Jüdische Gemeinde Dernau

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Grabstein von Leon Stolz auf dem jüdischen Friedhof in Dernau

Eine Jüdische Gemeinde in Dernau, einer Gemeinde im Landkreis Ahrweiler (Rheinland-Pfalz), ist seit dem Ende des 17. Jahrhunderts nachgewiesen.

Geschichte[Bearbeiten]

1690 werden die Dernauer Juden Isaac, Noe und Andres genannt und 1723 der Jude Cursman.

Ab Mitte des 19. Jahrhunderts ging durch Auswanderung und Wegzug in die Städte die Zahl der Juden in Dernau zurück. Als Ahrweiler 1847 Sitz eines Synagogenbezirks wurde, schloss sich die jüdische Gemeinde Dernau der jüdischen Gemeinde Ahrweiler an.

Die jüdische Gemeinde Dernau hatte einen Raum für den Unterricht der Kinder und seit 1816 wird von einer jüdischen Schule berichtet. Ein rituelles Bad (Mikwe) gab es ebenfalls, außerdem einen jüdischen Friedhof.

Betsaal/Synagoge[Bearbeiten]

Im 18. Jahrhundert besuchten die Dernauer Juden die Gottesdienste in Ahrweiler und von 1796 bis 1844 hatte die jüdische Gemeinde Dernau eine Betstube im Haus der Familie Heymann. Bis 1843/44 besuchten auch die Mitglieder der jüdischen Gemeinde Ahrweiler und die Juden aus Lantershofen die Betstube in Dernau. 1844 wurde dann eine Betstube in Ahrweiler eingerichtet, die auch von den Dernauer Juden besucht wurde.

Gemeindeentwicklung[Bearbeiten]

Jahr Gemeindemitglieder
1808 20 Personen
1823 44 Personen
1858 38 Personen
1895 14 Personen
1933 13 Personen

Nationalsozialistische Verfolgung[Bearbeiten]

Grab der Familie Bär auf dem jüdischen Friedhof Dernau, nach 1945 errichtet

1933 wurden noch 13 jüdische Einwohner in Dernau gezählt: die Familie des Viehhändlers Jakob Schweitzer (Bonner Straße 8), dessen Sohn Jacob 1939 in die USA auswanderte, und die Familie Bär. Beim Novemberpogrom 1938 wurden die Fenster des Hauses der Familie Bär zerschlagen und die Einrichtungs- und Wertgegenstände wurden auf die Straße geworfen.

Das Gedenkbuch des Bundesarchivs verzeichnet vier in Dernau geborene jüdische Bürger, die dem Völkermord des nationalsozialistischen Regimes zum Opfer fielen.[1]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gedenkbuch - Opfer der Verfolgung der Juden unter der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft in Deutschland 1933 - 1945. Abgerufen am 2. März 2010.

Literatur[Bearbeiten]

  • Klaus-Dieter Alicke: Lexikon der jüdischen Gemeinden im deutschen Sprachraum. 3 Bände. Gütersloher Verlagshaus, Gütersloh 2008, ISBN 978-3-579-08035-2.
  • Annemarie Müller-Feldmann: Der Jüdische Friedhof in Dernau. In: Hans Warnecke (Hrsg.): Zeugnisse jüdischen Lebens im Kreis Ahrweiler. ARE-Buchhandlung, Bad Neuenahr-Ahrweiler 1998, ISBN 3-929154-23-4, S. 46−54, (Dokumentation der 19 Grabsteine).
  • Sebastian Wolfgang Schmitz: Zur Geschichte der Juden in Dernau an der Ahr. Mayschoß 2001 [nicht ausgewertet]
  • Stefan Fischbach, Ingrid Westerhoff: „… und dies ist die Pforte des Himmels“. Synagogen Rheinland-Pfalz und Saarland. Herausgegeben vom Landesamt für Denkmalpflege Rheinland-Pfalz, Staatliches Konservatoramt des Saarlandes, Synagogue Memorial Jerusalem. Verlag Philipp von Zabern, Mainz 2005, ISBN 3-8053-3313-7, (Gedenkbuch der Synagogen in Deutschland 2), S. 135.

Weblinks[Bearbeiten]