Jüdische Allgemeine

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Jüdische Allgemeine
Logo der jüdischen Allgemeine
Beschreibung deutsche Wochenzeitung
Erstausgabe 1946
Erscheinungsweise wöchentlich
Verkaufte Auflage
(IVW 2/2014)
5661 Exemplare
Chefredakteur Detlef David Kauschke
Herausgeber Zentralrat der Juden in Deutschland
Weblink juedische-allgemeine.de
ISSN 1618-9698

Die Jüdische Allgemeine ist das bedeutendste und auflagenstärkste Periodikum des deutschen Judentums. Als „Wochenzeitung für Politik, Kultur, Religion und jüdisches Leben“ – so ihr Untertitel – sieht sich die Jüdische Allgemeine in der publizistischen Tradition der großen liberalen Blätter des 19. und 20. Jahrhunderts und insbesondere der Allgemeinen Zeitung des Judenthums, die 1837 gegründet wurde, 1922 in der Publikation CV-Zeitung des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens aufging und am 3. November 1938 eingestellt werden musste.[1][2]

Geschichte[Bearbeiten]

Gegründet wurde die Zeitschrift 1946 als Jüdisches Gemeindeblatt für die Nord-Rheinprovinz und Westfalen mit Sitz in Düsseldorf und erhielt noch im selben Jahr den geänderten Titel Jüdisches Gemeindeblatt für die britische Zone. Nach einigen weiteren Namenswechseln hieß die Zeitschrift ab 1973 Allgemeine Jüdische Wochenzeitung, ab 2002 dann Jüdische Allgemeine. Gründungsherausgeber und erster Chefredakteur war der Journalist Karl Marx.

Die Redaktion zog 1985 nach Bonn, im Jahr 1999 nach Berlin. Dort befinden sich Verlag und Redaktion in unmittelbarer Nachbarschaft zum Leo-Baeck-Haus, dem Sitz des Zentralrats der Juden in Deutschland.[3]

Auflage, Herausgeber, Redaktion[Bearbeiten]

Die verkaufte Auflage beträgt 5661 Exemplare[4] und wird über Kioske und Abonnements vertrieben. Herausgeber der Jüdischen Allgemeinen ist der Zentralrat der Juden in Deutschland. Er finanziert sie etwa zu einem Drittel, je ein weiteres Drittel tragen Anzeigen und Abonnements bei.[5] Der Rückgang der Anzeigenerlöse in den vergangenen Jahren führte dabei zu einer immer stärkeren Rolle des Zentralrats.[6] Konkurrenz bekam die Wochenzeitung in den letzten Jahren von dem explizit Zentralrats-kritischen Monatsblatt Jüdische Zeitung (2005) und dessen russischsprachiger Schwesterpublikation Jewreiskaja Gaseta (2002).[5][7]

Die Redaktion der Jüdischen Allgemeinen in Deutschland umfasste 2010 sieben Redakteure und zwei Pauschalisten, dazu Korrespondenten in Israel, den USA sowie freie Mitarbeiter in vielen anderen Ländern.[5] Der Chefredakteur seit 2005, Christian Böhme, trennte sich zum 30. September 2011 einvernehmlich von der Zeitung. Als Grund nannte der Zentralrat in einer Pressemitteilung unterschiedliche Meinungen über die Eingliederung der jüdischen Wochenzeitung in die Strukturen des Zentralrats. Mitarbeiter befürchten, die Jüdische Allgemeine könnte durch die geplante konzeptionelle Neuausrichtung zur „Verbandspostille“ werden.[6]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Hartmut Walravens (Hrsg.): Newspapers in Central and Eastern Europe. = Zeitungen in Mittel- und Osteuropa (= IFLA Publications 110). Papers presented at an IFLA conference held in Berlin, August 2003. K. G. Sauer Verlag, München 2005, ISBN 3-598-21841-9.
  2. Jüdische Allgemeine, Mediadaten Website der Jüdischen Allgemeinen
  3. Verlag Website der Jüdischen Allgemeinen
  4. laut IVW, zweites Quartal 2014, wöchentlich (Details und Quartalsvergleich auf ivw.eu)
  5. a b c Alexia Weiss: Jüdische Medien im deutschsprachigen Raum: Zeitungen und Magazine, nicht nur für Juden geschrieben. Die andere Israel-Berichterstattung, Wiener Zeitung vom 7. Oktober 2010
  6. a b Chef der „Jüdischen Allgemeinen“ geht. In: Der Tagesspiegel, 1. Juli 2011
  7. Igal Avidan: Neue jüdische Zeitung hofft auf junge Leser, Deutsche Welle 10. Oktober 2005