Jürg Stenzl

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Jürg Thomas Stenzl (* 23. August 1942 in Basel) ist ein Schweizer Musikwissenschaftler, Autor und Hochschullehrer.

Leben[Bearbeiten]

Jürg Stenzl studierte Musikwissenschaft, deutsche Literatur und Philosophie an der Pariser Sorbonne und der Universität Bern. Mit der Dissertation Die Vierzig Clausulae der Handschrift Paris, Bibliothèque nationale latin 15139: Saint-Victor Clausulae, einer Arbeit über die Musik des 13. Jahrhunderts wurde Jürg Stenzl 1968 an der Universität Bern promoviert. Von 1969 bis zu seiner Habilitation 1974 als Assistent von Luigi Ferdinando Tagliavini und ab 1980 bis 1992 als Titularprofessor unterrichtete er Musikwissenschaft an der Universität Freiburg (Schweiz). Von 1992 bis 1993 war Stenzl Künstlerischer Direktor der Universal Edition in Wien. An der dortigen Universität habilitierte er 1993 ein zweites Mal. Stenzl war von 1994 bis 1996 Gastprofessor an der Musikhochschule Graz und ist seit 1996 Professor für Musikwissenschaft und Vorstand des Fachbereichs Kunst-, Musik- und Tanzwissenschaft der Universität Salzburg. 2003 war er Gastprofessor an der Harvard University. Stenzl gehört außerdem dem für Stipendien und Arbeitsaufenthalte zuständigen Kuratorium des SWR-Experimentalstudios in Freiburg im Breisgau an.[1]

Er veröffentlichte hauptsächlich Bücher und Aufsätze zur europäischen Musikgeschichte vom Mittelalter bis zu Gegenwart, insbesondere über Luigi Nono. Jürg Stenzl ist mit Nike Wagner verheiratet.

Auszeichnung[Bearbeiten]

  • 1986: Liszt-Gedenkplakette des ungarischen Ministeriums für Kultur und Bildung in Anerkennung der Beiträge zur Erforschung der Musik von Franz Liszt und Béla Bartók.

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

Autor
  • Die Vierzig Clausulae der Handschrift Paris, Bibliothèque nationale latin 15139: Saint-Victor Clausulae. Dissertation. Haupt, Bern/Stuttgart 1970.
  • Von Giacomo Puccini zu Luigi Nono. Italienische Musik 1922 - 1952. Faschismus - Resistenza - Republik. Knuf, Buren 1990 ISBN 90-6027-639-6
  • Luigi Nono. Rowohlt, Reinbek bei Hamburg 1998 ISBN 3-499-50582-7
  • Die Jahre der Oper 1996 bis 2001 - die Oper des Jahres 1998, 1999, 2000. Gemeinsam mit A. T. Schaefer. Hrsg. Staatsoper Stuttgart. Kühlen, Mönchengladbach 2001 ISBN 3-87448-217-0
  • Der Klang des Hohen Liedes – Vertonungen des "Canticum canticorum" vom 9. bis zum Ende des 15. Jahrhunderts. Königshausen & Neumann, Würzburg 2008 ISBN 978-3-8260-3694-1
Herausgeber
  • Carla Henius und Luigi Nono. Briefe, Tagebücher, Notizen. Europäische Verlagsanstalt, Hamburg 1995 ISBN 3-434-50071-5
  • Orchester Kultur. Variationen über ein halbes Jahrhundert. Aus Anlass des 50. Geburtstages des SWF-Sinfonieorchesters. Metzler, Stuttgart/Weimar 1996 ISBN 3-476-01500-9
  • Alessandro Besozzi. Sechs Trios für Oboe oder Violine, Violine und Violoncello oder Fagott, Amadeus-Verlag, Winterthur 1997
  • Ernst Krenek. Oskar Kokoschka und die Geschichte von Orpheus und Eurydike. Ernst-Krenek-Studien Bd. 1. Edition Argus, Schliengen 2005 ISBN 3-931264-30-0
  • Salzburger Musikgeschichte. Von Mittelalter bis ins 21. Jahrhundert. Gemeinsam mit Ernst Hintermaier u. Gerhard Walterskirchen. Pustet, Salzburg 2005 ISBN 3702505113
  • Herbert von Karajan 1908-1989. Der Dirigent im Lichte einer Geschichte der musikalischen Interpretation. Gemeinsam mit Lars E. Laubhold. Pustet, Salzburg 2008 ISBN 3702505830

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Für vier Jahre neu gewählt das zehnköpfige Kuratorium des SWR-Experimentalstudios