Jüdischer Autonomismus

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Jüdischer Autonomismus war eine nichtzionistische politische Bewegung, die Ende des 19. /Anfang des 20. Jahrhunderts in Osteuropa in Erscheinung trat. Einer ihrer bedeutendsten Vertreter war der Historiker und Aktivist Simon Dubnow.

Die Autonomisten glaubten, das zukünftige Überleben der Juden als Volk hänge von seiner geistlichen und kulturellen Kraft ab; sie propagierten eine „spirituelle Nationalität“, die in der die Diaspora zu entwickeln sei, eine Selbstverwaltung der jüdischen Gemeinden, und lehnten eine Assimilation ab.

Unterschiedliche Vorstellungen des Autonomismus wurden von der Folkspartei, den sejmistischen und sozialistischen jüdischen Parteien, wie dem Bund in Grundzügen übernommen.

Manche Gruppen vermischten den Gedanken des Autonomismus mit dem Zionismus: Sie verfochten eine jüdische Selbstverwaltung in der Diaspora, solange bis die Diaspora-Juden die Alija in ihre nationale Heimat in Zion antraten.

Nach dem Holocaust verschwand der Gedanke des Autonomismus praktisch aus der jüdischen Philosophie. 1941 wurde Simon Dubnow mit tausenden Juden in Rumbula ermordet.

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