Jülich
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| Wappen | Deutschlandkarte | ||||
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| Basisdaten | |||||
| Bundesland: | Nordrhein-Westfalen | ||||
| Regierungsbezirk: | Köln | ||||
| Kreis: | Düren (früher Kreis Jülich) | ||||
| Höhe: | 83 m ü. NN | ||||
| Fläche: | 90,4 km² | ||||
| Einwohner: | 33.670 (31. Dez. 2006)[1] | ||||
| Bevölkerungsdichte: | 372 Einwohner je km² | ||||
| Postleitzahl: | 52428 | ||||
| Vorwahl: | 02461 | ||||
| Kfz-Kennzeichen: | DN (alt JÜL) | ||||
| Gemeindeschlüssel: | 05 3 58 024
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| Stadtgliederung: | 16 Stadtteile/Stadtbezirke | ||||
| Webpräsenz: | |||||
| Bürgermeister: | Heinrich Stommel (Parteilos) | ||||
Jülich ist eine mittlere kreisangehörige Stadt im Kreis Düren, Nordrhein-Westfalen, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Jülich liegt im Tal der Rur. Jülich und sein Umland liegen im Norden der Jülich-Zülpicher-Börde. Begrenzt wird das Stadtgebiet im Norden von der Stadt Linnich, im Nordosten von der Gemeinde Titz, im Südosten von der Gemeinde Niederzier, im Süden von der Gemeinde Inden und im Westen von der Gemeinde Aldenhoven. Die größte Ausdehnung von Ost nach West beträgt 13,3 km und von Nord nach Süd 10,9 km. Der höchste Punkt von Jülich liegt in Bourheim bei 110 m (außer Sophienhöhe), der tiefste bei 70 m in Barmen. Jülich besteht neben der Kernstadt aus 15 weiteren Stadtteilen.
[Bearbeiten] Stadtbezirke
Die Stadt Jülich gliedert sich in 16 Stadtbezirke:
- Kernstadt
- Altenburg
- Barmen
- Bourheim
- Broich
- Daubenrath
- Güsten
- Kirchberg
- Koslar
- Lich-Steinstraß
- Mersch
- Merzenhausen
- Pattern
- Selgersdorf
- Stetternich
- Welldorf (mit Serrest)
[Bearbeiten] Geschichte
Hauptartikel: Geschichte der Stadt Jülich
Jülich entstand in römischer Zeit als Straßenstation entlang der Römerstraße von Boulogne-sur-Mer nach Köln (Via Belgica). Der vicus (Iuliacum) erlangte eine gewisse Bedeutung wegen seiner strategischen Position an einer Furt der Rur und wurde im 4. Jahrhundert mit einem Kastell befestigt. Im 5. Jahrhundert fiel der Ort in fränkische Hand und entwickelte sich zum Zentrum eines Gaues, des sogenannten Jülichgaues, aus dem später die Grafschaft und dann ab 1328 das Herzogtum Jülich hervorgingen. 1234 wird Jülich angeblich zur Stadt erhoben, im Rahmen eines Krieges gegen den Erzbischof von Köln wird die Stadt 1239 zerstört. Am 14. Oktober 1279 schließen die Grafen von Jülich mit dem Kölner Erzbischof Siegfried von Westerburg den Pingsheimer Frieden. Im 14. Jahrhundert erhält die Stadt eine neue Befestigung, von der mit dem Hexenturm und einem Mauerrest in der Stiftsherrenstraße noch Relikte erhalten sind. 1416 erhält die Stadt von Herzog Rainald von Jülich-Geldern das finanzielle Selbstbestimmungsrecht. Die Macht der Jülicher Herzöge wächst mit dem Zusammenschluss der Herzogtümer Jülich. Kleve und Berg zu den Vereinigten Herzogtümern. Die Herrschaft Herzog Wilhelm V., genannt der Reiche, bedeutet einen Höhepunkt – zwar wird Jülich 1543 kampflos an kaiserliche Truppen übergeben, und 1547 fällt fast die ganze Stadt einer Feuersbrunst zum Opfer, aber sie wird durch den Herzog mit Hilfe des italienischen Architekten Alessandro Pasqualini zur glanzvollen Residenzstadt und Idealstadtanlage der Renaissance ausgebaut. Im Zuge dieser Arbeiten entstehen die Zitadelle und die Stadtbefestigung sowie die Grundzüge des Stadplanes, der bis heute erhalten ist. Damit entsteht die damals modernste Befestigung Europas. Nachdem die Herzogliche Linie 1609 ausstirbt, werden die Vereinigten Herzogtümer aufgeteilt. Die Stadt gehört danach mit dem Herzogtum zu Pfalz-Neuburg, dann Kurpfalz (1685) und Bayern (1777). 1610 wird Jülich im Zuge des Jülich-Klevischen Erbfolgestreits zum ersten Mal belagert, 1621/1622 ein zweites Mal. 1794 bis 1814 gehört Jülich als Juliers im Departement Roer zum französischen Staatsgebiet. Die Franzosen erweitern die Festungsanlagen um den napoleonischen Brückenkopf an der Rur und zahlreiche Außenwerke. 1815 wird Jülich preußische Festungs- und Kreisstadt. Die Festungswerke werden 1860 nach einer großen Belagerungsübung der preußischen Armee geschleift, aber die Stadt bleibt Garnison und Sitz einer Unteroffiziersschule. In den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts ist Jülich von französischen und belgischen Truppen besetzt, ein Reichsbahnausbesserungswerk (heute Heeresinstandsetzungswerk 800 / SysInstZentr 800) sorgt für einen Zustrom an Neubürgern, die im Südviertel angesiedelt werden, das planmäßig ausgebaut wird.
Am 16. November 1944 (Zweiter Weltkrieg) wird Jülich bei einem heftigen Luftangriff britischer Bomber zu 97 % zerstört, da es – obwohl die Stadtanlage, der Brückenkopf und die Zitadelle längst nicht mehr als Festung genutzt werden – als ein Haupthindernis bei der Einnahme des Rheinlandes gilt. Nach dem Ende der Kämpfe Anfang 1945 ist die Stadt praktisch unbewohnt und total zerstört, ihr Wiederaufbau scheint unsicher. In den Jahren 1949 bis 1956 erfolgt unter Bürgermeister Heinrich Röttgen dann doch der Wiederaufbau des Stadtkerns, bei dem es gelingt, den überlieferten Renaissance-Grundriss zu erhalten. In den 50er und 60er Jahren bringt der Aufbau der Kernforschungsanlage (heute Forschungszentrum Jülich) wiederum zahlreiche Neubürger, vor allem Akademiker, die sich hauptsächlich im Nordviertel ansiedeln. Durch Eingemeindungen steigt die Einwohnerzahl noch weiter auf über 30.000 an, allerdings wird der Kreis Jülich im Zuge der Kommunalreform aufgehoben. Die nach dem Krieg lange verwaiste Zitadelle wird instand gesetzt und Sitz des Städtischen Gymnasiums, in den 90er Jahren entwickelt sie sich immer mehr zum kulturellen und touristischen Mittelpunkt der Stadt. 1998 fand die Landesgartenschau in Jülich statt. Dadurch wurde die umfangreiche Restaurierung der Festungsanlagen des Brückenkopfes und die Anlage eines großen Naherholungsgebietes – des Brückenkopfparks – ermöglicht.
In der heutigen Zeit erhält Jülich vor allem durch das weltweit bekannte Forschungszentrum (seit 1956), das Kurzwellensendezentrum der Deutschen Telekom AG und die Fachhochschule (seit 1970) Bedeutung. Wahrzeichen von Jülich ist der Hexenturm.
[Bearbeiten] Bevölkerungsentwicklung
Hauptartikel: Bevölkerungsentwicklung von Jülich
| Bevölkerungsentwicklung | |||||||
| Jahr | Einwohnerzahl | Jahr | Einwohnerzahl | Jahr | Einwohnerzahl | ||
| 300 | 1.500 | 1900 | 4.964 | 31.12.1960 | 14.339 | ||
| 1533 | 1.300 | 1920 | 7.688 | 31.12.1970 | 20.778 | ||
| 1647 | 1.300 | 1931 | 10.051 | 31.12.1980 | 30.433 | ||
| 1735 | 1.520 | 1939 | 12.000 | 31.12.1990 | 31.285 | ||
| 1795 | 2.025 | 30.04.1945 | 100 | 31.12.2000 | 33.434 | ||
| 1802 | 2.429 | 31.12.1948 | 8.120 | 31.12.2005 | 33.811 | ||
| 1860 | 3.119 | 31.12.1951 | 10.182 | 31.12.2006 | 33.772 | ||
Zur Erläuterung:
- Der starke Anstieg der Bevölkerung um etwa ein Drittel nach 1970 beruht auf der kommunalen Neugliederung zum 1. Juli 1972, die mehrere umliegende Dörfer zu Stadtteilen Jülichs werden ließ.
- Etwa die Hälfte der Bevölkerung wohnt in der Kernstadt, die andere Hälfte verteilt sich auf die 15 umliegenden, zum Stadtgebiet zählenden, Dörfer.
[Bearbeiten] Klima
Die folgenden Daten wurden erhoben von der meteorologischen Station des Forschungszentrums Jülich.
| Jahresmittelwerte von 1961 bis 2004 | |||
| Jahresmittel | Minimum | Maximum | |
| Temperatur in °C | 9,8 | -21,1 (1979) | 37,6 (2003) |
| Sonnenscheindauer in h | 1528 | 1224 (1981) | 2168 (2003) |
| Niederschlag in mm | 693 | 441 (1976) | 1042 (1966) |
| Windgeschwindigkeit in m/s | 3,1 | 2,6 (89/92) | 3,8 (1970) |
[Bearbeiten] Verwaltung und Behörden
Jülich ist wegen der relativ großen Entfernung zur Kreisstadt Sitz mehrerer Außenstellen der Kreisbehörden. Mit dem SystInstZentr 800 im ehemaligen Reichsbahnausbesserungswerk nahe dem Forschungszentrum ist die Stadt auch Standort der Bundeswehr, hier werden hauptsächlich Lastwagen und leichtgepanzerte Fahrzeuge repariert und instandgesetzt.
Jülich ist außerdem Sitz eines Amtsgerichts.
[Bearbeiten] Bildung und Forschung
[Bearbeiten] Forschungszentrum
Das Forschungszentrum Jülich ist eine der größten Forschungseinrichtungen Europas. Im Februar 2008 wurde im Forschungszentrum der IBM BlueGene/P Supercomputer namens JUGENE in Betrieb genommen. Bei Messungen für die TOP500 kam er mit einer maximalen Rechenleistung von 167 Teraflop/sec auf den zweiten Platz weltweit. Ferner brachte das Forschungszentrum im Jahre 2007 den Nobelpreisträger Prof. Peter Grünberg für den Bereich Physik hervor.
[Bearbeiten] Bibliotheken und Archiv
[Bearbeiten] Stadtbücherei Jülich
Die Stadtbücherei Jülich befindet sich im Kulturhaus am Hexenturm und umfasst über 43.000 Medieneinheiten. 2007 wurden 110 Veranstaltungen von 3420 Teilnehmern besucht. Rund 70.000 Besucher zählt die Stadtbücherei jährlich. In der Erwachsenenbücherei werden neben 18.000 Sachbüchern, 7.000 Romanen, 60 laufenden Zeitschriften auch Sprachkurse, Audio-CDs, CD-ROMs, Videos und DVDs angeboten. Arbeitsplätze ermöglichen die Benutzung vor Ort. Kindern und Jugendlichen stehen etwa 10.000 Bücher, Hörkassetten, CDs, CD-ROMs, Videos, DVDs und Spiele zur Verfügung. Recherchemöglichkeiten sowohl im Bestandskatalog als auch in überregionalen Bibliothekskatalogen bieten OPAC- und Internetarbeitsplätze.
Der Aufbau der Stadtbücherei in Jülich begann 1927. Das erste eigene Gebäude erhielt die Stadtbücherei im Juli 1939 neben der damaligen Jugendherberge. Der größte Teil der Bücher fiel dem Bombenangriff am 16. November 1944 zum Opfer. Bereits 1945 wurde die Bücherei mit 450 Bänden wieder eröffnet. Der Bestand wuchs schnell, und so war in den nachfolgenden Jahrzehnten das größte Problem die räumliche Unterbringung, die immer wieder neue Umzüge bedingte. Eine einschneidende Änderung in der Entwicklung der Stadtbücherei brachte 1971 die fachliche Leitung durch eine Diplom-Bibliothekarin. So stieg von 1971 bis 1975 die Medienausleihe von 53.921 auf 112.582. Eine weitere Leistungssteigerung erzielte die Stadtbücherei nach 1979, als sie durch Erlass des Kultusministers NRW zur Mittelpunktbibliothek deklariert und in den diesbezüglichen Förderplan aufgenommen wurde. Mit dem Umzug in das Kulturhaus am Hexenturm 1992 erhielt die Stadtbücherei erstmals nach dem zweiten Weltkrieg wieder eigene Räume. Mit 700 m² Publikumsfläche konnte die bis dahin permanente Raumenge gemildert werden und das geplante Konzept eines kulturellen Treffpunkts im Zentrum der Stadt in Angriff genommen werden.
1983 wurde der Förderverein Stadtbücherei Jülich e.V. gegründet, der seit dieser Zeit ideell, personell und finanziell die Belange der Stadtbücherei Jülich unterstützt.
[Bearbeiten] Weitere Bibliotheken
Schulbibliotheken gibt es in der Gemeinschaftshauptschule Jülich, im Gymnasium Zitadelle, im Gymnasium Haus Overbach in Jülich-Barmen, in der Realschule und in der Gemeinschaftsgrundschule Ost. Die Schulbibliothek in der Gemeinschaftshauptschule war bis 2002 eine Zeigstelle der Stadtbücherei und ist die einzige fachlich geleitete Schulbibliothek mit einem Bestand von rund 12.000 Medien.
Die Zentralbibliothek im Forschungszentrum Jülich gehört mit rund 700.000 Medieneinheiten zu den wichtigsten Spezialbibliotheken in Deutschland.
Die Bibliothek der Fachhochschule in Jülich umfasst rund 50.000 Medien und wird überwiegend von Studenten und Mitarbeitern der Fachhochschule genutzt. Auf Wunsch steht sie auch Schülern und interessierten Bürgerinnen und Bürgern der Stadt zur Verfügung.
Die Kunst- und Geschichtsbibliothek des Museums Zitadelle Jülich und des Jülicher Geschichtsvereins 1923 e.V. befindet sich im Kulturhaus am Hexenturm. Sie sammelt Literatur zu den thematischen Schwerpunkten: Kunst- und Kulturgeschichte der Renaissance sowie allgemein Militärgeschichte, insbesondere die Geschichte des Festungsbaus. Einen Sondersammelbereich bildet zeitgenössische Traktatliteratur zu Kriegswesen und Festungsbau vom 16. bis 19. Jahrhundert.
[Bearbeiten] Stadtarchiv Jülich
Das Stadtarchiv Jülich ist ebenfalls im Kulturhaus am Hexenturm untergebracht. Es dokumentiert anhand einer Vielzahl historischer Urkunden, Akten, Zeitungen, Fotos sowie Karten und Plänen 450 Jahre Jülicher Geschichte.
[Bearbeiten] Schulen
In Jülich gibt es fünf Grundschulen (GGS Nord, GGS Ost, GGS Süd, GGS West und Katholische Grundschule), zwei Sonderschulen (Schirmerschule, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt Lernen und Stephanus-Schule in Selgersdorf, Förderschule mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung), sowie fünf weiterführende Schulen (Gemeinschaftshauptschule-Ruraue, Realschule, Mädchengymnasium, Gymnasium Zitadelle in der Stadt und Gymnasium Haus Overbach im Ortsteil Barmen). Zudem ist Jülich Sitz einer Berufsschule.
[Bearbeiten] Fachhochschule
Ein weiterer Studienstandort ist der Standort Jülich der Fachhochschule Aachen mit dem angegliederten Solar-Institut Jülich. Das Technologiezentrum Jülich beherbergt Existenzgründer und innovative Unternehmen, um Technologietransfer aus den Hochschulen und Forschungseinrichtungen der Region zu erleichtern.
[Bearbeiten] Freizeit und Sport
Im ganzen Stadt- und Umlandbereich finden sich vielfältige Möglichkeiten für Freizeit- und Sportaktivitäten. So existiert ein gut ausgebautes Netz von Rad- und Wanderwegen entlang der Rur mit einer Vielzahl Routen durch Natur- und Landschaftsschutzgebiete. Besonders hervorzuheben ist die nahe Sophienhöhe – ein durch den Tagebau Hambach entstandener künstlicher Berg: Neben Wander-, Reit- und Radwegen bieten sich hier günstige Verhältnisse für Drachenflieger und Wintersportler.
Jülich besitzt mehr als 60 Sportvereine mit mehreren Fußball- und Tennisplätzen, sowie Reit- und Turnhallen. Bekannt ist vor allem der mehrfache Europapokalsieger und Tischtennis-Bundesligist TTC Jülich.
Der SC Jülich 1910 war von 1969 bis 1971 dreimal in Folge deutscher Fußball-Amateurmeister und scheiterte 1972 erst im Halbfinale. Damit ist er Deutschlands erfolgreichster Amateurverein. Der Verein wurde 1997 nach Neugründung in SC Jülich 1910/97 umbenannt.
[Bearbeiten] Gesundheitswesen
Am 19. November 1891 wurde das Malteser-Krankenhaus St. Elisabeth eröffnet. Es ist ein Krankenhaus der Grundversorgung mit 173 Betten und 300 Mitarbeitern (Stand 2005). Im Zweiten Weltkrieg wurde es völlig zerstört, doch bereits 1946 wiederaufgebaut und in den folgenden Jahren erweitert: 1950 wurden eine Augen- und eine HNO-Belegabteilung sowie 1959 die Fachabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe eingerichtet. Seit 1964 gibt es eine Krankenpflegeschule. 2003 wurden ein ambulantes Operationszentrum und 2006 ein neues Bettenhaus gebaut.
Träger waren von 1891 bis 1963 die Stadt Jülich, von 1963 bis 1987 der Caritasverband für das Bistum Aachen und seit 1987 ist es die Malteser St. Elisabeth gGmbH.
[Bearbeiten] Städtepartnerschaft
Jülich unterhält seit 1964 eine Partnerschaft mit dem nordfranzösischen Haubourdin.
[Bearbeiten] Wirtschaft
In Jülich ist die Zuckerfabrik Jülich AG ansässig. Sie war bis 2006 ein selbstständiges Unternehmen mit der Marke Westzucker. Im Jahr 1995 wurde die Zuckerfabrik Bedburg übernommen, die 1997 geschlossen wurde. Seit 2006 ist die Zuckerfabrik Jülich im Besitz der Firma Pfeifer & Langen.
[Bearbeiten] Verkehr
[Bearbeiten] ÖPNV
Bis zur Stilllegung der meisten Strecken in den 1970er Jahren war Jülich ein Bahnknotenpunkt, wenn auch die meisten Strecken als Nebenstrecken klassifiziert waren: In sieben verschiedene Richtungen verkehrten von Jülich aus Züge. Heute verkehrt auf zwei dieser Strecken die Rurtalbahn GmbH. Sie fährt auf der Bahnstrecke Jülich–Düren–Heimbach Richtung Süden und auf der ehemaligen Bahnstrecke Jülich–Dalheim Richtung Norden bis Linnich. Die Strecke der ehemaligen Jülicher Kreisbahn existiert zwar noch, wird aber nicht mehr befahren. Alle anderen Bahnstrecken sind mittlerweile abgebaut. Als Ersatz gibt es mehrere Buslinien, die Jülich mit den umliegenden Dörfern und Städten verbinden. Mit der Buslinie SB11 existiert zudem eine Verbindung nach Aachen.
[Bearbeiten] Autobahnanschlüsse
[Bearbeiten] BAB 4
- (Abfahrt Düren)
[Bearbeiten] BAB 44
- (Abfahrt Jülich Ost / Mersch aus Richtung Düsseldorf)
- (Abfahrt Jülich West / Koslar aus Richtung Aachen)
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten] Museen
- Stadtgeschichtliches Museum
Siehe auch: Liste deutscher Museen nach Orten, Liste deutscher Museen nach Themen
[Bearbeiten] Bauwerke
Besonders hervorzuheben sind:
- der Hexenturm
- die Zitadelle
- der napoleonische Brückenkopf
- die Propsteipfarrkirche „St. Mariä Himmelfahrt“
- das Aachener Tor
- die Sendetürme des 1956 errichteten Kurzwellenzentrums Jülich
Siehe auch: Festung Jülich
[Bearbeiten] Sonstiges
- Aufgrund ihrer einmaligen demographischen Struktur mit einer rheinisch-katholischen Stammbevölkerung und sehr vielen Zuzüglern durch das Forschungszentrum und das Reichsbahnausbesserungswerk wurde Jülich im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts Gegenstand einer bedeutenden soziologischen Studie durch amerikanische Wissenschaftler. Auch wenn die Stadt darin nicht mit Namen genannt wird, ist durch die Beschreibung unverkennbar, dass nur sie gemeint sein kann.
- Das kulturelle und soziale Klima in der Stadt ist durch den extrem hohen Anteil an Akademikern geprägt, es gibt für eine Stadt dieser Größe sehr ernstzunehmende Kulturveranstaltungen sowie nicht weniger als drei Gymnasien für etwas über 30.000 Einwohner, gleichzeitig aber nur eine Haupt- und eine Realschule.
- Die Stadt beherbergt die Reliquien der Christina von Stommeln.
- Jülich hat eine sehr aktive und vielseitige Musikszene: überregional bekannte Bands aus Jülich sind beispielsweise D-Sailors, Koroded, PsychoLuna und Die Regionalen.
[Bearbeiten] Lokale Bräuche
[Bearbeiten] Muttkrate
In Jülich Geborene nennt man Muttkrat (Mehrzahl: Muttkrate). Auch wenn die Herkunft des Wortes wenig schmeichelhaft ist: Die Bezeichnung leitet sich aus den Worten Mutt (Schlamm) und Krat (Kröte) ab. Die Kröten verkrochen sich bei Gefahr im Schlamm der Festungsgräben.
In Erinnerung an dieses Jülicher „Original“ wurde außerdem passend zu der in jenem Jahre in Jülich stattfindenden Landesgartenschau – eine „Muttkrat“ als Orgel„pfeife“ an der neuen Hauptorgel der katholischen Propsteikirche installiert, die ein für Kirchenorgeln einmaliges Quaken von sich gibt.
[Bearbeiten] Lazarus Strohmanus
Zum Jülicher Karneval gehört seit mehr als dreihundert Jahren der Brauch des Lazarus Strohmanus. Lazarus, eine blau-weiß bekleidete Strohpuppe, wird am Veilchendienstag durch die Stadt getragen und an zentralen Orten mit einem Sprungtuch in die Luft geworfen („gepreckt“). Nach Einbruch der Dunkelheit wird der Lazarus bei einem großen Hochfeuerwerk von der Stadionbrücke aus in der Rur versenkt.
Siehe auch: die verwandte Nubbelverbrennung
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Carl Englerth, Wegbereiter des Eschweiler Bergwerks-Vereins
- Anton Fischer (Kardinal), Erzbischof des Erzbistums Köln
- Paul Heller, deutscher Jazz-Saxophonist
- Heinz-Günther Nesselrath, Professor für Klassische Philologie in Göttingen
- Goswin Nickel, zehnter Ordensgeneral der Jesuiten
- Johann Wilhelm Schirmer, deutscher Landschaftsmaler und Graphiker
- Siegfried J. Schmidt, Philosoph und Kommunikationswissenschaftler
- Josef Schregel, deutscher Dichter
- Friedrich (Frederick) Wilhelm August Stock, Bratscher, Komponist und Dirigent
- Franz Dank, Maler und Kunstprofessor
- Dürbeck & Dohmen, Komponistenduo
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Literatur
- Eva Behrens-Hommel: Sagen und Überlieferungen des Jülicher Landes, 1996, ISBN 3-87227-061-3
- Eva Behrens-Hommel: Mundartsammlung des Jülicher Landes, 1997, ISBN 3-87227-062-1
- Günter Bers: Jülich - Geschichte einer rheinischen Stadt, Jülich 2004, ISBN 3-932903-26-9
- Guido von Büren (Hrsg.): Jülich Stadt – Territorium – Geschichte, Kleve 2000, ISBN 3-933969-10-7
- Ulrich Coenen: Architektonische Kostbarkeiten im Kreis Düren. 2. Aufl., Aachen 1989.
- Ulrich Coenen: Von Juliacum bis Jülich. Die Baugeschichte der Stadt und ihrer Vororte von der Antike bis zu Gegenwart, 2. Aufl., Aachen 1989, ISBN 3-925714-17-0
- Ulrich Coenen: Stadt Jülich = Rheinische Kunststätten, Heft 368, Neuss 1991, ISBN 3-88094-696-5
- Conrad Doose, Siegfried Peters: Renaissancefestung Jülich, 1998, ISBN 3-87227-058-3
- Ulrich Eckardt, Wolfgang Hommel, Werner Katscher: Flug über Jülich, 2003, ISBN 3-87227-076-1
- Heinrich Hoffmann: Volkskunde des Jülicher Landes. 2 Bde. Eschweiler 1911 u. 1914.
- Erwin Fuchs, Wolfgang Hommel: Die Jülicher und ihre Wurzeln, 1997, ISBN 3-87227-063-X
- Wolfgang Hommel: Stadtführer Jülich, 1998, ISBN 3-87227-065-6
- Wolfgang Hommel: Jülich im Aufbruch – Landesgartenschau und Stadtentwicklungsprogramm Jülich '98, 1998, ISBN 3-87227-098-2
- Peter Kremer: Wo das Grauen lauert. Blutsauger und kopflose Reiter, Werwölfe und Wiedergänger an Inde, Erft und Rur. PeKaDe-Verlag, Düren 2003 (kommentierte Sammlung von Spuk aus dem Gebiet um Jülich und Düren), ISBN 3-929928-01-9
- Hartwig Neumann: Stadt und Festung Jülich auf bildlichen Darstellungen, Bonn 1991, ISBN 3-7637-5863-1
- Gabriele Spelthahn: An der Synagoge – Jülich und der Holocaust, 1997, ISBN 3-930808-08-0
- Dietz-Rüdiger Moser: Lazarus Strohmanus Jülich – Ein christlicher Volksbrauch, 2000, ISBN 3-980-4213-7-6
[Bearbeiten] Weblinks
- Website der Stadt Jülich
- Der jüdische Friedhof in Jülich
- Linksammlung zum Thema Jülich
- Links zum Thema Jülich im Open Directory Project
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