Jürgen Drews

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Dieser Artikel beschreibt den Schlagersänger Jürgen Ludwig Drews. Zum gleichnamigen Mediziner siehe Jürgen Drews (Arzt).
Jürgen Drews, 2013
Jürgen Drews’ Bistro auf Mallorca

Jürgen Ludwig Drews (* 2. April 1945 in Nauen) ist ein deutscher Schlagersänger und Gastronom.

Leben[Bearbeiten]

Drews wurde 1945 als Sohn eines Wehrmachtarztes geboren.[1] Seine Jugend verbrachte er in Schleswig. Hier hatte er auf der Bühne des „Hotel Hohenzollern“ seine ersten Auftritte als Musiker.[1] Nach dem Abitur auf der Domschule Schleswig[1] war er für vier Semester als Medizinstudent in Kiel eingeschrieben, brach sein Studium jedoch zugunsten der Musik ab.

Jürgen Drews war von 1981 bis 1985[2] mit Corinna Drews verheiratet und hat mit ihr einen Sohn. Nach der Scheidung heiratete er 1995 seine jetzige Frau Ramona Drews (* 1973 als Ramona Mittendorf). Sie haben eine gemeinsame Tochter, die Schülerin und Sängerin Joelina Drews (* 27. September 1995[3]). Die Familie wohnt in Dülmen-Rorup, beruflich verbringt Drews aber viel Zeit auf Mallorca. Den Beinamen „König von Mallorca“ erhielt Drews von Thomas Gottschalk in der Sendung Wetten, dass..? auf Mallorca.

Am 30. April 2011 eröffnete Drews das „Kultbistro“ in Santa Ponça.

Musik[Bearbeiten]

Schon früh wandte sich Jürgen Drews der Musik zu und erhielt bereits im Alter von 15 Jahren einen Preis als bester Banjo-Spieler Schleswig-Holsteins als Mitglied der Jazzband Schnirpels. Danach spielte er in der Schülerband Monkeys,[4] später stieg er als Sologitarrist 1967 bei der Kieler Band Chimes of Freedom ein. Auf Veranlassung ihres Managers änderte die Band ihren Namen in „Die Anderen“. Im selben Jahr wirkte Jürgen Drews am ersten Film der Reihe Die Lümmel von der ersten Bank als Schüler mit. Mit dem damals bei der Plattenfirma Ariola angestellten Produzenten Giorgio Moroder entstanden zwei Langspielplatten – die erste LP unter dem Titel Kannibal Komix – und mehrere Singles. Für Veröffentlichungen in den USA nannte sich die Band Apocalypse, doch als die amerikanische Plattenfirma pleiteging, lösten sie sich zum Jahresende 1969 auf. Nach einem kurzen Zwischenspiel als Schauspieler in Rom stieg Drews in den frühen 1970er-Jahren als Sänger bei den Les Humphries Singers ein. 1973 startete er parallel dazu eine Solokarriere und hatte 1976 mit dem Hit Ein Bett im Kornfeld (einer Coverversion des Country-Songs Let your love flow von den Bellamy Brothers) seinen Durchbruch. 1977 versuchte er sich auch als Lieferant für Filmmusik (Spielen wir Liebe). Sein 1978 erschienener Song Wir zieh’n heut’ Abend aufs Dach war ebenfalls eine Coverversion (Call On Me von Sunrise, 1977), erreichte aber in Deutschland nur noch Platz 21.

In den 1980er-Jahren wurde es in Deutschland ruhig um ihn. Drews versuchte 1980 eine Karriere in den USA zu starten. Er veröffentlichte dafür eine LP unter dem Pseudonym „J.D. Drews“.[5] Die erste Single aus dem Album, Don't Want Nobody, erreichte 1981 Platz 79 in den Billboard Hot 100.[6] Der kommerzielle Erfolg des Albums blieb aus, obwohl es vom US-amerikanischen Musikmagazin Billboard gelobt wurde. Im Gegensatz zu seinem Ruf als Schlagersänger in Deutschland orientierte sich das Album mehr an New Wave und Progressive Rock.[7] Erst Anfang der 1990er Jahre gelang ihm ein Comeback auf dem deutschen Markt. Er arbeitete nun auch als Musikproduzent. 1995 landete er in Zusammenarbeit mit Stefan Raab und Bürger Lars Dietrich einen Riesenhit, als sie unter dem Namen „Stefan Raab und die Bekloppten“ eine Neuaufnahme des Drews-Klassikers Ein Bett im Kornfeld veröffentlichten. Der Schlagerhit König von Mallorca, in dem er S’Arenal und den Ballermann besingt und sich zum „König von Mallorca“ erklärt, brachte ihn im Jahr 2000 erneut ins Zentrum des öffentlichen Interesses. Es folgte die Single Hey! Amigo Charly Brown, die es im Jahr 2002 auf Platz 1 der deutschen Party-Charts, in die Top 50 der Verkaufs-Charts und mit dem von Thomas Sandmann produzierten Musikvideo auch ins Musikfernsehen schaffte.

Seit 2007 hat sich Jürgen Drews zusammen mit ehemaligen Kollegen der Les Humphries Singers, Peggy Evers-Hartig, Tina Kemp (ehem. Werner) und Judy Archer sowie neuen Kollegen zur Formation Les Humphries Singers Reunion zusammengeschlossen. Man präsentiert das „Comeback“ der LHS mit alten, neu aufgenommenen Titeln sowie Gospelsongs und neuen eigenen Songs des Produzenten und Chormitglieds Willi Meyer.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

Jahr Titel Chartpositionen Anmerkungen
DeutschlandDeutschland OsterreichÖsterreich SchweizSchweiz Vereinigte StaatenVereinigte Staaten
1974 Zeit für meine Songs Erstveröffentlichung: 1974
1976 Ein neuer Anfang 43
(8 Wo.)
Erstveröffentlichung: 15. Juli 1976
1977 Barfuß durch den Sommer Erstveröffentlichung: 1977
1978 Heute Erstveröffentlichung: 1978
Feuer + Wasser Erstveröffentlichung: 1978
1979 Rockig Erstveröffentlichung: 1979
1980 Bloß nichts versäumen Erstveröffentlichung: 1980
1981 Morgens auf dem Weg nach Hause Erstveröffentlichung: 1981
1989 Irgendwann…mit dir sofort 30
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 1989
1992 J.D. 40
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 6. Juli 1992
1994 Liebe muss ein bisschen Sünde sein 89
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 24. Juni 1994
1996 Jürgen Drews feat. Onkel Jürgen Erstveröffentlichung: 25. Oktober 1996
1999 Wieder alles im Griff 58
(3 Wo.)
Erstveröffentlichung: 18. September 1999
2007 Glanz & Gloria Erstveröffentlichung: 7. September 2007
2010 Schlossallee 20
(5 Wo.)
32
(5 Wo.)
Erstveröffentlichung: 5. Februar 2010
2011 Schlagerpirat 41
(5 Wo.)
58
(2 Wo.)
Erstveröffentlichung: 7. Oktober 2011
2013 Kornblumen 18
(3 Wo.)
72
(1 Wo.)
Erstveröffentlichung: 27. September 2013
Nummer-eins-Alben
Alben in den Top-10
Alben in den Charts 6 5

Die Anderen[Bearbeiten]

Die Anderen waren auch bekannt als Apocalypse, Kannibal Komix und The Others und bestanden aus den vier Mitgliedern Jürgen Drews, Ralf Lepsch, Enrico Lombardi und Gerd Müller-Schwanke. Die Band bestand von 1966 bis 1969.[8]

Alben
  • 1970: Kannibal Komix
Singles
  • 1968: Easy Squeezy!
  • 1969: Somebody Loves You

The Les Humphries Singers[Bearbeiten]

Filmografie[Bearbeiten]

Filme[Bearbeiten]

Fernsehsendungen[Bearbeiten]

  • 3×1 in Noten
  • 1988–1993: Die deutsche Schlagerparade
  • 1999–2000: Strip!
  • ab 2003: Die Drews – eine furchtbar nette Familie
  • 2013: Cash Crash

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Après-Ski Hits
  • 2011: in der Kategorie „Après-Ski Hit des Jahres“ (Ne was ist das schön) (mit Carmen Geiss)
Ballermann-Award
  • 2008
  • 2011: in der Kategorie „Lebenswerk“
Bravo Otto
  • 1976: „Silber“ in der Kategorie „Sänger“[10]
  • 1977: „Silber“ in der Kategorie „Sänger“[11]
  • 1978: „Silber“ in der Kategorie „Sänger“[12]
Goldene Europa
  • 1976, 1978, 1979
Goldene Stimmgabel
  • 1981
Löwe von Radio Luxemburg
RSH-Gold
  • 1990: in der Kategorie „Comeback des Jahres“
smago! Award
  • 2011: für „Vorläufiges Lebenswerk“
  • 2013: fur „Erfolgreichste Schlager-Single des Jahres eines Sängers (Kornblumen) / Beste Chart-Platzierung seines Lebens in den deutschen Album-Charts (Kornblumen)“
Schlager-Saphir - Ehrensaphir
  • 2010

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jürgen Drews – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Video Heimwärts mit… Jürgen Drews (26. September 2013, 22:15 Uhr, 29:38 Min.) in der ZDFmediathek, abgerufen am 30. Januar 2014
  2. Berichterstattung in der Bild-Zeitung vom 26. Juli 2012, abgerufen am 24. November 2013
  3. Biografie bei der IMDb
  4. Biografie auf jd-drews.de
  5. J.D. Drews' Debütalbum bei allmusic.com
  6. Cover der Single Don't Want Nobody bei hitparade.ch oder Charplatzierung von Don't Want Nobody bei allmusic.com
  7. Billboard vom 22. November 1980, S. 74, Rubrik First Time Around
  8. Die Anderen bei discogs.com
  9. cineplex.de
  10. bravo.de
  11. bravo.de
  12. bravo.de