25,96 %
8,07 %
7,46 %
7,41 %
3,40 %
1,41 %
Gewinne und Verluste
im Vergleich zu 2009
 %p
   4
   2
   0
  -2
  -4
  -6
  -8
-10
+3,81 %p
+2,34 %p
-8,56 %p
-0,03 %p
+0,65 %p
+0,47 %p
+1,41 %p
Sitzverteilung im
Jüchener Gemeinderat 2014
       
Von 42 Sitzen entfallen auf:

Gemeinderat[Bearbeiten]

  • Gesamtzahl der Sitze: 42 (regulär 38 Sitze, zuzüglich 4 Überhang- und Ausgleichsmandate).
  • CDU: 20 Sitze
  • SPD: 11 Sitze
  • FDP: 3 Sitze
  • GRÜNE: 3 Sitze
  • FWG: 3 Sitze
  • DIE LINKE.: 1 Sitz
  • SÖWA: 1 Sitz

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Das Wappen der Gemeinde Jüchen[Bearbeiten]

Wappen von Jüchen
Blasonierung:

„In Blau eine silberne Kirche in Seitenansicht, (heraldisch) links ein goldenes Schild mit einem rot-gezungten schwarzen Löwen; oben links ein zunehmender, goldener Mond; oben rechts ein sechsstrahliger, goldener Stern.“

Beschreibung:

Das Wappen wurde am 21. Juli 1978 genehmigt. Das an einer Urkunde vom 8. September 1303 im preußischen Staatsarchiv Düsseldorf (Urkunde-Nr. 17, Saarn, Zisterzienserinnen) hängende Siegel von Jüchen zeigt im runden Siegelfeld vorne, überhöht von einem nach außen offenen Halbmond, den Schild von Jülich als denjenigen der Grundherren, hinten mit je einem Kreuz auf Turm und Chor. Die Farben von Jülich sind bekannt: In Gold ein schwarzer Löwe mit roter Zunge. Dazu passend wurde als Farbe des Schildes von Jüchen Blau gewählt, worin dann über einer weißen Kirche mit schwarzer Tür und gleichen Fenstern gelbe Gestirne leuchten. Die dargestellte Kirche scheint das bei der Entstehung des Siegels in Jüchen vorhanden gewesene Gotteshaus zu sein. Die Zugaben Mond und Stern finden sich in dieser Zeit häufiger in Siegeln und Wappen. So ziert das älteste erhaltene Siegel von Titz bei Jülich aus dem Jahre 1343 über dem Jülicher Löwen ebenfalls Mond und Stern. Die Zutaten könnten durch die Kreuzzüge aus dem Orient, wo Mond und Stern noch zahlreiche Flaggen zieren, in unsere Heimat gekommen sein.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bauwerke[Bearbeiten]

katholische Pfarrkirche
  • Neugotische katholische Kirche St. Jakobus d. Ä. in Jüchen
  • Evangelische Hofkirche hinter den Häusern am Jüchener Markt
  • Haus Katz in Jüchen, das denkmalgeschützte Gebäude beherbergt unter anderem das Jugendamt
  • Windmühlentürme in Jüchen und Hochneukirch
  • Schloss Dyck (bei Damm, früherer Stammsitz der Fürsten Salm-Reifferscheidt-Dyck)
  • Nikolauskloster bei Damm
  • Dycker Weinhaus in Damm
  • Wasserturm in Holz (wegen Tagebau Garzweiler im Januar 2011 gesprengt)
  • Katholische Kirchen in Hochneukirch und Bedburdyck
  • Becherhof in Aldenhoven
  • Burgturm Gierath
  • Rittergut Leuffen in Alt-Otzenrath (abgerissen am 26. Februar 2007)

Bildung In Jüchen befinden sich in städtischer Trägerschaft insgesamt fünf Grundschulen (die kath. Grundschule in Hochneukirch, die Janus-Koczak-Grundschule in Neu-Otzenrath, die Gemeinschaftsgrundschule in Jüchen, die Lindenschule in Gierath & die Gemeinschaftsgrundschule in Bedburdyck), das Gymnasium & die Realschule Jüchen, sowie die Gemeinschaftshauptschule in Hochneukirch.

Tagebau[Bearbeiten]

Der Bahnhof Jüchen heute

Süd-Westlich von Jüchen liegt der Tagebau Garzweiler. Die zur Gemeinde Jüchen gehörenden Ortsteile Otzenrath und Spenrath wurde deshalb abgerissen und umgesiedelt. Der Braunkohletagebau Garzweiler ist von einem Aussichtspunkt einzusehen.

Verkehr[Bearbeiten]

Jüchen liegt an der Bahnstrecke Rheydt–Köln-Ehrenfeld und besitzt zwei Bahnstationen: Jüchen und Hochneukirch. Der Bahnhof Jüchen wurde 1889 mit einem Empfangsgebäude errichtet, welches heute in Privatbesitz ist. In der Gemeinde Jüchen, bei Hochneukirch mündete die bis 1983 von Jülich kommende Strecke ein.


Persönlichkeiten[Bearbeiten]

  • Hermann Hersch (* 1821 in Jüchen; † 27. Juli 1870 in Berlin), deutscher Dichter und Dramatiker.
  • Heinrich Siegmund Blanckertz (* 3. Juni 1823 in Jüchen; † 7. August 1908 in Berlin), Begründer der deutschen Stahlfeder-Industrie.
  • Peter Bamm, eigentlich Curt Emmrich, (* 20. Oktober 1897 in Hochneukirch; † 30. März 1975 in Zollikon, Schweiz), deutscher Schriftsteller.
  • Dr. Fritz von Ameln (* 1901 in Jüchen; † 27. Juli 1970), Betriebsberater. Von 1954 bis 1966 war er Mitglied des Düsseldorfer Landtages. Er war unter anderem Mitglied des Ausschusses für Wiederaufbau und Vorsitzender des Sportausschusses. Seine Tätigkeit zur Förderung des Sports wird besonders betont. Jahrelang war er 1. Vorsitzender der Sportgemeinschaft Düren 99. Dem Kreistag des Kreises Düren gehörte er von 1956 bis 1961 an, von 1956 bis 1960 als Landrat. Dr. von Ameln erhielt 1967 vom Bundespräsidenten das Große Verdienstkreuz.
  • Dietrich Zilleßen (*1937), Professor für Religionspädagogik an der Universität zu Köln
  • Willibert Kremer (* 15. Oktober 1939 in Hochneukirch), deutscher Fußballtrainer und ehemaliger Fußballspieler.
  • Annette Schavan (* 10. Juni 1955 in Jüchen), von 2005 bis 2013 Bundesministerin für Bildung und Forschung.
  • Sylvia Kollek (* 30. Januar 1970 in Czarnowanz), aufgewachsen in Aldenhoven, war Jurymitglied der Fernsehshow „Deutschland sucht den Superstar“.


Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jüchen – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikivoyage: Jüchen – Reiseführer

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Bevölkerungszahlen auf Basis des Zensus vom 9. Mai 2011. Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW), abgerufen am 3. September 2014. (Hilfe dazu)
  2. http://www.juechen.de/info/unser-juechen/zahlen-daten-fakten/index.html
  3. Frank Siegmund: Merowingerzeit am Niederrhein. Rheinische Ausgrabungen 34. Rheinland-Verlag, Köln 1998, ISBN 3-7927-1247-4, S. 314–315.
  4. Ingo Schwab: Das Prümer Urbar. Rheinische Urbare 5. Droste Verlag, Düsseldorf 1983, ISBN 3-7700-7545-5, S. 236 Nr. 85 mit S. 122 f.
  5.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- u. Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen u. Reg.-Bez. vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 295.